Beiträge von Moebius

    Darum benutze ich die Rai Daten auch nicht, man findet ja auch welche, die aktu

    Heute stand 20 Uhr waren es gestern und heute 24,8k und 29,0k, also an beiden Tagen signifikant unter dem eh schon optimistischeren logistischen Modell. Mit den neuen Daten sinkt der langfristige Grenzwert auf 46k und kommt für die nächsten beiden Tage auf 32k und 34,7k, wobei das Modell im Augenblick vielleicht überkompensiert, weil die Zahlen in den letzten drei Tagen vom mathematischen Standpunkt aus zu schnell fallen.

    Es waren 33k und 37,3k, also etwas drüber, weil die Werte der Neuinfektionen nicht direkt wieder gesunken sind. Aber wir sind jetzt 5 Tage in Folge bei um die 4k Neuinfektionen täglich (am Wochenende weniger, aber das die Zahlen sind wohl etwas zweifelhaft).

    Es bleib also dabei, dass wir definitiv nicht mehr in einem exponentiellem Modell sind, sonst hätten wir längst über 10k Neuinfektionen pro Tag sein müssen, sondern in einem Seitwärtstrend, also einem linearen Wachstumsabschnitt.

    Was wir aktuell in den Zahlen sehen, ist überwiegend immer noch die Wirkung der milderen Maßnahmen vor den Ausgangsbeschränkungen, wenn die also greifen, kann man noch mal auf dann echt sinkende Zahlen hoffen. Wenn es gut läuft, gehen wir in den nächsten Tagen wieder Richtung 3k pro Tag.

    Zitat von n-tv

    Abiturprüfungen sollen wie geplant stattfinden

    Die Abiturprüfungen sollen ungeachtet der Corona-Krise wie geplant stattfinden. Zum jetzigen Zeitpunkt sei eine Absage nicht notwendig, erklärte die Kultusministerkonferenz (KMK) der Länder nach einer Telefonkonferenz der Minister. Die Schüler könnten in diesem Schuljahr ihre Abschlüsse erwerben. Hintergrund war ein Vorstoß Schleswig-Holsteins, die Prüfungen ausfallen zu lassen.

    Die Überschrift "wie geplant stattfinden" ist zwar nicht deckungsgleich mit der eigentlichen Aussage "zum jetzigen Zeitpunkt Absage nicht notwendig", aber man tut wohl auf jeden fall gut daran, erst mal weiter mit der Abiturprüfung zu planen.

    "Symptomfreier Verlauf" ist etwas anderes als "nicht erkranken".

    Wer symptomfrei erkrankt ist, kann das Virus weitergeben (wobei auch das unwahrscheinlicher ist, als bei einem mit Symptomen Erkranktem), wer nicht erkrankt ist, kann es nicht weitergeben.

    Aktuell ist der Stand, dass Kinder nur sehr selten erkranken, also auch da, wo man die Kontaktpersonen durchtestet sind Kinder meist negativ, selbst wenn sie mit einem Erkrankten zusammen leben. Auch wenn man mit dem Virus in Kontakt kommt, erkrankt man nicht automatisch. Das Immunsystem reagiert unter Umständen so schnell, dass es zu überhaupt keine signifikanten Vermehrung im Körper kommt. Und das scheint bei Kindern eben oft der Fall zu sein.

    Um die Verwirrung komplett zu machen: ein Antikörpertest kann hinterher trotzdem positiv sein. Dieser sagt als nicht aus, dass man tatsächlich an Corona erkrankt war, sondern lediglich, dass man irgendwie mal mit dem Virus in Kontakt gekommen ist.

    Dies gilt im Übrigen für Ali, Lisa, Linus und sogar für Rüdiger.

    Das Abitur wird in weiten Teilen ganz regulär durchgeführt werden.

    Selbst Herr Drosten plädiert inzwischen dafür, nach Ostern beim Lockern der Maßnahen damit zu beginnen, dass man zuerst den Schulunterricht für einzelne Jahrgänge wieder aufnimmt (n-tv, heute morgen). Dann ist der Abiturjahrgang halt mit dabei.

    Sollen wir nicht mal eine Petition an die christlichen Kirchen ins Leben rufen, dass Ostern verschoben werden soll?

    Ich will nicht auf das alljährliche Familienzusammentreffen und Ostereiersuchen verzichten;(

    Ist Auferstehung während der Ausgangsbeschränkung eigentlich erlaubt?

    Übrigens: Die Begründung, warum ein Lehrer in seiner Freizeit nicht als Strichjunge arbeiten dürfte, wäre für sich genommen auch noch mal interessant - magst Du das nicht mal ausprobieren? Einkommensmäßig würdest Du damit Deine verbeamteten Kollegen wohl hinter Dir (no pun intended!) lassen. :teufel:

    Auch wenn der Sachverhalt polemisch überspitzt sein soll: es gibt Urteile zur Entlassung aus dem Dienst von Polizisten, etc. die sich mit Mitwirken bei Erotikaufnahmen befassen. Soweit ich mich erinnere, sind die immer zu Ungunsten der Beschäftigten ausgegangen, im Kern, weil diese Tätigkeit geeignet ist, das Ansehen des Amtes zu beschädigen. Das dürfte auch bei Angestellten greifen.

    Ich habe im anderen Thread schon geschrieben: In der KMK sind Abschlussprüfungen verbindlich verankert. Wenn ein Bundesland eigenmächtig ausschert und sich dafür dann keine Mehrheit findet, besteht das Risiko, dass die anderen Bundesländer das Abitur nicht anerkennen. Dazu können sie dann auch nicht gezwungen werden. Das würden am Ende die Schüler ausbaden. Ich denke, dass man das in SH auch weiß. Vermutlich sind die Presseberichte heute einfach nur ein Testballon, um die Möglichkeiten in der KMK schon mal auszuloten. Ich glaube aber nicht, dass SH am Ende einen Alleingang macht, wenn sich andere quer stellen.

    Eine Verschiebung der Sommerferien wird es nicht geben, da würden Millionen Eltern auf die Barrikaden gehen, die da schon Urlaub gebucht haben und den nicht verfallen lassen werden, weil die Sommerferien verschoben werden. (Falls Urlaubsreisen dann wieder möglich sind, aber aber diese Entscheidung kann sicher nicht von der KMK vorweg genommen werden.)

    Es wäre aber kein Problem, die Klausuren nach hinten zu schieben, so dass die Korrektur teilweise in den Ferien erfolgen muss. Wenn man da zeitlich flexible Lösungen findet ist das auch umsetzbar.

    Es ist auch mal zu verschmerzen, wenn es keine Abifeier während der Schulzeit gibt, die Zeugnisse kann man notfalls auch in den Sommerferien per Post verschicken.

    Zitat

    Schleswig-Holstein Bildungsministerin Karin Prien hat sich wegen der Corona-Pandemie für eine Absage der Abiturprüfungen ausgesprochen. Sie werde dem Kabinett am Mittwoch einen entsprechenden Beschlussvorschlag vorlegen, sagte Prien. Auch die Prüfungen zum ersten allgemeinbildenden und zum mittleren Schulabschluss sollen in diesem Schuljahr nicht abgenommen werden.

    Mal abgesehen davon, dass ich es für verfrüht halte, jetzt so etwas zu entscheiden, begibt sich Frau Prien damit auf ziemlich dünnes Eis. Die Abschlussprüfungen sind in den KMK-Beschlüssen verbindlich vorgesehen und wenn sie ohne gemeinsamen Beschluss jetzt vorprescht und das Abitur ohne zentrale Prüfung vergibt, wäre es rechtlich möglich (und zB Bayern absolut zuzutrauen), dass andere Bundesländer das Abitur aus SH nicht anerkennen.

    Ob sie für Italien noch stimmen? Bei dem Chaos kann ich mir gut vorstellen, dass bei noch mehr Personen die Todesursache Covid-19 ist und es gar nicht mehr festgestellt wird. In allen Ländern mit schnell steigenden Fallzahlen nimmt auch die Dunkelziffer zu. Die Schweiz testet übrigens pro Kopf fast genauso häufig wie Südkorea, Deutschland macht pro Kopf etwa 3 x weniger Tests.

    Woher hast du dieses Verhältnis?

    Gestern habe ich im Spiegel gelesen, dass in Südkorea wöchentlich 23 Tests auf 10000 Einwohner gemacht werden, in Deutschland 17 (in den meisten anderen betroffenen Europäischen Staaten deutlich weniger), der Unterschied wäre also gar nicht so gewaltig. Allerdings scheinen das alles keine offiziellen Zahlen zu sein. Es währe eigentlich wünschenswert, dass diese Zahlen auch veröffentlich werden: Zahl der insgesamt durchgeführten Tests, Anteil positiv/negativ, das würde auch helfen so manche andere Nachricht besser einordnen zu können.

    In Norditalien gibt es durch die Modeindustrie eine sehr große chinesische Community, ca. 50.000 Chinesen leben (und arbeiten) dort. Es kann gut sein, dass sich das Virus schon ab November ungehindert verbreiten konnte.

    Es sind wohl über 100 000. Die arbeiten in der Textilindustrie (oft in kleinen Hinterhof-Werkstädten), die fast komplett in chinesischer Hand ist, oft wohl auch mit illegalem Aufenthaltsstatus und daher ohne Krankenversicherung. Und gerade zu der Region um Wuhan gibt es wohl viele Verflechtungen.

    Diese Hypothese stimmt absolut. Ich habe die Tage mal ein bisschen gelesen und wie es scheint hat sich Italien in den letzten Jahren geradewegs zu einem Schwellenland kaputtgespart. Man hat mit dem Einsturz der Ponte Morandi schon grob erahnen können, was sich in diesem Land für ein Desaster abspielt aber das was jetzt abgeht ist im Grunde genommen ein unfassbarer politischer Skandal.

    Und das, obwohl der Einkommen und individueller Wohlstand gerade in Norditalien auf einem Niveau sind, das mit Deutschland vergleichbar ist. Nebenbei ist die Situation in den öffentlichen Kliniken auch deshalb so beschissen, weil es in Italien ein ausgeprägtes Privatklinikwesen gibt. Wer da also Geld hat, war in der Vergangenheit nicht auf das öffentliche Gesundheitswesen angewiesen.

    Der nächste Problemfall neben Spanien wird auch England sein, von den Kennzahlen der medizinischen Versorgung her sind die genau so beschissen wie Italien. Die USA sind nicht viel besser, auch da kann es noch richtig übel werden. Überhaupt ist es erschreckend, wie groß die Diskrepanz der Zustände bereits zwischen den Industriestarten ist.

    Auch wenn es für Deutschland/Östereich/Schweiz/die nordischen Staaten (alle gut aufgestellt) im Augenblick vorsichtigen Grund gibt, etwas optimistischer zu werden, sollten wir uns nichts vormachen: wir werden in den nächsten Wochen noch schlimme Bilder sehen und das nicht all zu weit von unserer Haustür entfernt.

    Schaut man sich die Grafiken der John Hopkins Universität an, flacht die Kurve jedenfalls in Deutschland nicht ab.....

    Das ist auch ein völlig ungeeignetes Kriterium. Wenn du in einer linearen Darstellung eines Wachstumsprozesses das Abflachen mit bloßem Auge erkennst, ist der Drops längst gelutscht. Die Rede war davon, dass das "exponentielle Wachstum" abflacht, das heißt, die Zuwächse erhöhen sich nicht mehr mit dem gleichen Faktor, wie vorher.

    Selbst wenn der Zuwachs konstant bleibt, der exponentielle Verlauf also komplett zum erliegen kommt, wirst du das am Graphen der absoluten Fallzahlen nicht erkennen, wenn du nicht sehr geübt bist im Lesen solcher Prozesse.

    Aussagekräftiger ist die logarithmische Darstellung, zB da, die 5. Grafik von oben (Wachstumsraten im Vergleich)

    https://www.n-tv.de/infografik/Cor…le21604983.html

    Kuka ist Weltmarktführer bei bestimmten Robotersystemen zu Automatisierung von Produktionsprozessen und wurde vor zwei Jahren von chinesischen Investoren aufgekauft.Gerade Übernahmen aus China sind oft staatsgetrieben mit dem Ziel, Technologie zu kaufen und nach China zu holen.

    Der Staat hat mehrere Möglichkeiten, ungewollte Übernahmen aus dem Ausland zu verhindern. Diskutiert wird aktuell die der Direktbeteiligung. Das wurde zB bei der Commerzbank in der Finanzkrise gemacht. Der Konzern hat eine Kapitalerhöhung durchgeführt, die der Staat finanziert hat, dabei ist der Staat mit ca. 10% Aktienanteil eingestiegen. Er nimmt seine Aktionärsrechte dann war, wie jeder andere Aktionär auch, vertreten durch das Finanzministerium. Ich meine bei der Commerzbank stellt der Staat sogar einen Aufsichtsrat.

    Um eine feindliche Übernahme sicher zu verhindern, bräuchte der Staat mindestens 25%, dann hätte er eine Sperrminorität, mit der er Beschlüsse blockieren könnte. Das war über Jahre zu beobachten bei VW, wo das Land Niedersachsen sehr lange diese 25% gehalten hat, um Arbeitsplatzinteressen zu schützen.

    Es gibt auch andere Möglichkeiten, feindliche Übernahmen zu verhindern. Bei systemrelevanten Firmen kann diese auch einfach untersagt werden, in anderen Branchen kann man andere Erschwernisse einbauen. In der Luftfahrt wäre es zB so, dass die Lufthanse automatisch alle Landerechte verlieren würde, wenn jemand, der nicht aus der EU stammt, die Kontrollmehrheit übernehmen würde. Bei Air Berlin hat das dazu geführt, dass Emirates Jahre lang bei 49% stand und nicht mehr Anteile erwerben konnte. Da sie aber gleichzeitig die Firma mit Geld am leben halten mussten, haben die zu sehr merkwürdigen Tricks gegriffen und Air Berlin zB das Hauseigene Bonusprogramm zu einem völlig überhöhtem Preis abgekauft.

    Die Zahlen übers Wochenende, das wurde hier ja auch gesagt, sind nicht belastbar und das macht alles viel schwieriger, weil dann mehrere Tage ein Trend zum Rückgang signalisiert wird und dann plötzlich ein deutlicher Zuwachs kommt.

    Deswegen habe ich mich extrem gewundert, dass Wieler vom RKI trotz dieser Einschränkung von einem vorsichtigen positiven Trend gesprochen hat. Wie kann er das wissen, wenn er selbst im nächsten Moment einräumt, dass es zu dem Meldeverzug kommt?

    Auch heute können noch Zahlen vom Wochenende fehlen, erst Mittwoch sollen die Zahlen dann sicher enthalten.

    Es wurde gesagt, dass die Zahlen teilweise verzögert am Montag gemeldet werden. Das RKI ist dann eher noch später, weil sie dann noch auf die offizielle Übermittlung der Ämter warten. Die Daten, die ich verwende, stammen nicht vom RKI sondern von N-TV und die aggregieren selber (die Zahlen sind ja auch bereits wesentlich höher als die offiziellen von RKI).

    Die Zahlen von den vorangegangenen beiden Wochenenden passten übrigens recht gut.

    Ich habe ja schon geschrieben, dass die Unsicherheit noch hoch ist, aber die Daten jetzt künstlich schlecht zu reden, indem man spekuliert, dass Gesundheitsämter plötzlich Meldungen um drei Tage verzögern oder die vom Wochenende komplett weglassen ist weder hilfreich noch begründet. Beides haben sie vorher nicht getan.

    Moebius Dein Modell ist eben nur ein mathematisches Modell, das erst passen kann, wenn man am Ende alle Daten kennt. Für ein logistisches Wachstum der Neuinfektionen müsste man sich das Virus ungebremst ausbreiten lassen, bis alle, die nicht immun sind, infiziert wären (so wie Vermehrung von Bakterien in einer Petrischale). Die Realität ist aber von vielen Brüchen gekennzeichnet und unvorhergesehenen Veränderungen durch alle möglichen Maßnahmen, deren Effekte auch nicht vorhersehbar sind.

    Meiner Ansicht nach taugt das Modell zur Prognose deshalb nur sehr, sehr begrenzt. Vor allem die obere Grenze ist nicht wirklich prognostizierbar bzw. ist nicht vorhersehbar, in welcher Zeit diese erreicht wird.

    Eine obere Grenze wird im Modell nie erreicht, sondern lediglich asymptotisch angenähert.

    Bezüglich der oberen Grenze widersprichst du dir selbst, wenn du im ersten Teil schreibst, dass sie der Gesamtpopulation entspricht und dann anschließend, dass man sie nicht prognostizieren kann. Die obere Grenze entspricht bei den wenigen logistischen Prozessen der Gesamtpopulation, in diesem Fall besteht praktisch kein Zusammenhang zur Gesamtpopulation, weil sie von den mitigations-Faktoren dominiert wird. (In China liegt die obere Grenze aktuell bei 90 000, das entspricht weniger als 0,01% der Bevölkerung.)

    Die Modellierung gilt natürlich nur für die aktuelle Infektionswelle und ist hinfällig, in dem Moment in dem man die Eindämmungsmaßnahmen aufhebt.

    Die Unwägbarkeiten der Modellierung habe ich ja jedes mal auch benannt, die obere Grenze hat sich zwischendurch ja auch um den Faktor 10 verändert.

    Die Qualität der logistischen Modellierung wir in dem Moment dramatisch besser, wenn man den Wendepunkt signifikant überschreitet. Und letztlich ist das die einzige Aussage, um die es mir geht: wenn es weniger Ausreißer gibt und die obere Grenze nicht mehr so stark schwankt, kann man relativ sicher sein, den Wendepunkt hinter sich zu haben und das wäre eine tolle Nachricht.

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