Beiträge von Valerianus

    Der AFB 3 war bei uns im LKW immer ein Beweis, zwei Jahre lang, jede Klausur. Wie hätte das ohne saubere Kommunikation funktionieren sollen? In Geschichte war der AFB 3 auch immer schon das eigene Urteil, in Englisch müsste ich was zum irischen Unabhängigkeitskampf beurteilen und das auch noch in sprachlich korrektem Englisch.

    2009 gab es eine Studie zum Zentralabitur in Biologie in NRW (Die neue Kompetenzorientierung: Exzellenz oder Nivellierung) bei der von 27 Schülern der neunten Klasse 23 das Zentrallabor im LK bestanden hätten, einmal sogar mit "sehr gut". Vergleich mit einer Klausur vor dem Zentralabitur ergab, dass dabei alle Schüler durchgefallen wären. Ist die Folgerung jetzt, dass der Anspruch sinkt oder dass wir das Abitur schon in Jahrgangsstufe 9 vergeben sollten?

    P.S.: "berechne das Integral" kann je nach Funktion deutlich anspruchsvoller sein als jede Begründung oder teilweise sogar Beweisführung...

    Ich will jetzt nicht gemein sein, aber glaubt hier irgendwer ernsthaft, dass ein heutiger LK Schüler mathematisch besser kommunizieren kann, als jemand der vor 30, 50 oder 70 Jahren Abitur gemacht hat? Wir haben noch alte Klausuren hier in der Schule liegen, das ist sowohl von der Fachwissenschaft, als auch von den kommunikativen Anforderungen her heute nicht mehr möglich solche Klausuren zu stellen. (Hat sicher auch was mit dem Zentralabitur zu tun, das hat halt jeglichen Tiefgang gekillt)

    Vollständige Induktion war früher noch ein LK Thema, ist dann aber rausgeflogen als die "Kompetenzen" wichtiger wurden und der Anwendungskontext. Beweise wurden früher auch deutlich häufiger gemacht, auch streng mathematische Beweise und nicht nur anschauliche, aber ja, da steht im Modulhandbuch noch ein bisschen mehr, ich hab nur einmal das Skript gesehen und da waren zum Beispiel verschiedene Beweise für Pythagoras Thema und auch der Umgang mit Bruchgleichungen, nix davon könnte man fähigen Schülern am Gymnasium nicht auch zumuten, aber man macht es nicht mehr, weil man dann am unteren Ende des Leistungsspektrums massiv sieben würde. Stattdessen sollten Klausuren in der Q1 auf 90 Minuten begrenzt werden, was soll da denn inhaltlich noch geleistet werden? Das ist wohl kaum als Entlastungsmaßnahme für die Kollegen gedacht, sondern soll die Abiturientenquote heben. So lange Texte lesen, das schaffen das ist doch überfordernd und bald kann das alles die KI, lieber ein paar mehr "Kompetenzen" im Bereich KI Nutzung...

    Einen Mathe Vorkurs (für Physik-, Informatik- und Mathestudenten) gab es schon, als ich vor mittlerweile 20+ Jahren angefangen habe, zu studieren. Ich habe sogar die Unterlagen noch. Inhaltlich hat sich da wenig geändert. Vielleicht nehmen an den Vorkursen jetzt mehr Studienanfänger teil, als damals, aber das ist ja in Ordnung. Solange der Wille da ist, Stoff zügig nachzuarbeiten, passt das doch.

    Den Vorkurs gibt es immer noch, der ist freiwillig. Das Mathematische Propädeutikum sind z.B. in Essen verpflichtende 6SWS. Und da werden Dinge wie Pythagoras, Bruchterme und Trigonometrie behandelt, das ist SI Wissen...

    Man kann nicht immer mehr die Anforderungen senken und hoffen, dass man an der Leistungsspitze bleibt. Und wir brauchen die Spitze, keine "bessere Mitte". Die Mitte braucht nur wieder die Grundlagen die sie nicht mehr hat.. Aber sie kann bestimmt toll präsentieren und sowas

    Die Folge von fehlender schriftlicher Division (und ähnlichem) sehen wir an den Gymnasien, wo gemeckert wird, dass die 5er die Grundlagen nicht mehr drauf haben. Die Folgen fehlender Polynondivision (und ähnlichem) sieht man an den Unis, wo die ersten Vorlesungen jetzt nicht mehr Analysis I und Lineare Algebra I sind, sondern das Mathematische Propädeutikum oder "was ihnen die Schule hätte beibringen sollen, aber macht sie halt nicht mehr".

    Selbes Problem, unterschiedliches Alter.

    Und schriftliche Division ist total nützlich um Algorithmen zu erläutern, das kann stumpf gelernt werden, wenn man es nicht versteht und Division mit Rest braucht man andauernd wieder (Sachkontexte, unechte in gemischte Brüche umwandeln, Modulo, etc.) und

    Schreiben von Aufsätzen über das eigene Wochenende war übrigens auch schon vor 35 Jahren möglich, damals aber noch ohne Rechtschreibfehler.

    Als Gymnasiallehrer erwarte ich drei Dinge am Ende der Grundschule, der Schüler kann sinnentnehmend lesen, zügig und lesbar schreiben und alle vier Grundrechenarten im Zahlenraum bis 1.000.000. Aber leider nein (und da können die Grundschullehrer nix zu).

    Wenn man Standards immer weiter absenkt, springen die Schüler eben noch tiefer. Ein gutes Pferd springt nur so hoch wie es muss...

    https://bass.schule.nrw/anlagen/6172-9.pdf

    Ersatzschulen in NRW bekommen ihre Beförderungsstellen anhand dieser Tabellen und besetzen die auch alle. Öffentliche Schulen bekommen ihre Stellen auch anhand dieser Tabellen, können aber nicht alle besetzen, weil sie Beförderungsstellen für Fachleitung und tlw. Schulverwaltung bereithalten müssen.

    Und wenn ein Gymnasium mit 900 Schülern nur 40 Stellen hat, sind die massiv im Unterhang, selbst für SI ist der Stellenschlüssel schon 19,87, realistisch ist man da eher bei 55 und es hat überhaupt keinen Einfluss auf die Beförderungsstellenberechnung ob die Planstellen besetzt sind.

    Das bezieht sich auch auf Planstellen, nicht auf Kollegen. An Ersatzschulen in NRW werden die Quoten eigentlich immer erfüllt, die öffentlichen Schulen übernehmen zusätzlich die Stellen aus den Studienseminaren und teilweise auch aus der Schulverwaltung mit, weshalb man da die Zahlen nie voll erreicht.

    Wir haben 59 Planstellen und 12 A15+ Stellen (eine davon ist blockiert durch die Phasenverschiebung, wird aber Anfang nächsten Jahres nachbesetzt), das kommt ziemlich genau hin.

    Ihr dürfte das im Unterricht verwenden? Da wäre ich sehr vorsichtig, die sind nicht DSGVO-konform. Eigentlich geht nur telli im Unterricht.


    P.S.: Ich mag die Heckleuchten in der Frontschürze.

    Ohne Anmeldung sollten da eigentlich nur begrenzt personenbezogene Daten genutzt werden. Falls die Schule eine Fobizz-Lizenz hat, kann man Chat-GPT auch datenschutzkonform darüber nutzen mit den Schülern.

    Optigrill haben wir auch, aber bei Fleisch für 4 Personen geht dem rasch die Puste aus und er kocht das Fleisch, anstatt es zu braten.

    Den gibt es auch in XL, dann reicht das schon für 4-5 Personen. Ein echter Reiskocher ist auch was feines, wenn man viel Reis isst, und jetzt kommt bitte keiner damit, dass das der Thermomix auch kann. Man vergleicht keinen Mercedes mit einem Bobbycar.:saint:

    Nein, es geht wie gesagt um gezielte Werbung bei Minderjährigen.

    Umgekehrt: wann sollte man damit anfangen? Sollten auch in der Grundschule wie Feuerwehr und Polizei auch die Bundeswehr Thema sein und Bundeswehrbesuche im Sachunterricht stattfinden? Je früher, desto normaler wird der Umgang damit, so wie in totalitären Systemen üblich. Plattyplus hat ja erst wieder Wehrsport gefordert.

    Also wo ist deiner Ansicht nach die Grenze?

    Die Grenze für die Jugendoffiziere (Bildungsauftrag) und Anwerbeoffiziere (die kommen auf solche BO Messen und informieren über den Beruf) ist die 9. Klasse.

    Das Mindestalter für die Rekrutierung ist 17.

    Ich habe bisher zweimal das Jugendamt eingeschaltet (Stadt Essen) und beide Male wurde gefragt ob sofort jemand kommen müsste oder ob es am nächsten / übernächsten Tag auch noch reichen würde (einmal ja, einmal nein), beide Male ging es um körperliche Gewalt in der Familie. Bei uns ist intern geregelt, dass wir als Klassenteam selbst entscheiden, wann wir das Jugendamt brauchen und die Schulleitung wird dann lediglich informiert, die hat keinen Bock auf zuviel Mikromanagement.

    Bei kleineren Problemen kann man die Kinder auch erst einmal an die Erziehungsberatung vermitteln, die wissen da eigentlich immer gut Bescheid und wir haben von der Lage her Glück, die haben eine Außenstelle in direkter Nähe zur Schule.


    P.S. in nicht dringenden Fällen auch öfter, die zwei bezieht sich nur auf die beiden Fälle wo der Busch gebrannt hat in der Familie.

    Wenn mir als Lehrer ein dort gemeinter Fall bekannt wird, informiere ich das Jugendamt und nicht den Schulsozialarbeiter und das Jugendamt ist dann zeitnah vor Ort und redet selbst mit dem Schüler, wenn da dann wirklich was dran ist, haben die Eltern nicht einmal Zeit zu reagieren, selbst wenn sie es über Units "Versäumnis" lesen könnten.


    Karl-Dieter: ich trage Schüler die bei mir als SV Lehrer sind mit "schulische Veranstaltung" als fehlend ein, dann zählt es nicht in die Fehlstundenberechnung hinein.

    Die Eltern sehen bei vernünftig gesetzten Rechten nur die Daten ihres eigenen Kindes, das stellt bis zum 18. Geburtstag kein Datenschutzproblem dar und ab dem 18. Geburtstag muss der Elternaccount deaktiviert werden, dann gibt es da auch kein Datenschutzproblem. Ich verstehe rein pädagogisch das Problem mit dem Abmeldegrund "Schulsozialarbeiter", rein rechtlich haben die Eltern einen Anspruch darüber informiert zu werden.

    Man kann das Stadt/Land Verhältnis und auch den Anteil Migrationshintergrund oder den sozioökonomischen Hintergrund kontrollieren und Bremen und NRW sind immer noch richtig übel was den Bildungserfolg angeht. Hamburg hat sich im letzten Jahrzehnt auf einen guten Weg gemacht und ja, Sachsen und Bayern sind auch unter Kontrolle dieser Variablen immer noch auf einem verdammt erfolgreichen Trip.

    Es hat wirklich nichts mit dem Schulsystem zu tun (Hamburg hat ja nur noch Gymnasium und Stadtteilschule), das Schulsystem ist nicht das Problem in Deutschland, aber eine gerne genutzte Nebelkerze, es gibt keine einzige wissenschaftliche Untersuchung die diese Aussage stützt, auch wenn die Aussage oft kommt und auch oft von guten Wissenschaftlern (Hattie fällt mir ein).

    Einen wirklichen Unterschied könnte es auch nur dann geben, wenn das Gymnasium abgeschafft würde, weil das Gymnasium sonst die Gesamtschulen von oben immer kannibalisiert.

    Die Reihenfolge bei Pisa (Jahrgangsstufe 9) bis zur vollständigen Demontage der Hauptschule in NRW war übrigens immer Gymnasium besser als Realschule besser als Hauptschule genauso gut wie die Gesamtschule. Der Unterschied entsprach jeweils in etwas 80-100 Punkten (editiert), das entspricht in etwa dem Lernzuwachs in einem Schuljahr.

    Die Gesamtschule in NRW ist ein - auf Leistung bezogen - auf ganzer Linie gescheitertes ideologischer Projekt. Das heißt nicht, dass man dringend etwas gegen soziale Ungleichheit in Schulen tun müsste, aber zu behaupten dass Gesamtschulen dabei helfen, ist weit hergeholt und durch die Forschungslage nicht gedeckt. Es gibt weltweit nicht besonders viele Länder mit gegliederten Schulsystem ab Klasse 4. Dann zu behaupten soziale Ungleichheit im deutschen Schulsystem läge an der Gliederung, ist im besten Fall dumm, in den meisten Fällen schlicht politische Positionierung. Es hat übrigens einen Grund warum die vorhandenen Daten nicht mehr nach Schulform differenziert veröffentlicht werden, wer sich dafür interessiert muss die Rohdaten selbst auswerten und Überraschung: der Unterschied ist stabil geblieben (wenn man die gesamte Republik heranzieht).

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