Beiträge von Moebius

    Wirklich ernste Frage:

    Würdest du sagen, dass die Methode, aus dem Klassenraum mit dem Tablet eine Mail an die jeweiligen Eltern zu verfassen, eine sicherere Methode ist, als von anderen Eltern einem anwesenden Kind einen Zettel mitzugeben, den es der Lehrkraft aushändigt und auf dem von einem Erwachsenen die Abmeldung eines anderen Kindes für den heutigen Tag steht?

    Wir drehen uns im Kreis, oben wurde ausgeführt, dass die Information über die Abwesenheit eine Bringschuld der Schule ist, wenn das Kind nicht abgemeldet ist. In vielen Regionen gibt es nach den geschilderten Fällen (und dort handelt es sich um Fälle an Grundschulen) auch entsprechende Anweisungen der übergeordneten Behörden. Und für die Abmeldung sind die Eltern des Kindes zuständig. Dass das möglich ist, ohne irgendeine Klasse allein zu lassen, lässt sich auch an jeder Schule organisieren.

    Halte für besser, was du willst, siehe Probleme oder nicht (wenn du Probleme siehst, ist es deine Verantwortung, sie abzustellen oder Verantwortliche dazu aufzufordern). Wenn du das nicht tust, sind die Chancen ganz gut, dass dein ganzes Berufsleben nichts passiert, genau so wie fast nie Schülerinnen auf Klassenfahrten versterben (zum Glück). Wenn dann doch was passiert, gibt es eben aber auch nichts mehr darüber zu diskutieren, dass es sich um eine Dienstpflichtverletzung handelt und du dafür gerade stehen musst.

    Und das steht nun mal im offensichtlichen Widerspruch dazu, dass es die zum Teil gleichen Teilnehmer sind, die in diesem Thread meinen, man könne das locker sehen und im Klassenfahrtenthread meinen es wäre eine große Ungerechtigkeit, dass die beiden Lehrkräfte verurteilt worden sind.

    Du gehst also davon aus, dass

    a) ein Dienstgerät vorhanden ist, das auch funktioniert, sodass eine Mail abgesetzt werden kann

    b) das Sekretariat täglich zur Unterrichtszeit bzw. morgens besetzt ist,

    c) Eltern bereit sind, die Mail abzurufen UND zu beantworten.

    Das bildet aber die Realität nicht ab.

    Ich gehe von gar nichts aus, ich kümmere mich um meine dienstlichen Aufgaben so gut wie das unter den gegebenen Umständen möglich ist und überlege mir nicht schon im Vorfeld mögliche Probleme nur um einen Grund zu haben, es gar nicht erst versuchen zu müssen.

    In 90% der Schulen gibt es Rahmenbedingungen, bei denen es möglich ist in irgendeiner Form den Eltern eine Information zukommen zu lassen, wen ein Kind unangemeldet nicht erscheint. Wenn ich an eine Schule der übrigen 10% arbeiten würde, würde ich das zumindest bemängeln und darum bitten, dass da Abhilfe geschaffen wird.

    Aber diese Diskussion geht doch am Problem vorbei, denn ganz offensichtlich fehlen vielen hier ja gar nicht die Möglichkeiten, sondern der Wille, weil man es persönlich irgendwie als überflüssig betrachtet.

    Bei manchen Dingen fehlt mir auch der Wille und manches halte ich auch für überflüssig. Manches davon mache ich dann tatsächlich auch nicht. Aber niemals dort, wo es um Sicherheit der Schüler und Verantwortung meinerseits dafür geht.

    Ob irgendwelche WhatsApp Gruppen existieren spielt überhaupt keine Rolle, weil "Stille Post Spielen" darüber, was wer in irgendeiner privaten WhatsApp Gruppe geschrieben hat, keine Entschuldigung darstellt.

    Jede Lehrkraft in Deutschland sollte irgendein Dienstgerät haben, ob Tablet oder Laptop, damit schreibe ich dann eine Mail an das Sekretariat, das die Eltern anruft, oder ich schreibe die Eltern direkt an, das dauert 30 Sekunden und ist immer noch besser als gar nichts zu machen.

    Es geht darum, dass es Dinge gibt, für die ganz eindeutig die Eltern der jeweiligen Kinder zuständig sind und ich als Lehrer nicht nach eigenem Ermessen entscheide, dass ich das mal ernst nehme und mal stattdessen Hörensagen über andere Kinder akzeptiere.

    Sage ich ja.

    Und da weiß der Lehrer Bescheid, wenn ein Kind sagt: Martina Mama hat meiner Mama gesagt, dass ich sagen soll, dass sie nicht kommt. .... Alarmstufe rot beenden.

    "Martinas Mama hat meiner Mama gesagt, dass es ok ist, wenn sie beim Klassenausflug ins Schwimmbad mitfährt."

    "Martinas Mama hat meiner Mama gesagt, dass sie weiß, dass Martina 3 fünfen auf dem Zeugnis hat und versetzungsgefährdet ist, sie müssen die Unterschrift nicht kontrollieren."

    Du kannst in deinem Kollegium gerne solche Dinge vorgeben, wenn du als Schulleiter den Kopf dafür hinhältst (dann kommuniziere das bitte schriftlich).

    Die KuK, die sich hier im Forum daran orientieren, können sich hinterher aber wohl kaum rausreden mit "Ich habe das so gemacht, wie mir das ein Typ im Internetforum gesagt hat."

    Um entschuldigte oder unentschuldigte Fehlzeiten geht es hier überhaupt nicht, sondern um das unmittelbare Handeln bei nicht abgemeldeter Abwesenheit. Und dass die Schule hier aktiv werden muss ist offenbar nicht nur bei uns eine klare Vorgabe der übergeordneten Behörde. Warum es sich schon aus der Aufsichtspflicht der Schule ergibt, habe ich oben erläutert.

    Eine inhaltliche Argumentation für den gegenteiligen Standpunkt, die über "bisher ist es immer gut gegangen" hinaus geht, habe ich hier noch nicht gelesen und ich fürchte, genau so lange wird diese Haltung auch bestand haben - bis es einmal nicht gut geht.

    Aber es kommt an der Grundschule Regelmäßig vor, dass Kinder von anderen Kindern krank gemeldet werden. ("Martinas Mutter hat gesagt, dass Martina nicht kommt")

    Regelmäßig umprofessionelles Verhalten macht es nicht besser, weil dann die Entschuldigung eines einmaligen Beurteilungsfehlers wegfällt.

    Moment, hattest du weiter oben nicht geschrieben, dass man nur unter bestimmten Umständen hinter dem Kindern hertelefonieren müsse?

    Ich habe oben geschrieben, dass man grundsätzlich immer einen Versuch zu unternehmen hat, die Eltern zu kontaktieren, und dass man, falls dieser Versuch scheitert, dem Einzelfall angemessen damit umzugehen hat.

    Natürlich kann man Klassenfahrten ordnungsgemäß durchführen. Hier ist nichts passiert, wovon vorher nie jemand was gehört hat, es ist schlicht und ergreifend versäumt worden, die gesundheitliche Probleme vorher schriftlich abzufragen oder sich in der Schülerakte selbständig zu informieren.

    Das ist weder Hexenwerk noch eine Zumutung, sondern ein ganz normaler Prozessschritt, der jedes Jahr von zehntausenden Lehrkräften ordnungsgemäß ganz genau so gemacht wird.

    Wir haben hier einen anderen Thread, bei dem zwei Lehrkräfte strafrechtlich verurteilt wurden, weil die Nichtbefolgung vorgeschriebener Prozesse bei der Organisation einer Klassenfahrt zum Tode einer Schülerin geführt hat. Die deutliche Mehrheit der Teilnehmer empfindet das als große Ungerechtigkeit.

    Gleichzeitig wird hier darüber diskutiert, ob man in der Grundschule Entschuldigungen von 9jährigen Kindern für andere 9jährige Kinder akzeptiert oder ob man sich überhaupt irgendwie kümmern muss, wenn morgens ein Kind einfach nicht da ist.

    Arbeitsauftrag a:

    Diskutiere den Widerspruch (Ist aber nur Anforderungsbereich 1, wegen Offensichtlichkeit).

    Arbeitsauftrag b:

    Ein weiterer Teil der Forenteilnehmer, ist der Meinung, Lehrkräfte wären unterbezahlt, da der Beruf mit einem hohen Maße an Verantwortung verbunden ist. Ordne diese Auffassung in das in Teil a aufgeworfene Problemfeld ein (AB 2-3)

    So kommt es zwar öfter dazu, dass mehrere Kinder ein Kind entschuldigen, aber das ist mir lieber, als wenn es unentschuldigt fehlt.

    Es ist Freitag Nachmittag, eigentlich wollte ich mich jetzt nicht mehr aufregen, müssen wir jetzt ernsthaft darüber diskutieren, dass Schüler keine anderen Schüler entschuldigen können?

    Was kommt als nächstes, lasst ihr die Erlaubnis zur Teilnahme an der Klassenfahrt auch alle mal einen nach links geben und vom Sitznachbarn unterschreiben?

    In NRW gibt es gar keine Pflicht, dass hinterher telefoniert werden muss.

    Vorsichtig, diese Pflicht ist keine explizit schulrechtlich geregelte Sache, sondern ergibt sich aus den allgemeinen gesetzlichen Regelungen zur Aufsichtspflicht. Während des Schulbesuches liegt die Aufsichtspflicht bei der Schule, wenn Eltern ihre Kinder morgens auf den Weg dahin schicken, können sie davon ausgehen, dass die Aufsichtsverantwortung damit automatisch auf die Schule übergeht. Die Verantwortung für die Situation, wenn das Kind nicht ankommt, liegt in so einem Fall bei der Schule und nicht bei den Eltern, denn diese haben keinerlei Möglichkeit diese Situation zu erkennen.

    Meines Erachtens ergibt sich aus der gesetzlichen Aufsichtspflicht bereits eine zumindest grundsätzliche Pflicht der Schule aktiv zu handeln, wenn Schüler nicht erscheinen und auch nicht abgemeldet sind. Nur über den Umfang der notwendigen Maßnehmen lässt sich streiten.

    (Ich warte immer noch auf ein Ergebnis, wie das Disziplinarverfahren gegen die Schule mit dem entführten Kind ausgegangen ist, kann aber auch sein, dass man das nicht erfährt.)

    Kann es sein, dass die HUK keine Öffnungsklausel und schon deswegen einen kleineren Pool an ‚Risikofaktoren‘ hat?

    Nein, die HUK nimmt auch an der Öffnungsaktion teil. Historisch war es so, dass die HUK einfach vor ca. 35 Jahren als damalige Variante einer Direktversicherung ohne aufwändigen Vertrieb über provisionsabhängige Vermittler und mit relativ schlanker Verwaltungsstruktur entstanden ist. Sie ist immer noch auf Kosteneffizienz ausgerichtet (hat zB schon sehr früh alle Einreichungsprozesse digitalisiert und automatisiert), aber es ist jetzt auch nicht so, dass zwischen den Kosten zu anderen immer Welten liegen. Es gibt auch andere günstige Versicherer, aber auch einige sehr teure und die fabulieren dann gerne von irgendwelchen Gefahren nicht gedeckter Leistungen bei den günstigen, obwohl es objektiv kaum relevante Unterschiede gibt.

    Naja... man könnte jetzt z.B. die Windkraftbetreiber per Gesetz zu verlässlicher Energielieferung verpflichten. Dann müssten die die entsprechenden Backup-Kraftwerke unterhalten und der Staat nix zahlen.

    Das würde allerdings den Wettbewerb in dem Bereich drastisch reduzieren, faktisch auf die Konzerne, die in der Lage sind auch Großkraftwerke zu betreiben. Das schöne an Wind und Solar ist ja, dass es auch kleineren Firmen oder Beteiligungsgesellschaften ermöglicht, hier Kapazitäten zu schaffen, optimaler weise verbunden damit, dass die Menschen, in deren Nähe das Windrad gebaut wird, auch etwas daran verdienen.

    Diese Unterschiede spielen sich in den letzten 10% des Leistungskataloges ab, individuell mag man Teile davon als wichtig empfinden, dann nimmt man sie beim Vergleich dazu, auch dafür gibt es Rechner.

    (Ich bin seit ca. 35 Jahren bei der HUK, soweit ich weiß ist jede einzelne Rechnung ist in der Zeit voll übernommen worden, von meiner Zahnstange in der Kindheit über Facharztbehandlungen bis hin zu Zahnkronen.)

    Natürlich mag es für einzelne Kunden individuell wichtige Leistungen geben, die nicht immer dabei sind. Aber ein Großteil der weit verbreiteten Sorgen davor, dass die Versicherung irgendwas nicht zahlt, ist einfach ein "Hereinfallen" auf das Schüren diffuser Ängste, durch Versicherungsverkäufer, die "man soll ja nicht das billigste Angebot nehmen" sagen, wenn sie eigentlich "daran verdiene ich nichts" meinen.


    Bei privater Altersvorsorge haben die meisten inzwischen verstanden, dass der Bankberater eigene Fonds statt viel besserer ETFs empfiehlt, weil das eben die Produkte der Bank sind, an denen sie verdient. Versicherungsmakler sind genau so Verkäufer, die das Verkaufen, was für sie selber am sinnvollsten ist.

    Gerade der französische Kernkraftbetreiber ist ein Gegenbeispiel gegen bezahlbare Kernkraft.

    Das ist ein Staatskonzern, der aktuell mit ca. 100 Mrd € eigentlich komplett überschuldet ist und nur darum nicht insolvent ist, weil der Staat für die Schulden bürgt. Er hat in den letzten 20 Jahren ein einziges Kraftwerk neu gebaut, bei dem sind die Kosten komplett aus dem Ruder gelaufen. Die Strompreise sind in Frankreich geringfügig niedriger als in Deutschland, weil die Preise dort politisch gesetzt sind, die Firma müsste deutlich höhere Preise nehmen, die Rechnung wird den Franzosen irgendwann auf irgendeinem anderen Weg präsentiert werden.

    Niemand entscheidet sich aus wirtschaftlichen Gründen für Kernkraft, da kann man noch eher über die Versorgungssicherheit argumentieren. Bei neu errichteter Kraftwerksleistung ist die Kombination aus Windkraft mit Gaskraftwerken als Versorgungsbackup derzeit die günstigste Lösung. Das Problem in Deutschland ist derzeit, dass man für dieses Backup staatlich zahlen müsste, denn alleine für das Einspeisen in Dunkelphasen lohnt sich das Vorhalten der Gaskraftwerke nicht, wenn die Firmen absehen können, dass diese demnächst zu 80%-90% der Zeit still stehen werden.

    Wer eine PKV allein wegen des Preises ohne Vergleich der Leistungen abschließt, hats nicht anders verdient.

    Die wesentlichen Leistungen der PKV sind in Deutschland fast komplett gesetzlich geregelt, bei Beamten noch stärker durch die Vorgaben der Beihilfe. Ein Wettbewerb über Leistungen findet fast ausschließlich über Zusatzleistungen statt. Die einzig relevanten sind da meiner Meinung nach Chefarztbehandlung und Einzelzimmer, der Standart sind Facharzt und Zweibettzimmer. Daneben gibt es noch zu vernachlässigenden Quatsch wie Homöopathie und Akupunktur.

    Natürlich muss man vergleichen, der Basistarif deckt aber bei fast allen PKVs das gleiche Basisangebot ab, Extras muss man sowieso "dazubuchen", von daher ist als erstes der Vergleich über den Preis des Basistarifes schon mal aussagekräftig.

    (Die HUK wird von freien "Beratern" in der Tat nicht empfohlen - weil sie keine Vermittungsprämien an freie Versicherungsmakler zahlt, sie hat einen Direktvertrieb.)

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