Beiträge von Moebius

    Whatabout Russland?

    Ich verstehe dich ehrlich gesagt nicht. Hältst du alle in der Öffentlichkeit dargestellten Probleme für Verschwörung?

    Es ist sicher kein whateboutism, wenn man darauf hinweist, dass große Teile der Kritik an Israel auf Maßstäben beruhen, die an keine andere Konfliktpartei in der Welt angelegt werden, schon gar nicht an den Angegriffenen. Ich halte die Kritik für unberechtigt, es gibt angemessene journalistische Berichterstattung aus Gaza.

    Nach dem Ukraine Krieg ist Gaza der derzeit am meisten medial abgedeckte Konflikt auf der Welt, inklusive reichlich Bildern und Berichterstattung aus dem Gazastreifen selbst. Dass die Zustände bezüglich journalistischer Möglichkeiten dort im Vergleich zu anderen Konflikten besonders schlimm wären, ist offenkundig Unsinn.
    Dass es darum auch gar nicht geht, sieht man schon daran, dass es keine entsprechende Resolution über Möglichkeiten, der Berichterstattung in den russisch besetzten Gebieten der Ukraine gibt, Russland ist dort nämlich deutlich repressiver als Israel in Gaza.

    Protokoll der heutigen Stunde:

    Herr Müller betritt die Klasse und begrüßt die die Klasse.

    Luise leitet die heutige Morgenmeditation an.

    Herr Müller nickt während der Morgenmeditation ein.

    Die Klasse wartet.

    Justus erinnert Herrn Müller an das Stundenende, Herr Müller erwacht leicht desorientiert.

    Herr Müller beendet die Stunde.

    Abgesehen vom ermüdenden Aufschrei von rechts darf man übrigens durchaus etwas an dieser Werbekampagne kritisieren:

    Der gerade durch Fusion von Arla und den Deutschen Milchkontor entstehende Mutterkonzern der Marke wird der mit Abstand größte europäische Molkereikonzern sein und in weiten Teilen vor allem Norddeutschlands so viele Molkereien kontrollieren, dass Landwirte faktisch nur noch an diesen Konzern verkaufen können. Vielen Bauern haben sich schon vorher beklagt, dass die DMK Milchpreise vorgibt, die für sie zu niedrig sind, eine ganze Reihe von ihnen sind daher im letzten Jahr von DMK zu Arla gewechselt. Das Unternehmen versucht sich mit einer solchen Werbekampagne als familiär, liberal und tolerant zu verkaufen, während viele der abhängigen kleinen Landwirtschaftsbetriebe den Konzern eher gegenteilig wahrnehmen.

    Die da wären? Also die Nachteile?

    Das hohe Maß an Gebundenheit an einen Arbeitgeber und die Tatsache, dass man hochgradig eingeschränkt wird, was den genauen Ort und Umfang seiner Arbeit angeht.

    Faktische kann man mit 50 nicht mehr aus dem Dienst in einem Bundesland ausscheiden und sich wo anders bewerben, ohne massive Nachteile bei Altersversorgung und Versicherung in kauf zu nehmen. In einigen Bundesländern können Beamte nicht mehr reduzieren, wenn man nicht zu den Spezialfällen mit Rechtsanspruch gehört. Ich kann auch nicht mit 60 sagen, dass ich jetzt genug Geld auf der hohen Kante habe um die Zeit bis zur Rente damit zu überbrücken.

    Die Aufzählung an verteilten Aufgaben macht für nicht eigentlich nur als satirische Überspitzung Sinn.

    Solche Dinge wie "Morgenmeditation" halte ich auch für genau so übergriffig, wie "Morgengebet", so etwas macht man aus persönlicher Überzeugung oder weil man sich selber damit wohl fühlt oder man macht es nicht. Wenn man versucht mich gegen meinen Willen zu so etwas zu zwingen, hat es eine gegenteilige Wirkung.

    Es gibt keine unterschiedliche Arbeitszeit nach Alter.

    Es gibt aber eine unterschiedliche Bereitschaft und vorhandene Belastbarkeit für unbezahlte Mehrarbeit.

    Man ist bei der Diskussion relativ schnell bei der implizierten Unterstellung, Ältere würden es sich bequem machen und weniger Arbeit leisten, als sie eigentlich schulden. In der Realität leisten auch die allermeisten Älteren noch mindestens die geschuldete Arbeit, nur halt nicht mehr beliebig darüber hinaus, weil sie gelernt haben (lernen mussten) auch mal nein zu sagen.
    Es gibt auch keine Arbeitszeitstudie, die eine zu geringe Arbeitsleistung älterer belegen würde.

    Einzelne Personen gibt es durchaus, die deutlich weniger abreiten, als sie eigentlich müssten, die kennt wohl fast jeder. Die schaffen das aber nicht durch gelegentliches "nein sagen" und bessere Effizienz, sondern dadurch, dass sie sich bei bestimmten Aufgaben so schlecht anstellen, dass sie diese Aufgaben zukünftig nicht mehr bekommen (Klassenleitung, erNi-Kurse) und dadurch, dass sie immer an den Tagen oder Arbeitsphasen krank sind, an denen besonders aufwändige Termine liegen.

    Das mag vielleicht aus subjektiver Sicht so hinkommen, ist aber doch nicht in Ordnung. Nur weil Du als junger Mensch vielleicht freiwillig mehr gearbeitet hast, kannst Du doch nicht daraus schließen, dass Du ab einem gewissen Alter weniger arbeiten musst.

    Natürlich muss man nicht dauerhaft mehr arbeiten, nur weil man das als junger Mensch mal gemacht hat.

    Batteriespeicherkraftwerke dienen der Netzstabilität, Pumpspeicherkraftwerke dienen der Versorgung in den energiearmen Phasen morgens und abends, keines von beidem ist auch nur im Ansatz geeignet, Phasen von Wochen mit schlechtem Wetter oder generell die Wintermonate zu überbrücken. Die Kosten für gewerbliche Batteriespeicher liegen im mittleren dreistelligen Bereich pro kWh, man muss sie also für grob 5000 Ladezyklen Nutzen, und eine Chance zu haben, die Kosten wieder rein zu bekommen. (Realistisch kann man ca. 10ct/kWh verdienen, wenn man gratis läd.)

    Es gibt in Deutschland hunderte regionale Energieversorger, von denen viele auch in Windparks, Solarparks, etc. investieren. Wenn Geothermie die Lizenz zum Geld drucken wäre, würden sich schon Parteien finden, die die Dinger bauen würden um dann in Dunkelphasen gute Geschäfte an der Strombörse damit zu machen. Wenn man nicht an eine Verschwörung der gesamten Energiewirtschaft glaubt, ist es offensichtlich nicht so einfach.

    Im Wikipediaartikel steht eine Liste mit den Kraftwerken, viele Projekte scheitern oder leiden an technischen Problemen (hauptsächlich: 1. die benötigte Temperatur wird nicht erreicht 2. die Nutzung der Geothermie verursacht kleinere Erdbeben). Für die genannten Erdwärmepumpen wird gerade über eine Form der Versicherung der Bohrung diskutiert, weil das finanzielle Risiko einer fehlgeschlagenen Bohrung für die kommunalen Wärmeversorger sonst zu groß ist.

    Wie kommst du darauf, ich las bei Wikipedia z. B. "Geothermie gilt in Deutschland als Schlüsseltechnologie der Wärmewende, sie hat das Potenzial, ganze Großstädte mit erneuerbarer Wärme zu versorgen (siehe hierzu die Wärmestrategie der Stadt München). Weltweit wird Geothermie an geeigneten Standorten im großen Stil auch zur Stromerzeugung genutzt."

    Genau das meine ich doch: Geothermie in Form von großen Erdwärmepumpen, deren Wärmeenergie dann über Fernwärme in einem bestimmten Bereich einer Großstadt verteilt wird, ist wirtschaftlich sinnvoll (bei der nachträglichen Installation bleibt aber das grundsätzliche Problem, dass die Kunden ihr vorhandenes Heizsystem wechseln müssen).

    Plattypus impliziert aber, dass Geothermie eine alternative zur Erzeugung elektrischer Energie ist. Das ist in der Regel nicht der Fall. Das dutzend in Deutschland vorhandene Geothermiekraftwerke liefert jeweils typischerweise um die 10MW Wärme und nebenbei 1 MW elektrische Energie, in Summe liefern alle deutschen Geothermiekraftwerke also etwa so viel elektrische Energie, wie eine einzelne große Offshore-Windkraftanlage, zu Gesamtkosten, die sicher weit im dreistelligen Millionenbereich liegen. Das ist keine ernsthafte Alternative. Die Gründe dafür sind auch klar und stehen in den Beiträgen, die plattypus selber geschrieben hat - elektrische Geothermie lohnt sich nur in ganz speziellen Fällen, insbesondere im Umfeld eines aktiven Vulkans.

    Und wie oben bereits gesagt, ist es technisch unmöglich in Deutschland in relevantem Maße Geothermie Kraftwerke zur Gewinnung elektrischer Energie zu bauen. Vielleicht liest du dir einfach mal den Wikipedia-Artikel zu dem Thema durch. Die einzig relevante Nutzung von Geothermie in Deutschland sind im Prinzip Erdwärmepumpen.

    Arbeitsplatzeinrichtung und Zeiterfassung laufen doch nicht zwingend auf 0% Homeoffice-Möglichkeit hinaus. Was lässt dich darauf schließen, dass es einen dahingehenden Zusammenhang gäbe?

    Ich bezog mich auf den Beitrag über mir.

    Bei der Diskussion "Arbeitsplatz in der Schule" ging es in der Vergangenheit schon oft um den Gedanken, ich mache da einen 8-17 Uhr Job und habe dann zuhause nichts mehr zu tun.

    Von mir aus kann man diese Arbeitsplätze ruhig einrichten, so lange ich sie nicht nutzen muss.
    In einem Beruf wie Lehrkraft heute Bedingen zu schaffen, die auf 0% Homeoffice-Möglichkeit hinauslaufen, kann wohl niemand ernstlich in Betracht ziehen.

    Falls die Arbeitszeiterfassung irgendwann kommen sollte, wäre ich froh darum, sie niederschwellig auf meinem privaten Handy machen zu dürfen.
    Ich habe den einfachsten Weg geschildert, es ist auch nicht wesentlich aufwändiger, wenn du abends in einer ausgedruckten DinA4-Tabelle zwei mal von ... bis ... einträgst. Oder lass es halt sein, wir reden aktuell immer noch über Freiwilligkeit. Aber es ist auch ein bisschen ein lehrertypischer Reflex, in jede Neuerung kleinteilig reelle oder imaginäre Probleme rein zu diskutieren.

    Nebenbei: Arbeitszeiterfassung bedeutet nicht, dass ich kleinteilig Rechenschaft darüber ablege, was genau ich wann und wie lange gemacht habe. Es bedeutet, dass ich mich (am einfachsten über eine App auf dem Handy) "einstemple", wenn ich anfange zu arbeiten und "ausstemple", wenn ich aufhöre. Im Normalfall würde das bedeuten, dass ich mich mit dem Betreten des Schulgebäudes anmelde und beim Verlassen abmelde und mich dann Nachmittags noch mal für 2 Stunden am Schreibtisch anmelde. Das Zeitaufwand liegt bei 5 Sekunden pro Vorgang. (Ich persönlich bin trotzdem kein Freund davon, aber das ist ein anderes Thema.)

    Zum Thema "Materialbeschaffungsfahrten": vielleicht wäre das ja mal ein Anlass, Abläufe zu professionalisieren und notwendige Materialien einfach über die Schule ordern zu lassen.

    Die Tatsache, dass man sich über Fahrten zur Beschaffung einzelner Pakete Papier Gedanken macht, muss auch mal für einen selbst Anlass sein, den Wert den man seiner eigenen Zeit zu misst, zu reflektieren.

    Man kann sich praktisch alles zur Schule schicken lassen, das eine Paket Papier oder Fineliner, das ich so pro Jahr noch zusätzlich kaufe, nehme ich im Supermarkt mit, wenn ich da bin. Mein Schulleiter würde mir - zu recht - den Vogel zeigen wenn ich Fahrtkosten für die Beschaffung von Büromaterial erstattet haben wollen würde.

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