Meine bessere Hälfte zum Beispiel arbeitet als Sachbearbeiterin in einem Versicherungskonzern. Bei weitgehend industrialisierten Arbeitsprozessen in Großunternehmen sind tiefergehende Excel-Kenntnisse überflüssig.
Nun - in einer derartigen "Position", in der immer wieder kehrende Abläufe abgevespert werden, magst du Recht haben.
Ich habe über mehrere Jahre hinweg Anwenderschulungen für die Handwerkskammer und für Industriefirmen durchgeführt. Dabei haben wir nicht die letzten Formelvarianten durchgehechelt, sondern die "Basics", die notwendig sind, wenn man Excel als Werkzeug einsetzen möchte. Die Abendkurse gingen immer über 6-8 Abendtermine à 4 UE.
Danach konnten die TN dann auch Diagramme in allen möglichen Varianten und - ja - auch Datenbankauswertungen per sverweis oder/und einfache Anwendungen zum Erstellen von Rechnungen (solche, die man an Kunden verschickt) samt Adressdatenbank oder Quittungen etc. erstellen - bzw. die Verknüpfung zu Word herstellen.
Viele kleinere Firmen benötigen angepasste Lösungen, die sie sich mit Excel selbst stricken können. Das bedeutet nicht, dass die gesamte Buchhaltung selbst programmiert werden muss - wobei ich meine eigene Buchhaltung und Rechnungserstellung mit einem System verknüpfter Tabellen in libreOffice erstellt habe.
Einem befreundeten Chemiker hatte ich ein Auswertungssystem für seine Bodenanalysen samt Protokoll und Rechnungsstellung für seine Kunden erstellt. Der war wiederum sehr glücklich, dass er zur Bedienung keine tieferen Excelkenntnisse benötigt hat. Da haben zwei Stunden Einführung genügt - die Anpassung des Systems habe ich ihm dann immer als Freundschaftsdienst erledigt.
Kleine Handwerksbetriebe benötigen oft sehr spezielle Lösungen und sind froh, wenn ein/e Angestellte/r dafür über fundiertere Kenntnisse verfügt, die über das hinaus gehen, was an einem Vormittag vermittelt werden kann.