Die Verweigerung des Asylrechts an der Grenze halte ich für rechtlich und ethisch fragwürdig.
Das hat auch keiner vor, aber das Asylrecht hat nichts damit zu tun, durch 5 Drittstaaten zu reisen, damit man in dem Land eine Aufenthaltsstatus bekommen kann, in dem man gerne leben möchte. Das gilt sowohl für die USA - jemand der aus Venezuela flieht muss durch 7 Transitstaaten, bis er in den USA ist - wie für Deutschland - die einzige Möglichkeit nach Deutschland einzureisen und einen legitimen Anspruch auf ein Asylverfahren hier zu haben, ist, mit dem Flugzeug. Praktisch alle Menschen, die zu uns kommen, kommen aus wirtschaftlichen Gründen bis zu uns, auch wenn die ursprüngliche Flucht aus echter Gefahr geschehen ist. Das heißt nicht, dass es nicht menschlich nachvollziehbar ist, dass diese Menschen aus ihren Heimatländern fliehen oder dass die Länder auf dem Reiseweg nicht unbedingt die 1. Wahl für ein Asylverfahren sind.
Aber die Menschen mit echtem Anspruch auf Asyl spielen in den Zahlen zur Migration der letzten 15 Jahre überhaupt keine relevante Rolle.
Außerdem ist es nicht zielführend. Die Kandidaten werden einen Weg über die grüne Grenze finden und dann sind sie auch drin.
Und die Tatsache, dass jemand sich nicht an Gesetzte hält, ist eine plausible Begründung dafür, dass man nicht mehr versuchen sollte, sie durchzusetzen?
Die allermeisten Menschen, die aus echten Asylgründen oder vor bürgerkriegsähnlichen Zuständen aus ihrer Heimat fliehen, bleiben übrigens in den Nachbarländern. Bis zu uns oder in die USA schaffen es die jungen oder privilegierten, die entweder die Kraft oder das Geld dafür haben, nicht die wirklich bedürftigen. Sie sehr liberale Migrationspolitik der letzten Jahre hat die Welt kein Stück gerechter gemacht, sie hat lediglich einzelnen Personen Vorteile gebracht.