Beiträge von Moebius

    Ich würde empfehlen keine neue Softwareinfrastruktur für die Ausleihe auf zu machen, sondern zu schauen, welche Systeme an der Schule eingeführt sind und ob es dafür eine Lösung gibt um die Ausleihe an die vorhandene Datenbasis an zu docken, sei es über ein Zusatzmodul oder über eine Software, die eine passende Schnittstelle anbietet.

    Wir haben IServ als Schulserver, dazu passend verwenden wir das IServ Modul für die Schulbuchausleihe.

    Und mal eine persönliche Meinung zu dem "wir müssen die Älteren schützen":

    Mir stößt diese Argumentation in ihrem Absolutheitsanspruch inzwischen sehr unangenehm auf.

    Die Generation der heute 60+ jährigen hat den größten Wohlstandszuwachs in der Geschichte Deutschlands erlebt. Wir haben - zumindest im statistischen Mittel - die reichste Ruhestandsgeneration aller Zeiten. Gleichzeitig hinterlässt diese Generation ihren Nachfahren einen beispiellosen Schuldenstand, ein Sozialsystem das auf den absehbaren Kollaps zusteuert und eine Umwelt, die nicht weiter ausgebeutet werden kann ohne das Gleichgewicht dieses Planeten vollends über die Klippe zu stoßen. Sie selbst hat sich, zumindest im Ganzen, in den letzten 30 Jahren alles andere als solidarisch mit den Jüngeren verhalten.

    Und nun kommt es zu einer Krise und es wird erwartet, dass man alles dem Gesundheitsschutz der Älteren unterordnet. Wenn man als älterer Mensch so argumentiert, kann man das gut als humanitären Standpunkt verkaufen, man verdeckt dabei aber natürlich, dass dieser Standpunkt einem auch den höchsten individuellen Nutzen bringt: man selbst wäre natürlich von den gesundheitlichen Risiken potentiell stärker betroffen als jüngere, gleichzeitig wären ein Großteil der Generation von den finanziellen Folgen kaum betroffen, weil der eigene Wohlstand bei vielen ausreicht, den Lebensstandard auch in der erwartbaren Wirtschaftskrise zu halten und weil es in Deutschland Tradition hat, dass die Lasten hauptsächlich von der arbeitenden Bevölkerung getragen werden. Beispiel: Nach der Wirtschaftskrise 2008 wurde die Rentenformel außer Kraft gesetzt, damit die Renten nicht an sinkende Einkommen angepasst werden müssen, wenn es dann gut läuft, wie in den letzten 2 Jahren, werden direkt neue Mütter- / Respekts- / Sonstwasrenten erfunden (bitte keine Bedürftigkeitsprüfung, das wäre ja gegen die Würde).

    Natürlich haben Menschenleben den höchsten Stellenwert! Das Dilemma ist für die jüngere Generation nicht zu lösen. Aber ich würde mir zumindest mal wünschen, dass diejenigen, die jetzt von dieser Prämisse profitieren, auch mal ihren Beitrag bei den Folgen leisten. Ich glaube nicht, dass das passieren wird.

    Wir reden hier nicht von "Mama mal 30 Minuten in Ruhe lassen", sondern von inzwischen 8 Wochen mit Mama und Papa als einzigem Kontakt. Und die Tatsache, dass du das zu einem Erziehungsproblem klein redest und offensichtlich wirklich nicht nachvollziehen kannst, wie schwerwiegend das für die Betroffenen ist, spricht Bände.

    Das Angstnarrativ ist typisch für eine bestimmte Szene, die behauptet, dass von Mainstreammedien und den Herrschenden absichtlich Angst, Panik und Horror geschürt werden, um das Volk besser manipulieren zu können. „Angst ist ein ganz schlechter Ratgeber“ heißt es dann reflexhaft und es bestünde dafür kein Grund, denn Corona sei wie eine normale Grippe und würde von selbst bald wieder verschwinden. Alle Beschränkungen sollten weg.

    Wer hier versucht an einem Narrativ zu stricken, kann wohl inzwischen jeder Mitlesende für sich selber entscheiden.

    Warum wird denjenigen, die das Risiko der Pandemie weiterhin als hoch ansehen, immer pauschal unterstellt, Panik zu verbreiten? :ohh:

    Das wird keineswegs "denjenigen pauschal unterstellt". Diese Kritik richtet sich hier immer an einzelne Personen und da hat es nichts mit der von ihnen vertretenen Position zu tun, sondern mit der Art und Weise, wie sie diese vertreten.

    Man kann Fraunhofer- Gesellschaft, Helmholtz-Gemeinschaft, Leibniz-Gemeinschaft und Max-Planck- Gesellschaft doch nicht im Ernst vorwerfen, Panik zu verbreiten.

    Der Vorwurf von Plattenspieler war wohl auch an dich gerichtet.

    Denn das Gutachten ist differenziert und keineswegs so einseitig, wie du es hier darstellst. Es warnt von zu schneller Öffnung, nicht mehr und nicht weniger.

    Ich warne auch vor einer zu schnellen Öffnung.

    Und vor einer zu langsamen.

    Sie sollte genau im richtigen Tempo passieren.

    Welches das ist?

    Keine Ahnung, im großen und ganzen liegen wir nach meinem Gefühl und nach den objektiven Daten ganz gut.

    Also ich sehe schon Parallelen zur Schweinegrippe. Auch damals hatte man zu Beginn schlimmste Befürchtungen, auch zum Beispiel Drosten.

    Ich würde auch verstehen, wenn sich Leute sagen würden, sie gehören nicht zur Risikogruppe, warum sollen sie sich impfen lassen. Könntet ihr das nicht nachvollziehen?

    Kann ich durchaus. Es ist letztlich eine Kosten-Nutzen-Rechnung. Eine jährliche Grippeimpfung nehme ich bei einem Arztbesuch mit, das kostet mich weder nennenswert Zeit noch Geld und die Grippeimpfung ist wohl die am besten untersuchte und verträgliche Impfung überhaupt, während eine Grippeinfektion eine reale Gefahr darstellt und auch für gesunde Menschen ausgesprochen unangenehm sein kann.

    Ob ich mich gegen Corona impfen lassen würde? Hinge wahrscheinlich von der Situation ab. Wenn die "zweite Welle" ausbleibt und nur noch sporadische Fälle auftreten eher nicht. Auf jeden Fall fände ich es aber beruhigend, wenn die Impfung verfügbar wäre und ich wäre auch nicht böse darum, wenn Deutschland 50 Millionen Dosen auf Vorrat kauft, ganz einfach weil man dann bei einem erneuten Ausbruch schnell reagieren könnte und sich den ganzen anderen Mist ersparen würde.

    Also zumindest aktuell würde ich ganz entspannt davon ausgehen, dass eine Mehrheit bereit wäre sich sofort impfen zu lassen.

    Da bin ich mir nicht so sicher. Mein Gefühl sagt mir, dass diejenigen, die jetzt am stärksten nach härteren und längeren Maßnahmen rufen, die ersten sein werden, die dann von möglichen Impfschäden reden und dann lieber doch nicht wollen.

    Das ist ja klar. Aber das ist mit einer Oberstufenorganisation systemimmanent schwer koordinierbar.

    So lange nur die Kursstufe in der Schule ist, wäre das relativ leicht zu lösen, indem jeder Raum nur einmal pro Tag benutzt wird. Es steht ja genug leer.

    Die zuerst von dir zitierte Befragung, bei der rausgekommen ist, dass die Mehrheit hinter den Lockerungen steht, ignorierst du also und berufst dich stattdessen auf deine Interpretation einer Umfrage, in der etwas ganz anders gefragt wurde, nämlich die Bewertung der Einführung der Maßnahmen?

    Gerade gesehen im ZDF-Morgenmagazin: Warnung vor der 2. Infektionswelle, die in Singapur ganz schlimm ist.

    Und das sind die Infektionszahlen von Singapur:

    singapur.PNG

    Ich sehe eine Welle, die allmählich, aber langsam, abklingt ?

    Haben wir schon drüber gesprochen: in Singapur gab es einen späteren Ausbruch in Wohnheimen für Wanderarbeiter. Das ist durchaus eine Gefahr (sehen wir zB hier gerade in keiner Maßstab in Unterkünften für rumänische Fleischzerleger in BW(?)), hat aber mit dem, was als "zweite Welle" diskutiert wird eigentlich nichts zu tun.

    Unser Gehalt fließt ohne Probleme weiter.

    Noch.

    Mittelfristig werden auch Beamtenbezüge betroffen sein. Nach der Schuldenkriese 2008 gab es in den meisten Bundesländern 2-3 Jahr Nullrunden für die Beamten, die aktuellen wirtschaftlichen Folgen werden deutlich schwerer sein als damals. Und natürlich lässt es sich für die Politik auch immer wunderbar argumentieren "Euer Job wahr schließlich sicher, damals als alles zusammenbrach, dafür müsst ihr jetzt auch mal euren Teil beitragen".

    Die Rechnung kriegen wir am Ende des Tages alle, aber uns geht es dabei natürlich immer noch deutlich besser, als vielen anderen.

    "Ausgehend von ihren Daten und einem sogenannten Basis-Reproduktionswert von 2,5 Neuinfektionen je Infiziertem haben die Wissenschaftler berechnet, dass Schulschließungen zu 42 Prozent weniger Ansteckungen pro Tag führen könnten. Durch Verzicht auf außerschulische Aktivitäten würden die Neuansteckungen sogar um 64 Prozent reduziert. "Insgesamt sind Schulschließungen nicht ausreichend, um einen Covid-19-Ausbruch vollständig zu verhindern", schreiben die Autoren in ihrer Arbeit. "Aber sie haben einen großen Einfluss auf die Dynamik des Ausbruchs und damit auch auf die Kapazitäten der Kliniken".

    Süddeutsche Zeitung

    Bei der zitierten Studie handelt es sich um eine Modellrechnung zu Bewegungsdaten aus Wuhan und Shanghai. Sie wird für den wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn einen gewissen Wert haben, relativiert aber in keiner weise den genannten in Europe beobachteten Verlauf des Infektionsgeschehens, bei dem sich ein Einfluss der Schulschließungen in den realen Daten nicht nachweisen lässt. (Was im übrigen auch nicht verwunderlich ist, wenn man viele Parameter gleichzeitig ändert.)

    Lustig ist, dass die Positionen vor einem Monat noch umgekehrt waren. Da habe ich Modellrechnungen zu den Infektionszahlen genannt und du hast dich darüber aufgeregt, weil du die Methode der rein mathematischen Modellierung unseriös fandest.

    Meyer-Hermann und Drosten gegeneinander auszuspielen funktioniert nicht, denn sie sind sich einig in der Ablehnung der aktuellen Lockerungen und für deren Verschieben um etwa 3 Wochen. Die führenden Wissenschaftsorganisationen insgesamt auch. Alle befürchten deshalb recht bald schon eine dramatische Verschlechterung der gerade etwas verbesserten Zahlen.

    Drosten sagt, aus rein epidemiologischer Sicht wären längere Beschränkungen wünschenswert (was offensichtlich richtig ist), ihm wäre jedoch klar, dass die Politik unterschiedliche Aspekte berücksichtigen müsse. Und so ziemlich das gleiche schreiben die vier Institute in ihrem Gutachten. "Ziemlich bald eine dramatische Verschlechterung" befürchtet da niemand.

    Die WHO hat sich Samstag überraschend freundliche über den schwedischen Weg geäußert und festgestellt, dass die Art des Umgangs mit den eigenen Bürgern ein Zukunftsmodell für andere Staaten für die kommende Zeit sein könnte.

    Es geht um die Eindämmung von Corona auf ein Maß (täglich max. 100 bekannte Neuinfektionen), das weitere Lockerungen verantwortbar werden lässt und eine sofortige zweite Welle höchst unwahrscheinlich macht. Die aktuellen und angesagten Lockerungen vertragen sich damit leider nicht.

    Auch das ist wiedermal eine subjektive Einschätzung, für die es keine tatsächlichen Hinweise in der Entwicklung der Zahlen gibt. Kurze Erinnerung, an Diskussionen, die wir hier auch schon geführt haben:

    - Am Osterwochenende besuchen sich die Leute und die Neuinfektionen steigen wieder.

    - Nach den ersten Ladenöffnungen nehmen die Kontakte zu, und die Neuinfektionen steigen wieder.

    - Die ersten Erfolge lassen die Leute unvernünftiger werden und die Neuinfektionen steigen wieder.

    Aktuell liegt den die Neuinfektionen diese Woche um 36% unter denen der Vorwoche, das ist der stärkste Rückgang, den wir seit Beginn der Pandemie hatten. Bisher hat keine "Lockerung" zu irgend einem wieder Ansteigen der Neuinfektionen geführt und die aktuellen Zahlen bestätigen den derzeitigen Weg der langsamen Lockerungen.

    Im übrigen ist es keine realistische Option den langsamen Weg einfach 4 Wochen nach hinten zu schieben. Je später man anfängt, um so größer werden die Schritte werden, da ist dieser Weg für mich der sicherere.

    Bei der App erwarte ich mir nicht viel, ich fürchte, dass wird ein Rohrkrepierer. Erst hat es wochenlang Diskussionen um zentrale oder dezentrale Datenspeicherung gegeben (was dem Vertrauen nicht zuträglich ist), dann hat man sich letzte Woche endlich geeinigt und verkündet, man könne jetzt anfangen (!) die App zu entwickeln. Vor Mitte Juni wird das nix und dann ist die Dringlichkeit für die meisten wahrscheinlich raus, so dass zu wenig Leute das Teil installieren werden.

    Im besten Fall hat man dann was fertig, falls es eine zweite Welle geben sollte.

    Das ist doch kompletter Unsinn. Wenn das in Basel mit einer Prävalenz von 488 auf 100000 Einwohner *die ganze Zeit* gemacht wurde wird das in einem Land mit 82000000 Einwohnern wohl auch mit 1000 Neuinfektionen pro Tag drin sein.

    Zumal Frau Merkel letzte Woche angekündigt hat, dass jede Stadt bzw. jeder Kreis pro 20 000 Einwohner ein Case-Tracking Team mit 5 Personen bereithalten muss. Bei 1000 Neuinfektionen in Deutschland wären das bei dieser Quote 20 Case-Tracker pro Infektion. Die Verteilung und Auslastung wird sicher regional stark schwanken, aber da frage ich mich doch, wie viel Personal man da zum Telefonieren benötigt.

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