Zum Thema Naturwissenschaften wurde schon mehr gesagt, deshalb noch eine Anmerkung zum Fach Mathematik:
Die Korrektur ist in der Regel schneller erledigt als in sprachlichen Fächern, das mag stimmen. Sie ist aber auch längst nicht so schnell gemacht, wie manche Kollegen anderer Fächer meinen würden. Die Aufgaben können nicht mit der Schablone nach richtig oder falsch korrigiert werden, wie sich das manch einer vorstellt. Das ist ausschließlich bei Aufgaben mit dem Operator "angeben" der Fall und die sind seltener. Sehr häufig müssen aus konfusen Lösungsversuchen die richtigen Ansätze erkannt und entsprechend bewertet werden. Mittelmäßige Klausuren können in dem Fach wirklich auch Zeit fressen.
Ich gebe auch zu bedenken, dass die Konzeption guter Mathematikklausur meiner Meinung nach durchaus auch aufwendig ist. Man kann nicht einfach Aufgaben übernehmen, man muss sie alle durch rechnen, sonst übersieht man Fallen. Und man muss (sollte) sie selbst durchrechnen, damit man eine gute Zeitplanung machen kann. Da haben es meiner Meinung nach Sprachkollegen oft einfacher, die quasi fertig sind, sobald sie einen passenden Text gefunden haben.
Absolute Zustimmung. Bei der Korrektur von Mathe-Klausuren ist die Fehleranalyse zentral - und durchaus aufwändig. Ein einfaches "Abhaken" der Ergebnisse wird den Leistungen der Schüler nicht gerecht. Falls einem Schüler im Lösungsprozess ein Flüchtigkeitsfehler unterläuft, muss dessen Lösung höher bepunktet werden, als wenn er sich an die Aufgabe gar nicht herantraut. Zudem bietet die Mathematik immer verschiedene Lösungswege. Ein besonders trickreicher Lösungsversuch muss honoriert werden, selbst wenn auf dem Lösungs"weg" irgendwann doch falsch abgebogen wird.
Bei manchen Aufgaben stellt sich bei der Korrektur auch heraus, dass diese - obwohl die Lösung nicht dem Lösungsblatt entspricht - dennoch richtig sind, weil die Aufgabe so formuliert ist, dass sie eine alternative Lösung zulässt.
Klassenarbeiten sind immer auch ein Test für den eigenen Unterricht. Kommt der identische Fehler bei mehreren Schülern vor, muss dieser bei der Korrekturbesprechung unbedingt thematisiert werden - damit er in Zukunft möglichst ausgeschlossen ist. Es kam auch vor, dass ich Aufgaben, an denen mehrere Schüler gescheitert sind, geringer bepunktet habe. Nicht, um den Schnitt anzuheben, sondern weil ich mich dann an die eigene Nase gefasst habe und mir zumindest eine Teilschuld daran zugesprochen habe, die ich den Schülern nicht anlasten kann.
Auch bei der Konzeption eines Mathetestes muss man diesen nicht nur selbst durchgerechnet haben, sondern darin einen aufsteigenden Schwierigkeitsgrad verwenden. Selbst wenn die erste Aufgabe eigentlich von 95% der Schüler gelöst und mit 3 Punkten bepunktet wird, ist das psychologisch wichtig und notwendig, um Erfolgszuversicht zu vermitteln.
Das Ganze ist in Konzeption und Korrektur aufwändiger, als die KuK aus dem Sprachensektor unterstellen 