Beiträge von Moebius

    Vergleiche mit Bürgergeld sind eine alberne Diskussion und gehören hier nicht hin.

    Beamtenbezüge sind nicht automatisch an die Inflation gekoppelt, das Alimentationsprinzip orientiert sich an der allgemeinen Einkommensentwicklung.

    Der Abschluss gliedert sich realistisch in die Abschlüsse der anderen großen Berufsgruppen ein, man muss nicht jubeln, wer ihn aber als große Ungerechtigkeit empfindet, lebt an der Realität vorbei.

    Und es ist wieder mal bezeichnend, wie viel Energie Leute in die Diskussion über den Tarifabschluss investieren, die sonst keine Zeit, geschweige denn Geld darin investieren, irgendetwas zu einem besseren Ergebnis bei zu tragen. Kleiner Tipp für diejenigen, die meinen, das sei nicht rechtens: der Dienstherr verliert immer mal wieder Prozesse, die sich mit den Bezügen beschäftigen. Diese Prozesse werden immer vom dbb oder angeschlossenen Verbänden gewonnen, finanziert werden sie über die Beiträge der Mitglieder.

    Die 3000 € sind im übrigen kein Bonus, sondern die Kompensation dafür, dass die erste Erhöhung erst 1 Jahr nach dem Abschluss wirksam wird, das ist schlicht eine Vereinbarung, die im Interesse der Arbeitgeber ist, weil sie dadurch Steuern sparen.

    Sonst hätte die Gewerkschaft sicher nicht akzeptiert, dass die Erhöhung um 200€ erst im Oktober 24 kommt.

    Und jedes mal bricht die gleiche Diskussion los.

    Das Tarifergebnis ist in Ordnung, eine Gleichbehandlung mit den Bundesabschluss war das, was man realistischerweise erwarten konnte, der Abschluss liegt auch etwa im Mittel dessen, was andere Branchen in diesem Jahr in der freien Wirtschaft vereinbart haben.

    Die genaue Umsetzung auf die Beamten bleibt noch ab zu warten, positiv ist schon mal, dass die ersten beiden Bundesländer klar wirkungsgleich übertragen.

    Ich hätte eine Idee, die bereits an manchen Schulen erfolgreich umgesetzt wird (auch Hessen). Verbindliche Ganztagsschule, wo Lehrkräfte, Sozialpädagog*innen, Erzieher*innen gemeinsam und auf Augenhöhe auf dem jeweiligen Fachgebiet gemeinsam Kinder in ihrer Entwicklung, begleiten.

    Das mantramäßige einflechten von "auf Augenhöhe" in diverse Konzepte zukünftiger Schulen ist ein weiteres Kernproblem.

    In vielerlei Hinsicht sind Lehrer, Eltern und Schüler nicht auf Augenhöhe. Ja, natürlich sollten vor allem Lehrer respektvoll mit ihrer Klientel umgehen, aber wir haben ganz unterschiedliche Rollen. Lehrer sind im Bildungskontext die ausgebildeten Experten, die anderen Parteien nicht. Ich entschiede viele Dinge - Stundeninhalt und -ablauf, welches Verhalten akzeptabel ist und welches nicht, die Note, die auf dem Zeugnis steht - auch wenn Eltern und Schüler anderer Meinung sind. Ich mache meine Entscheidungen transparent und treffe sie auf Basis sachlicher Überlegungen und nicht nach Lust und Laune, aber am Ende entscheide ich und da muss ich denjenigen, die diese Entscheidungen betreffen, keine Augenhöhe vorgaukeln.

    Das gleiche gilt für andere Beschäftigte an Schulen. Ich erwarte von denen Professionalität in ihrer Rolle und liefere das gleiche in meiner.

    Inzwischen gehen in Deutschland in den meisten größeren Städten 50% der Kinder auf das Gymnasium, das als "Schule für reiche Kinder" zu diskreditieren, spricht für sich selbst.

    Wie ich ganz am Anfang geschrieben habe:

    Pisa ist für jeden ein Anlass, jetzt erst mal besonders stark zu behaupten, dass die Meinung, die er seit 20 Jahren vertritt, die richtige ist, völlig unabhängig davon, ob diese Meinung wirklich durch Pisa gestützt wird. Man baut einfach darauf, dass die Studie für die allermeisten eh zu komplex ist, um sie zu verstehen und eine starke Behauptung ist sowieso meist wirkungsvoller als ein schwacher Beweis.

    Das ist eine Korrelation, keine Kausalität.

    ... worauf ich selber mehrfach hingewiesen habe.

    Ganz bewusst, denn ich bin es leid, über Kausalitäten zu diskutieren, die ist eben so nicht nachweisbar wie eine Korrelation und am Ende dreht es sowieso jeder wieder so, dass es zu seinem Weltbild passt.

    Dass der nächste Pisa Test nicht besser wird, wenn man die Bildungsausgaben um 20% erhöht, indem man in allen Schulen vergoldete Wasserhähne investiert, dürfte allen klar sein.

    Ganz grundsätzlich ist der starke Zusammenhang trotzdem da.

    Wie man das Geld investieren müsste, ist auch kein großes Geheimnis, dazu kann man Hattie lesen. Macht ja auch keiner, gefällt den meisten nicht.

    Zwischen den Bundesländern sieht es komischerweise anders aus. Bundesländer, die relativ viel pro Kind ausgeben, haben nicht die besten Ergebnisse in Schulleistungsstudien, im Gegenteil.

    Natürlich gibt es noch andere Effekte, sonst wäre R^2= 1 und nicht 0,54. Der Vergleich verschiedener Bundesländer ist vor allem wegen der sehr unterschiedlichen Schülerstruktur der Stadtstaaten problematisch, die liegen meist am Ende trotz relativ hoher Ausgaben.

    Wo steht das? Bitte mal Beleg anfügen.

    Seite 144 der Studie.

    Der Zusammenhang zwischen den Mathematikleistungen und den Bildungsausgaben pro Schüler liegt bei einem R Quadrat Faktor von 0,54, das ist für derartig komplexe Zusammenhänge ein ausgesprochen hoher Faktor. Die hier genannten Einschränkungen gelten und stehen auch in dem Abschnitt, das ändert aber nichts daran, dass die beiden Größen grundsätzlich stark korrelieren.

    Inzwischen liegt Deutschland da ziemlich im Durchschnitt, bei der ersten Pisa-Studie waren wir noch deutlich oberhalb der Linie, bedeutet, die Effizienz des deutschen Bildungssystems ist in den letzten 20 Jahren deutlich gesunken.

    Natürlich kann man sich auch aus einer niedrigeren Besoldungsstufe erfolgreich bewerben, einen Stufenvorteil hat man nur bei gleicher Eignung.

    Es ist aber nun mal so, dass man sich für die Übernahme einer Schulleitungsfunktion besonders bewährt haben muss, und das ist nun mal eher der Fall, wenn man bereits erfolgreich das Amt eines Koordinators ausgeübt hat und aus eigener Erfahrung weiß, was der Perspektivwechsel im schulischen Gefüge mit sich bringt, sowohl was die Ausübung der Aufgaben betrifft, als auch die Arbeitsbelastung.

    Meiner Meinung nach völlig zu recht.

    Ich kenne auch Fälle von sehr schnellen Beförderungen (mit Überspringen von Amtsstufen), die für den Betroffenen übel schief gelaufen sind.

    Das ständige Fokussieren auf die DGL ist genau so Bildzeitung-Niveau und hilf in der Realität nicht weiter. Zum einen ist die Beschäftigtenstruktur absolut nicht vergleichbar, zum anderen ist die GDL nicht so erfolgreich, wie es oft den Anschein hat, dieser Eindruck entsteht in vor allem durch die starke mediale Aufmerksamkeit. Die GDL hat schon einige Niederlagen einstecken müssen, vor allem vor Gericht.

    Historisch gesehen gilt Verdi durchaus als streikfreudig.

    Abgesehen von der Wortwahl ist das aber nun mal Realität. Jede Lehrkraft in meinem Umfeld versucht ihre Kinder wenn irgendwie möglich auf das Gymnasium zu kriegen. Wenn das nicht geht, versucht man Notlösungen, wie die verbliebene Realschule in kirchlicher Trägerschaft oder bei etwas älteren Schülern das Privatinternat im angrenzenden NRW.

    Niemand, der das System von innen kennt, schickt sein Kind hier freiwillig auf die IGS.

    (Und das ist keine Kritik an den dort arbeitenden Lehrkräften.)

    Grundsätzlich gilt da wie immer, dass man nur jemandem helfen kann, der Hilfe möchte.

    Als Aufgabe der Lehrkraft würde ich es auf jeden Fall sehen, die Regeln des schulischen Miteinanders durchzusetzen. Wenn jemand nach Alkohol riecht, spreche ich das an, wenn jemand sichtbar alkoholisiert ist, schicke ich ihn nach hause. Beides ist erst mal auf die Situation bezogen und nicht auf den übergeordneten Komplex "Du hast wohl ein Alkoholproblem". Da kann man Hilfsangebote machen, aber damit der Betreffende überhaupt erst mal offen dafür ist, diese von dir oder jemandem anderen an zu nehmen, muss er erst mal verstehen, dass er Genzen überschreitet und das nicht dauerhaft machen kann.

    Ich finde wirklich, dass dieses PISA-Zeug massiv überschätzt wird.

    Von mir aus könnte Deutschland bei Pisa direkt aussteigen, dann müsste man an solchen Tagen nicht dutzende "Was sich in der Schule jetzt ganz dringend ändern muss" Artikel lesen. Pisa ist kein Instrument zur Meinungsbildung, weil die meisten sowieso nicht bereit sind ihre Meinung zu ändern. Pisa wird lediglich von interessierten Kreisen instrumentalisiert um Ihre sowieso vorhandenen Vorstellungen zu puschen.

    Das ist allerdings kein Vorwurf an Pisa. Pisa ist im großen und ganzen eine gut gemachte Studie, die sehr viel valides Datenmaterial bietet. Man muss es nur verstehen. Die meisten, die darüber reden, sind aber von ihrer Vorbildung her gar nicht dazu in der Lage.

    Den größten Sprung hab es wohl beim Leseverständnis, was durch extra Kurse oder ähnliches verbessert wurde.

    Schon bei der 1. Pisa-Studie war eine zentrale aber kaum diskutierte Erkenntnis, dass die höchste Korrelation der Ergebnisse zum Faktor "pro Schüler in das Bildungssystem investiertes Geld" bestand.

    Oder auf Deutsch: mehr Unterricht in kleineren Lerngruppen führt zu besserem Erfolg.

    Wer hätte das ahnen können.

    Niemals, das ist zu anstrengend.

    Absolut nicht, ein Kennzeichen vom ich-du-wir Prinzip ist, dass man sich zurücklehnen und die anderen die Arbeit machen lassen kann, wenn man heute mal keinen Bock hat. Wie bei jeder Gruppenarbeit.

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