Beiträge von Valerianus

    Aktuelles Beispiel, ob es lächerlich ist, kannst du dann entscheiden: Referendar hat einen UB in meinem Grundkurs (Q1) gemacht und möchte da UPP vier Wochen nach den Sommerferien machen. Nach den Ferien liegt meine Doppelstunde dienstags, da hat er aber Seminartag und in der ersten Schulwoche ist dienstags auch kein Unterricht. Da wir den Stundenplan haben, hat er jetzt einen anderen Kurs, ansonsten hätte er nach den Sommerferien massiv Stress.

    Revisionen haben wir nach den Ferien zwei von denen ich weiß (ein Jahr nach Anstellung und zur Lebenszeitverbeamtung mit Anstellungstermin nach dem Referendariat im November).

    Eine Kollegin hat immer dienstags um 14:00 Psychotherapie, kann dann mit etwas Vorlauf (mehrere Monate) aber auch umbuchen, die freut sich auch wenn sie frühzeitig Bescheid weiß.

    Vielleicht sehe ich das zu sehr aus MAV Sicht, aber unser Stundenplaner bekommt es ja zuverlässig hin, warum sollten wir unsere Standards senken, nur weil du das lächerlich findest? Und wenn was geändert werden muss, dann redet man miteinander und zur Not ist halt jemand unglücklich, das muss in so einem großen System aber auch auszuhalten sein für die Schulleitung (der Stundenplaner macht eh jedes Jahr mindestens zehn Leute unglücklich, die auch "immer die schlechtesten Pläne haben" (mit Französisch und Religion bist du halt immer in der Blockung) und der Stundenplaner hat immer nachmittags frei (er ist ja auch um 7:00 im Haus für den Vertretungsplan, so sehr kann er Untis gar nicht Knechten, dass er da oft in den Nachmittagsbereich rutscht)...

    Sorry chilipaprika aber ich muss mich in der Schule schon so oft über irgendwelche Coaches oder heilpraktischen Psychotherapeuten aufregen, die mit so pseudo-wisaebschaftlichen Begriffen und anekdotischer Evidenz um sich werfen (hochsensibel und Autismus-Spektrum-Störung ist momentan bei uns ganz groß im kommen). Mir geht es nicht darum, dass man nicht sensibel mit traumatisierten Menschen umgehen soll, aber alles was ich zu "traumasensibel" gefunden habe (hab gerade noch einmal ausführlicher recherchiert) ist weder von Medizinern noch von Psychologen und man sollte keine Laien auf Menschen mit echten Problemen die Hilfe suchen loslassen.

    Die Zulassung zum Heilpraktiker bekommst du hinterhergeworfen in Deutschland, das ist echt Wahnsinn wenn du dir anguckst wie lange ein Pfleger oder ein Psychologe (ohne Therapeutenausbildung) ausgebildet werden und was die dürfen und was Heilpraktiker teilweise legal für eine Scheiße abziehen...

    Ich habe mich gerade sehr oberflächlich in "traumasensibles Arbeiten" eingelesen. Das ist nicht leitlinienkonform, weder zur Akuttherapie, noch in Bezug auf PTBS. Narrative Traumaexposition gehört immer mit dazu, auch außerhalb des Behandlungszimmers. Man muss halt wertneutral Rückzugsmöglichkeiten eröffnen.

    Die mir bekannte Inzidenz für Traumatisierung im SI Alter liegt übrigens bei über 50% (Krieg, Gewalterfahrungen, sexuelle Übergriffe, Verlust engster Bezugspersonen zusammengefasst). Du musst bei allen Themen deine Schüler im Auge haben, arbeitest lehrplan- und leitlinienkonform und bietest Unterstützung an wenn du was siehst (laut Leitlinie fallen Traumatisierungen nach der Familie am häufigsten in der Schule auf) oder alternativ lässt du halt alles weg und bist "traumasensibel"...

    In Bezug auf den Stundenplan: Unsere Referendare haben unmittelbar nach den Sommerferien UPP, bei einigen Kollegen stehen Revisionen an, da ist es auch nicht schlecht den Stundenplan zu kennen, um in den Sommerferien die Reihenplanung zu machen wenn man genau weiß welche Stunden man hat.

    Ich habe das Buch bislang nicht gelesen, fühle aber mit dir. Ich würde wahrscheinlich versuchen, das Thema zu versachlichen, indem ich...

    • vorher eine Art Triggerwarnung aussprechen würde

    Triggerwarnungen macht man nicht mehr, sind psychologisch erwiesen schädlich für traumatisierte und nicht traumatisierte Personen. Gibt eine Metaanalyse, von 2022 glaube ich, bei Interesse kann ich die raussuchen.

    Untis verschiedene Pläne generieren lassen, diese dann im Vier-Augen-Prinzip (mit seiner Vertretung) miteinander abgleichen (Parametererfüllung), bevor einer dann von Hand optimiert wird.

    Ich muss nicht fit in Untis sein (falls das auf mich bezogen war), mich hält das Land mit Schild und ASDPC (noch ein Jahr) auf Trab.

    Man kann sich doch sonst nicht lange im Voraus vorbereiten...

    Außerdem kann man dann damit angeben, dass es an der eigenen Schule besser läuft als an den anderen Schulen...

    Ganz vielleicht geht es euch um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und die Abstimmung von Betreuungszeiten für die Kinder, was etwas schwierig wird, wenn man den Stundenplan erst am ersten Schultag erhält.

    Ich stimme im Übrigen Moebius zu, wir sind ein System mit circa 80 Kollegen, natürlich passiert immer Mal was, das betrifft dann vielleicht 5-10 Kollegen, bei denen wird ein bisschen (im bestehenden Plan) geschoben. Das ist keine Frage von "angeben", sondern von Respekt vor dem Kollegium und anscheinend auch von Kompetenz (nicht nur beim Stundenplaner, auch bei der Personalabteilung in Bezug auf Einstellungen, etc.). Wir hatten seit 2013 nicht ein einziges Jahr in dem es für einen größeren Teil des Kollegiums Änderungen gab. Schwangerschaften und Krankheiten schlagen selbstverständlich ab und an zu, aber das machen die auch während des Schuljahres und da wird auch nicht alles umgestellt.

    Das soll nicht gemein klingen, aber versuche unbedingt die Sachbearbeiterin in Bezug auf die pauschale Beihilfe zu erreichen und zu schauen, ob da noch was geht. In NRW haben wir das nicht, aber ich hatte schon zweimal den Fall, in dem Kollegen eigentlich bereits nachversichert werden sollten (Frist beim LBV verpasst, bei zu langem Abstand zwischen Referendariat und Verbeamtung beim Ersatzschulträger) und mit ein bisschen hin und her, konnten doch alle Pensionsansprüche gesichert werden. Ob da rechtlich getrickst wurde, kann ich nicht beurteilen, aber für die Kollegen ist es bares Geld gewesen und hat gar nix gekostet. ;)

    Wir haben pro Schuljahr in etwa zehn Stundenpläne (zum Halbjahr und zu den Osterferien größere Änderungen). Und unser Stundenplaner lässt (für für großen Sachen) erst ein paar Tage Untis laufen und setzt sich dann zwei Tage für Optimierungen dran um seine eigenen Ziele (Springstundenanzahl, wünsche, etc.) wenn irgendwie möglich einhalten zu können.

    UV 4-8 Wochen vor den Sommerferien. Stundenplan in der letzten Schulwoche. Alles natürlich unter Vorbehalt, falls jemand spontan krank/schwanger o.ä. wird, das erfordert in der Regel aber keine massiven Veränderungen für alle.

    P.S. unser "schlechtester" Wert war einmal UV vorletzte und Stundenplan letzte Woche vor den Ferien, da waren noch drei Stellen offen lange Zeit und es wurde abgewartet wie sich das entwickelt.

    P.P.S.: manche Kollegen jammern trotzdem darüber. Du kannst nie alle retten

    Ich bin Mathelehrer. Ich bekomme jeden Monat mindestens einmal gesagt, dass:

    a) man das was ich lehre im Leben nicht braucht

    b) ich unfair bin

    c) ich den Schüler nicht leiden kann

    d) man einfach nix versteht bei mir

    e) nach der Rückgabe einer Arbeit manchmal auch einen emotionalen Ausbruch, den ich abbekomme

    Bei nichts davon geht es um mich und den Teufel werde ich tun, dass ich sowas persönlich nehme. Ich bin in dem Fall Projektionsfläche und manchmal einfach richtig für externale Attribution, damit die Schüler ihren Selbstwert behalten können.

    Was man machen sollte, wenn Schüler sich bei einem beschweren ist zuhören. Ich muss keine Kollegen in die Pfanne hauen, wenn man einfach zuhört, bekommt man eine Menge Informationen. Am Ende fragt man was der Schüler jetzt möchte, was man tun könnte um zu helfen und erstaunlicherweise wollen die wenigsten Schüler den Kollegen dann was böses (genau so wie umgekehrt), die sind sauer, beleidigt und haben fast immer Angst vor "Racheaktionen" durch die Lehrer, wenn sie was sagen. Zum Machtverhältnis in der Schule wurde ja schon was geschrieben. Wie gesagt, einfach zuhören, nicht kommentieren, am Ende nachfragen.

    Wenn Schüler sich zurecht über Kollegen beschweren kriegen sie eine Salve deiner Meinungsfreiheit? Erklärt einiges...

    Aus Erfahrung als Vertrauenslehrer 20% der Beschwerden sind Blödsinn, 60% sind ein Kommunikationsproblem und die anderen 20% hat der Kollege richtig Mist gebaut und dann darf man überlegen wie man das gerade bekommt ohne die Schulleitung zu involvieren, falls das möglich ist..

    Oh Gott. Wo fängt man da denn an? Unterschied Berufsbeamtentum zu schulpflichtigen Schülern ist aber soweit schon klar?

    Und Schüler beschweren sich andauernd über Kollegen, bei den Kollegen, bei ihrer Klassenleitung, bei den Vertrauenslehrern, bei der Schulleitung wäre schön eine extrem hohe Eskalation aus Schülersicht, da geht niemand hin, weil ein Lehrer die Pause um zehn Minuten verlängert, selbst wenn es regelmäßig passiert.

    Als Ulk kann man das dulden, aber Schülern steht es nicht zu die Arbeit ihrer Lehrer öffentlich zu bewerten.

    Als Lehrkraft im Staatsdienst steht es einem nicht zu öffentlich die Abschaffung von Grundrechten zu fordern.

    "sollte nicht als Lehrer arbeiten" ist eine Meinungsäußerung und keine Tatsachenbehauptung und Abizeitungen dürften auch vor Gericht dafür bekannt sein, dass dort nicht sachlich, sondern arg überspitzt formuliert wird. Ich bin mir zivilrechtlich nicht sicher, ob die Lehrkraft im Zweifel eine Unterlassung durchgesetzt bekommt oder hier die Meinungsfreiheit überwiegt, aber würde eher Richtung Meinungsfreiheit tendieren. Die Verspätungen sind eine Tatsachenbehauptung, da muss man sich ganz genau überlegen, ob die eigenen Kurse/Klassen nicht doch berechtigt diesen Eindruck haben und ihn notfalls auch vor Gericht als Zeugen bestätigen könnten...

    Selbstverständlich haben Schüler das Recht mich zu kritisieren und selbstverständlich habe ich die Pflicht als Vorbild mich zu entschuldigen wenn ich etwas falsch gemacht habe. Dadurch verliere ich auch keine Autorität, außer ich interpretiere Autorität im Sinne des Militärs, aber naja...

    Ich kann auch nach 15 Minuten sagen, wer das Schuljahr schaffen wird. Kürzen wir das alles doch etwas ab und machen dafür längere Ferien.

    Erfahrungsgemäß haben Abiturienten ihre Lehrkräfte mindestens zwei Jahre im Unterricht erlebt, das sollte das Urteil zumindest nicht verschlechtern. Und wenn ich jemanden als Note klar sagen darf "kann kein Mathe" oder "völlig falsch auf der Schulform" (nur weil es eine Zahl ist, wird es dadurch nicht anders), darf der mir auch sagen, dass er mein Fach, meinen Unterricht oder mich menschlich kacke findet. Ich bekomme sogar Geld dafür, dass ich das aushalte.

    Die einzigen Kategorien, die ich nicht okay fände, sind negative Wertungen die nix mit Schule zu tun haben (Aussehen, Kleidung, etc.), aber damit hatten wir nie Probleme bisher.

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