@Piksieben
Ich denke, jeder muss da seinen eigenen Weg finden zu einer vernünftigen Work-Life-Balance zu kommen. Ein Weg dazu, der meinem nicht entspricht, ist weder schlechter noch besser als meiner. Wie sollen Außenstehende das beurteilen?
Dass es im Lehrberuf schwierig wird, Arbeit und Beruf strikt zu trennen, dürfte Jedem klar sein, bevor er diesen Beruf ergreift. Man muss halt damit umgehen können.
Was es mir einfacher macht, ist die Flexibilität, die ich in diesem Beruf genießen kann. Die Präsenzzeiten an der Schule sind (zumindest meinem Empfinden nach) vergleichsweise gering. Und wenn ich halt mal samstags "Lust bekomme", Unterricht vorzubereiten, oder samstags und sonntags korrigieren MUSS, weil Abitur, mache ich mir halt (dieses Jahr) dienstags und donnerstags mal nen Ruhigen. Da fällt dann spätestens um 10 Uhr der Hammer und der Rest des Tages wird dann anderweitig verbracht. Und da habe ich dann wirklich auch kein schlechtes Gewissen, à la "Ich müsste aber noch Dieses und Jenes..." Dass man als Lehrer eigentlich potentiell immer was arbeiten kann, dürfte auch Jedem klar sein. Ob es Not tut und es unbedingt JETZT gemacht werden muss... Oftmals ist das nicht der Fall.
Was ich heute noch machen MUSS, sind zwei Lernvideos bewerten und in die Unterlagen für morgen schauen. Gestern habe ich, weil ich Lust drauf hatte, noch eine Unterrichtseinheit zu Ende geplant. Zeitaufwand insgesamt etwa zwei bis drei Stunden. Dafür war ich am Dienstag um 11 Uhr daheim und hab dann genau NICHTS mehr gemacht. Kommendes WE steht ein kompletter Korrekturtag (letzte Klausur der Englisch-13) an. Dafür ist dann der Dienstag Nachmittag (ab 14 Uhr) und der Donnerstag (spätestens ab 12 Uhr) frei.
Bald steht das Abitur an. Da werde ich zwei Wochenenden durchkorrigieren, dafür nehme ich mir den Donnerstag, den Freitag und den Montag vor dem 1. Mai korrekturfrei und habe so sechs freie Tage an denen ich mich anderweitig beschäftigen werde. Die Korrekturen werden da längst erledigt sein... 