Beiträge von Moebius

    Was mich interessieren würde: wie wäre das Urteil bei einem/zwei, drei Bademeistern ausgegangen?

    Da sind viel mehr Menschen im Wasser. Werden die auch jedes Mal, wenn jemand ertrinkt (und das passiert ja) auf diese Weise verurteilt?

    Ein Bademeister hat nicht die Aufsichtspflicht über die Kinder, sondern nur die Allgemeinaufsicht im Bad, das ist ein riesiger Unterschied. Er kennt die individuellen Kinder nicht und weiß nicht, wer Schwimmer und Nichtschwimmer ist. Du darfst dein eigenes Nichtschwimmer – Kind auch nicht einfach ins Bad schicken und dort unbeaufsichtigt lassen, dann liegt die Verantwortung nach wie vor bei dir und nicht beim Bademeister.

    Ich finde es schon problematisch, dass alle Kinder gleichzeitig im Wasser waren, trotzdem ist es schwer zu beurteilen. Wenn nur 2 von 21 Nichtschwimmern waren, mag man das vielleicht verantworten können, waren es 12 Nichtschwimmer, dann sicher nicht.

    Ich finde auch schwierig, dass die Fachlehrerin und die Referendarin nahezu gleich verurteilt wurden, die Referendarin muss während ihrer Ausbildung hier eigentlich deutlich anders eingeordnet werden als eine fertig ausgebildete Lehrkraft mit Jahren an Erfahrung.

    Ein schuldhaftes Versäumnis sehe ich hier unten Strich schon, dies genau zuzuordnen - dem Land, falls die Vorgaben für den Schwimmunterricht zu lasch sind oder den Lehrkräften, wenn sie sich nicht an die Vorgaben gehalten haben - ist aber nur möglich, wenn man die Vorgaben des Bundeslandes für Schulschwimmen kennt. Aber so oder so ist der Einwand von WillG berechtigt - man kann nicht argumentieren, dass die Bedingungen nicht akzeptabel waren, wenn man vorher nicht dagegen remonstriert hat. (Und gerade wenn ich der Meinung bin, die Bedingungen sind nicht akzeptabel, darf ich auch nicht 21 Kinder gleichzeitig in das Becken lassen.)

    Die Begriffe sind je nach Bundesland unterschiedlich.

    In Niedersachsen sind Quereinsteiger Personen mit einem nicht-Lehramtsstudium, das das für den Vorbereitungsdienst anerkannt wird. Diesen durchlaufen die Kandidaten ganz normal, legen am Ende ein reguläres 2. Staatsexamen ab und sind am Ende uneingeschränkt gleichgestellt zu studierten Lehrämtern und können zB auch verbeamtet werden.

    Seiteneinsteiger sind Personen, die direkt deutlich mehr unterrichten und besser bezahlt werden, als normale Referendare, parallel die Sitzungen im Seminar besuchen um die pädagogische Ausbildung nachzuholen. Diese müssen aber nach 1,5 Jahren keine Prüfung ablegen (können aber auch wieder gekündigt werden, wenn sie für ungeeignet befunden werden), dafür sind sie nicht gleichgestellt mit grundständig ausgebildeten Lehrkräften. Sie können zB nur als Angestellte arbeiten.

    In anderen Bundesländern werden die Begriffe anders benutzt.

    Ist schon lustig, dass hier einerseits Ideen verbreitet werden, wie man eine rot rot grüne Minderheitsregierung ohne parlamentarische oder gesellschaftliche Mehrheit erzwingen könnte und anschließend über mangelndes Demokratieverständnis der Ostdeutschen lamentiert wird.

    Die Linke hat 3 Wochen ihr Momentum und die Verschiebung der übrigen politischen Landschaft genutzt und ein gutes Ergebnis erzählt. Für die nächsten 4 Jahre haben sie eine gute Position, daraus jetzt einen langfristigen Aufschwung zu machen, würde ich erst mal abwarten.

    Man kann ihnen zu gute halten, dass sie mit dem Weggang des Wagenknecht-Fanclubs einen häufen problematischer Leute verloren hat, die CDU hätte das zum Anlass nehmen sollen, den Unvereinbarkeitsbschluss mit der Linken zu überdenken und diesen eher zum BSW wandern zu lassen. Mit Leuten wie Ramelow kann man seriöser Politik machen, als mit Wagenknecht und Putins übrigen Marionetten.

    Ich setze auf SPD, Grüne und Die Linke. Olaf Scholz bleibt Kanzler und Die CDU guckt doof aus der Wäsche, weil sie nichts zu sagen haben wird, denn mit der AFD zusammenarbeiten kann sie nicht.

    Die CDU wird bei allen Abstimmungen entscheiden müssen, ob sie mit der Regierung oder mit der AFD stimmt.

    Bei solchen Diskussionsbeiträgen kann ich nur mit dem Kopf schütteln.

    Zum einen darüber, dass Lehrkräfte eine Demokratievorstellung haben, bei der Parteien mit einem guten Drittel der Wählerstimmen ihre Position durch irgendwelche Tricks gegen die übrigen zwei Drittel erzwingen, zum andern, weil die Haltung ja entlarvt, dass der Kampf gegen die AfD für einen selbst eigentlich nur ein Hebel ist, es geht gar nicht um die AfD sondern darum in der politischen Mitte Positionen durch zu drücken, für die man sonst keine Mehrheiten hätte.

    Damit delegitimiert man letztlich den Kampf gegen die AfD in der Mehrheit der Bevölkerung, dort sind die Menschen zwar bereit sich gegen rechts außen zu positionieren, aber nicht auf Dauer ihre eigenen politischen Vorstellungen abzuschreiben und zu akzeptieren, dass sie von jemandem regiert werden, den sie nicht wollen. Eines der großen Institute hat bei der Nachwahlerhebung auch zur Zusammenarbeit CDU/AfD gefragt, 52% der Befragten sind inzwischen grundsätzlich der Auffassung, dass die CDU mit der AfD zusammenarbeiten sollte. Vielen Dank dafür.

    Glaube ich nicht, dass das immer noch so gilt. Die CDU ist wieder ausreichend weit nach rechts gerückt, die würden sie schon nehmen. Warum Bernd Lucke nicht bei der FDP wieder aufgetaucht ist, frage ich mich schon lange. Und Frauke Petry wäre doch was fürs BSW.

    Ich glaube nicht, das andere Parteien die aufnehmen würden (vielleicht mit Ausnahme des BSW), weil man sorge hätte, dass der politische Gegner das ausnutzt ("Spiel nicht mit den Schmuddelkindern...").

    Das ist aber Teil des Problems mit der AfD, man muss den Leuten, die sich dahin verirrt haben auch wieder einen Ausstieg ermöglichen, ohne sie anschließend zum Paria zu erklären. Aktuell ist das nicht der Fall, wer einmal als prominenter Kopf der AfD bekannt war, wird nirgend wo anders mehr irgendwas, weder in einer Partei noch in einem Unternehmen.

    Grundsätzlich gut: Die Wahlbeteiligung scheint recht hoch zu sein

    Schlecht: Besonders stark steigt die Wahlbeteiligung in den ostdeutschen Bundesländern, wo die AfD stark ist.

    Ich bin im Augenblick nicht gerade optimistisch und weiß gar nicht, ob ich um 18 Uhr einschalten möchte.

    Denkbar wäre übrigens ein Ausgang, bei dem Schwarz-Rot oder Schwarz-Grün genau eine Stimme fehlt, dann könnte der SSW, der eine realistische Chance auf einen Sitz hat, das erste mal in der Geschichte Teil einer Bundesregierung werden.

    80 % von was? Du kannst ja gerne weiter Zahlen erfinden, ich bleibe lieber beim Rechnen.

    Die Zahl war ein Verweis auf das Paretoprinzip. Und ich will damit genau das gleiche sagen, wie du, nämlich dass es Bereiche gibt, in denen eine Reduzierung des CO2-Ausstoßes auf 0 entweder unmöglich oder nur mit völlig überproportionalem Aufwand machbar ist.

    (Und bevor du dich darüber wieder aufregst: mir ist klar, dass das Prinzip und die genannten Prozentzahlen keine wissenschaftliche Aussagekraft hat, der Grundgedanke ist trotzdem oft eine gute Entscheidungshilfe bei der Frage, wie viel Aufwand ich wo investiere.)

    Die Firma, auf die ich mich beziehe arbeitet nicht mit Wasserstoff, sondern mit Lichtbogenöfen, also Strom. Sie erzeugen keinen Rohstahl aus Erz, sondern verarbeiten ausschließlich recycelten Schrott. Ja, mir ist klar, dass das nicht als generelles Modell für die ganze Industrie taugt. Aber im Vordergrund stehen ja bei der Diskussion hier auch wirtschaftlich tragfähige Modelle für den Standort Deutschland und so klein ist der Laden nicht, die Umsätze liegen deutlich oberhalb der Milliarde, soweit ich weiß.

    (https://www.gmh-gruppe.de/standorte/georgsmarienhuette-gmbh/)

    Der Illusion, dass "grün" 100%co2-frei bedeutet, gebe ich mich sowieso nicht hin, 80% muss das Ziel sein, der Aufwand für die übrigen 20% ist so überproportional hoch, dass er besser an anderer Stelle investiert ist.

    Natürlich vereinfacht die Reduktion der Altersstruktur auf Generation X / Boomer / etc. plakativ. Trotzdem haben die politischen Entscheidungen der letzten 25 Jahre die heutige Generation 60+ massiv bevorteilt und die heute unter 40jährigen massiv in den Arsch gekniffen.

    Und natürlich gibt es Rentner, die in Armut leben. Wolfgang gehört definitiv nicht dazu, er gehört zu der großen Gruppe der Generation, die deren heutigen Gesamteindruck der Generation als Profiteure prägt.

    Inhaltlich werden wir hier nicht mehr auf einen Nenner kommen. Müssen wir auch nicht. Speziell in deinem Fall muss ich aber zugeben, dass mich deine Äußerungen hier ärgern und ich erkläre dir auch ganz ungefragt mal warum:

    Du gehörst zu der Generation (aka als Boomer), die für sich das Maximum rausgeholt hat - die Friedensrendite der letzten 25 Jahre maximal ausgekostet, den höchsten individuellen Wohlstand in der Geschichte genossen und gleichzeitig die Hausarbeiten in der Klimapolitik, Verteidigung und in Sachen Rentensystem seit mindestens 20 Jahren nicht gemacht. Das gilt zunächst mal für deine Altersgruppe, aber auch du selber erzählst hier oft stolz, wie mit dir irgendwelchen Steuertricks Vorteile verschaffst, die für die meisten anderen nicht umsetzbar wären und so weiter.

    Die Folgen eurer Versäumnisse schlagen jetzt voll durch und werden den nächsten Generationen das Leben deutlich schwerer machen. Ich erwarte nicht, dass jetzt jeder Rentner in Sack und Asche geht, aber bisschen Demut zeigen und den Opfern des eigenen kollektiven Fehlverhaltens nicht noch von oben herab erklären zu wollen, dass sie sich mal nicht so anstellen und den Gürtel einfach etwas enger schnallen sollen höre ich mir nicht mehr an ohne darauf zu antworten, dass wir eigentlich bei euch anfangen sollten, denn ihr habt uns den Mist eingebrockt.

    Nullwachstum ist ok, weil der Club of Rome das von 50 Jahren mal geschrieben hat? Ok, dann Nullwachstum bitte als erstes durch Einfrieren von Pensionen und Renten.

Werbung