Beiträge von Moebius

    Da offensichtlich viele der Teilnehmer hier Tarifverhandlungen nicht für wichtig halten und trotz gegenteiliger Bitten mit ihrer themenfremden Diskussion über Teilzeit fortfahren, wäre es vielleicht möglich, dass ein Moderator den Teil mal auslagert?

    Das hängt von Bundesland und Beschäftigungsverhältnis ab, da du von einem "Antrag auf Entlassung" sprichst, gehe ich mal von einem Beamten aus. In Niedersachsen muss diesem Antrag erst innerhalb von 3 Monaten entsprochen werden, du könntest also nicht darauf bauen im nächsten Monat wo anders anfangen zu können. 1,5 Halbjahresstunden entsprächen 30 Einzelstunden, da würdest du nichts ausgezahlt bekommen, da du unter den 40 liegst, die du nach nds. Beamtenrecht ohne Anspruch auf Vergütung machen musst.

    Wenn sich der Arbeitgeber auf eines verlassen kann, dann darauf, dass die Beschäftigten einen Großteil ihrer Energie dafür aufwenden, sich gegenseitig zu vergleichen, zu beäugen und zu schauen, ob es der Nachbar nicht doch ein bisschen besser hat als man selbst.

    Hier ging es um die aktuelle Tarifrunde, vielleicht könnt ihr die themenfremde Diskussion mal woanders hin verlagern?


    Die Tarifrunde für Bund und Kommunen ist heute nacht gescheitert.

    Was mir in der medialen Berichterstattung sehr negativ aufstößt:

    Es wird reduziert auf "Die Arbeitnehmer fordern 10,5%, die Arbeitgeber haben 8% geboten, das reicht den Gewerkschaften aber nicht." Da kann man als neutraler Leser für das Scheitern eigentlich kein Verständnis haben.

    Unterschlagen wird die Laufzeit, bei der sich die Arbeitgeber wohl 27! Monate vorstellen. Das entspräche wiederum gerade einmal 3,5% pro Jahr, also etwa der Hälfte der erwarteten Inflationsrate oder 8% Reallohnverlust für die Laufzeit.

    Inwiefern sollte eine Anfrage bezüglich der rechtlichen Grundlage einer Aussage, die auf dem Dienstweg der übergeordneten Behörde zugeht, unangenehm für den Fragesteller sein?

    Die Frage war, ob der Schulleiter verpflichtet ist, die Pläne zu veröffentlichen, das ist ganz offensichtlicher Quatsch und das Schulamt hat besseres zu tun, als bei alltäglichen Handlungen des Schulleiters den betroffenen LuL die Rechtsgrundlagen zu erläutern, darauf besteht auch kein Anspruch.

    Ein Problem bei Neuerungen in der Lehrerschaft ist auch der Anspruch einzelner, dass nichts geändert werden darf, so lange er persönlich nicht überzeugt wurde. In anderen Berufsfeldern ist klar, dass der Arbeitgeber die Werkzeuge vorgibt und die Beschäftigten mit dem Arbeiten, was an anderer Stelle entschieden wird. Da werden dann keine endlosen Dienstbesprechungen darüber geführt, ob man auf das elektronische Klassenbuch umsteigt oder doch noch ein weiteres Jahr die Papierdinger durch die Gegend schleppt.

    Fairerweise muss man aber auch dazu sagen, dass es in diesen Berufsfeldern dem Arbeitgeber auf die Füße fällt, wenn die Arbeit dann aufgrund fehlender Schulung oder falscher Entscheidungen nicht erledigt werde kann. Ein Teil der Grundskepsis der Lehrerschaft ist mit Sicherheit in der Erfahrung begründet, dass man nach vielen Änderungen in Eigenarbeit, investierter Freizeit und selbst organisierter Schulung dafür sorgen muss, dass die Dinge dann auch funktionieren oder man doppelte Arbeit hat, weil sie eben nicht funktionieren.

    Im Ernst, ich würde mir manches Mal Anerkennung wünschen, aber nicht in Form einer Bonuszahlung, ich verdiene gut genug. Ich bin für die von Möbius vorgeschlagene Variante oder einfach für einen Selbstbeweihräucherungstag, der wäre dann auch gratis.

    Ich weiß nicht, ob du es gehört hast, aber ich habe gerade mal für dich geklatscht.

    Diese Form der Anerkennung hat ja schon in anderen Bereichen erfolgreich die Personalprobleme gelöst, wenn ich das richtig mitbekommen habe.

    Das Problem an den Schwurblern ist, dass sie die Schuld bei der Ukraine suchen.

    Die Schuld liegt für die vor allem bei der NATO und da wiederum bei den USA, die mutmaßlich bei allem Schlechten die Strippen ziehen.

    Bei vielen ist das Ganze ein antiamerikanischer Reflex.

    Und da ist eine Wagenknecht einfach ganz typisch, die seit 20 Jahren bei jedem Anlass (zum Teil absolut berechtigt) die USA für unterschiedlichste Vorfälle im Rahmen von Konflikten ausführlich kritisiert während sie russische Kriegsverbrechen in der Ukraine jetzt einfach mit einem "Vergewaltigungen sind halt Teil des Kriege" weg-schulterzuckt.

    Realistischerweise würde ich damit rechnen, dass bei uns am Ende 9%-10% in 2 Schritten für 2 Jahre rauskommen, ohne Berücksichtigung von Einmalzahlungen. Das entspricht dann immer noch einem Reallohnverlust von 5%-10%, je nachdem wie das Jahr so weiter geht.

    Nicht dabei berücksichtigt ist die Tatsache, dass der Staat im Augenblick durch die kalte Progression ein sehr gutes Geschäft macht, eine Anpassung der Steuersätze muss eigentlich auch kommen.

    Es ist die Aufgabe der GEW in Fragen der Inklusion die Interessen der Mitglieder zu vertreten.

    Ob das der Fall ist, mag ich nicht zu beurteilen, die Interessen der Lehrerschaft im Ganzen vertritt sie da meiner Meinung nach nicht.

    Das Phänomen, sich nicht auf ein konkretes Problem fokussieren zu können, sondern immer von A auf B aufs große Ganz und überhaupt zu kommen ist aber ganz allgemein eine Lehrerkrankheit und betrifft nicht nur die gewerkschaftliche Vertretung.

    Der Abschluss bei der Post kommt auf 11,5% für 24 Monate, in meinen Augen ein realistisches Ergebnis für den Moment, auch wenn man für den Zeitraum vermutlich unter der Inflation liegen wird. Ich bezweifle, dass wir in der Größenordnung liegen werden.

    Nebenbei: gerade beim "klassischen Tafelbild" empfinde ich die Digitalisierung als riesen Vorteil. Das gibt es bei mir immer noch, aber eben fortlaufend mit Goodnotes auf dem iPad, so dass ich Aufgabenstellungen, Bilder aus Büchern und Schülerlösungen schnell integrieren kann, ich kann die ein mal vorbereitete Vorlage jedes Jahr wieder nutzen (gerade in Physik ist meine Arbeit deutlich entspannter geworden, weil ich keine Versuchsaufbauten mehr an die Tafel zeichnen muss) und ich kann beliebig zurück blättern und sowohl mal eben schnell wiederholen, was wir letzte Stunde besprochen haben, als auch zeigen, dass wir ein bestimmtes Verfahren zum Lösen von Gleichungssystemen vor drei Jahren eben doch gemacht haben.

    Didaktisch und Inhaltlich bleibt das Tafelbild trotzdem relativ dicht an dem, was ich vor 10 Jahren auch schon an der Kreidetafel gemacht habe, dabei habe ich mir nämlich was gedacht und das meiste davon ist heute immer noch gültig.

    KuK, die da immer noch aus Prinzip darauf beharren, alles mit Kreide an die Tafel zu schreiben, kann ich aber tatsächlich auch nur noch begrenzt für voll nehmen.

    Ich halte die Grundsatzposition "Ich arbeite mit Tafel und Kreide und mache nix, was einen Computerchip benötigt" heute tatsächlich nicht mehr für haltbar, obwohl sie definitiv bei einzelnen KuK noch vorhanden ist. Umgekehrt sind digitale Hilfsmittel nur ein Werkzeug, kein Selbstzweck und man kann natürlich an einzelnen Stellen auch ihren Einsatz hinterfragen.

    Zuschlag für das erste Kind wären bei mir Netto 70€, das scheint mir grob in der Größenordnung der Versicherungskosten zu sein, die ja unterschiedlich je nach Versicherung und persönlicher Situation sind. Ich weiß nicht, ob Versicherungen einen (zweifellos gerechtfertigten) Risikozuschlag für das Leben in NRW kassieren, aber die Familienzuschläge sind in jedem Fall nicht in einer Größenordnung, die es rechtfertigen würde, darüber eine Neiddiskussion zu führen.

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