Das Problem ist gerade, dass das dreigliedrige System nicht annähernd so durchlässig ist, wie gerne dargestellt wird. Die Durchlässigkeit innerhalb einer einzigen Schule ist mit Sicherheit erheblich höher als zwischen verschiedenen Schulformen.
Die Durchlässigkeit zwischen den unterschiedlichen Schularten funktioniert hervorragend. Das ist meine persönliche Erfahrung aus der Werkrealschule/Hauptschule. Besonders in Klassenstufe 8 und 9 kommen übers Jahr verteilt ständig neue Schüler in die Klasse, die aus der Realschule "abgeschult" werden - einige davon haben auch vom Gymnasium den Weg über die Realschule in meine Klasse gefunden - damit noch "wenigstens" der Hauptschulabschluss erreicht wird.
Alle paar Monate wird dadurch die Klassenstruktur durcheinandergewirbelt - in der "Hochzeit der Pubertät" sind neue Jungs und Mädchen interessanter als Mathematik, Deutsch und Geschichte. Kenntnisse und Leistungen der Schüler liegen in der Regel unter dem Niveau "meiner" Hauptschüler und stehen diametral zum Ego. Die "Neuen" müssen ihren Platz im neuen Umfeld finden - und wirbeln alles durcheinander.
Hier hat die Gemeinschaftsschule eindeutige Vorteile. Dort funktioniert der "Schulartwechsel" geräuschloser, früher und weniger stigmatisierend - und auch in beide Richtungen.
