Beiträge von Moebius

    Wenn der Tag kommen sollte, an dem ein Impfstoff da ist und wir in Supermärkten wieder normal atmen und in statt vor der Metzgerei warten dürfen, schicke ich dir ne Flasche Single Malt für deine Geduld hier. Oder eine Rolle Klopapier, für Covid 21.

    Glenmorangie, Quinta Ruban Port Cask Finish, 12 Jahre

    oder für Alltags:

    Balvenie, DoubleWood, 12 Jahre

    Es ist eine Aussage aus dem Podcast vom 12.5.

    Hier ist die Quelle zum Transkript (S. 3)

    https://www.ndr.de/nachrichten/info/coronaskript194.pdf

    Der Text handelt davon, dass sich die Hinweise verdichten, dass es "Grundsätzlich eine Aerosolkomponente" gibt.

    Nichts davon steht im Widerspruch zu dem, was ich geschrieben habe. Natürlich gibt es die.

    Die Diskussion hier bestätigt mich höchstens darin, dass ich persönlich diese ganzen Drosten & co. Podcasts sehr kritisch sehe.

    Er redet über wissenschaftliche Arbeiten und Erkenntnisgewinnung, die sich unter Wissenschaftlern sehr langsam und im Diskurs daraus entwickelt. Es hören aber hunderttausende Laien zu, die davon überhaupt nichts verstehen und die mit der Einordnung völlig überfordert sind und die direkt versuchen, das auf ihren Alltag herunter zu brechen. Und die sehen dann direkt alle kleine ein- und ausatmende Virenschleudern um sich herum.

    (Ganz nebenbei: Das durchgängiges Lüften eine sinnvolle und unproblematische Maßnahme ist, habe ich schon vor sehr Wochen geschrieben, das ist nun wirklich keine neue Erkenntnis bei der Vermeidung von Virusinfektionen.)

    Noch mal:

    Tröpfcheninfektion und Aerosole sind keine zwei trennscharf unterschiedlichen Dinge. Aerosole sind kleine Tröpfchen und andere Schwebepartikel.

    Es gibt

    - Tröpfchen, die beim Niesen und Husten verteilt werden (größere Ansteckungsgefahr, aber nicht für lange, weil sie schnell absinken)

    - kleinere Tröpfchen bzw. größere Aerosole, die beim Singen oder lauten Sprechen verteilt werden (wohl gefährlich, vor allem beim direkten Gespräch wenn man sich gegenüber steht)

    - sehr kleine Aerosole, die beim Atmen emittiert werden (in denen sind Virenbestandteile im Labor nachweisbar, alles andere ist Spekulation, für die es allerdings keine belastbare Grundlage gibt, da die Ausbreitung sonst vergleichbar mit Masern sein müsste, was sie definitiv nicht ist)

    Natürlich sind die Grenzen fließend.

    Hier ist die Aussage von Drosten, die Tom oben schon zitiert hat.

    Christian Drosten

    Einfach durchs Ausatmen, aber auch durch Sprechen und Husten. Es ist ein Spektrum von Größen bei diesen Flüssigkeitströpfchen, die das ausmachen.

    Das ist keine Quelle sondern nicht mal ein ganzer Satz, in dem weder erkennbar ist, ob es sich um eine Aussage von Herrn Drosten handelt, noch was diese Aussage sein soll.

    Das ist die Position der RKI:

    Zitat

    Auch wenn eine abschließende Bewertung zum jetzigen Zeitpunkt schwierig ist, weisen die bisherigen Untersuchungen insgesamt darauf hin, dass SARS-CoV-2-Viren über Aerosole auch im gesellschaftlichen Umgang in besonderen Situationen (s. o.) übertragen werden können.

    Wie gesagt:

    Die Faktenlage ist sehr vage, die Annahme einer leichten Weiterverbreitung durch einfaches Ausatmen scheitert daran, dass es Krankheiten gibt, für die dieses gilt, die haben dann aber um Dimensionen höhere Werte für R0.

    Naja, warst du nicht immer der Meinung, dass die Infektionen durch Aerosole Panikmache sind? Gefühlt warst du derjenige, der alles als Panikmache abtat. Wir können ja mal vergleichen, wer von euch beiden die höhere Trefferrate hatte.

    Deine Gefühle lasse ich dir gerne.

    Ich habe es zurückgewiesen, als es hier so dargestellt wurde, als ob beim normalen Atmen bereits Viren als Aerosole verbreitet würden und zwar so massiv, dass die Luft in einem Raum nach kurzer Zeit hochansteckend wäre. Und dafür gibt es auch nach wie vor keine Grundlage.

    Das Problem sind die Aerosole, die beim Sprechen freigesetzt werden. Das ist eine Form von Tröpfcheninfektion, nur halt mit relativ kleinen Tröpfchen.

    Die Viren werden auch bei Abstand über Aerosole im Klassenzimmer verbreitet! Die Kapazitäten sind doch mittlerweile dafür da.

    Auch wenn einige hier mantra-artig anderes wiederholen: wissenschaftlicher Erkenntnisstand ist nach wie vor, dass das größte Übertragungsrisiko beim einem längeren Gespräch im Abstand kleiner 1,5 Meter besteht.

    Das teilweise hier vermittelte Bild, dass die "gesamte Luft voller ansteckender Viren ist und alle anderen Anwesenden eine hohe Ansteckungsgefahr haben", wenn nur ein Infizierter im Raum sitzt und vor sich hin atmet entspricht nicht der Realität und ist auch nicht mit dem realen Ansteckungsgeschehen der letzten 2 Monate vereinbar.

    Eine pauschale Schließung bei einem Einzelfall würde ich im Augenblick auch nicht für nötig halten. Die Verhältnisse in den Schulen sind im Augenblick doch weit von dem entfernt, was im Februar und März Alltag war und auch da gab es ja schon keine auffällige Verbreitung in Schulen. Intensiver zu testen, wäre da schon die sinnvollere Alternative.

    Das RKI gibt übrigens immer noch Nonsens-Werte für R0 aus, jetzt ist der Wert innerhalb von 4 Tagen von 1,13 auf 0,75 zusammen gefallen. Was natürlich auch nicht real ist, genau so wenig, wie der Anstieg vorher. Real gesehen bewegen wir uns jetzt langsam in eine Richtung um die 800 Neuinfektionen im Mittel, damit ist Corona noch nicht weg, aber es ist doch tendenziell besser, als ich vor drei oder vier Wochen erwartet hätte.

    (Und ganz nebenbei: immer noch nichts zu sehen von einem Wiederanstieg als Folge irgendwelcher Lockerungen.)

    Ich kann verstehen, dass es frustrierend für dich ist, dass dein Zusammenbruch der Zivilisation immer noch nicht eingetreten ist, aber sich in Traumwelten zu flüchten ist wirklich keine Lösung.

    Juristische Antwort: Die Erlasse zu den Risikogruppen regeln in den Bundesländern (jetzt müsste man in den für dein Bundesland gucken, die Angabe fehlt aber) die Freistellung vom Präsenzunterricht. Die Freistellung ist auch genau darauf beschränkt. Es gibt also keinen Anspruch darauf, grundsätzlich die Schule nicht betreten zu müssen und man kann dort auch für andere Tätigkeiten eingesetzt werden. Im Detail müsste man darauf schauen, wie diese Tätigkeiten aussehen, wenn sich eine Risikosituation ergibt, die dem Präsenzunterricht vergleichbar ist, wird ein Einsatz vermutlich nicht zumutbar sein. Einen Raum frei zu räumen wäre für mich grundsätzlich zumutbar, so fern es sich um Tätigkeit handelt, die üblicherweise auch von Lehrern ausgeführt wird (Sammlung räumen, Klassenraum einrichten). Es wäre nicht zumutbar, wenn dies mit Hilfe einer Schülergruppe geschehen soll oder wenn es sich um eine Tätigkeit ohne Bezug zu den normalen Aufgaben eines Lehrers handelt (Bsp: Der Heizungskeller soll aufgeräumt werden. Für so was ist der Hausmeister zuständig.).

    Natürlich hätte Merkel den Notstand ausrufen, die Straßen (zumindest ein paar) mit Panzern füllen und 8 Wochen absoluten Lockdown anordnen können.

    Hätte Sie nicht.

    Die Ausstattung der Bundeswehr ist auf ähnlichem Niveau, wie die der Schulen, den Großteil der Panzer hätte man mittels Sattelschlepper zum Einsatzort transportieren müssen.

    Zitat

    Given a median incubation of 5.2 days (Lauer et al. 2020, Linton et al. 2020) and a certain delay between feeling symptoms, contacting a doctor, and the case being reported (perhaps 2-3 days),

    Denke also schon, dass sie (auch wenn "nur" Ökonomen und keine Nat.wiss.schaftler ;)) kapiert haben, dass man die Inkubationszeit und den Verzögerungseffekt miteinrechnen muss, die sind ja nicht doof ;)

    Wir halten mal fest:

    1. Zwei Wirtschaftswissenschaftler (der Hauptautor ist Doktorand) fühlen sich berufen eine wissenschaftliche Studie über die Einflussfaktoren auf die Ausbreitung einer Infektionskrankheit zu veröffentlichen. Einem Themengebiet, auf dem sie nicht qualifizierter sind als jeder andere Akademiker in diesem Forum.

    2. Sie wählen (jetzt nach dem von dir zitierten Teil) eine Zeit zwischen Infektion und Sichtbarkeit in den gemeldeten Zahlen von 7 Tagen, was der Hälfte des Wertes entspricht, der Seit zwei Monaten vom RKI kommuniziert wird.

    3. Sie kommen zu Ergebnissen, die ziemlich exakt dem Wunschbild derjenigen entsprechen dürften, die sonst vermutlich im wesentlichen die Drittmittel ihres Institutes sponsoren.

    Muss man darüber noch ernsthaft diskutieren?

    Gehört vielleicht eher in den Humor-Thread:

    Zwei Ökonomen untersuchen im Auftrag eines Wirtschaftsinstitutes die Wirkungen der verschiedenen Maßnahmen:

    https://www.oekonomenstimme.org/artikel/2020/0…nter-kontrolle/

    und kommen zu dem Ergebnis, das Schulschließungen und Verbot von Sportveranstaltungen die entscheidenden Maßnahmen waren, während Eingriffe in die Wirtschaft wirkungslos geblieben wären und bei zukünftigen Lockdowns doch Bitteschön unterbleiben sollten.

    Die Ergebnisse beruhen allerdings vollständig auf der Annahme, dass die Effekte einer Maßnahme 5 Tage nach Inkrafttreten in den Zahlen sichtbar werden (nachdem uns das RKI wochenlang etwas von 14 Tagen erzählt hat):

    Zitat

    Für die Bestimmung der Verzögerung bis zum Auftreten des Effekts in den Daten maximieren wir die statistische Anpassung des Modells an die Daten. Dabei ergibt sich eine optimale Verzögerung von fünf Tagen.

    "Optimal" heißt in diesem Zusammenhang vermutlich, dass man das gewünschte Ergebnis erhält, wenn man diesen Wert nimmt.

    Den Autoren gelingt es sogar, verschiedene Maßnahmen in den Wirkungen von einander ab zu grenzen, die gleichzeitig in Kraft getreten sind. Müssen zwei echte Hellseher sein.

    Lustiger Doppelbeitrag heute aus dem n-TV Newsticker. Finde den Widerspruch:

    Zitat

    +++ 20:52 Deutschland: Niedrigste Zahl an Neuinfektionen seit zwei Monaten +++

    Nach Berechnungen von ntv.de, basierend auf den Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) und der Länderangaben, liegt die Zahl der derzeit akut Infizierten bei 19.697, das sind 505 weniger als am Vortag (20.202). Die Zahl der insgesamt Infizierten steigt um 483 auf 170.412. Als genesen gelten momentan 143.205 Menschen in Deutschland. Gleichzeitig mit den Genesenen steigt weiterhin die Zahl der Toten. Sie liegt aktuell bei 7510, das sind 58 mehr als am Vortag. Die relativ niedrigen Zahlen bei den Neuinfektionen können durch möglicherweise verspätete Meldungen vom Wochenende verzerrt sein. Ob die Entwicklung anhält, lässt sich also erst in den kommenden Tagen ablesen. Trotzdem: Einen so geringen Tageszuwachs der Fallzahlen gab es zuletzt Mitte März (11.3.).

    +++ 20:09 RKI: Ansteckungsrate bleibt weiter über kritischem Wert +++

    Die Ansteckungsrate in Deutschland bleibt weiter über dem kritischen Wert von 1,0. Wie das Robert-Koch-Institut mitteilt, lag der Wert von R am 11. Mai um 0 Uhr bei 1,07. Am Vortag hatte er noch bei 1,13 gelegen. Die Reproduktionszahl gibt an, wie viele andere Menschen ein Infizierter im Schnitt ansteckt. Bis heute war die Kennzahl vier Tage in Folge gestiegen. Es ist der dritte Tag, an dem der Wert über 1,0 liegt. Das RKI mahnt, bei der Interpretation der Zahl vorsichtig zu sein, da sie statistischen Schwankungen unterliegt. Erst in den kommenden Tagen ließen sich Rückschlüsse auf die Fallzahlen ziehen.

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