In NRW wird abgestimmt, zur Not auch gegen den Vorsitz. Wenn der dann damit unglücklich ist, kann er das beanstanden, dann entscheidet der ZAA oder die obere Schulaufsicht. Hab ich aber noch nie erlebt.
Beiträge von Valerianus
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Ich bin Mathelehrer. Ich bekomme jeden Monat mindestens einmal gesagt, dass:
a) man das was ich lehre im Leben nicht braucht
b) ich unfair bin
c) ich den Schüler nicht leiden kann
d) man einfach nix versteht bei mir
e) nach der Rückgabe einer Arbeit manchmal auch einen emotionalen Ausbruch, den ich abbekomme
Bei nichts davon geht es um mich und den Teufel werde ich tun, dass ich sowas persönlich nehme. Ich bin in dem Fall Projektionsfläche und manchmal einfach richtig für externale Attribution, damit die Schüler ihren Selbstwert behalten können.
Was man machen sollte, wenn Schüler sich bei einem beschweren ist zuhören. Ich muss keine Kollegen in die Pfanne hauen, wenn man einfach zuhört, bekommt man eine Menge Informationen. Am Ende fragt man was der Schüler jetzt möchte, was man tun könnte um zu helfen und erstaunlicherweise wollen die wenigsten Schüler den Kollegen dann was böses (genau so wie umgekehrt), die sind sauer, beleidigt und haben fast immer Angst vor "Racheaktionen" durch die Lehrer, wenn sie was sagen. Zum Machtverhältnis in der Schule wurde ja schon was geschrieben. Wie gesagt, einfach zuhören, nicht kommentieren, am Ende nachfragen.
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Wenn Schüler sich zurecht über Kollegen beschweren kriegen sie eine Salve deiner Meinungsfreiheit? Erklärt einiges...
Aus Erfahrung als Vertrauenslehrer 20% der Beschwerden sind Blödsinn, 60% sind ein Kommunikationsproblem und die anderen 20% hat der Kollege richtig Mist gebaut und dann darf man überlegen wie man das gerade bekommt ohne die Schulleitung zu involvieren, falls das möglich ist..
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Oh Gott. Wo fängt man da denn an? Unterschied Berufsbeamtentum zu schulpflichtigen Schülern ist aber soweit schon klar?
Und Schüler beschweren sich andauernd über Kollegen, bei den Kollegen, bei ihrer Klassenleitung, bei den Vertrauenslehrern, bei der Schulleitung wäre schön eine extrem hohe Eskalation aus Schülersicht, da geht niemand hin, weil ein Lehrer die Pause um zehn Minuten verlängert, selbst wenn es regelmäßig passiert.
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Als Ulk kann man das dulden, aber Schülern steht es nicht zu die Arbeit ihrer Lehrer öffentlich zu bewerten.
Als Lehrkraft im Staatsdienst steht es einem nicht zu öffentlich die Abschaffung von Grundrechten zu fordern.
"sollte nicht als Lehrer arbeiten" ist eine Meinungsäußerung und keine Tatsachenbehauptung und Abizeitungen dürften auch vor Gericht dafür bekannt sein, dass dort nicht sachlich, sondern arg überspitzt formuliert wird. Ich bin mir zivilrechtlich nicht sicher, ob die Lehrkraft im Zweifel eine Unterlassung durchgesetzt bekommt oder hier die Meinungsfreiheit überwiegt, aber würde eher Richtung Meinungsfreiheit tendieren. Die Verspätungen sind eine Tatsachenbehauptung, da muss man sich ganz genau überlegen, ob die eigenen Kurse/Klassen nicht doch berechtigt diesen Eindruck haben und ihn notfalls auch vor Gericht als Zeugen bestätigen könnten...
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Selbstverständlich haben Schüler das Recht mich zu kritisieren und selbstverständlich habe ich die Pflicht als Vorbild mich zu entschuldigen wenn ich etwas falsch gemacht habe. Dadurch verliere ich auch keine Autorität, außer ich interpretiere Autorität im Sinne des Militärs, aber naja...
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Ich kann auch nach 15 Minuten sagen, wer das Schuljahr schaffen wird. Kürzen wir das alles doch etwas ab und machen dafür längere Ferien.
Erfahrungsgemäß haben Abiturienten ihre Lehrkräfte mindestens zwei Jahre im Unterricht erlebt, das sollte das Urteil zumindest nicht verschlechtern. Und wenn ich jemanden als Note klar sagen darf "kann kein Mathe" oder "völlig falsch auf der Schulform" (nur weil es eine Zahl ist, wird es dadurch nicht anders), darf der mir auch sagen, dass er mein Fach, meinen Unterricht oder mich menschlich kacke findet. Ich bekomme sogar Geld dafür, dass ich das aushalte.
Die einzigen Kategorien, die ich nicht okay fände, sind negative Wertungen die nix mit Schule zu tun haben (Aussehen, Kleidung, etc.), aber damit hatten wir nie Probleme bisher.
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Aus meiner Erfahrung können dir Schüler in Bezug auf Referendare nach einer Woche eine ganz brauchbare Einschätzung geben, ob das eine gute Idee ist mit dem Lehramt oder nicht.
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Das wird sofort auf den Privatklageweg verwiesen, als ob irgendeinem Staatsanwalt so langweilig wäre...
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Der pädagogische Hauptgrund ist, dass wir nach dem alten Prinzip Klassenkonferenzen machen, so dass immer die unterrichtenden Kollegen da sind, die den Schüler und die Hintergrundgeschichte auch kennen. Der Nebengrund ist, dass man bei der geringen Anzahl maximal alle zwei/drei Monate Mal bei einer Konferenz dabei ist.
Ob es sinnvoller ist, im Sinne der Kollegen, darüber lässt sich streiten. Wir haben das Prinzip mit festen Kollegen Mal probiert, aber ich empfand es immer als schwierig über einen Schüler zu entscheiden (gerade in Bezug auf pädagogische Einwirkungen), den ich gar nicht kenne.
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Aus meiner Erfahrung sind die meisten Kollegen viel zu nett zu unkonstruktiven Eltern (denen es eben nicht um das Beste für ihr Kind geht) und erst recht um das Jugendamt einzuschalten oder das Kind zur Erziehungsberatungsstelle (die beraten für meine Zielgruppe auch Kinder/Jugendliche) zu schicken. Wenn es aussieht wie eine Ente, schwimmt wie eine Ente und quakt wie eine Ente, dann ist es eine Ente. Oder, wenn man es philosophischer möchte: Ockhams razor

Ich gehe bei verhaltenskreativem Kind und unkooperativen Eltern erstmal davon aus, dass die Eltern verkackt haben, ja...
P.S.: Wenn das Kind verhaltenskreativ ist und die Eltern sich bemühen, dann habe ich als Klassenlehrer üblicherweise schon bevor das Schuljahr anfängt eine komplette Diagnostik und Infos was therapeutisch läuft. Dann kann man gut zusammenarbeiten.

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Sind da auch die Pflegeeltern Schuld, dass das Kind nicht wie gewünscht funktioniert? In der Schule bekommen wir ab und zu Kinder aus einer Wohngruppe. Sind da dann die Betreuer / der Träger Schuld, wenn die Kinder Probleme machen?
Nein, die Eltern sind Schuld (Ausnahmen stehen weiter vorn). Das habe ich jetzt schon zweimal aufgeschrieben. Was in der Kleinkindzeit verbockt wird, kann danach niemand mehr vollständig richten, kein Heim, keine Wohngruppe, kein Psychologe, keine Pflegeeltern. Und eben auch keine Schule. Es gibt eine Menge psychologische (teilweise auch gerichtsmedizinische) Forschung (z.B. Catalano & Hawkins) zu dem Themengebiet antisoziales Verhalten, Aggression und Delinquenzraten im Jugendlichen- und Erwachsenenalter und die Hauptprädiktoren sind frühes antisoziales Verhalten (Kindergarden/Primary school), peer-group mit antisozialem Verhalten, früher Substanzmissbrauch und alle drei werden moderiert/mediiert durch... *trommelwirbel* ...das Elternhaus (inkonsistente oder harte Strafen, mangelnde Aufsicht, etc.).
Natürlich betrifft das, wie jede psychologische Studie, nur die Mehrheit der Fälle und es gibt in Einzelfällen ganz sicher auch tolle Eltern von völlig durchgedrehten Kindern, aber das ist eben nicht der Standard.
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Vielleicht bin ich von meinem alten Nebenjob im Kinderheim zu geprägt, aber ich würde der Aussage "am Verhalten der Kinder sind (fast) immer die Eltern schuld" uneingeschränkt zustimmen. Das fast ist nur drin für Erkrankungen ab Geburt, sexueller Missbrauch außerhalb der Familie und Schicksalsschläge (Tod eines Elternteils, etc.). Je älter die Kinder waren die gekommen sind, desto weniger konnte man noch tun. Wenn ein Kind erst im Grundschulalter ins Kinderheim gekommen ist, war es oftmals einfach schon zu spät.
In der Schule hatte ich auch keine Fälle außerhalb dieser Ausnahmen. Ansonsten waren Eltern von Schülern mit problematischem Verhalten ausnahmslos unfähig, unwillig oder beides. Das Jugendamt ist auch maximal überlastet, wenn es nicht um körperliche Gewalt oder sexuellen Missbrauch geht, führen die ein, zwei Gespräche und dann war es das oftmals.
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Denk kurz darüber nach, ob du mit dem Beruf und den Fachinhalten glücklich bist, wenn ja abhaken und wenn nein, für dich selbst überlegen, was das für Konsequenzen hat.
Ich hab Mal "bereitet sich nicht auf den Unterricht vor" bekommen, von meinem LK der mit 2,0 aus dem Zentralabitur gekommen ist. Hab dann mit den Schülern gesprochen und es ist weil ich oft ohne Tasche und Buch zu ihnen in den Unterricht gekommen bin. Valid Point, aber gelernt haben sie trotzdem was. Hab ich jetzt in Mathe häufiger Buch und Tasche dabei? Nein, die Schüler haben alle Bücher dabei und die Tasche ist mainly gefüllt für Geschichte und Politik und die Noten verwalte ich eh auf dem Tablet (das hab ich dabei). So what?
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Steile These finde ich eher, wenn Eltern von "Systemsprengen" glauben oder behaupten es läge an der Schule. Therapie ist natürlich die bessere Option, aber in den meisten Fällen dürfte das systemische Familientherapie sein, weil das gesprengte System seinen Kern im Kernsystem hat. Ich habe bisher nur zweimal verhaltensauffällige Schüler gehabt, bei denen die Eltern in vollem Maße einsichtig und kooperativ gewesen sind und bei beiden Kindern lagen dann aber auch seit der Grundschule gesicherte FX.xx Diagnosen vor, die auch vollumfänglich behandelt wurden...
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Wir machen eigentlich für alle Ordnungsmaßnahmen Konferenzen (außer vielleicht mal schriftliche Verweise), deshalb sind die Zahlen fast deckungsgleich.
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Elternvertreter haben kein Anrecht auf Konferenzen außerhalb der regulären Dienstzeiten von 7:30 bis 16:30. Man muss dann ja auch fertig werden, also Einladungen immer für 15:00 (bei uns). Wir haben pro Jahr im Durchschnitt 20-30 grob geschätzt. Seit den Osterferien neun, aber ist auch heiß, dann sind die bekloppter...
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Doch, Entlassung von der Schule ohne vorherige Androhung nach Rücksprache mit der Bezirksregierung. Die Anzeige kommt nur on top. Voraussetzung ist der Schulbezug, also gehen wir davon aus, dass es im Gebäude passiert ist.
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Nur als Beispiel: ein Schüler belästigt eine Mitschülerin massiv mit sexuellem Hintergedanken
Eine schriftliche Missbilligung ist nicht verhältsnismäßig, weil höchstwahrscheinlich nicht wirksam, also ungeeignet.
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Du solltest den Teil zum Schulwechsel mit zitieren.
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