Wieder einmal überdeckt Trumps unmögliche Art die Tatsache, dass die Hintergründe sehr hart kalkuliert sind.
Ihm geht es immer um wirtschaftliche Vorteile.
Im Falle von Kanada und dem Panamakanal geht es um Zölle und Wettbewerb, im Falle von Grönland um Bodenschätze. Man kann sich wahlweise drüber lustig machen oder sich drüber aufregen, aber ich befürchte, dass er in allen drei Fällen das bekommen wird, was er will (und das ist nicht der territoriale Anschluss an die USA).
Und im Falle von Grönland sind die Europäer auch wieder einmal selber schuld, denn es ist seit Jahrzehnten offensichtlich, dass Grönland eine immense strategische Bedeutung haben wird. Aktuell ist ein wirtschaftliches Engagement dort nicht kurzfristig gewinnversprechend, darum kümmern sich die europäischen Firmen nicht darum und wenn sich die Firmen nicht kümmern, kümmert sich Brüssel auch nicht. China hingegen hat das erkannt und in den letzten Jahren einige Milliarden in Rohstoffprojekte investiert, das ist der Grund dafür, dass Trump jetzt aktiv wird.
Statt in Endlosschleife über dem unmöglichen Verhalten von Trump zu kreisen sollten wir uns Gedanken darüber machen, warum Europa in allen langfristigen strategischen Fragen so dermaßen versagt.
(Und ja, es ist durchaus vorstellbar, dass eine Mehrheit der Grönländischen Bevölkerung die Abkehr von Dänemark und die Hinwendung zu den USA als Vorteilhaft betrachtet. Trump wird da geschickt sein und ihnen etwas dafür anbieten.)