Beiträge von Moebius

    Das wird wohl der Knackpunkt sein. Außer Dorfgrundschulen kenne ich keine Schule, die "eigene" Bushaltestellen hätte. Die Schüler verteilen sich auf öffentliche Busse und Bahnen, je nachdem wo sie hinmüssen. Hier fahren keine dezidierten "Schulbusse" zu den Gymnasien oder Berufskollegs.

    In unserer Stadt gibt es 7 Gymnasien, jedes davon hat mindestens eine Bushaltestelle direkt am Haus. Es spielt keine Rolle, ob die Haltestelle auch Teil des offiziellen Streckennetzes ist, entscheidend ist der direkte räumliche Bezug zur Schule.

    Ja. Die Bushaltestelle ist ein öffentlicher Raum, da hat die Schule nichts mit zu tun. Da kann sich dann die Polizei im Zweifel drum kümmern.

    Schulen sind für die Aufsicht der schulischen Haltestellen direkt am Gebäude zuständig und müssen vor der 1. Stunde und nach der 6. Stunde eine Aufsicht stellen. Das ist zumindest in Niedersachsen so Erlasslage, die Schulen denken sich das nicht aus, weil es ihnen Spaß macht.

    Haltestellen, die von den Schülern erst fußläufig angesteuert werden müssen, fallen nicht mehr in den Verantwortungsbereich.

    Sagt der/die Mathe- und Physiklehrer*in. Tablet oder Laptopklassen gibt es an meiner Schule nicht und dann mach mal Kunstunterricht ohne jegliche Farbkopien.

    Da es wohl keinen ersichtlichen Grund dafür gibt, dass in Mathe und Physik grundsätzlich mehr oder weniger Kopien genutzt werde, als in anderen Fächern, nehme ich mal an, dass du auf die Fächer verweist, weil du die besonders hohe Problemlösekompetenz der Mathe- und Physiklehrkräfte anerkennst.

    Ich unterrichte grundsätzlich gerne und mag den Umgang mit SuS. Anstrengend sind manchmal die Rahmenbedingungen und was zumindest mich zunehmend belastet, sind innenschulische Entwicklungen, die von Einzelpersonen oder kleinen Gruppen betrieben werden und denen man faktisch ausgeliefert ist. Und da finde ich besonders problematisch, dass es faktisch keine Möglichkeit gibt, den genauen Arbeitsplatz mal selbstgesteuert zu wechseln.

    Ich habe keinen Drang "heraus" aus meinem Beruf, aber wenn man ehrlich ist, hängt die Berufswahl doch einfach mit vielen Zufällen zusammen, die gerade eintreffen oder nicht eintreffen, wenn man 19 ist. Ob ich noch mal an der gleichen Stelle landen würde, kann ich gar nicht sagen. Ganz sicher geht es Lehrkräften nicht generell viel schlechter als anderen Berufsgruppen, wie man einzelne Dinge persönlich empfindet, ist aber sehr individuell.

    Wie gut oder schlecht das Gehalt ist, hängt sehr von den Fächern ab. Viele alte Schulfreunde mit ähnlichen Schwerpunkten und Leistungen wie ich, verdienen deutlich sechsstellig, weil sie sich für ein Fachstudium Physik oder Informatik entscheiden haben. Trotzdem bereue ich in der Hinsicht nichts. Und wer seinen fachlichen Schwerpunkt im sprachlichen oder gesellschaftswissenschaftlichen Bereich hat, wird ganz nur in extremen Ausnahmefällen außerhalb der Schule besser bezahlte Berufe finden, die er mit ähnlichen Kompetenzen und Aufwand machen könnte.

    Ob es da wohl Abstufungen nach Bildungsgrad gibt? Ernstgemeinte Frage, muss ich später mal recherchieren.

    Ich meine, dass es sogar eine sehr starke Korrelation höherer Bildungsgrad <-> geringere Scheidungsquote gibt, einen Beleg könnte ich jetzt aber auch nicht ohne Recherche aus der Tasche ziehen.

    Anekdotisch würde ich behaupten, dass Lehrkräfte überdurchschnittlich oft geschieden werden. Nur meine Beobachtung

    Oft genug sorgt da ja auch eine Scheidung für direkt zwei geschiedene Lehrkräfte, das verfälscht die Statistik.

    Die Formulierung "finanziell nach oben geheiratet" finde ich schon befremdlich.

    Ist nichts anderes vereinbart, gilt in Deutschland sowieso die Zugewinngemeinschaft. Wenn ein Partner vor der Ehe schon ein Haus hatte, behält er es auch nach einer Scheidung alleine. Aber alles, was man innerhalb der Ehe erwirtschaftet ist gemeinsamer Zugewinn an dem natürlich beide gleichermaßen partizipieren sollten. In Eheverträgen kann man kleinere Details regeln, aber an diesem Grundprinzip gibt es für mein Verständnis nichts zu rütteln.

    Diese Dinge sind in Deutschland alle gesetzlich geregelt, durch einen Ehevertrag lässt sich eine anteilige Übertragung der Altersversorgung im Rahmen eines ehelichen Zugewinns nicht ausschließen, denn sonst müsste der Steuerzahler für für den finanzschwächeren Scheidungsteil aufkommen. Die Übernahme einer gegenseitigen Versorgungspflicht in gewissem Rahmen ist nun mal ein elementarer Bestandteil der Ehe.

    Zumindest ist das mein Kenntnisstand, verbindliche Antworten gibt es nur bei einem Anwalt.

    Danke für die freundliche Antwort, aber diesen Teil verstehe ich nicht:“oder mit der Differenz um die die Strecke länger als die Fahrt zum Dienstort ist von zu hause.“ Ich spreche nur Beamtendeutsch ;)

    Das war Beamtendeutsch aus dem Beamtenhandbuch.

    Bedeutet:

    Wenn du von zu hause zum Seminar 20 km fahren müsstest aber direkt zum Besuch nur 10 km fährst, kannst du nix abrechnen. Fährst du 30 km kannst du 10 km abrechnen.

    Fahrkostenabrechnung erfolgt vom Dienstort oder mit der Differenz um die die Strecke länger als die Fahrt zum Dienstort ist von zu hause. Dienstort als Fachleiter ist das Seminar.

    Der Kerngedanke ließe sich wohl auf einer DinA4 Seite als Gesetz formulieren:

    Unternehmen müssen alle vernünftigen Maßnahmen ergreifen um sicher zu stellen, dass keine Produkte aus Zwangsarbeit in ihre Lieferketten gelangen, wenn das doch passiert, wird eine erhebliche Strafzahlung fällig, die so hoch ist, dass er das "weggucken" wirtschaftlich unattraktiv macht.

    Ich glaube, das würde jeder unterschreiben.

    Wenn dann aber im Gesetzgebungsverfahren auf einmal solche Sachen wie "klimabezogene Sorgfaltspflicht" diskutiert werden, ist schon klar, dass jeder versucht seine persönlichen Interessen mit rein zu bringen.

    Man diskutiert immer wieder über Flüchtlingsströme. Die schlechten Lebensbedingungen vor Ort sind mit ein Treiber für Migrationsströme.

    Aber nicht aus den Ländern, für die das Lieferkettengesetz relevant sein wird (China, Indien, Indonesien, Bangladesch).

    Wirklich niemand spricht sich gegen das Ziel aus, dass die Arbeitsbedingungen in den Herkunftsländern besser werden sollen.

    Es kann aber auch niemand beurteilen, ob das Gesetz dafür wirklich geeignet ist.

    Die Möglichkeit der Telefonüberwachung wurde in Deutschland mit dem Argument der Terrorismusbekämpfung durchgesetzt, spätere Auswertungen haben ergeben, dass sie überwiegend bei dem Verdacht von Steuerdelikten eingesetzt wurde. Die Vorratsdatenspeicherung wird immer wieder mit ähnlichen Argumenten gefordert, auch sie wurde, als es sie zwischenzeitig gab, hauptsächlich bei Urheberrechtsverstößen genutzt. Und wie ich oben genannt habe, gibt es auch bei dem Lieferkettengesetz Bestrebungen, dort ganz andere Sachen als reine Arbeitsbedingungen ab zu decken.

    Man kann übrigens gerne für ein Lieferkettengesetz sein, ich glaube auch, dass es letztlich kommen wird.

    Meine Kritik richtete sich gegen die Art des politischen Diskurses.

    Moebius , du hast doch auch von nichts so eine Ahnung, dass du bis in letzte Konsequenz alle Folgen beurteilen kannst, das kann niemand.

    Ich bin durchaus in der Lage zu differenzieren, wann ich Inhalt und Folgen politischer Maßnahmen ganz gut beurteilen kann und wann nicht. Bei dieser EU-Gesetzgebung ist mit Sicherheit letzteres der Fall. (Und relativ offensichtlich habe ich von dem Gesetz mehr Ahnung als du, denn ich habe zumindest schon mal versucht, mich über seinen genauen Inhalt zu informieren.)

    Du beschimpfst hier aufs übelste die Minister der FDP, vor ein paar Wochen haben Teile der Landwirte mit Herrn Habekck ähnliches gemacht, bei Frau Bährbrock passiert das aus der Ecke ihrer politischen Kritiker regelmäßig. An der Normalisierung dieses Umgangs wirkst du mit und das als jemand, der per Amt und Auftrag eigentlich das Gegenteil tun sollte. Ich bin mir ziemlich sicher, dass du die erste bist, die rechtschaffend empört ist, wenn Politiker in ähnlicher Weise angegangen werden, die Dinge vertreten, die deiner Überzeugung entsprechen.

    Ich kann auch nicht beurteilen, wie problematisch das Lieferkettengesetz ist und ob die FDP hier richtig handelt.

    Bei einem kurzen Versuch, sich objektiv über dessen Inhalt zu informieren landet man ziemlich schnell in einem Chaos von verschiedenen Dingen, die offenbar von unterschiedlichen Seiten in das Gesetz gebracht werden sollten, von Arbeitsbedingungen für Beschäftige bis hin zu Klimasparsamkeit bei der Produktion.

    Es ist auffällig, dass gerade der ÖRR sehr schnell und platt gegen die FDP schießt. Noch auffälliger ist das für mich bei der Schuldenbremse, bei der gerne so getan wird, als ob alleine die FDP Deutschland in den Abgrund sparen möchte. Dabei blendet man dann gerne aus, dass eine Mehrheit der Bürger die Schuldenbremse befürwortet und das Fehlen einer solchen (zumindest einer wirksamen) eine zentrale Ursache für die größte Krise der EU und das anschließende Erstarken des Populismus in Europa war.

    Und ich finde es leider bezeichnend, dass Quittengele hier einerseits offen sagt, dass sie das Gesetz inhaltlich nicht beurteilen kann, sich aber trotzdem nicht davon abhalten lässt, Menschen alleine aufgrund der Abweichung von ihrer persönlichen, subjektiven Meinung als

    hinterlistigen, geldgierigen, schmierigen, egoistischen Individuen in der Regierung

    zu beschimpfen.

    Ich bezweifle, dass irgendwer hier beurteilen kann, welche Folgen das Gesetz genau hätte und ob es gut gemacht ist. Ich glaube, das gilt auch für die meisten Journalisten, die sich reflexhaft hinter die gute Absicht hinter dem Gesetz stellen.

    Auch wenn es so verkürzt wird, kann die FDP das Gesetz übrigens nicht alleine verhindern, derzeit läuft es auf eine Enthaltung Deutschlands bei dem Gesetz hinaus, eine ausreichende Mehrheit ist auch bei Enthaltung Deutschlands grundsätzlich möglich.

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