Naja, aber New York hat global schon die größere Arschkarte, selbst als Italien und Spanien und deren Gesundheitssystem ist zwar ungerecht und schweineteuer, aber eigentlich nicht schlecht (und in Bezug auf Corona ja inzwischen auch kostenfrei).
Ja, New York ist schlimm, da hat ein ganzer Staat mit 20 Mio Einwohnern eine Inzidenz, die noch deutlich höher liegt als im Kreis Heinsberg.
Der Blick nach Amerika verdeutlicht aber auch gleichzeitig das Problem der sehr unterschiedlichen Situationen innerhalb einer Gesellschaft. New York ist eine Großstadt, kleine Wohnungen, U-Bahn, enge Restaurants, viel internationaler Reiseverkehr etc., die schnelle Ausbreitung da ist überhaupt nicht überraschend.
Gleichzeitig gibt es weite Teile des Landes, die kaum betroffen sind, weil sich die Menschen da sowieso nur selten näher als 3 Meter kommen. Wer schon mal ländliche Regionen der USA bereist hat, weiß, dass dort das, was wir jetzt hier als "social distancing" lernen müssen, eigentlich der Normalzustand ist. Selbst Supermärkte sind da um Dimensionen größer als bei uns und im Restaurant sitzt man normalerweise in seiner eigenen "Booth".
Im Augenblick ziehen Spiegel und co. mal wieder gerne über Trump und seine Wähler her, die das Virus nicht ernst genug nehmen. Die Lebenswirklichkeit der meisten Trump-Wähler ist auch eine ganz andere, wer da in den landwirtschaftlich geprägten Staaten lebt ohne Corona-Fall in 100 Meilen Umkreis fragt sich durchaus zurecht, warum er nicht in seine Kirche gehen darf. (Nicht das ich das wollen würde.)
Und bei uns gilt das ganze in abgeschwächter Form ähnlich. Irgendwann wird man von Pauschalregelungen wegkommen und differenziert nach der Lage vor Ort entscheiden müssen.