Plagiat ist auch die SINNGEMÄSSE Übernahme ohne Kennzeichnung. Für jede Seminararbeit an meiner Uni musste ich diese Erklärung unterschreiben ...
Das mag an der Uni sicher richtig sein, da ist aber auch ein neuer wissenschaftlicher Erkenntnisswert der Arbeit gefordert. Die Hürden an der Schule liegen etwas tiefer, da kann eine Arbeit auch rein reproduktiv sein. Und da ist die Grenze zwischen ich schreibe Bekanntes mit eigenen Worten zu ich schreibe ab und formuliere nur ein bischen um schwieriger zu ziehen.
Wie gesagt: nach der Beschreibung ist es keine Frage für mich, dass die Arbeit mit 0 P zu werten ist und dass es auch eine ziemliche Frechheit vom Schüler ist so etwas abzugeben. Ich würde nur davor warnen, hier die 0 P alleine durch "Täuschungsversuch" zu begründen. Nach der Beschreibung halte ich es durchaus für möglich, dass es sich einfach nur um eine sehr schlechte Arbeit handelt und nicht um einen Betrugsversuch. Wenn man bei bei der beschriebenen Lage 0 P ohne weitere Bewertung der Arbeit gibt, riskiert man, dass der Schüler damit zum Schulleiter rennt und man sich da - je danach, wie der Schulleiter halt tickt - eine Klatsche einfängt. Und das ist dann dem Kurs und dem Schüler gegenüber erst recht problematisch. Ich würde mir also auf jeden Fall vorher die Rückendeckung des Schulleiters holen. Die sauberste Lösung wäre für mich, die Arbeit zumindest grob zu korrigieren und eine Bewertung zu formulieren, die klar macht, dass die Arbeit in wirklich allen Beziehungen ungenügend ist (formal, inhaltlich, sprachlich). Detaillierte Rückmeldungen im Sinne von "Du musst besonders an 1., 2. und 3. arbeiten um dich zu verbessern" würde ich hier natürlich nicht geben.