Beiträge von Wolfgang Autenrieth

    Ich gehöre noch zur "Boomer"-Generation.
    Am Gymnasium waren wir mit 4 vollbesetzten Klassen und 140 Schülern gestartet. Zu jener Zeit kam man nur mit Empfehlung auf das Gymnasium.
    Wir waren noch 20 Schüler, die das Abitur abgelegt haben. Die anderen sind mit der mittleren Reife oder der Fachhochschulreife abgegangen.

    An der Pädagogischen Hochschule (das ist die mit dem unterirdischen Niveau) lag (und liegt) die Abbrecher- und Nichtbesteher-Quote in Mathematik zwischen 30-50%.

    Du hast echt ein Problem und bist völlig spassbefreit. Hast du auch ein Leben außer der Schule?

    Was interessiert mich mein Status Quo wenn ich 120 Mio€ Eurolotto gewinne :musik:.

    Mal ohne Spaß:
    Mit meinen Schülern mache ich im Mathematikunterricht folgendes "Gedankenexperiment":

    Unser Klassenzimmer ist etwa 9 Meter breit. Nehmen wir links und rechts 1 Meter weg. Dann stellen wir uns vor, es wäre genau so hoch und auch genauso lang. Das ergibt dann einen Kubus mit 7 Meter Seitenlänge. Hier seht ihr einen weißen Tischtennisball. Davon passen 14 Millionen in einen derartigen Würfel. So ein Kugelbad kennt ihr ja von IKEA - nur mit größeren Bällen.

    Nun stellen wir uns an diesem Würfel oben ein Sprungbrett vor. Bei Euro-Lotto besteht eine Wahrscheinlichkeit auf den Hauptgewinn von 1:140 Millionen.

    Wir müssen uns also 10 derartige Würfel nebeneinander vorstellen, damit 140 Millionen Tischtennisbälle hineinpassen.

    Nun wird es ernst:
    Ihr sucht euch einen der 10 Würfel aus. Stellt euch auf das Sprungbrett. verbindet die Augen. Springt in das Würfelbad. Taucht. Greift einen Tischtennisball.

    Falls ihr den einzigen schwarzen Tischtennisball unter den 140.000.000 Bällen erwischt habt, habt ihr den Jackpot geknackt.

    Wenn ihr 10 Kästchen ausgefüllt habt, dürft ihr zehn Mal springen und es neu versuchen, bei hundert Kästchen hundert Mal.
    Wer glaubt, dass er den schwarzen Ball erwischt?

    Aber es gewinnt doch immer wieder jemand - weshalb?
    Weil das Spiel in der ganzen EU gespielt wird - und mehr als 140.000.000 Kästchen ausgefüllt werden.
    ;)

    < Yummi: Oberlehrermodus on> "spaßbefreit" wird mit "ß" geschrieben - falls du dich nicht in der Schweiz befindest <Oberlehrermodus off> ;)

    Kleines Gedankenexperiment: Würdet ihr für deutlich weniger Geld trotzdem als Lehrkraft arbeiten, weil ihr Spaß daran habt?

    Dieses "Gedanken"experiment ist absurd und gedankenlos, da die Vorstellung nicht eintreten wird. Wir sind Beamte mit regelmäßiger Gehaltssteigerung, Beschäftigungsgarantie und Heilfürorge (Beihilfe).
    Wobei: Ich kenne KuK, die als Lehrkräfte an die Waldorfschule gewechselt sind, weil sie die Arbeit dort erfüllender (nenn es "spaßiger") empfanden und DEUTLICH weniger Gehalt bekommen.

    Back on topic:

    Mein Einsatz für die Computervernetzung im Schulhaus hat sich ausgezahlt.
    Unsere Haupt- und Werkrealschüler konnten in ihrem Lebenslauf vermerken:
    "Grundkenntnisse in Windows, Tabellenkalkulation, Bildbearbeitung und Textverarbeitung, sowie Programmierung der CNC-Maschine vorhanden."

    Sie haben Lehrstellen erhalten, sind über die Kaufmännische oder Technische Berufsschule zur Mittleren Reife gelangt und einige Ex-Schüler studieren - oder haben das Studium bereits abgeschlossen.

    Sie haben bei uns - und durch mich - etwas gelernt. Das war das Ziel. Ja - der Einsatz und die Anstrengung haben sich gelohnt.

    Gute Arbeit leiste ich wenn meine Schüler die Prüfungen bestehen. Davon habe ich an einer beruflichen Schule jährlich mehr als genug.

    Mein Kontoauszug ist wichtig. Ein Schulterklopfen ist in der Wirtschaft lächerlich; bist du gut dann gibt's mehr Kohle. Bei ständigem Schulterklopfen suchst du dir einen besseren AG.

    Warum soll ich in der Schule das tun was ich in der Privatwirtschaft nicht akzeptiert habe?

    Am Ende interessiert sich kein Mensch für dich und du verkaufst dich weit unter Wert:pirat:

    Dann bist du im Schuldienst eben beim falschen Arbeitgeber. Niemand hindert dich daran, in die freie Wirtschaft zu wechseln.
    Dort hast du jedoch einige Vorzüge des Berufsbeamtentums nicht mehr. Deine Entscheidung.

    Das geht mir ähnlich und dennoch kann ich Yummi zustimmen. EDV-Betreuung und co. ist nicht die Aufgabe der Lehrkräfte und warum sollte ich kostenfrei solche Tätigkeiten übernehmen, nur damit sich die Stadt/Land Geld einspart.

    Nun - wenn man jahrelang trommelt, aber niemand hört, kann man ein Sit-in im Rathaus veranstalten oder die Planung selbst in die Hand nehmen, damit was geschieht. Als Grund- und Werkrealschule stehst du beim EDV-Ausbau am Ende der Schlange bei der Warenausgabe.
    Ich habe dann ein Netzwerk konzipiert, das mit kaskadierenden Switches (zur Signalverstärkung) die Klassenzimmer über den Dachboden jeweils von oben her angefahren hat. Dazu 50 Rechner aus dem Refurbished-Bereich incl. Win. Als Serversystem die Linux-Musterlösung aus Ba-Wü mit Imageverteilung und selbstheilenden Arbeitsstationen. Kosten incl. Elektriker und Kabel 25.000 €. Damit waren alle Klassenzimmer mit mindestens einem Rechner und Internetanschluss versorgt sowie zwei PC-Räume. Am Ende waren 80 Rechner online. An einer Schule mit 300 Schülern. Durch die selbstheilenden Arbeitsstationen und die Imageverteilung war die Wartung nicht sehr aufwändig. Hätte ich alles nicht machen müssen. Aber so war die Erfüllung des LP möglich - und Spaß hat es auch gemacht.

    Vor einigen Jahren wurde die Werkrealschule geschlossen. Eine "Profifirma" übernahm die Wartung und ersetzte den Server. Mehr als 3 Jahre gab es kein Internet :autsch:

    Bevor du mit allem erst noch selbst experimentiert hast? Ich kann dir mutmasslich zu allem irgendwelche Stories zitieren, die du hier schon zum Besten gegeben hast. Ich verstehe dich nicht falsch, ich habe nur ein gutes Gedächtnis für sowas.

    Dass ich damit experimentiert habe? Dein Gedächtnis ist besser als meines - kannst du mir auf die Sprünge helfen? :autsch:

    Es wird nicht besser. Wenn du künftig sowas findest, gib es bitte in die Entsorgung. Ich kann verstehen, dass man da Skrupel hat, weil das Zeug mal irgendwas gekostet hat. Aber wenn dem Schulträger nicht dran gelegen ist, Geld für eine ordentliche Ausstattung auszugeben, dann können solche Experimente schlichtweg nicht gezeigt werden. Sicherheit geht vor. Immer. Derartige Kollegen findest u

    Es wird nicht besser. Da hast du Recht. Du "disst" mich nun schon seit Jahren über drei deiner Nicks hinweg - fast immer, indem du mich missverstehst - oder absichtlich falsch zitierst. Ich finde es nur noch amüsant.

    BTW: Nachdem ich an meiner Schule den Job als Sicherheitsbeauftragter übernommen hatte (Antimon vorwegzitiert: "Wie konnte man dir das nur antragen!") .. habe ich den Chemiesaal ausgemistet. Dabei ging auch das Natrium zur professionellen Gefahrstoffentsorgung - gemeinsam mit Ammonium- und Kaliumdichromat, Kaliumchlorat, Quecksilberchlorid und einer Reihe von Flaschen, aus deren Etikett der Inhalt nicht mehr bestimmbar war.
    Da hatte sich einiges angesammelt - auch durch Kollegen, die Chemie als Hauptfach studiert hatten. Derartige Kollegen findest du an Grund- und Werkrealschulen heute kaum noch. Weil kaum noch jemand an den für diese Schularten ausbildenden Hochschulen dieses Fach studiert. Im lehrplan steht es dennoch. Also muss jemand das unterrichten, der darin wenigstens über Basiskenntnisse verfügt. Dafür ist es erstaunlich, dass in diesem Unterricht kaum mehr geschieht, als dass es mal knallt, stinkt oder raucht.

    In meinem Unterricht wurde noch kein Schüler verletzt. Dagegen geschehen im Sportunterricht oder auf dem Schulhof ständig schlimme Dinge.

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