Ganz interessant zur Frage, warum die Todeszellen noch nicht sinken:
Eine Begründung für die anscheinend zu hohen Zahlen könnte vielmehr sein, dass sie nicht stimmen. Genauer gesagt, sie sind vermutlich schon drei Wochen alt und entsprechen nicht dem aktuellen Geschehen. Das hat jedenfalls eine Analyse der öffentlich zugänglichen Datenbank des RKI durch das Berliner Forschungsinstitut "IGES" ergeben.
Demnach suggerierten die vom RKI gemeldeten Todeszahlen lediglich, dass sie aktuell seien. Tatsächlich blieben die Meldungen seit Mitte Dezember zunehmend hinter den Übermittlungen zurück, so das Institut. Dies liege unter anderem an den Ärzten im Krankenhaus, die wegen Überlastung nach einem Todesfall keinen RKI-Meldebogen ausfüllten, obwohl sie dazu gesetzlich verpflichtet wären. "Füllen Ärzte dann nur die Todesbescheinigung aus, die dann wiederum an das Standesamt weitergeleitet wird und von dort ans Gesundheitsamt, dauert das ein paar Tage", sagte Institutsleiter Bertram Häussler der "Welt".
Die derzeit als "tagesaktuell" gemeldeten Todeszahlen stammen demnach zum Teil immer noch aus Ende Dezember/Anfang Januar. Wenn das so stimmt, wird man wohl erst Anfang Februar sinkende Zahlen bei den Todesmeldungen sehen.