Beiträge von Wolfgang Autenrieth

    Irgendwie erscheint mir die Diskussion um kranke Kinder absurd - denn das Hauptproblem bei der Abordnung in entferntere Gebiete liegt am Zeitfaktor:

    Mit Kind kommt man nicht mehr rechtzeitig vor Schließung der Kita an, um das Kind abzuholen - oder kann es nicht zur Öffnungszeit dort "abgeben".

    BTW: Dieses latente Bashing der KuK mit Kindern ist doch seltsam. Eigentlich wollen doch alle Lehrkräfte Kinder.
    Von Erwachsenenbildung kann man nicht leben - zumal diese auch nicht als solche vom Mars herabgebeamt werden. ;)
    Auch der "Import" von "beschulungsfähigem Material" wird von den KuK, die sich hier lautstark melden rigoros abgelehnt.

    Große Industriefirmen machen es vor, wie man mit Eltern und deren Kinder umgehen sollte. Sie installieren im Betrieb eigene Horte und private Grundschulen mit Ganztagsbetreuung. Und schicken Mitarbeiter mit Kindern nicht zur Konkurrenz.

    Oh, da steckt viel Arbeit hinter. Danke sehr!

    flip

    Es hat sich "so ergeben" ;)
    Am Beginn war es ein Menuesystem für meine Schüler im Computerraum und - claro - auch für mich. Dann hab' ich das auf 3,5-Zoll-Diskette an KuK weitergegeben. Als in meinem Telefon- und Internettarif eine Inklusiv-Domain enthalten war, hab' ich das dort hineinkopiert. Dann sind die Zugriffszahlen explodiert. Zu der Zeit gab es noch Bücher mit dem Titel "Linktipps für Schüler und Lehrer" ;)

    Aus jener Zeit stammt auch noch der Eintrag beim Deutschen Bildungsserver - der lange überholt ist. Da werden noch 3000 Links erwähnt. Nun sind es mehr als 20.000 - und in der Zwischenzeit über 40 Mio. Zugriffe ;)
    https://www.bildungsserver.de/onlineressourc…ourcen_id=21353

    Man muss scheinbar erstmal eine andere Sprache richtig beherrschen, bevor man Deutsch lernen kann 🤣🤣🤣 zumindest wird das hier ja postuliert. Keine Ahnung wo diese Ansicht herkommt und wieso das die Sprache der Eltern sein muss.

    Meine Erstsprache war schwäbisch. ;)
    Ich bezweifle jedoch, dass Antimon so gut schwyzerdütsch beherrscht, wie ich die deutsche Schriftsprache. ;)

    Es gibt muttersprachlichen Unterricht der über Lehrer der jeweiligen Länder im Auftrag der Botschaften in mehreren Städten erfolgt. Dieser findet nachmittags statt. Wer will kann sein Kind anmelden.

    Warum sollen meine Kinder Türkisch lernen? Warum soll dies im deutschen Bildungswesen finanziert und durchgeführt werden?

    Das ist doch überhaupt nicht die Frage...
    Muttersprachlicher Unterricht, der an Schulen von der türkischen Botschaft angeboten wird, ist jedoch oft verkappter Islamismus- und Huldigungsunterricht. Das widerspricht unserer säkularen Verfassung und hat im reinen Sprachunterricht keine Berechtigung.
    Aus diesem Grund werden in Ba-Wü zwischenzeitlich Lehrer für islamischen Religionsunterricht auch an deutschen Hochschulen ausgebildet.

    War es nicht so, dass Deutsch in Deutschland Landes- und Literatursprache ist? Ist das neuerdings Arabisch oder Ukrainisch? Klär mich auf, wenn ich was verpasst habe.

    Was dir scheinbar nicht in den Sinn kommt ist, dass die Rückkehr ins Heimatland nach Ende der Bedrohungslage erklärtes Ziel ist.
    Die Sprache des Heimatlandes in Wort UND Schrift zu beherrschen ist eine Voraussetzung für einen erfolgreichen Neustart.
    "Unsere" Türken sprechen oft einen regionalen Dialekt, der zudem von eingesprenkelten deutschen Idiomen durchsetzt ist. Schriftsprachlich dürften die hier aufgewachsenen Kinder wohl in der Türkei keine Geschäftskorrespondenz oder wissenschaftliche Hausarbeit verfassen können - es sei denn, die Eltern investieren massiv in Hausunterricht. Bei Kindern aus Syrien und der Ukraine kommt das andere Zeichensystem erschwerend hinzu.

    Und ja. Für die Menschen aus der Ukraine Geflohenen ist Ukrainisch Landes- und Literatursprache. Wenn hier am Unterricht gespart wird, wird die Heimkehr erschwert. Im gegensatz zu manchen anderen Flüchtlingen sind die meisten Ukrainer nicht gekommen, um zu bleiben.

    In der Tat, ich bin dafür, dass ukrainische, syrische, afghanische Kinder AUCH Unterricht in ihrer Muttersprache haben sollten.

    Hessen erprobt Türkisch im Schulversuch, finde ich gut!

    Ohne Zweifel.
    Ich bin auch dafür, ihnen schnellstmöglich Schulabschlüsse und eine berufliche Ausbildung zu ermöglichen. Auch - und besonders im handwerklichen Bereich. Irgendwann ist Friede. Und dann werden Fachleute für den Wiederaufbau benötigt - mit guten Sprachkenntnissen in ihrer Herkunftssprache. Die Entwicklungshilfe beginnt heute und hier.

    Das bedeutet nicht, die Migranten auf diesen Bereich zu fixieren. Auch wenn hier wieder der "Anekdotenvorwurf" kommt:
    In Klasse 7 kam ein Schüler aus Syrien in meinen Unterricht - ohne Sprachkenntnisse. Über Förderunterricht und Schulbeleiter hat er den Hauptschulabschluss geschafft. Vor knapp einem halben Jahr hat mir sein Schulbegleiter - der noch immer Kontakt zu ihm hat - mitgeteilt, dass er nach Abschluss der 2-jährigen Berufsfachschule und dem beruflichen Abitur nun Wirtschaftswissenschaften studiert.

    Ein kleines "Schmankerl" für Antimon - und wen es sonst betrifft:

    Zitat

    Im Jahr 1849 unternahmen Dmitri Mendelejew und seine Mutter eine lange Reise von etwa 1300 Meilen von ihrem Heimatdorf in Sibirien nach Moskau, um eine bessere Bildung für ihn zu finden. Mendelejew bewarb sich an der Universität Moskau, wurde jedoch abgelehnt. Entschlossen, seine Ausbildung fortzusetzen, reisten er und seine Mutter weiter nach Sankt Petersburg. Dort wurde er an das Zentrale Pädagogische Institut aufgenommen, wo er Mathematik und Naturwissenschaften studierte. Während seiner Studienzeit führte Mendelejew eigene Experimente durch und veröffentlichte seine ersten wissenschaftlichen Arbeiten.

    Mendelejews Mutter spielte eine entscheidende Rolle in seiner Bildung und unterstützte ihn trotz vieler Hindernisse und Herausforderungen. Seine unermüdliche Hingabe und sein Wissensdurst führten schließlich zur Entwicklung des Periodensystems der Elemente, für das er heute berühmt ist.

    Fundstück auf der FB-Seite "Wissen macht den Unterschied"

    MEINE Situation ist eine ganz andere. Ich BIN für den Staat, in den ich ausgewandert bin, offensichtlich ein Zugewinn.

    Das sind die Migranten im Restaurant ebenfalls. Ohne sie hätte ich mein Essen nicht bekommen. Ob sie diese Arbeit bis in die Ewigkeit erledigen, ist deren Sache. Ich habe auch nicht bis heute in der Gastronomie gearbeitet. Das war ein Job, um über die Runden zu kommen. Daraus zu schließen, dass ich die Menschen, die ich im Restaurant gesehen habe, unqualifiziert dafür halte, andere Tätigkeiten auszuüben ist eine üble Unterstellung.
    Ich halte es jedoch für lobenswert, dass sie sich nicht - wie manche biodeutschen Zeitgenossen - auf Hartz4 (rsp. "Bürgergeld") einrichten.

    Ach was. Nahe 100 % aller Migranten aus Portugal sind keine Akademiker.

    Aber 50% der "Migranten" in der Schweiz, die aus Deutschland zugewandert sind, besitzen einen Tertiärabschluss. (Quelle hatte ich bereits verlinkt) Die restlichen verfügen vermutlich über genug Kapital. Ich kenne da drei Sprösslinge aus unserem Ort, die ihren Firmensitz in die Schweiz verlagert haben.

    Und was will deine Anekdote uns sagen? Dass die Bezahlung im Gastgewerbe so schlecht ist dass man ohne Migranten nicht klarkommen würden?

    Oder dass man nur dort Jobs bekommt weil die Gegend (Bodensee) oder die Nachbarn (Schweiz) dies erlauben?

    Ganz einfach:
    Das soll dir sagen, dass diese Menschen sich nicht auf Bürgergeld ausruhen, sondern in Jobs arbeiten, für die Bedarf besteht - und für die sie geeignet sind. Deine Ansicht über die Jobs im Gastgewerbe ist schon auch herabwürdigend. Ich hatte mir mein Studium auch nebenbei als "Barkeeper" und "Seelen- und Räuberfrühstück-Verkäufer" finanziert.

    Ich habe mir heute im Restaurant meiner Wahl ein Mittagessen gegönnt. Es ist ein bekanntes Ausflugslokal mit angeschlossenem ***+-Hotel.

    -Der Kellner konnte kein Schwäbisch, sondern nur Schriftdeutsch.

    -Der junge Mann, der das Salatbuffet aufgefüllt hat, sah irgendwie arabisch aus.

    -Der junge Mann an der Hotelrezeption hieß Aleman mit spanischem Nachnamen. Ich hab' ihn dann darauf angesprochen, dass sein Vorname ja perfekt zu unserer Gegend passe. Er meinte zuerst, dass ich "Alemannia" (Deutschland) meine. Ich musste ihn dann belehren, dass "Alemannia" der ursprüngliche Name für das Großherzogtum Schwaben im frühen Mittelalter war.
    BTW: Er stammt aus Gran Canaria.

    Wie viele andere Kollegen im Hotel aus Kroatien, Italien oder Syrien arbeiten, weiß ich nicht. Es sind sicher einige. Das Lokal hat ca. 40 Beschäftigte. Darunter auch viele Schwaben sowie einige Migranten aus Baden, die als Wirtschaftsflüchtlinge zu uns gekommen sind. ;)

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