Beiträge von Magellan

    Ich verstehe deinen Ärger hier wirklich an keiner Stelle.

    Keiner hat irgendetwas als ungerecht empfunden bei uns an der Schule

    Es ist doch nur logisch, dass jeder versucht, an die Schule zu kommen.

    Die, die es leichter haben (näher wohnen, jünger sind, keine Kinder haben, whatever) sind vermutlich schneller vor Ort.

    Dann haben die Schnellen geschrieben, dass die Lahmen nicht mehr kommen müssen.

    Es ist nicht deine Pflicht, in der Schule zu übernachten.

    Es ist deine Pflicht zu versuchen, an die Schule zu kommen morgens.

    Ruft dich dann die Schulleitung an und sagt, du müsstest nicht mehr kommen, bleibst du zuhause.

    Und nochmal deutlich: Keiner aus unserer Straße ist an diesem Tag in die Arbeit gefahren.

    Ein paar haben homeoffice gemacht, die Psychologin hat ihre Termine abgesagt und einige haben einen Urlaubstag genommen.

    Man kam nicht aus unserer Straße raus bzw den Berg hoch.

    Ich wohnte damals 20 km entfernt auf einem Hügel mit kurvenreicher Straße mit bis zu 19 % iger Steigung rauf und runter. Selbstverständlich bin ich nicht zuhause geblieben, unsere Schülerinnen und Schüler übrigens auch nicht.

    Hast du nicht richtig gelesen?

    Bei uns kam kein Auto den Berg hoch.

    Bus und SBahn fielen auch aus.

    Ich hätte höchstens zur Schule laufen können. 20km.

    Der Parkplatz an unsrer Schule war auch am 3. Tag noch nicht geräumt, ich durfte mehrere Kollegen morgens schon anschieben, die sich festgefahren hatten (ich komme mit Schnee zurecht, ich kam gut in die Parkbuchten morgens).

    Im Ref war ich mal an einem Schneetag auch bis ca. 10 Uhr die einzige in meiner Schule, weil alle andren weiter weg gewohnt haben. Kamen auch wenige Kinder damals ;)

    Keiner von den 4en, die gekommen sind, hatte das Gefühl, dass die andren sich drücken (das weiß ich aus dem Gruppenchat).

    Ich selbst kann ja auch nur von mir sprechen: Ich wohne am Fuße eines kleinen Berges und bei mir wurde erst am 2. Schneetag nachmittags geräumt, bis dahin kam kein Auto die Straße rauf (alle 5 Anwohnerparteien), manche haben es versucht und sind wieder auf der Parkplatz gerutscht/geschoben worden.

    Am 2. Schneetag haben erst alle Anwohner zusammen Schnee geräumt, dann ist mein Mann hochgefahren, dazwischen drehten die Reifen durch und wir mussten Split unterlegen und danach kam dann auch das Schneeräumfahrzeug.

    Bus ist am ersten Schneetag auch keiner gefahren und Sbahnen auch nicht (hätte ich alles gebraucht, um mit dem ÖPNV zur Schule zu kommen). Am 2. Schneetag fuhr der Bus und die SBahn teilweise wieder, aber da hatte ich ohnehin frei.

    Da würde ich mich wehren, ich bin vor kurzem auf einem Kilometer Schulweg dreimal gestürzt.

    Wenn alle vor Ort freiwillig damit einverstanden sind, in Ordnung, ich wäre es nicht. Da müsste die sonstige Entlastung schon extrem sein, deutlich mehr als nur Zeit.

    Bei uns gibt es Tauschgeschäfte, ich wäre bei Glatteis aber nicht bereit, habe mir schon einmal das Handgelenk bei Glatteis gebrochen. Wohnort ist Privatsache.

    (Bei uns wohnen die allermeisten entfernt, wir wenigen vor Ort wären immer dran. Genug Entlastung gäbe es nie.)

    Bei uns war dieses Schuljahr 2 Tage schneefrei, das war's. Letztes Jahr gar nicht. Es ist also extrem selten. Und es waren dann 4 Kollegen und 3 Schüler vor Ort. Gezwungen wurde keiner zu kommen. Aber wer konnte, sollte. Bis es dann hieß: Es sind nur 3 Kinder da. Muss keiner mehr kommen.

    Hm. Ich hab das nie als Stress empfunden, sondern immer als letzten Liebesdienst. Ich fand es bisher immer "schön", noch etwas tun zu können für den Verstorbenen. Kleider raussuchen, Grabstelle entscheiden (meistens gab es schon eine, nicht immer), Sarg und Urne raussuchen, Trauerfeier planen (wir halten die Trauerrede immer selbst, kein Pfarrer oder Redner), Musik aussuchen, diese der Gema melden, mit dem Friedhof einen Termin vereinbaren, zum Bestattungsinsitut gehen.... Ich hab das "gern" gemacht, so hatte ich in der jeweiligen Trauerphase etwas zu tun.

    Ah ok, wenn ihr euch da nicht einig werden könnt ist das natürlich belastend, das kann ich nachvollziehen.

    So einen Fall gab's bei uns noch nie.


    PS Wobei ich das Argument "Was Mutter wohl am liebsten gehabt hätte" auch nicht anführen würde - bei uns entscheiden die Lebenden nach ihren Wünschen, sofern kein ausdrücklicher Wunsch des Verstorbenen vorliegt. Die Überlebenden müssen schließlich mit der Entscheidung weiterleben.

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