In NDS fliegt die [schriftliche] Division aus dem Mathe Curriculum

  • Wenn man diese Kompetenzen wirklich ernst nehmen würde und eins-zu-eins so umsetzt, dann würde ich massig Punkte in allen Klausuren abziehen müssen, weil die meisten Schüler*innen keine Variablen definieren und keine erläuternde Kommentare bezüglich ihres Lösungsweges darstellen. Stichwort "Mathematisch Kommunizieren"!

    Wir verlangen in der Grundschule schon Kommentare z.B. bei schriftlichen Verfahren die Fehler erkennen und bepunkten diese.

  • Wenn man diese Kompetenzen wirklich ernst nehmen würde und eins-zu-eins so umsetzt, dann würde ich massig Punkte in allen Klausuren abziehen müssen, weil die meisten Schüler*innen keine Variablen definieren und keine erläuternde Kommentare bezüglich ihres Lösungsweges darstellen. Stichwort "Mathematisch Kommunizieren"!

    Wieso machst du das dann nicht?

  • Bei uns klappt es bei vielen nicht, aber geübt ist es. Das sprachliche Problem zeigt sich auch in anderen Bereichen.

    Auch gibt es Kinder, die gerade im mathematischen Kommunizieren/ Modellieren gut sind, im Rechnen weniger.

    Die Klassenarbeiten müssen angemessen sein, aber wer nicht begründen und erläutern kann, hat eben wichtige Punkte nicht für eine bessere Note.

  • Den Vorkurs gibt es immer noch, der ist freiwillig. Das Mathematische Propädeutikum sind z.B. in Essen verpflichtende 6SWS. Und da werden Dinge wie Pythagoras, Bruchterme und Trigonometrie behandelt, das ist SI Wissen...

    Die Uni Essen hat inzwischen auch einen verpflichtenden Onlinesprachtest zu Sicherstellung von Mindestkompetenzen im Schreiben und Lesen zur Einschreibungsvoraussetzung in einen Lehramtsstudiengang gemacht. https://zlb.uni-due.de/2018/04/anmeld…sessment-skala/ (edit: ich sehe gerade, das Ergebnis ist egal - noch besser).

    Diese Uni bekommt das, was wir hier mit tippitoppi Abiturdurchschnitten aus den Schulen entlassen, und mich wundert kein Stück, dass sowohl im sprachlichen als auch mathematischen Bereich solche Maßnahmen dringend nötig sind. Das Ruhrgebiet ist einfach nur noch eine einzige Bildungskatastrophe.

  • Dann machst du deinen SuS klar, was du erwartest, übst das mit denen und dann klappt es bei den meisten auch.

    Wie kommst du darauf, dass diese das garantiert umsetzen? Die meisten sind nichtmal in der Lage Äquivalenzsymbole ausschließlich im Kontext von Gleichungen zu verwenden.

  • Ich will jetzt nicht gemein sein, aber glaubt hier irgendwer ernsthaft, dass ein heutiger LK Schüler mathematisch besser kommunizieren kann, als jemand der vor 30, 50 oder 70 Jahren Abitur gemacht hat? Wir haben noch alte Klausuren hier in der Schule liegen, das ist sowohl von der Fachwissenschaft, als auch von den kommunikativen Anforderungen her heute nicht mehr möglich solche Klausuren zu stellen. (Hat sicher auch was mit dem Zentralabitur zu tun, das hat halt jeglichen Tiefgang gekillt)

    If you look for the light, you can often find it.
    But if you look for the dark that is all you will ever see.

  • Wie kommst du darauf, dass diese das garantiert umsetzen? Die meisten sind nichtmal in der Lage Äquivalenzsymbole ausschließlich im Kontext von Gleichungen zu verwenden.

    Wer sagt denn was von garantiert? Wenn du solche Fehler konsequent ansprichst und abwertest, klappt das bei vielen SuS. Offensichtlich klappt das nicht bei allen, aber davon war nie die Rede. Wenn es eh egal ist, weil du es nicht anstreichst, wird es auch nicht gemacht. SuS springen meist nur so hoch, wie sie müssen.

  • Wir haben noch alte Klausuren hier in der Schule liegen, das ist sowohl von der Fachwissenschaft, als auch von den kommunikativen Anforderungen her heute nicht mehr möglich solche Klausuren zu stellen.

    Was meinst Du mit kommunikativen Anforderungen? Meine Mathe-LK-Klausur sah im Abitur (1993) sehr übersichtlich aus. „Untersuchen Sie die Funktion ... Bestimmen Sie k, so dass der Graph mit der x-Achse ... Ermitteln Sie die Lage des Punktes ... Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass ...“

  • Was meinst Du mit kommunikativen Anforderungen? Meine Mathe-LK-Klausur sah im Abitur (1993) sehr übersichtlich aus. „Untersuchen Sie die Funktion ... Bestimmen Sie k, so dass der Graph mit der x-Achse ... Ermitteln Sie die Lage des Punktes ... Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass ...“

    Auch dort kann man sehr sinnvolle Erläuterungen einbringen.

  • Der AFB 3 war bei uns im LKW immer ein Beweis, zwei Jahre lang, jede Klausur. Wie hätte das ohne saubere Kommunikation funktionieren sollen? In Geschichte war der AFB 3 auch immer schon das eigene Urteil, in Englisch müsste ich was zum irischen Unabhängigkeitskampf beurteilen und das auch noch in sprachlich korrektem Englisch.

    2009 gab es eine Studie zum Zentralabitur in Biologie in NRW (Die neue Kompetenzorientierung: Exzellenz oder Nivellierung) bei der von 27 Schülern der neunten Klasse 23 das Zentrallabor im LK bestanden hätten, einmal sogar mit "sehr gut". Vergleich mit einer Klausur vor dem Zentralabitur ergab, dass dabei alle Schüler durchgefallen wären. Ist die Folgerung jetzt, dass der Anspruch sinkt oder dass wir das Abitur schon in Jahrgangsstufe 9 vergeben sollten?

    P.S.: "berechne das Integral" kann je nach Funktion deutlich anspruchsvoller sein als jede Begründung oder teilweise sogar Beweisführung...

    If you look for the light, you can often find it.
    But if you look for the dark that is all you will ever see.

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