Das ist doch ein fächerübergreifendes Problem: wenn ein Schüler in Mathematik Äquivalenzumformungen absolut nicht kann, wären das früher in jeder Aufgabe konsequent 0-1 Punkte gewesen. Heute gibt es den CAS und "wenn mehr als 75% der Aufgabe richtig gelöst sind, sind alle Punkte gemäß EWH zu vergeben"-Vorgaben. Ich würde darauf wetten, dass die Hälfte der SuS einer Sek I Klasse, die z.B. das Thema Bismarck und die Reichsgründung gerade behandelt hat, eine Abiturklausur zum Thema Dank Erwartungshorizont bestehen könnte, wenn man sich vorher ein-zwei Stunden zum Thema "was gehört in eine Analyse" genommen hätte. Zum Zentralabitur in Biologie gibt es dazu sogar eine Studie, wo alles von "sehr gut" bis "mangelhaft" dabei war.
Erwartungshorizonte nehmen dir die Freiheit zu sagen: das ist einfach so schlecht, das ist nicht besser als mangelhaft. "Thema verfehlt" ist noch so ein Ding was du mit EWH in keinem Fach mehr abgebildet bekommst.
Was ich in den Sprachen (auch in Deutsch) sinnvoll fände, wäre eine Vetowirkung der sprachlichen Leistung. Sprachlich mangelhaft kann insgesamt nicht besser sein als ausreichend, egal wie gut das Inhalttuch ist. Der sprachliche Fokus steckt doch schon im Namen der Fächergruppe...