Viele sind auch überrascht, wenn sie Luthers 71. These lesen:
Es überrascht mich gar nicht. Luther war katholischer Mönch und ein "Kind seiner Zeit" - da hat sich in 500 Jahren der Protestantismus durchaus weiterentwickelt. Zudem war er sich der Gefahr, wie Jan Hus zu enden, durchaus bewusst.
Zum Glück wird im Protestantismus nicht wie bei den Anthroposophen ständig postuliert: "Aber Steiner hat gesagt..." - oder wie bei den 'Falschgläubigen' - "aber der Papst..."
Auch Luthers Hetze gegen die Juden ist in den Gemeinden nur noch als abschreckendes Beispiel Thema.
Nebenbei: Ich stamme aus Isny im Allgäu. Dies war eine der ersten Reichsstädte, die protestantisch wurden. Der Isnyer Stadtpfarrer Paul Fagius, der hierfür mit verantwortlich zeichnete, begründete hier bereits 1540 die erste hebräische Druckerei in Deutschland zusammen mit dem jüdischen Grammatiker und Herausgeber Elijah Levita - und eine Tradition offener protestantischer Lehre.