Vor 10 oder 20 Jahren ging es bei dieser Gender-Diskussion immer darum Nachteile für Mädchen abzubauen, also darum ihr technisches Interesse zu förden, wenn denn welches vorhanden ist, oder andere typische Jungs-Domänen zu öffnen. Nach meinem Eindruck hat sich das in den letzten Jahren gedreht und gerade im Grundschulkontext geht es inzwischen sehr oft darum, den Jungs typische "Jungs-Verhaltensweisen" abzugewöhnen. Da ist ja inzwischen alles, was in Richtung "Konkurrenzkampf", "Raufen" oder ähnlichem geht negativ besetzt.
Und jetzt bin ich mal ganz provokativ:
dabei ist die ganze Gleichberechtigungskiste oft nur vorgeschoben, das wirkliche Problem ist, dass die Grundschulen inzwischen fast nur noch rein weibliche Kollegien haben in denen viele Lehrerinnen mit den ganzen typischen "Jungs-Verhaltensweisen" schlicht überfordert sind und damit nicht umgehen können (weil solche Dinge wie klare Grenzen zu setzen ihnen ja schon im Studium als autoritärer Kram ausgetrieben werden). Die wissen sich dann gar nicht mehr anders zu helfen als zu versuchen aus den kleinen Jungs möglichst kleine Mädchen zu machen, indem dann permanent die "wir fassen und an den Händen, haben uns alle ganz lieb und sprechen über unsere Gefühle"-Nummer abgezogen wird (aber bitte nur, wenn du den Sprechstein hast), und notfalls wird halt über die Note reguliert.
Das ist zwar etwas polemisch überspitzt, aber im Kern ist es ja heute durchaus wissenschaftlicher Erkenntnisstand, das die Jungen in der Schule das benachteiligte Geschlecht sind und nicht die Mädchen.
Zur Ausgangsfrage: warum muss man eigentlich irgendwas spezielles veranstalten, nur weil ein Teil der Klasse fehlt. Ich würde im Normalfall Unterricht machen, nicht unbedingt was neues, aber schon sinnvolle Übungen.