Beiträge von Moebius

    Hallo ihr Lieben,

    ich hätte eine Frage. Viele sind ja gegenüber Lehrern negativ eingestellt, da sie ja "kaum" arbeiten würde. Dem würde ich gerne entgegenwirken und wollte fragen, wieviele Stunden ihr durchschnittlich pro Woche arbeitet in der weiterführenden Schule?

    Stimmt alles, ich arbeite so gut wie gar nicht.

    Aber nicht weiter sagen.

    PS: Das müsstest du aber eigentlich wissen, wenn du selber Lehrer wärst.

    Wäre eigentlich ne lustige Idee, die 1000 in einem mittelgroßen Gymnasium gemachten Tests zu Melden und die Erstattung von 18 000 € auf das Schulkonto zu beantragen. Ich halte es durchaus für möglich, dass die entsprechende Verordnung so formuliert ist, dass das möglich ist.

    Die Irritation über das Ausstellen von Bescheinigungen hat ihre Wurzel vermutlich in der Annahme, dass die sonstigen "Testzentren" über irgendeine tiefere Kompetenz verfügen. Wer die Medienberichterstattung der letzten Tage verfolgt hat, müsste inzwischen wissen, dass das nicht der Fall ist. Jeder kann ein Testzentrum eröffnen, eine kurze Unterweisung in der Verwendung der Tests reicht, man muss keine Fachkenntnis nachweisen. Man muss nicht mal nachweisen, dass man überhaupt Tests gekauft hat.

    Es genügt, an den Kostenträger die Zahl der durchgeführten Tests zu übermitteln, dann erhält man ohne jeden weiteren Nachweis 18 € pro Test erstattet.

    Gestern gab es in NRW eine Reihe an Razzien in des Betruges verdächtigten Schnelltestzentren. In einem wurden nur 70 Tests durchgeführt aber 1000 abgerechnet.

    Die Impfpriorisierung fällt offiziell in einer Woche, spätestens dann kann jeder sich um einen Termin bemühen.

    Stand heute haben 35 Millionen Personen in Deutschland mindestens eine Impfung erhalten. Insgesamt sind in den drei Prioritätsgruppen ziemlich genau 35 Millionen Personen enthalten gewesen.

    Alleine diese Zahlen zeigen zwei Dinge:

    - Berichte in der Presse oder in Internetforen "Person xxx aus Prioritätsgruppe 2 wartet immer noch verzweifelt auf ihren Impftermin" sind keineswegs repräsentativ, bei solchen Personen gibt es vermutlich individuelle Gründe dafür, dass sie noch nicht geimpft sind (zB: konnten den Wunschimpfstoff nicht bekommen und haben andere abgelehnt).

    - Da die Impfquote in keiner der Gruppen annähernd bei 100% liegt, sind bereits jetzt Millionen (ich schätze mal etwa 10 Millionen) Deutsche geimpft, obwohl sie ursprünglich zu keiner Prioritätsgruppe gehört hätten.

    PS: "35 Millionen Dosen verteilt" oben war falsch, es sind insgesamt 49 Mio, davon 35 Mio Erst- und 14 Mio Zweitimpfungen.

    Die STIKO hat doch gesagt, kümmert euch erst mal um die 40.000.000, die noch fehlen.

    Unter den Bedingungen, zu denen Schule stattfindet würde ich es für völlig berechtigt halten, dass Schüler eine höhere Priorität haben sollten, als etwa 30 Mio von den 40 Mio. ein Großteil davon sind Leute mit Bürojobs, etc.

    In Deutschland sind 35 Mio Impfungen verteilt, wir sind schon lange nicht mehr bei der Impfung der Risikogruppen, aktuell geht es darum, dass jetzt die große Masse drängelt - die weder medizinisch noch beruflich gefährdet sind - weil sie wieder essen gehen und in den Urlaub fahren wollen. Es ist nicht überraschen, dass das in Deutschland wichtiger ist, als ein sicherer Schulbetrieb.

    Das Problem ist, dass man nicht ehrlich sagt "Bei anderen ist die Impfung wichtiger, Jugendliche müssen erst mal weiter warten, weil der Impfstoff noch knapp ist.", sondern stattdessen mit offensichtlich vorgeschobenen Bedenken a la "Wir brauchen erst mal noch mehr Daten" versucht, Zeit zu schinden und die Leute für dumm zu verkaufen.

    (In einigen Fällen erfolgreich.)

    Aktuell sind 0,3% der Corona-Intensivpatienten Kinder- und Jugendliche. (Gestern in einem n-tv Interview von irgend einem Stiko-nahem Arzt gehört, der damit dem Standpunkt der Stiko unterstützen wollte.)

    In der Praxis sind das aktuell etwa 10 (von denen einige sterben werden).

    Bei Impfung der gesamten Gruppe wären deutschlandweit nach derzeitigen Erkenntnissen auch etwa 10 Fälle schwerwiegenderer Impfkomplikationen zu erwarten. Heißt: alleine wenn man schwere Impfkomplikationen und schwere Covid-Fälle vergleicht, gewinnt aktuell die Impfung den Vergleich spätestens nach der durchschnittlichen Aufenthaltsdauer auf der Intensivstation (also etwa 2 Wochen). Ein sehr platter Vergleich, aber wenn man genauer hinguckt, wird es eher noch vorteilhafter für die Impfung - die Mortalität der Intensivfälle ist wesentlich höher, als die bei schweren Impfkomplikationen, die Statistik der Intensivfälle verschiebt sich immer mehr zu ungunsten Jüngerer, etc.

    Spahn hat allerdings auch schon angekündigt, Impfstoffe für Jugendliche trotzdem zurückhalten und anbieten zu wollen. Über die Zulassung entscheidet nicht die Stiko, sondern die EMA. Die EMA wird den Impfstoff für die Altersklasse zulassen und damit können die sich auch impfen lassen, wenn sie, bzw. ihre Eltern wollen. Die Stiko gibt nur eine Empfehlung.

    Bei mir persönlich bleibt auch das unangenehme Gefühl, dass die Empfehlung der Stiko sich in die "Fähnchen im Wind"-Liste einreihen wird:

    März20: Masken sind knapp -> "Masken nützen nichts". Mai20: Masken sind nicht mehr ganz so knapp -> "Masken sind sinnvoll, Alltagsmasken oder OP-Masken aber völlig ausreichend". Dez20: wir ertrinken in Masken -> "Bitte tragen sie 24 Stunden am Tag eine ffp2-Maske!".

    April20: Testkapazitäten sind knapp -> "Massentests sind sinnlos" Mai21: Tests ohne Ende -> "Bitte Schnelltests vor jedem mal Zähneputzen."

    Mai21: Impfstoff ist knapp -> "Jugendliche müssen nicht geimpft werden, sie haben ja kaum ein Risiko" Aug21: Wir werden den bestellten Impfstoff gar nicht mehr los -> "Auch Jugendliche sollten sich unbedingt impfen lassen, das Risiko von Impfschäden ist um ein vielfaches kleiner als das von Langzeitfolgen von Covid19".

    Jeder Kollege hat grundsätzlich nur Zugriff auf seine eigenen Stunden, man kann also keine Mehrarbeit für andere Verursachen. Idiotensicher ist nichts im Leben, im Zweifelsfall kommt einfach ein leistungsfähigerer Idiot, der irgendeinen Weg findet, Mist zu bauen, den vorher niemand für möglich gehalten hätte. Aber auch da kann ich das mit dem elektronischen Version leichter händeln, als mit der analogen, ein paar Beispiele:

    - Kollege vergisst ständig ein zu tragen: aus der Weboberfläche kann ich den "Besitzern" aller nicht ordnungsgemäß eingetragenen Stunden automatisch eine Standardmail schicken, ich muss dem Kollegen nicht mehr im Lehrerzimmer hinterher laufen.

    - Unzuverlässig eingetragene Fehlzeiten der Schüler: das Sekretariat trägt alle telefonischen Krankmeldungen morgens direkt ein, das sehe ich dann sofort und ich sehe dann auch, wer nicht entschuldigt ist und trotzdem fehlt. (Gerade am Anfang verursacht das unter Umständen Mehrarbeit, wenn man das dann verfolgt, weil in der Papierversion oft erst nach Tagen auffällt, wenn jemand unentschuldigt fehlt, da müssen sich dann ein paar Pappenheimer erst mal umgewöhnen.)

    - Schüler vergisst ständig Hausarbeiten und entschuldigt sich mit, "ich habe xxx angerufen und der hat mir erzählt ...". Die Hausarbeiten stehen in der App, jeder Schüler kann sich auch von zu Hause angucken, was zu machen ist. (Dafür muss man sich aber die Mühe machen, die HA auch ein zu tragen, was sich viele Kollegen bei den analogen Büchern ja abgewöhnt haben, da es dort eigentlich eh egal ist.)

    - ich selbst habe irgendwann mal vergessen, irgendwo was ein zu tragen: ich muss nicht mehr das Klassenbuch durchsuchen, aus der Weboberfläche zeigt mir das Programm mit einem Click alle offenen Einträge in allen Klassen.

    Dummerweise müsstest du, damit die Analogie passt, Deutschland ein 500x1000 Quadrate unterteilen, es gäbe nur in 3 dieser 500 000 Quadrate ein entsprechendes Labor und die ersten 100 Fälle würden alle in dem Quadrat eines einzelnen Labors auftauchen.

    Jedem Menschen, der einigermaßen in statistischen Wahrscheinlichkeiten denken kann, ist schon seit einem Jahr klar, dass der zufällige Ausbruch eines völlig neuen Virenstammes in fußläufiger Entfernung zu einem Viren-Forschungslabor eine geradezu lächerliche Hypothese ist.

    Speziell Untis hält sich da öffentlich sehr bedeckt, weil sie wahrscheinlich wissen, dass die Preise unverschämt hoch sind.

    Wir reden hier von Preisen zwischen 1 und 2 € pro verwaltetem Schüler, für eine Software, die von jedem Nutzer täglich gebraucht wird und die die gesamten schulischen Abläufe organisiert und - wenn sie denn einmal eingeführt ist - viel Zeit spart. In der freien Wirtschaft würde man über so etwas überhaupt nicht diskutieren.

    Dass in Schule reflexartig mit "das ist zu teuer", "kann das nicht der Informatik-Kollege selber programmieren", "da mache ich es lieber weiter per Hand" reagiert wird, ist typisch und zeigt eines der Kernprobleme unseres Berufsstandes auf.

    Generell wird im Informatik-Bereich sehr gut verdient. IT-Firmen, deren Geschäft im Wesentlichen mit Schulen stattfindet, gehören aber eher zur unteren Stufe der IT-Nahrungspyramide.

    Eine gute Note für eine Abschlussarbeit in Pädagogik etc. sagt ja eben einfach nicht viel aus, siehe hier:

    Denn wie Laleona mir hier attestiert, habe ich keine Ahnung von Pädagogik. :P Aber im Ref. die Pädagogik Prüfung mit 1,3 gemacht.

    Noten in Pädagogik sagen über pädagogische Fähigkeiten ungefähr genau so viel aus, wie ...

    Tut mir leid, mir fällt gerade kein ausreichend abwegiger Vergleich ein.

    Was ist eigentlich mit Nymphicus passiert?

    Man liest hier gar nicht mehr, wie schlimm alles noch werden wird, wenn wir nicht sofort in den härtesten Lockdown wechseln ...

    Corona war am 3. Mai vorbei.

    Mal ehrlich, es gab mehr als einen User hier, der sich ausschließlich angemeldet hat, um sich an Corona-Diskussionen zu beteiligen und der zu keinem anderen Thema was geschrieben hat.

    Da kann man jetzt noch wirklich überrascht sein, dass die entsprechenden Accounts verschwinden, wenn das Thema akut durch ist und es nur noch um Aufräumarbeiten geht.

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