Beiträge von Valerianus
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Ich kündige meine Klassenarbeiten Anfang des Halbjahres an. Wenn dann jemand drei Monate später einen Kieferorthopädentermin genau am Termin meiner Klassenarbeit hat, dann gibt es dafür keine Befreiung. Das ist kein unentschuldigtes, sondern vorsätzliches Fehlen. Den Termin hätte man verlegen können. Das ist was anderes, als wenn ich in Geschichte einen Test für die nächste Stunde ankündige und jemand dann einen solchen Termin hat. Dann fehlt der halt, das dann zu verlegen (vermutlich auf einen Termin in zwei Monaten) halte ich für wenig sinnvoll.
Generell sind fachärztliche Termine in die außerunterrichtliche Zeit zu legen, mit wenigen Ausnahmen (Notfall, lange Terminfristen, OP Planung, Kieferorthopädie zählt da sicherlich nicht zu). §43 SchulG NRW ist da relativ eindeutig, Absatz 1 heißt "hat da zu sein", Absatz 2 bezieht sich auf "Krankheit oder andere nicht vorhersagbare Gründe", Absatz 4 ist eine "Kann"-Regelung, die mit Vorlauf sicherlich nicht zum Einsatz kommen muss, ob der Grund überhaupt "wichtig" ist, kann dahingestellt bleiben. Absatz 3 und 5 sind nicht einschlägig. -
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Klausuren (regulär) und Prüfungen (mündliche Abitur) werden unterschiedlich behandelt was Mehrarbeit angeht.
Die Fälle von oben sind alle Mehrarbeit, wenn die SL das anders sieht: Personalrat zur Unterstützung heranziehen. Wenn man angeordnet vor einer Klasse steht (egal ob allein oder zu zweit), ist das Unterricht und der wird vergütet.
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Der Korrekturaufwand zwischen Sprache/Gesellschaftswissenschaften und Mathematik/Naturwissenschaften ist definitiv nicht vergleichbar. Die entsprechenden Arbeitszeitstudien (PhV, etc.) kommen da auch zu vergleichbaren Schlüssen. Ich habe mit Mathematik jedes Jahr ca. einen Korrekturaufwand von 160 Stunden (10' pro Klausur/Klassenarbeit gerechnet, 2' pro Test). Welcher Kollege mit Sprachen schafft denn diese Zeiten? Ich hab letztes Jahr die Mathe LK Klausuren im Abitur in derselben Zeit korrigiert, in der ich Geschichte EF (9 Schreiber) geschafft habe.

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Abrahamitische Ökumene ist ein theologischer Fachbegriff, wenn wir beim klugscheißern bleiben wollen.
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Ein durchschnittliches Gymnasium in NRW hat 21% der Stellen A15/A16 und 46% der Stellen A14. In Bayern ist es jeweils noch 1/3 wie es vor langer Zeit Mal überall üblich war.
Wichtig: das bezieht sich auf Planstellen, d.h. wenn man viel Teilzeit im Kollegium hat verwässert das die Quote und in NRW müssen auch Stellen abgetreten werden (Seminar/Verwaltung), das senkt die Quote bei den öffentlichen Schulen.
Ich kenne auch nur sehr wenige Fälle, in denen jemand mit A13 pensioniert worden ist. Schulentwicklung kann je nach Breite auch A15 sein, Mitarbeit in der Steuergruppe ist aber zum Beispiel eher gar nix.
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Namen aus der Mail entfernen und KI Prompt: "antworte in zehn Zeilen mit nein" schreibt tolle, nicht emotionale Antwortmails, darauf kommt eigentlich nie was zurück
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Um §37 VwVfG anwenden zu können, könnte man Klassenarbeiten als vorbereitende Amtshandlung für einen Verwaltungsakt sehen (die Versetzungsentscheidung im Zeugnis). Damit muss der Aussteller zwingend erkennbar sein. Auch im Umkehrschluss des BGH Urteils von 1962 (Klassenarbeiten sind Urkunden) ist eine Unterschrift zwingend, weil eine Urkunde zwingend voraussetzt, dass der Aussteller bekannt ist.
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Die Argumentation dafür ist übrigens ähnlich wie in Sachsen: der Schulleiter unterschreibt und siegelt das Zeugnis und beurkundet damit dessen Wahrheitsgehalt. Wenn da etwas aus seiner Sicht offenkundig falsches draufsteht, muss er eine Abhilfemöglichkeit haben (§21 Absatz 4 ADO).
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Im Zivilrecht und öffentlichen Recht ist die Urkundeneigenschaft an geringere Anforderungen gebunden, deshalb nehme ich mal das Strafrecht. Eine Urkunde ist ein Dokument, welches drei Funktionen erfüllt.
1. Perpetuierungsfunktion: dauerhafte, verständliche menschliche Gedankenerklärung (Schriftform, Bezug auf Schulgesetz, durch die Lehrkraft) - erfüllt
2. Beweisfunktion: objektiv beweisgeeignet (ja, da Grundlage für Verwaltungsakt) und subjektiv beweisbestimmt (der Lehrer muss sie als Beweis einsetzen wollen können) - erfüllt
3. Garantiefunktion: Der Aussteller muss klar erkennbar sein (Kürzel) - erfüllt
Da alle Eigenschaften erfüllt sind, ist eine Klassenarbeit eine Urkunde im Strafrecht. Im Zivilrecht und öffentlichen Recht kann ein "ich (A) kaufe das Auto des (B) für den Preis (X)" auf einem Bierdeckel eine Urkunde...
Ich würde in dem Fall auch über Ordnungsmaßnahmen gehen, aber auch da scheint in Sachsen der Schulleiter maßgeblich zu sein. Das Recht des Schulleiters auf die Notenänderung dürfte sich in Sachsen aus §42 Absatz 2 Sächsisches Schulgesetz ergeben.
ZitatDer Schulleiter ist in Erfüllung seiner Aufgaben weisungsberechtigt gegenüber dem Personal gemäß § 40 Absatz 1 Satz 1 seiner Schule. Er ist verantwortlich für die Einhaltung der Lehrpläne und der für die Notengebung allgemein geltenden Grundsätze [...]
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Sobald der Lehrer die Klassenarbeiten mit Note versieht, sein Kürzel darunter setzt und sie zurückgegeben hat, ist es eine Urkunde. Ich kann dir auch noch mehr Urteile dazu raussuchen, aber es wird nicht strittig, weil du einfach nein sagst.
Hier ist eine sehr ausführliche Erläuterung aus einem Reperitorium: HU Berlin
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Klassenarbeiten sind klassische "zusammengesetzte Urkunden". Schriftlich, Aussteller erkennbar (z.B. durch Unterschrift) und mit Beweischarakter im Rechtsverkehr (in Bezug auf Zeugnisse als Verwaltungsakt). Mehr Urkunde wird es nicht...
Quelle: VGH München
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Christlicher Kulturimperialismus. In anderen Religionen bedeckt man sich zum Gebet.
Die Kopfbedeckung in Innenräumen anzunehmen ist in allen westlichen und sämtlichen ostasiatischen Kulturen ein Zeichen der Höflichkeit. Beim Gebet haben eigentlich nur Juden, Muslime und Sikhs Kopfbedeckung auf.
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Das ist eine mittelalterliche Tradition, das man beim Eintreten in Innenräume den Helm abnimmt, der Grundgedanke ist derselbe wie beim Handschlag. Man zeigt, dass man keine kämpferischen Absichten hat. Man kann natürlich sagen, dass das eine veraltete Höflichkeitsform ist, aber das trifft auf fast alle Formen der Höflichkeit zu. Die sind selten in den letzten zehn Jahren entstanden...
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Jogginghosen sind das Zeichen einer Niederlage. Man hat die Kontrolle über sein Leben verloren und dann geht man eben in Jogginghose auf die Straße.
Die Kopfbedeckung in Innenräumen abzunehmen ist schlicht eine Frage der Höflichkeit. Wenn man das selbst nicht so sieht, wird man es von seinen Schülern auch nicht verlangen. Ich erwarte auch von Schülern, dass ich (zurück-) gegrüßt werde, das bekommen die auch umgesetzt. Höflichkeit und Anstand sind immer Auslegungssache, aber die gesellschaftliche Konvention ist eigentlich eindeutig. "Helm ab zum Gebet".
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Das fällt sowohl im Angestelltenverhältnis, als auch im Beamtenrecht unter das Weisungsrecht des Vorgesetzten, d.h. der Schulleiter darf das festlegen. Ob die Bezirksregierung sich auf den Quatsch einlässt, ist dann eine andere Frage...
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Rechtlich gibt es keinen Grund. Ihr müsst zur Arbeit.
§616 BGB ist die Rechtsgrundlage. Im TV-L und in den Beamtengesetzen der Länder wird die Lohnfortzahlung oft ausgeschlossen, aber daheim bleiben darf man natürlich trotzdem, wenn man seine Kinder betreuen muss, gibt aber halt auch kein Geld dann.
In den meisten Landesregelungen bekommt man 3-5 Tage für sonstige dringende Fälle, da dürfte das eigentlich drunter fallen.
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Der AFB 3 war bei uns im LKW immer ein Beweis, zwei Jahre lang, jede Klausur. Wie hätte das ohne saubere Kommunikation funktionieren sollen? In Geschichte war der AFB 3 auch immer schon das eigene Urteil, in Englisch müsste ich was zum irischen Unabhängigkeitskampf beurteilen und das auch noch in sprachlich korrektem Englisch.
2009 gab es eine Studie zum Zentralabitur in Biologie in NRW (Die neue Kompetenzorientierung: Exzellenz oder Nivellierung) bei der von 27 Schülern der neunten Klasse 23 das Zentrallabor im LK bestanden hätten, einmal sogar mit "sehr gut". Vergleich mit einer Klausur vor dem Zentralabitur ergab, dass dabei alle Schüler durchgefallen wären. Ist die Folgerung jetzt, dass der Anspruch sinkt oder dass wir das Abitur schon in Jahrgangsstufe 9 vergeben sollten?
P.S.: "berechne das Integral" kann je nach Funktion deutlich anspruchsvoller sein als jede Begründung oder teilweise sogar Beweisführung...
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Ich will jetzt nicht gemein sein, aber glaubt hier irgendwer ernsthaft, dass ein heutiger LK Schüler mathematisch besser kommunizieren kann, als jemand der vor 30, 50 oder 70 Jahren Abitur gemacht hat? Wir haben noch alte Klausuren hier in der Schule liegen, das ist sowohl von der Fachwissenschaft, als auch von den kommunikativen Anforderungen her heute nicht mehr möglich solche Klausuren zu stellen. (Hat sicher auch was mit dem Zentralabitur zu tun, das hat halt jeglichen Tiefgang gekillt)
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