Beiträge von zreamo

    Sorry, aber deine Aussagen sind nichts Halbes und nichts Ganzes. Wenn es so leicht ist, zeiteffektiv zu bewerten, dann müssten 15 Schüler für dich kein Problem sein. In der Grundschule musste ich das für 25 machen. Was ich dir und allen Förderschullehrern zu Gute halten muss ist die absolut witzlose Zeit, die ihr in den Klassen sein könnt. Andererseits hat ein Nebenfachlehrer mit zwei Stunden in der Woche auch nicht mehr Zeit, um wirklich alle Schüler ausreichend beurteilen zu können.


    Ich habe 100 Schüler, die ich sechsmal im Jahr in Klassenarbeiten korrigiere. Der Zeitaufwand pro Schüler beträgt also je nach Jahrgang 30 bis 120 Minuten im Jahr. Ich nehme mir für die Zeugnisse der I-Kinder deren schriftliche Arbeiten vor und schaue, wie gut sie die Sachen konnten. Das könnte der Förderlehrer aber genauso machen. In den Nebenfächern kann man nicht von einer qualifizierten Beurteilung sprechen.


    Die ESE-Kinder sind zielgleich, aber sie machen mehr Arbeit als die "normalen" Schüler, was im Umkehrschluss bedeutet, dass bei genügend Gutachten in einer Klasse interveniert werden müsste. Es ist nicht leistbar für Einen die Regelschüler zum Abschluss zu führen, ESE-Schüler zur Ruhe zu bringen und Förderschüler mit der gleichen Aufmerksamkeit wie in der Förderschule zu betreuen und zu bewerten. Und es ist mir schleierhaft, wie du denken und schreiben kannst, dass in Regelschulen keine Förderschulen aufgebaut werden. Ich habe bereits in Klassen mit 3 I-Helfern gearbeitet und einer ist in den meisten I-Klassen bei uns Standard.


    Es sind meine Schüler. Sie werden in meiner Klasse tolerant behandelt und ich bringe meinen Schülern immer bei, dass jeder Jeck anders ist, sie werden im gleichen Stoff unterrichtet undi m Rahmen der Zeit gefördert und differenziert, aber sie gehören oft nicht an meine Schule, weil sie nicht in dem Umfang und in der Qualität beschult werden wie Schüler in Förderschulen.

    Das frage ich mich jeden Tag. Die L Kinder sind oft die harmlosesten. Schlimmer sind die ESE Kinder, von denen es neben den 2 mit Förderstatus auch noch X gibt, die ihn nicht haben, aber dringend brauchen könnten. Dann Kinder, die sich nicht konzentrieren können, Flüchtlinge mit Traumata. Ist auf jeden Fall kein leichtes Brot, das wir da kauen.


    Die Tipps werde ich mal vorsichtig angehen. Danke.

    Würfelst du die Noten der Regelschüler? Bewertet wird anhand von Kriterien. Was hat der Schüler inhaltlich erarbeitet, was war Zielsetzung und wieviel davon hat er erreicht? Grundlegendes Handwerk ALLER Lehrer. Jammern ist da vollkommen unangebracht

    Wenn ich würfeln würde, wäre meine Arbeit nur ein Zehntel. Ich habe dieses Jahr zu 8 Kindern Bemerkungen in Hauptfächern und zu zweien in je drei Nebenfächern schreiben müssen. Dazu habe ich 100 Kinder, die ich in mehreren Fächern auch mit meinen Notizen bewerten muss. Und ich wurde nie geschult, das zu tun und habe lediglich durch meine 4 Jahre in der Grundschule eine halbwegs brauchbare Bewertungskompetenz in Kompetenzen erhalten. Denn Regelnoten basieren auf gezeigter Leistung. Klassenarbeiten die Hälfte. Die andere Hälfte Vorbereitung (Hausaufgaben, Plakate, Referate), Mitarbeit, Arbeit in den Stunden, Arbeit in Gruppen und Paaren. Es geht nicht um zu erwerbende Kompetenzen in erster Linie. Diese bei einem Förderschüler nachzuhalten ist mit erheblich mehr Zeitaufwand verbunden und kann bei der Klassengröße auch oft genug nicht geleistet werden, da mein Hauptgeschäft die Gruppe und nicht der Einzelne ist.

    Klar, wenn der Verdienst unterschiedlich ist, ärgert man sich natürlich etwas mehr in schlecht funktionierenden Teams. Den Unterschied hat aber der Dienstherr verschuldet und nicht die Förderschullehrer.

    Da gebe ich dir absolut Recht und das ist mir trotz meines Frustes auch bewusst.


    Den Geschäftsverteilungsplan muss ich mal anregen. Das ist wirklich etwas, das bei uns noch nicht so gut läuft. :-(


    Krabappel, wie habt ihr es denn geregelt? Erzähl mal ein bisschen. :-)

    Im Referendariat wird man schließlich nicht direkt ins kalte Wasser geworfen. Ganz im Gegenteil: die ersten und vereinzelten eigenen Unterrichtsstunden oder Teilstunden werden meist sorgsam vorher geplant mit Mentoren. Ich denke dafür gibt es auch gute Gründe.

    Ja, das kann passieren. Nach meinen eigenen Erfahrungen und den Erfahrungen, die unsere LAA aus dem Seminar mitbrachten, kannst du die sorgsam geplanten Stunden mit Mentoren meist knicken. :-(

    Hallo,


    ich habe in der SuFu nichts gefunden, aber ich arbeite seit zwei Jahren in einer Inklusionsschule und habe mir auch bevorzugt den Unterricht der Inklusionsklassen ausgesucht.


    Nun ergibt es sich aber so:


    Wir haben eine alteingesessene Förderkraft und hatten im letzten Schuljahr einige abgeordnete Kolleginnen.
    Die letzten Förderlehrer waren angepinkelt, weil die Regellehrer sie nicht genug informiert haben. Klar, sie waren nicht immer im Unterricht. Wenn sie da saßen, saßen sie meist in der Ecke hinten und haben "hospitiert". Die Klassenarbeiten habe ich konzipiert und sie wollten dann meine Arbeit abändern. Deshalb sollte diese ein paar Tage vorher fertig sein. Die Korrektur habe ich dann auch meist übernommen (allerdings auf eigenen Wunsch). Im Zeugnis sollte ich dann 10-12 Zeilen Bemerkung für ein Hauptfach schreiben. Ich möchte niemandem zu nahe treten, aber ich als kleiner A12er habe in meinen Augen mehr gearbeitet als die A13er und ja, das ist auch ein Druck auf die Tränendrüse und musste mir die Bewertungskompetenz unentgeltlich noch obendrein aneignen, um Zeugnis über meine Inklusionsschüler abzulegen. ;-)


    Ich wollte mal fragen, ob das an anderen Schulen (ich bin an einer Realschule im Brennpunkt mit hohem Migrationsanteil) ähnlich läuft oder ob es auch positive Beispiele gibt und Best Practices, die sich bei uns auch etablieren lassen? Ich möchte auch kein Feuer oder Öl in Feuer. Es geht mir einfach um die Sichtweisen beider Seiten (wenn möglich).

    Zreamo, ich befürchte, du verwechselst gerade was. Dass Kinder mit einer Hauptschulempfehlung auf die Realschule gehen, hat nichts mit Inklusion zu tun.


    kl. gr. frosch

    De Facto leider doch, weil viele dieser Kinder kein Fördergutachten haben, aber dringend eins bräuchten. Dass Inklusion nur die Kinder mit Fahrschein einschließt, ist mir klar. Aber das spiegelt sich nicht in meiner Realität in Bonn Tannenbusch wider.

    @Joan Da hängt ja manchmal noch ein bisschen mehr dran als nur das Wollen. Meine Schule würde gerne einen Studenten (im Moment mit der Produktion einer Masterarbeit beschäftigt) halten und ihn als Referendar an die Schule holen. Wenn danach aber keine Stellen auszuschreiben sind, wird er auch weiterziehen müssen.
    Eine andere Aushilfe konnten wir nicht halten, weil andere Schulen ausschreiben durften und wir nicht. Und nun, wo zwei Lehrer gehen, dürfen wir immer noch nicht ausschreiben.


    Ich wünschte manchmal, ich hätte während des Studiums schon in Schulen gejobbt. Das hätte mir Vieles im Ref erleichtert und mir den Praxisschock ersparen können.


    Ich möchte an die TE aber noch richten, dass es tierisch anstrengend wird. Mein Kollege sieht oft sehr erschöpft aus.

    Ich bin gelernter Grundschullehrer und arbeite aber seit 7,5 Jahren in Realschulen. Ich darf also über beide lästern. :-D SPAß!!


    Grundschullehrer sind durch ihre Ausbildung und die Berichtszeugnisse bzw. die Ankreuzzeugnisse (im weitesten Sinne Individualzeugnisse) besser geschult, die Kinder im Blick zu haben. Die Sekundarlehrer können sich nicht mehr darauf verlassen, dass ihre eigentliche Schulform bedient wird mit den Regelschülern und schon gar nicht mit den Förderschülern.


    Daher der Ruf nach mehr Lehrern in den höheren Klassen (meiner Meinung nach). Die Realschule ist zum Beispiel auf dem Weg eine Hauptschule zu werden. In meiner Schule haben gut ein Drittel der Schüler eingeschränkte Realschulempfehlungen oder nur Hauptschulempfehlungen. Jeder versucht, an die vermeintlich beste Schule zu kommen. Damit werden diese aufgeweicht und es entsteht ein Förderbedarf.


    Ich bin eigentlich ein Freund der Inklusion, aber nicht um jeden Preis. Es gibt einfach Kinder, die nicht inklusiv beschulbar sind und die den Regelschülern so viel Lehrer-Aufmerksamkeit klauen, dass Lehrer keinem gerecht werden können. Ich finde, das hat nichts mit Kompetenz zu tun, sondern ist ein Ding der Unmöglichkeit, auf der einen Seite Vergleichsarbeiten zu schreiben und dann ggf. die Verantwortung für schlechte Ergebnisse übernehmen zu müssen und andererseits jeden und alles inkludieren zu müssen.

    Liebe Lehrerinnen und Lehrer,


    für eine Umfrage im Bereich Schulmarketing hätte ich gerne 10 Minuten eurer Zeit:


    Es geht um eine/eure Schulhomepage. Bitte besucht sie und füllt folgenden Fragebogen aus.
    Die Daten werden natürlich anonym behandelt. Es geht nur um eine breite Streuung der Schulen, die ich mit meinen Kommilitonen nicht erreichen kann.


    https://www.umfrageonline.com/s/3d4782f


    Vielen Dank!


    Oliver

    Mollum: Ich darf als Bonner auch nicht Weiberfastnacht frei machen. Es gibt Brauchtümer, die einfach nicht genehmigt werden können. Zumal die Schüler ja auch nicht unbedingt auf das Fest sollen, was schwer zu vermitteln ist.


    An deiner Stelle würde ich den Unterricht machen und dann auf das Fest gehen.

    Hallo,


    ich möchte die Schulleitungsqualifizierung und das Eignungsfeststellungsverfahren in NRW beleuchten und suche nach Menschen, die mit Schulleitung zu tun haben und diese Verfahren durchlaufen haben oder gerade durchlaufen und möglicherweise nicht durchlaufen haben, aber dennoch Schulleitung spielen müssen.


    Hintergrund ist eine Hausarbeit im Studium Bildungs- und Wissenschaftsmanagement. Ich würde gerne wissen, ob die Aufgaben von Schulleitung trotz oder ohne Fortbildung ein Sprung ins kalte Wasser waren. Gab es irgendwo Hilfen oder schon im Vorfeld Qualifizierungen? Ist Schulleitung auch learning by doing? Was fehlt einem dennoch und in welchen Bereichen?


    Ich würde hier gerne Interviews führen (kurz und anonym). Vielleicht finden sich hier ja einige Freiwillige oder ihr kennt wen, der jemanden kennt.

    Lass das Kind halt malen.
    Die Kinder lernen, was sie können und wollen, wenn sie soweit sind.


    Ich habe gute Erfahrungen damit gemacht, dass die Kinder einfach bei den anderen sitzen und sehen, was die machen. Wenn die Kinder dann noch ein bisschen miteinander reden dürfen, kommt vieles von alleine. Unterstützend Material für den Schreibprozess, damit die Buchstaben gelernt werden.


    Außerdem kann Grundschulmaterial sicherlich helfen. Anlauttabellen. Aber ein Kind ohne Alphabetisierung und Deutschkenntnisse braucht vor allem viel Aufmerksamkeit und Zuwendung.

    Ich probiere es zumindest. Außer bei Dingen, die mit einer Lehrerrolle nicht vereinbar wären, wie Schüler mit Paintball-Gewehren abschießen oder in den Schwitzkasten nehmen. Authentisch wäre es manchmal, dies zu tun. ;)


    ... sieht gutes Verhältnis zu Schülern nicht als Anbiedern an.

    Für mich sind die Schüler, die mal eine Frage stellen toll. Ich antworte gerne so knapp wie möglich und so ausführlich wie nötig, wenn es wirklich etwas Sinnvolles ist in meinen Augen.
    Die Schüler danken mir diese Nachlässigkeit an anderer Stelle wieder.


    Da ich in Realschulen in Brennpunkten arbeite, ist diese Beziehungsarbeit ganz wichtig geworden. Und wenn man den Schülern mit Begeisterung auf ihre Fragen antwortet, nehmen sie auch die Motivation für das eigene Fach ab und lassen sich ein bisschen mehr drauf ein.


    Ansonsten sind motivierte Schüler tendenziell schon weniger geworden. Vermutlich wird diese Generation die nächste Autoritätsgeneration, weil sie keinen Bock hat, die eigenen Interessen sehr weit nach hinten zu stellen. Das werden dann die Kinder spüren.

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