Das ist ganz offensichtlich ein sehr schlechter Deal für die Bewerber, diejenigen, die sich trotzdem darauf einlassen, werden es vermutlich aus Karrieregründen tun.
Ich hatte dabei nicht die Karriere im Sinn. Zu der Zeit bekam man als Schulleiter einer WRS A13 plus Zulage. A 13 hatte ich bereits - und was Schulleitung bedeutet, habe ich gesehen. Nicht mein Ding.
Am Schulamt wurde jemand gesucht, der sich um das Netzwerk, die Telefonanlage und die Homepage kümmert, sowie bei Veranstaltungen die Technik auf- und abbaut. Es hatte sich wohl herumgesprochen, dass ich ein EDV-affiner Schrauber bin, man hat mich gefragt und ich fand das eine nette Abwechslung und eine Möglichkeit, dem "Pubertätsmorast 7-9" für eine kleine Frist zu entkommen.
Als der Schulrat in Ruhestand ging, der sich um die SCHULKUNST gekümmert hatte, bestand die Gefahr, dass diese Veranstaltung in unserem Bezirk ausfällt. Also habe ich angeboten, mich darum zu kümmern (Hauptfach Kunst). Der Schulamtsdirektor meinte: "Dann machen Sie doch auch die Schulmusikkonzerte dazu - Sie unterrichten doch auch Musik!" Und so kamen mit der Zeit noch die Fachberatung für Wirtschaftslehre/Informatik, das Jugendbetreuerprogramm und mehr hinzu, bis ich knapp unterhälftig abgeordnet war. Zu der Zeit lag meine Schule noch schräg gegenüber vom Schulamt, so hielten sich die Fahrtzeiten im Rahmen. Das änderte sich, als die Werkrealschule geschlossen wurde und ich den Schulort wechseln musste. Da war ich ganztags unterwegs - und habe abends noch Unterricht vorbereitet und korrigiert. Das war dann nicht mehr spaßig.

