Zur Eingangsfrage:
Ich halte ein Grundlevel an ADHS für eine notwendige Voraussetzung, um im Lehrerberuf bestehen zu können ![]()
Wer sich als Lehrer vollkonzentriert nur auf sein Formelwerk an der Tafel fixiert, wird scheitern. Eines der Kennzeichen von ADHS ist, dass "Betroffene" ihre Aufmerksamkeit auf verschiedenste Dinge gleichzeitig werfen, damit zwar als "ablenkbar" gelten - die Klasse jedoch gut im Blick haben. Wenn man das über die Jahre trainiert, kommt man gut klar. Sag ich mal als "Betroffener".
ADHS ist kein Grund, dass man berufsunfähig werden könnte - und dies ist Ausschlussgrund für eine Nichtanstellung. Wenn es für den Staat als Arbeitgeber bereits vor der Einstellung absehbar ist, dass er in absehbarer Zeit einen Versorgungsfall "durchfüttern" müsste, nimmt er von der Einstellung Abstand. Das ist vielleicht menschlich nicht nett, aber für den Steuerzahler, der das finanziert, durchaus nachvollziehbar.
Anmerkung zu ADHS:
Man stelle sich eine Situation in der Steinzeit vor. Der ganze Stamm sitzt gemütlich um das Lagerfeuer herum, die Frauen stricken und häkeln, die Männer schlagen ihre Pfeilspitzen aus den Feuersteinen und befestigen sie konzentriert mit Pech am Haselstecken. Eine ruhige und konzentrierte Arbeitsatmosphäre, wie man sie sich auch für die Klasse wünscht. Nun gibt es in der Gruppe jedoch so einen hippeligen ADHs-ler, der sich nicht konzentrieren kann und ständig abgelenkt - trotz Ermahnungen - in die Büsche blickt.
Plötzlich schreit er: "Vorsicht! Wolfsrudel!" Ohne ADHs-ler hätte die Menschheit die Steinzeit nicht überlebt ![]()