Beiträge von Schmidt

    Wenn eine neue Kollegin an die Schule kommt und dann schwanger wird ... freue ich für sie. Der Rest ist mein ... (hm, ja, ich sage mal) "Problem". Wobei das "Problem" nicht die Schwangerschaft ist.


    Nachtrag: wenn ein neuer Kollege kommt und nach einem halben Jahr in Elternzeit geht, freue ich mich auch für ihn. Keine Frage.

    Und wenn du dringend jemanden gebraucht hast, sie einstellst und sie dann zwei Monate später, mitten im Schuljahr sagt, so, wie von Anfang an bei ihr geplant, sie sei dann mal für drei Jahre weg, dann findest du das natürlich total super und fühlst dich nicht mal ein kleines bisschen verarscht. Sicher.

    Was ist, wenn man eine Stelle antritt, aber geplant hat, drei oder vier Jahre später in Elternzeit zu gehen (Mann, Frau, Divers)? Soll man dann auch so viel Rückgrat haben, die Stelle nicht zu nehmen, weil man dann eventuell für 2 Monate bis 3 Jahre in Elternzeit ist?

    Nö. Es geht mir explizit darum, dass jemand von vorneherein nie vorhatte, die Arbeit für die sie eingesellt wurde auch tatsächlich zu erledigen. Ich weiß um ehrlich zu sein nicht, wie oft ich das noch schreiben muss, bis es ankommt. Wenn jemand für ein 1-Jähriges Projekt eingestellt wird, aber bereits schwanger ist, dann kann man das drehen und wenden wir man will, das ist nicht in Ordnung. Wenn sie eingstellt wird, geplant schwanger wird und deshalb entgegen de Versicherung ausfällt, dann ist das mindestens eine Grauzone, aber eigentlich auch nicht in Ordnung. Wenn sie eingestellt wird und ungeplant schwanger wird, dann ist das zwar gerade doof für den AG, aber moralisch offensichtlich kein Problem. Das gehört dann eben zum Leben dazu. Es geht um die bewusste Täuschungsabsicht.

    Schmidt: Du gestehst es dem Arbeitgeber zu, rein zweckrational zu handeln, nicht aber der (möglicherweise bald) Schwangeren. Diese verurteilst du dafür. Das ist argumentatorisch sicherlich begründungsbedürftig.

    Und du verurteilst den rational handelnden Arbeitgeber.

    Eine Stelle zuzusagen, die man gar nicht antreten bzw. wie vereinbart ausfüllen will, ist moralisch nicht in Ordnung. Nachvollziehbar ist das Handeln im Prinzip, könnte ich aber mit meinem Gewissen und meinem Anspruch an Ehrlichkeit nicht vereinbaren.

    Wenn andere das können, muss ich das sicher nicht gut finden.

    Also sollte man als junge Frau im gebärfähigen Alter am besten gar keine Stelle antreten. Könnte ja eventuell in den nächsten 5 Jahren so weit sein. Geld braucht man bis dahin nicht, dafür hat man ja einen Partner.

    Nein, man sollte soviel Rückgrat besitzen, keine Stelle anzutreten, wenn man bereits schwanger oder fleißig am Probieren ist. Dass Schwangerschaften passieren oder jemand wegen Krankheit ausfällt ist vollkommen normal. Man kann sich auch irgendwann umentscheiden. Aber dann doch bitte ehrlich allen Beteiligten über sein. Dazu gehört auch de Arbeitgeber.

    Oh gewiss wird sie das gewusst haben...


    Ich frage mich eher, warum sie das überhaupt gefragt wurde... ja sicher: sie wurde bestimmt nicht gefragt, ob sie schwanger ist (weil: wäre ja nicht erlaubt), sondern "nur", ob sie im nächsten Jahr zur Verfügung steht.....


    Ganz ehrlich: genau wegen solcher Ansichten braucht es die Gesetzgebung.

    Warum fragst du dann, wenn du es verstanden hast?

    Jedem potentiellen Mitarbeiter wurde das Projekt erläutert und der Zeitplan dargelegt. Es gibt Gesprächsleitfäden, die für alle gleich sind. Wenn bei einem regulären Bewerbungsprozess, an dessen Ende eine Frau ausgewählt wurde, schon Diskriminierung geschrieen wird, ist das Feindbild klar.

    Und das tut sie mit Recht und völlig zu Recht, wenn zu befürchten steht, dass sie ansonsten (da sie für das "wichtige Projekt" nicht zur Verfügung stünde) wegen ihrer Schwangerschaft die Stelle nicht erhalten würde - ergo: Wegen ihrer Schwangerschaft diskriminiert würde. Das ist verboten und es ist ihr (gutes!) Recht, sich gegen diese Diskriminierung zu wehren - eben indem sie a) schweigt, oder b) lügt.

    Nochmal: es muss doch für einen rationalen Menschen verständlich sein, dass es aus Arbeitgeberperspektive beschissen ist, in einem langwierigen Prozess einen Mitarbeiter gezielt für ein Projekt auszuwählen, der im Auswahlprozess lügt und von Anfang an gar kein Interesse daran hat, in dem Projekt, für das sie eingestellt wurde auch tatsächlich zu arbeiten.

    mehrfach ... und es ist kein Spaß, das im Kollegium aufzufangen, und ja, nach x Malen nervt es, ...


    ...ABER: WENN das Land das mitbedenken würde, würde es genügend Vertretungen einstellen, dass zumindest entsprechend eines statistischen Wertes Schwangerschaftsvertretungen vorhanden wären - Schwangerschaften bei Lehrkräften gibt es ja nicht erst seit gestern und das Lehrerinnenzölibat wurde auch nicht erst vorgestern aufgehoben.

    Mit der Einführung der Elternzeit hätte man zudem entsprechende Reserven aufbauen sollen.

    Ja, natürlich. Mir ging es jetzt eher um die freie Wirtschaft. Für Lehrer oder generell im öffentlichen Dienst ist das Problem amders.


    Wie schön, dass immer mehr Väter mal, für Schulleitungen unvorhergesehen, Elternzeit nehmen (bei uns sind’s gerade drei Väter).

    Das ist die einzige Möglichkeit, das Problem aufzulösen.

    Woher willst du so genau wissen, ob sie lügen? Das ist eine Unterstellung.

    Wenn sie drei Monate nach Antritt der Stelle (ca. vier Monate nach dem Gespräch) in Mutterschutz geht und insgesamt ca 5,5 Monate nach dem Einstellungsgespräch die Geburt ihres Kindes verkündet, dann muss sie bereits im 4.Monat gewesen sein. Während der Beschäftigung hat sie auch nichts gesagt, man hat es nur urgendwann gesehen und sie konnte nicht mehr leugnen, schwanger zu sein.

    Wahrscheinlich sind das Ausnahmen. Aber es muss doch nachvollziehbar sein dass sich ein Arbeitgeber bei sowas leicht verarscht fühlt. So irrational, das nicht nachvollziehen zu können, kann doch hier niemand sein.

    Gegenfrage: Warum sollte irgendwer von dir nun ein bestimmtes Verhalten erwarten?

    Ich schätze, samu hat diesen Link hier für diejenigen gepostet, die daran interessiert sind, den Bericht zu lesen.

    Naja, auf die Nachfrage und nu? Wurde sofort unterstellt, wer den Bericht nicht liest, sei nicht an Menschen interessiert. Und später auch noch, dass ich mich wohl nicht für Menschenrechte interessierte. Deshalb ist die Frage nach dem gewünschten Verhalten und dem gewünschten Grad der Empörung angemessen.


    Aber gut, ich lasse euch dann mal rechtschaffen empört sein.

    Das beruht auf solchen Einstellungen wie deiner, auch wenn die nicht wertend sind.

    Und diese Einstellung beruht auf der Erfahrung, dass Frauen häufig bzgl. ihrer Familienplanung lügen oder, ups, dann doch "ungewollt" noch mal schwanger werden. Oder bei einer dringend zu besetztenden Stelle (legal) lügen bzw. gar nicht erst nach der Familienplanumg gefragt werden dürfen. Wenn man ein mal erlebt hat, dass man eine Frau für eine dringend zu besetzende Stelle eingestellt hat und die dann drei Monate später wegen Mutterschutz (also schon schwanger im Gespräch behauptet hat, für eine bestimmte Zeit voll einsatzfähig zu sein) und Elternzeit erst mal ein paar Jahre ausfallen, dann ist man da zu Recht vorsichtig.

    So verständlich es als Frau ohne (weiteren) Kinderwunsch ist, angepisst zu sein, weil man dadurch unter Umständen auch Nachteile hat, so verständlich ist es auch für Arbeitgeber, dass die da Vorsicht walten lassen.

    Meine Güte, wenn es euch nicht interessiert, dann lest es doch einfach nicht und lasst eure Kommentare stecken :rolleyes:.

    Doch, natürlich "interessieren" mich Menschenrechte. Aber meine Frage war vollkommen Ernst gemeint. Und nu? Welches Verhalten wird erwartet? Muss man sich hier jetzt super betroffen zeigen? Wie genau verbessert das die Situation eines einzigen Menschen auf der Welt?

    Meine Mutter musste im anderen Testzentrum einen Spucktest machen - ich dachte, der sei primär für Kindergärten, aber okay.

    Bei RLP TV (ich weiß grad nicht mehr, wie der öffentlich rechtliche Sender für RLP und BW heißt), wurde heute in einem Bericht gesagt, die Spucktests seien erst ab 10 Jahren zugelassen.

    Um noch auf deine Frage einzugehen, das Wissen um Missstände bringt natürlich etwas. Wie könntest du dich sonst für eine Handlung wie eine Spende, Mitarbeit im Hilfsprojekt, eine Petition usw. entscheiden?

    Ich habe begrenzte Zeit und begrenzte finanzielle Ressourcen. Diese setze ich in den beiden von mir ausgewählten gemeinnützigen Einrichtungen ein.


    Zitat

    Amnestys größte Waffe ist die Veröffentlichung dieser Daten, vor allem immer wieder auch von konkreten Personen. So retten sie Menschenleben.

    Mag sein. Aber meine Frage von oben steht: und nu? Muss ich mich jetzt doppelt soviel aufregen und doppelt so betroffen fühlen, weil sich die Zahl der Obdachtlosen in Chile durch Corona verdoppelt hat (vollkommen zufällige(r) Ort und Zahl)? Habe ich auf einmal unbegrenzte finanzielle und zeitliche Ressourcen, mit denen ich die Welt retten kann? Oder auch nur die doppelten?

    In der zweiten Jahreshälfte war das Internet und das öffentlich rechtliche TV voll von solchen Berichten aus zahlreichen Ländern. Dass es Leuten in anderen Ländern zum Teil echt beschissen geht, auch vor Corona schon, ist auch kein Geheimnis. Das verdrängen Menschen nur ganz gerne, buddeln es zu passenden Gelegenheiten (Weihnachten, neuer AI Bericht) wieder aus, suhlen sich etwas in der eigenen Betroffenheit und machen dann schnell wieder weiter wie bisher.

    Geldspenden an große Organisationen lehne ich ab. Die Firma eines Freundes hat eine eigene kleine Stiftung, die in anderen Ländern Brunnen baut, Kiefergaumenspalten OPs und kindersichere Öfen finanziert, Müllhalden-Kinder impft, Verhütungsaufklärung unterstützt etc. Das ist alles gar nicht so teuer. Dort engagiere ich mich und war auch schon bei einem Projekt in Kambodscha vor Ort dabei. Mein Spendengeld geht in Form von Sachspenden, an den örtlichen Tierschutzverein.


    Ich muss gar nicht im Detail wissen, wieviele Kinder in anderen Ländern an Typhus sterben. Was genau bringt mir das konkret? Diese "Superbetroffenheit" ist ungefähr genauso hilfreich, wie das Klatschen für Pflegekräfte. Dir Zeit, die ich beim Betroffenheitsschauspiel spare, kann ich sinnvoller verwenden.

    Mich regen diese Kategorisierungen wahnsinnig auf. Hat jemand mal Väter in Schubladen einsortiert?

    Genau die alten Knacker, die in Frauen nur noch Mütter sehen, wenn sie das erste Mal schwanger sind, sind auch diejenigen, die Männer für weiche Versager die Frauenarbeit machen halten, wenn diese Männer Elternzeit nehmen (wollen). Also ja, Leute die solche Schubladen aufmachen, haben Schubladen für alle.


    Auf die Gefahr hin, mit digitalen Steinen beworfen zu werden: Frauen machen ständig Schubladen für andere Frauen und für Männer auf. Ich höre ständig von Müttern, dass sich die Väter nicht so stark an der Erziehung beteiligen, gleichzeitig wird aber erwartet, dass diese Väter den Familienunterhalt verdienen, zwei Autos und zwei Urlaube im Jahr finanzieren. Das geht in der Regel nicht, wenn man den Nachmittag auf dem Spielplatz verbringt. Andere Mütter beklagen sich, dass der Vater nicht dazu in der Lage sei, sich um seine Kinder zu kümmern. Ja wie denn auch, wenn er das nicht üben darf? Dass das jemand grundsätzlich nicht kann, halte ich für ein Gerücht. Dass Mütter häufig gatekeeper sind, die selbst den Vater des Kindes ganz genau kontrollieren und beim ersten (vermeintlichen) Fehler die Kindessorge wieder ansich reißen, ist mittlerweile auch wissenschaftlich untersucht.

    Meine Lieblings-Schubladen-Anekdote ist die des Umzugs eines Kumpels. Die sind bei anderen Freunden in die zweite Wohnung im Zwei-Familien-Haus gezogen. Wir haben Umzug gemacht und die Frau des Einziehers hat selbstverständlich Kisten und Möbel geschleppt, wie wir alle. Da meinte die Frau des bereits dort wohnenden Kumpels allen Ernstes, warum sie denn Sachen trage. Das sei Männer Arbeit, sie solle lieber für Snacks für die Männer sorgen. Und das von einer studierten Lehrerin. Wir haben sie ignoriert und weiter gearbeitet.

    Alle Lehrer*innen in Hessen durften sich endlich letzte Woche im Impfzentrum registrieren. Bis zum tatsächlichen Impftermin kann es trotzdem noch Wochen dauern. Ich selbst bin als Risikopatient*in seit 2 Monaten registriert und habe noch keinen Termin. Wahrscheinlich werde ich aber schon geführt unter "Impfangebot gemacht".

    Ich habe mich auch registrieren lassen.

    Meine Schwiegereltern (Gruppe 2) warten immernoch (mittlerweile seit 6 Wochen). Ich bin gespannt, wer von uns zuerst dran ist (unterschiedliche aber benachbarte Kreise/Imofzentren).

    Schmidt , ich müsste theoretisch auch nicht über die wissenschaftlich eindeutig nachgewiesenen Mängel anderer urteilen, weil es sind deren Kinder. Das tue ich aber, wenn mein Kinder dort spielen will. Es geht nicht darum, was du oder ich gut finden, sondern dass man feststellt, dass man irgend etwas gut/schlecht findet und andere das so/anders sehen oder vielleicht auch genauso sehen, aber nicht ändern können.

    Diesen Unterschied

    "Finde ich persönlich nicht gut und das muss ich aber auch jeder Mutter, die das so handhabt gleich auf die Nase binden" und "Finde ich nicht gut, aber leben und leben lassen, ist nicht mein Kind." siehst du aber schon? Natürlich hat jeder Meinungen zu den unteschiedlichsten Themen. Soweit waren wir schon längst. Das hat hier glaube ich niemand bezweifelt. Es geht darum, wie man damit umgeht und wie sehr man Kinder anderer Eltern aktiv ausschließt, weil diese Eltern andere ansichten haben.


    Was geht es dich an, wenn andere Frauen nicht stillen? Oder wenn andere Eltern kein Problem mit Plastikdippchen, ihrem fetten Diesel SUV, echtem Pelz, Industriezucker oder Pepsi Cola haben? Du stellst dich da sicher nicht mit erhobenem Zeigefinger hin und erklärst denen die Welt. Und wenn sich deren Kind mit deinem in der Schule blendend versteht und sie bei den anderen Eltern im Garten spielen wollen, verbietest du das ja hoffentlich nicht, weil es passieren kann, dass dein Kind vielleicht ein Snickers isst.

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