Pfizer/Biontech hat gestaffelte Preise, die Industrienationen zahlen etwa 20€ pro Dosis, Schwellenländer etwa 2/3 davon, Entwicklungsländern etwa 1/3. Bei letzteren ist das weniger als Astrazeneca und die chinesischen Alternativen verlangen (zumindest nach den kolportierten Preisen, offiziell wird das nicht kommentiert). Und seit ein oder zwei Wochen gibt es auch eine Formulierung, die direkt in kleineren Einheiten und zur Lagerung bei Kühlschranktemperatur produziert wird, also eigentlich wäre es inzwischen möglich, auch schlechter entwickelte Ländern mit mRNA zu versorgen, aber es braucht halt schlicht Zeit.
Beiträge von Moebius
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Australien verbietet beispielsweise den Export von Impfstoffen, hat die Nutzung von Astrazeneca vor kurzem beendet und verwendet nur noch mRNA. Die Produktion von Astrazeneca im eigenen Land hat man daraufhin eingestellt, weil man die Dosen ja weder nutzen noch exportieren darf. Das könnte man schon besser lösen.
Allerdings muss man auch einfach sagen, dass die Impfung von 8 Milliarden Menschen nun mal Zeit braucht. Pfizer/Biontech sind inzwischen auf 400 Millionen Dosen pro Monat hoch, das ist beispiellos in der Geschichte der Arzneimittel. Und in vielen Ländern kommen auch politische Dimensionen dazu, China zB bräuchte eigentlich dringend ausländische Impfstoffe um die schwache Wirkung der eigenen zu boostern, das ein zu gestehen, wäre aber ein Gesichtsverlust und darum verzögert man die Zulassung seit Monaten.
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Der einzige Impfstoff mit Booster-Zulassung ist Biontech und der wird in Deutschland auch nicht weggeschmissen. Moderna kämpft derzeit in den USA noch um die Zulassung (man hat die Dosierung der Booster geändert ohne dafür eine neue Studie durch zu führen). AstraZeneca und J&J haben scheinbar aktuell nicht vor eine Booster Zulassung zu beantragen.
Tatsächlich haben vor drei Monaten alle Beteiligten damit gerechnet, dass das Impfstoff-Angebot immer breiter wird, da stand Norovax in den Startlöchern und einige weitere waren angekündigt. Tatsächlich passiert aber derzeit das Gegenteil. Deutschland nimmt inzwischen nur noch Biontech und Moderna ab. Moderna ist in einigen nordeuropäischen Staaten eingeschränkt worden und wird zB nicht mehr an Männer unter 30 angewendet.
Norovax steht immer noch in den Startlöchern. Die Studie ist durch und der Impfstoff ist wohl wirksam, Norovax ist aber scheinbar nicht in der Lage den Impfstoff unter anerkannten Hygiene- und Qualitätsstandards zu produzieren und bekommt keine Zulassung für die Fertigung.
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In den USA wird inzwischen allen ab 40 eine Drittimpfung ab 6 Monate nach der 2. empfohlen, unabhängig vom Impfstoff, das wird bei uns auch irgendwann kommen.
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Die deutsche Autoindustrie verdient ihr Geld inzwischen ja hauptsächlich in China.
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Für mich zeigt diese Energiekrise wieder einmal, dass fossile Energieträger (plus Gas, ist Gas ein fossiler Energieträger?) keine Zukunft mehr haben.
Eine Argumentation, die die Tatsache übergeht, dass Gas ein wesentlicher Pfeiler für den geplanten Energiewandel in D ist, weil wir uns vorgenommen haben gleichzeitig aus Kernenergie und Kohle aus zu steigen und der Bedarf für Gaskraftwerke die Lücke füllen soll, der dadurch zwangsläufig entstehen wird. Gas ist unter den fossilen Energieträgern noch am CO2-freundlichsten und wir werden ca. die nächsten 25 Jahre eine Backup-Infrastruktur benötigen, die Lücken füllt, wenn regenerative Energieträger nun mal nicht planbaren Schwankungen unterliegen. Das ist zumindest in den optimistischen Szenarien so vorgesehen, bei denen die Energiewende funktioniert - was noch keine ausgemachte Sache ist.
In den nächsten 20 Jahren wird die Energiewende die beschriebenen Probleme erst mal weiter verschärfen und nicht lösen, die aktuelle Situation ist erst mal nur ein laues Lüftchen dessen, was wir in den nächsten Jahren erwarten können.
Wir sollten auf Alternativen umsteigen, die nicht so abhängig sind von Weltmarktpreisen, die ganz gerne mal "außer Kontrolle" geraten. Das Ende des Kapitalismus sehe ich persönlich nicht, aber wir müssen unsere Lebensweise hinterfragen. Was benötigen wir wirklich? Was ist Luxus?
Eine warme Wohnung im Winter fällt dann zukünftig unter Luxus, an Geringverdiener können wir ja Wolldecken verteilen.
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Es war durchaus so, dass man gehofft hat, dass der Impfstoff auch die Übertragung reduziert oder sogar verhindert.
Und das ist auch durchaus immer noch richtig, nur eben nicht mehr zu 94%, wie bei der Urform und zum optimalen Zeitpunkt nach der Impfung, sondern etwa zu 70%, je nach Studie und genauen Bedingungen.
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Nochmal: hier geht es - lauf Falldarstellung - nicht um unterschiedliche Meinungen zu den Diagnosen einer Ärztin, hier geht es darum, dass die Ärztin Diagnosen gestellt (und abgerechnet) hat, die überhaupt nichts mit den Arztbesuchen des Patienten zu tun hatten, die sie ihm nicht mitgeteilt hat und zu denen auch keine Behandlung stattgefunden hat. Wenn ich wegen einem verstauchen Fuß zum Arzt gehe und der eine klinische Depression in meine Krankenakte schreibt und die zugehörige Diagnostik abrechnet, ohne dass sie stattgefunden hat, ist das Betrug und natürlich juristisch relevant.
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Aber ich würde mich deswegen keinesfalls mit der Ärztin aus dem Ausgangspost anlegen! Das wird genauso sein, wie bei uns mit der Notengebung, das ist nicht anfechtbar. Sie hat aufgeschrieben, was sie für richtig hielt und gut ist.
Das ist ganz sicher nicht gut, jemand, der Jahrelang akut und fortlaufend wegen Depressionen behandelt wird, wird mit ziemlicher Sicherheit nicht verbeamtet und muss das auch angeben.
Falls die Schilderung wirklich so stimmt, hat die Ärztin sicher nicht nur Fantasiediagnosen gestellt sondern auch entsprechende Behandlungen abgerechnet, die nicht stattgefunden haben und das ist dann schlicht und ergreifend Betrug, bei der beschriebenen Größenordnung sicher im fünfstelligen Bereich. Die Ärztin würde mit Sicherheit strafrechtliche Konsequenzen fürchten müssen und wahrscheinlich ihre Zulassung verlieren. Gerade darum habe ich auch Zweifel an der Darstellung, aber das wird sich hier nicht klären lassen.
Aber ganz unabhängig vom vorliegenden Fall:
Ja, ich prüfe meine Rechnungen und bemängle auch, wenn da was drauf steht, was meiner Meinung nach nicht stimmt. Das sollte selbstverständlich sein.
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Bei den Zulassungsstudien werden bis zu vier verschiedene Werte angegeben: Schutz gegen Infektion, Schutz gegen symptomatische Infektion, Schutz gegen schwere Verläufe, Schutz gegen Tod
Der Schutz gegen Infektion lässt bei Delta nach einiger Zeit wohl nennenswert nach, ist aber immer noch ordentlich, sonst hätten wir sicher nicht den aktuellen Rückgang im Infektionsgeschehen trotz weitgehendem Wegfall der Beschränkungen. Nach ersten Studien ist man mit Booster auch bei Delta wieder bei über 95% gegen Infektion.
Wer es zB für Biontech genau wissen will, kann da auf S. 27 in der Tabelle rechts unten nachsehen:
https://investors.biontech.de/static-files/5…03-7bf0e9054bdf
Dass in der Presse verschiedene Kennzahlen munter vermischt werden, ist ein anderes Problem.
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In praktisch allen Berufsgruppen liegen die Gehälter in Deutschland in Europa in der Spitzengruppe, das gilt auch für den Mindestlohn oder die Sozialleistungen. Nur bei Lehrern wird immer so getan, als währe das ein wahnsinniges Privileg.
Beamter oder nicht Beamter wäre mir ziemlich egal, ich sehe sogar eher Nachteile beim Beamtentum, weil ich mir in meiner Lebenssituation sonst mehr Freiheiten erlauben könnte, als mir der Dienstherr zugesteht (In Niedersachsen kriege ich aktuell nicht mal Teilzeit genehmigt, Mangelfach und Unterrichtsversorgung der Schule deutlich unter Soll). Nur das Nettogehalt müsste schon in etwa in der gleichen Größenordnung bleiben.
Die Arbeitsmarktsituation ist im Augenblick und absehbar auf die nächsten 10 Jahre so dass man sich keine berufliche Reform bei Lehrern leisten kann, die den Beruf deutlich unattraktiver macht, das scheinen aktuell zum Glück auch die Dienstherrn verstanden zu haben.
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Das ist ein Fall für einen Anwalt und nicht für eine Rechtsberatung durch Laien in einem Lehrerforum, sofern diese Räuberpistole tatsächlich stimmen sollte.
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Bei Norovax liegen angeblich seit Monaten Daten vor, genau so lange schieben sie aber den Zulassungsantrag auf, mit der nebulösen Begründung "Produktionsprobleme". Valneva war ein Börsenhype einer relativ kleinen Firma, der sich im wesentlichen aus einer Bestellung aus UK gespeist hat. Die wurde vor ein paar Tagen gekündigt, es gibt aktuell keine einzige Bestellung mehr für den Impfstoff. Die Zulassungsstudie läuft noch, belastbare Daten zur Wirksamkeit gibt es nicht. Vergleichbare Totimpfstoffe sind die aus China, diese haben aktuell bei der Delta Variante eine so schwache Wirksamkeit, dass sie wohl in keinem westlichen Industrieland auch nur annähernd eine Zulassung erreichen könnten.
Ich persönlich wäre inzwischen eher überrascht, wenn es einer der beiden noch zur Zulassung schafft.
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Dann ist Laschet Kanzler, Scholz kann gleich Vize und Finanzminister bleiben, die Grünen sind raus und die Klimawandel-Bekämpfung ist in Deutschland mausetot.
Das Thema Klimawandel als Argument dafür, dass die Grünen mit in die Regierung müssen, wird völlig überhöht. Die regierende GroKo hat einen Fahrplan für die Energiewende beschlossen. Wenn die Grünen mit regieren geht es bei den Zielen um 2 Jahre mehr oder weniger aber nicht um das Grundsätzliche ob. Dem mag man jetzt entgegenhalten, dass es bisher überhaupt keine überzeugende Lösung für das "wie" gibt und auch der aktuelle Fahrplan fraglich ist, da sind die Grünen aber keinen Deut besser, denn das "wie" beantworten sie auch nicht. (Stattdessen gibt es dann Wohlfühlprogramme a la "Lastenradzuschuss".)
Es gibt seriöse Berechnungen darüber, wie die Klimaziele erreicht werden können, benötigt würde zB etwa eine Verdreifachung der Windkraft bis 2030. Technisch wäre das möglich, aber aufwändig. Hierauf könnten die Grünen Antworten geben, wenn sie denn wollten - Garantierte Einspeisevergütung (steigende Stromkosten), deutliches Eindampfen der Abstandsregeln beim Bau neuer Windräder, streichen von Einspruchsmöglichkeiten. Davor drücken sie sich genau wie alle anderen Parteien.
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Jeder Beruf hat Vor- und Nachteile über die man endlos diskutieren kann. Ich empfinde es aber schon als lehrertypisch, dass es eine besonders große Gruppe gibt, die die Nachteile überbetonen und ständig darüber jammern und genau so eine Gruppe, die meint sich immer für die Vorteile entschuldigen und rechtfertigen zu müssen. (Möglicherweise gibt es sogar eine Schnittmenge dieser Gruppen.)
Ich persönlich glaube, dass am Ende des Tages die Bilanz aus Vor- und Nachteilen einigermaßen passt. Das schließt auch die Besoldung und Versorgung mit ein, die ein relativ gutes Grundniveau hat aber gleichzeitig wenig Spielraum für Steigerungen zulässt. Nicht umsonst gibt es seit 50 Jahren Diskussion über Abschaffung des Beamtentums, Eingliederung in die gesetzliche Altersversorgung, etc. , die seit ebenfalls 50 Jahren zu nichts führen.
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Es gibt Studienfächer, bei denen Leute von der Uni kommen und sechsstellige Einstiegsgehälter verlangen können und auch bekommen (aktuell insbesondere: Informatik), zumindest in dem Bereich, in dem die Leute wirklich was können müssen.
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Ich versteh immer dieses Herumgereite auf dem Studium nicht. Warum soll man soviel mehr verdienen, wenn man studiert hat? Warum wird nicht nach gesellschaftlicher Wertigkeit bezahlt,...
Weil da draußen die echte Welt ist und kein von Pädagogen erdachtes Taka-Tuka-Land.
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Als Gewerkschaft wäre meine absolute Untergrenze bei Gehaltsverhandlungen die aktuelle Inflationsrate.
Die EZB "enteignet" maximal diejenigen, die hohe Beträge auf dem Sparbuch liegen haben.
Hohe Inflation geht immer als erstes zu Lasten der Beschäftigten, weil die Löhne nicht mit steigen. Geld kann man immer schützen und schnell anderweitig unterbringen, was glaubst du, warum aktuell die Preise für Immobilien und Aktien so stark gestiegen sind?
Aktuell haben wir einen Tarifkonflikt bei der Bahn, bei dem sich die Berichterstattung in weiten Teilen darauf beschränkt auf den bösen Herrn Weselsky zu schimpfen, der seine gemeine, kleine Spartengewerkschaft profilieren will. Komischerweise wird nicht darüber geredet, dass die Haupt-Bahngewerkschaft vorher einem Tarifabschluss mit 40 Monaten Laufzeit(!) und 05,-1,5% Lohnerhöhung zugestimmt hat, was etwa 8% Reallohnverlust für ihre Mitglieder bedeuten wird.
Auf die Lehrerübliche Selbstkasteiung über "üppige Beamtenversorgung" gehe ich jetzt mal nicht weiter ein, die Realität ist Lehrermangel in vielen Bereichen.
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Man kann notwendige Zukunftsinvestitionen auch leisten ohne sie durch Schulden zu finanzieren, das ist nur eine Frage der Prioritäten. Für eine Einführung mehrerer neuer Renten war in der letzten Legislaturperiode genug Geld da.
Und wozu ein schuldenfinanzierter Staatshaushalt führt, können wir gerade sehr schön sehen: zu Inflationsraten, die deutlich oberhalb der Einkommenssteigerung liegen und zu Reallohnverlusten führen, weil es letztlich die einzige Möglichkeit ist, die Schulden dann weg zu inflationieren.
Das ist meist schlecht für Arbeitnehmer und gut für diejenigen, die genügend Sachwerte, wie Immobilien oder Aktien besitzen, deren Wert steigt nämlich mit. Leider hast du trotzdem recht, steigende Schulen und höhere Inflationsraten werden kommen, da können wir gar nichts gegen machen, weil viele andere Euro-Länder den Punkt längst überschritten haben. Man sollte nur privat die Konsequenzen daraus ziehen: also weniger Arbeiten, mehr Immobilien besitzen.
(Meine Prognose für die Anpassung der Besoldung, die jetzt wieder ansteht: der Dienstherr wird auf eine lange Laufzeit drängen, ca. 3 Jahre, gestaffelt gibt es dann ca. 4%, was aber nur 1,3% pro Jahr entspricht.)
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Lustig, aber irrelevant.
Es wird vermutlich überhaupt keine weitern Impfstoffe mehr geben, als die, die jetzt auf dem Markt sind (abgesehen von Norovax, bei denen der Zug schon rollt). Notfallzulassungen bzw. bedingte Zulassungen gibt es voraussichtlich nicht mehr, die Voraussetzungen dafür nicht mehr gegeben sind (das Fehlen von Alternativen). Die Hürden für reguläre Zulassungen sind aber hoch, Biontech hat das in den USA gerade geschafft (fast ein Jahr nach der Notzulassung), Moderna ist am kämpfen (angeblich wegen ungeklärter Patentfragen), wird das aber wohl noch schaffen. Norovax hat vor 3 Monaten die notwendigen Zulassungsstudien vorgelegt, den Zulassungsantrag aber seitdem mehrfach verschoben - Produktionsprobleme. Moderna und Biontech sind aktuell der Goldstandard, bei Arzneimitteln ist es so, dass später zugelassene Medikamente nachweisen müssen, dass sie einen Mehrwert gegenüber den zugelassenen besitzen. Das ist aktuell praktisch unmöglich, wenn nicht eine Mutation die Wirksamkeit drastisch einschränkt (und der neue gleichzeitig nachweisen kann, dass er für diese Mutation wirksam ist).
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