Ich war an einer Schule tätig, an der die Klassen "leistungshomogen" zusammengesetzt wurden - es wurde ein "A-Kurs" und ein "B-Kurs" gebildet.
Problematisch daran war, dass dies nicht offen kommuniziert wurde - auch nicht im Kollegium.
Als ich eine Klasse in Stufe 7 übernahm, war diese selbst für mich als "alten Hasen" fordernd - und mir war nicht mitgeteilt worden, dass an der Schule dieses A und B-Prinzip "gefahren" wurde. Der Parallelkollege rühmte sich immer, wie gut er seine Klasse im Griff habe und wie toll diese sei. Er führte das auf seine Fähigkeiten zurück und es schwang immer etwas Herablassendes mir gegenüber mit. Mit Differenzierung und Fördermaterialien konnte ich gemeinsam mit den KuK, die in der Klasse unterrichteten, alle Schüler erfolgreich durch die HSAP¹ bringen. Erst danach klopfte mir eine Kollegin, die schon lange an der Schule tätig war, auf die Schulter und meinte, dass sie nicht gedacht habe, dass alle Schüler des B-Kurses den Abschluss schaffen würden.
Hätte ich zuvor gewusst, dass dieses Prinzip galt, hätte ich von der Schulleitung mehr Fördermaßnahmen eingefordert. Diese Einteilung nicht zu kommunizieren war in meinen Augen unlauter und unkollegial.
¹AKÜLEX: HSAP=Hauptschulabschlussprüfung