Beiträge von Moebius

    Du drehst dich auch im Kreis und machst relativ deutliche, dass er dir einfach um "Kernkraft aus Prinzip, diese Erneuerbaren sind doch alle doof" geht (wundert mich nicht, dass der "ältere Herr" da deiner Meinung war).

    Der in Frankreich in diesem Jahr an das Netz gegangene Meiler hat 30 Mrd gekostet. Alleine nur um wieder auf den Stand 25% Kernkraft zu kommen, wären in Deutschland etwa Investitionen von einer halben Billionen € nötig (also ein Vielfaches von Corona-Hilfen, Bundeswehr-Doppelwums oder Förderung der Erneuerbaren), das ist absolut illusorisch. Neubau von Kernkraft ist mit Abstand die teuerste Möglichkeit aller Alternativen zur Energieversorgung, das lässt sich auch mit aller Abneigung gegen Erneuerbare nicht weg-granteln. Auch in Frankreich wird das Dutzend geplanter neuer Blöcke niemals kommen. (Und dabei reden wir noch gar nicht darüber, dass ein selbst wenn man morgen beschließen würde, neue Kernkraftwerke zu bauen, das erste davon frühestens in 15 Jahren ans Netz gehen würde.)

    Wir sind jetzt bei etwa 50% Erneuerbaren und es existieren keinerlei Probleme mit Zuverlässigkeit und Versorgungssicherheit, die sich daraus ergeben würden. Niemand wird irgendwann den Schalter umlegen und dann sind wir plötzlich bei 100% Erneuerbaren und im Winter gehen plötzlich die Lichter aus, wenn der Wind nicht mehr weht.

    Aktuelles Ziel ist erst mal über die nächsten 7 Jahre in Richtung 80% zu kommen. Wenn dabei Probleme auftreten, werden die sich im Laufe des Prozesses langsam zeigen und man muss den Prozess halt anpassen.

    Im nächsten Jahr wir man im Ref bei etwa 1600 € netto liegen, wenn es wirklich eng ist, spricht nichts dagegen noch einen kleinen Nebenjob zu machen mit jeden Samstag 3 Stunden Nachhilfe kommt man schon auf 1800 netto. Ich kann das Problem wirklich nicht nachvollziehen, es gibt viele Menschen in diesem Land, die mit einer ganz normalen Vollzeitstelle nach Steuern und Sozialabgaben weniger haben.

    Speichertechnologien für so eine lange Zeit sind nicht existent und auch nicht wirtschaftlich.

    Mit denen Plant auch niemand:

    Bei neu gebauten Kraftwerken sind die erneuerbaren inzwischen auch mit einer Backupversorgung durch Gaskraftwerke die günstigste Variante, ...

    Und ja, man benötigt für nahezu 100% des Energiebedarfs dieses Backup, aber das ist trotzdem machbar, da Gaskraftwerke in der Erstellung und in Bereitschaft-Haltung nicht so teuer sind, im Verbrauch schon, aber darum lässt man sie auch nicht durch laufen sondern nimmt sie nur als Backup.

    Sinnvoll ist es, einen weiteren Ausbau der Erneuerbaren damit zu begleiten, dass auch Wasserstoff-Elektrolyseure da sind, um die Überschüsse sinnvoll zu verwerten und den erzeugten Wasserstoff dann in Dunkelphasen zu verwerten. Und ja, ich weißt dass das Geld kostet. Es ist aber immer noch günstiger als das, was ein großflächiger Schwenk zu Kernkraft kosten würde.

    Bei den erneuerbaren wird immer die Versorgungssicherheit als großes Gegenargument angeführt, diese Befürchtung hat überhaupt kein empirisches Fundament. Es gab große Energiekrisen in den letzten Jahren, keine davon hatte irgendwas mit den Erneuerbaren zu tun: Stromkreise im letzten Winter durch den großflächigen Ausfall der Kernkraft in Frankreich, Gaskriese durch den Stopp des Pipelinegases aus Russland, Ölkrise durch die Preisverwerfungen im Ukraine-Krieg.

    Mein privater Schulträger würde dieses Nebengewerbe allerdings nicht erlauben, weil ich das Material ja im Rahmen meiner Arbeitszeit für ihn erstellt habe. Wie öffentliche Träger das sehen weiß ich nicht. Wir haben einen entsprechenden Passus im Vertrag.

    Ich bin kein Jurist, aber ein solcher Passus ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit unwirksam, so lange das Erstellen von Unterrichtsmaterialen nicht eine explizite Aufgabe in deinem Vertrag ist, die auch gesondert abgegolten wird.

    Autorentätigkeit genießt einen besonderen Schutzstatus und das erstellen von druckreifen Unterrichtsmaterialen ist mit Sicherheit keine normale Tätigkeit eines durchschnittlichen Lehrers im Rahmen seiner normalen dienstlichen Tätigkeit.

    Als Angestellter musst du eine Nebentätigkeit auch gar nicht genehmigen lassen sondern nur anzeigen.

    Ist mir klar, trotzdem ist es keine Schulverwaltungssoftware, IServ kann Stundenpläne anzeigen aber ist kein Ersatz für eine Software, mit der man sie plant. Darum bietet das Modul auch Schnittstellen zum Anbinden einiger der in diesem Thread genannten Softwarelösungen.

    https://iserv.de/die-iserv-schu…ion/stundenplan

    Es ist ein Grundproblem in Schule, dass es kein geschlossenes System gibt, das den digitalen Bedarf vollständig abdeckt.

    Aus der Tatsache, dass es bei Lehrkräften - genau wie in jedem anderen Beruf - einen Anteil derjenigen gibt, die eigentlich nicht geeignet sind, zu folgern, dass man die Anforderungen genau so gut senken könnte, bleibt trotzdem Quatsch.

    Und ja, ich sehe im statistischen Mittel einen erheblichen "Qualitätsunterschied" zwischen grundständig ausgebildeten Lehrkräften und Quer- und Seiteneinsteigern. Natürlich gibt es auch da wirklich gute Leute, aber die Quote an Vollkatastrophen ist in der zweiten Gruppe definitiv höher.

    Was bei der Bekämpfung des Lehrermangel mit Sicherheit hilft (hust) 🤔

    Unter dem Stichwort "Lehrermangel" sind die Qualifikationsvoraussetzungen für diesen Beruf inzwischen ziemlich aufgeweicht worden. Aber ja, du hast recht es ist immer wieder tragisch, dass man überhaupt noch Voraussetzungen hat und nicht einfach jeden unterrichten lässt, der laut genug rufen kann "Lehrer werden ist mein Traum!".

    Allen anderen rate ich dringend mal das eigene Leben zu evaluieren, da offensichtlich etwas schiefgegangen sein muss,

    Immerhin waren die meisten hier in der Lage das, was sie als Berufsziel hatten, auch zu studieren und haben nicht das Kreuzchen beim Einschreiben an der falschen Stelle gemacht und überlegen jetzt, wie sie jetzt die Bedingungen zum Ergreifen des Berufs verändern können, statt einfach ihren eigenen Fehler zu korrigieren.

    Also bei dem aktuellen Lehrermangel würde ich es einfach dreist in allen anderen Bundesländern weiter versuchen. Klar, Englisch und Geschichte sind jetzt keine Mangelfächer, aber vielleicht ergibt sich ja was an anderen Schulformen, z.b. BG 🤔

    Wer in einem Bundesland zweifach durch das Referendariat gefallen ist, kann dies auch in anderen Bundesländern nicht mehr wiederholen, höchsten dann, wenn man vorher eine neue Fächerkombination oder auf ein anderes Lehramt studiert.

    PS: der TE hat hier vor 6 Monaten einen einzigen Beitrag geschrieben und war eine Woche danach zum letzten mal im Forum, ich bezweifle, dass bei ihm noch irgendwas ankommt.

    Bei uns und den Nachbarschulen ist Webuntis Standart, die Kosten entsprechen etwa dem, was wir vorher jährlich für die Papier-Klassenbücher und -Kursheft ausgegeben haben, daher war es für uns ein Nullsummenspiel und die Frage der Kostenübernahme irrelevant.

    Ich hab irgendwas zwischen 1000 und 2000 € im Kopf, ist aber schon ein paar Jahre her, kann inzwischen mehr sein. Berechnet wird auch nach Nutzerzahl.

    Von "Rekorden" würde ich mich nicht blenden lassen, die haben erst mal wenig mit dem zu tun, was man in bezahlbaren Produkten für Endverbraucher umsetzen kann.

    LEDs sind rein physikalisch der umgekehrte Prozess aber viel leichter zu optimieren, selbst da kommt der Wirkungsgrad gerade auf 50%, weil es Selbstabsorption im Material gibt, die man nicht vermeiden kann, wenn man die Halbleiterschichten nicht so dünn macht, dass sie keine Haltbarkeit haben. Bei Solarzellen kommen noch weitere Probleme hinzu. Der Wirkungsgrad der Zellen ist in den letzten Jahren auch nur sehr langsam gestiegen.

    Die Herstellungskosten der Module sind aber auch gar nicht das Problem, deren Anteil an den Gesamtkosten einer Solaranlage sind auch gar nicht so groß. Das Problem sind die Kosten für Montage und alles, was sonst noch so daran hängt. Deutschland ist ein Hochlohnland.

    Beide oben genannten Fälle haben nichts mit der Windkraft per se zu tun, Siemens hat zB Probleme, weil man festgestellt hat, dass eine in hohen Stückzahlen verkaufte Turbine einen Konstruktionsfehler hat, den man jetzt auf eigene Rechnung reparieren muss. Du würdest wohl kaum das Auto grundsätzlich als Fortbewegungsmittel in Frage stellen, weil VW aufgrund eines Rückrufes fehlerhafter Diesel Milliardenkosten hat. Gleichzeitig hat die Firma Aufträge für 30 Mrd für neue Anlagen in den Büchern, die Bürgschaften braucht man, damit man den Bau finanzieren kann.

    Die Probleme an Land haben mit dem Mangel an Flächen zu tun, weil viele Länder in den letzten Jahren sehr repressive Abstandsregeln eingeführt haben. Versuch mal, irgendwo ein Kernkraftwerk in die Nachbarschaft zu setzen (oder ein Endlager). Da wird selbst die theoretische Liebe der der Bayern zur Kernkraft auf eine harte Praxisprüfung treffen.

    Ein Problem sind die Netzentgelte und Kosten für deren Ausbau. Da besteht die größte Ungerechtigkeit allerdings darin, dass diese Kosten, die durch den gebremsten Ausbau in den süddeutschen Bundesländern entstanden sind, überproportional von den Kunden in Norddeutschland gezahlt werden müssen.

    Ich bin kein pauschaler Fan von erneuerbaren Energien, aber ein "anti Erneuerbare aus Prinzip" ist auch keine Lösung.

    Um mal Wasser in deinen Wein zu gießen: auch verschiedene Windkraftprojekte laufen zunehmend ins Leere, weil sie sich nicht rechnen. Im Süden Deutschlands gibt es eine erhöhte Einspeisevergütung für Wind, sonst wird nicht gebaut. Die niedrig hängenden Früchte bei den EE sind weg und ab jetzt wird's hart.

    Das ist falsch, vor ca. 2 Monaten sind zB mehrere Entwicklungsrechte für Offshore-Windparks versteigert worden, die Zuschläge sind an verschiedene Entwickler aus dem angloamerikanischen Raum gegangen, Deutschland hat dadurch 12,6 Mrd eingenommen, eine Einspeisevergütung wird für die Projekte nicht gezahlt, der Strom wird am Markt verkauft. Bei einem Kernkraftwerk wäre so etwas undenkbar, das müsste hoch subventioniert werden (das genannte Projekt in Frankreich hat 30 Mrd gekostet und der ursprüngliche Entwickler ist während des Baus insolvent gegangen).

    Kapazitäten werden schon seit Jahren ausgeschrieben und an den "günstigsten" Anbieter vergeben, seit ca. 5 Jahren beinhaltet das bei allen Großprojekten einen Verzicht auf Einspeisevergütung. Inzwischen Legen die Firmen für die Rechte zusätzlich Geld drauf.

    Kernkraftwerke sind keine Selbstläufer, aber es gibt nach wie vor nur ein Land, das ausgestiegen ist: Deutschland. Die Technik bei Wind und Solar ist recht ausgereizt, aber bei Kernkraft kann sich noch einiges tun.

    Man kann Kernkraftwerke sicherer machen, dabei werden sie aber auch teurer, wirtschaftlich sind sie schon seit 30 Jahren nicht mehr.

    Beschäftige dich mal ernsthaft mit Ausbau und Entwicklung von Kernkraft, viele Länder setzen aus energiepolitischen Gründen zum Teil weiter auf die Technik, aber überall da, wo dass passiert, geschieht das auf staatliche Veranlassung und hoch subventioniert.

    Mir wäre kein einziger aktueller Fall bekannt, bei dem ein Wirtschaftsunternehmen aus eigenen Antrieb und auf eigene Kosten und Risiko ein Kernkraftwerk baut.

    Bei neu gebauten Kraftwerken sind die erneuerbaren inzwischen auch mit einer Backupversorgung durch Gaskraftwerke die günstigste Variante, gerade gestern ist der Neubau eine Atomkraftwerks in den USA beerdigt worden, weil es einfach nicht rentabel ist, Frankreich hat vor ein paar Monaten einen neuen Atommeiler in Betrieb genommen, bei dem die Baukosten komplett aus dem Ruder gelaufen sind.

    Man kann jetzt endlos darüber diskutieren, ob man die 3 letzten Kraftwerke noch ein paar Monate hätte laufen lassen können (hätte ich persönlich auch gemacht) aber der Drops ist vielleicht irgendwann auch einfach mal gelutscht. Es ist relativ klar, wo die Reise hin geht.

    Dass Kosten auf uns zukommen, ist auch klar, das wäre aber so oder so der Fall gewesen, weil die Kraftwerksversorgung auch zu der Infrastruktur gehört hat, die man in den letzten 20 Jahren vernachlässigt hat und wo man jetzt einfach einen Rückstand aufholen muss. Das wäre mit jeder Technologie teuer geworden.

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