Beiträge von Valerianus

    Wir kann Schule für Chancengleichheit sorgen bei:

    1. Kindern, deren Mutter in der Schwangerschaft Alkohol getrunken/geraucht hat/Medikamente oder Drogen genommen hat und die nun Folgeschäden haben?
    2. bei Kindern, die schon seit ihrer Geburt eine Bidungsstörung haben, da die Eltern sich nicht besser kümmern können?
    3. bei Kindern, die seit ihrer Geburt sowohl körperlich, seelisch wie auch geistig vernachlässigt werden?
    4. bei Kindern, deren Eltern kaum Deutsch sprechen und die selbst mehr schlecht als recht die Bildungssprache dieses Landes verstehen?
    5. bei Kindern, deren Eltern / alleinerziehende Mütter/Väter so viel arbeiten müssen, dass sie ihre Kinder nicht unterstützen und angemessen fördern können?
    6. bei Kindern, deren Eltern selbst so wenig Bildung genossen haben, dass ihre Kinder weder frühkindlich fördern noch schulisch unterstützen können?
    7. bei Kindern, deren Eltern psychisch erkrankt oder auch einfach nur überfordert sind, so dass sie noch nicht mal die einfachste Unterstützung leisten können (z.B. gemeinsames Spielen, Vorlesen, miteinander Sprechen, Lesen üben, Hausaufgaben begleiten usw...)

    Ich geh mal durch:

    1.) gar nicht, das ist eine Krankheit, die fast immer mit einer massiven Intelligenzminderung einhergeht, da brauchst du Therapeuten (meinetwegen auch in der Schule, aber das ist kein Job für Lehrer)

    2.) gar nicht, das ist eine Krankheit, darum müssen sich Psychologen oder Psychiater kümmern

    3.) das ist irgendwie der Job das Jugendamtes, alternativ kommt da der verpflichtende Kindergarten für sozial Schwächere ins Spiel

    4.) verpflichtender Kindergarten, in Abhängigkeit der Ergebnisse der Sprachtests bei den U-Untersuchungen, massive Gefahr von struktureller Diskriminierung

    5.) Kindergarten und gebundener Ganztag + Hort (allerdings mit Nutzungsmöglichkeiten mindestens von 6:00 bis 20:00), alles darüber geforderte ist fast immer eine Schutzbehauptung

    6.) Das ist ebenfalls eine Schutzbehauptung, die Förderung die ein Kind in den ersten sechs Jahren braucht kann jede Person durchführen, die nicht völlig minderbemittelt ist. Setz dich mit dem Kind hin, geh mit dem Kind raus in die Natur, hör ihm zu und antworte. Das geht ohne Geld und ohne Bildung.

    7.) Jugendamt und Beratung durch Ärzte/Psychologen, Du könntest natürlich unter völliger Umgehung der ärztlichen Schweigepflicht was anderes umsetzen, ist aber juristisch mit das Übelste was du Menschen mit psychischen Problemen antun könntest...

    Kann es nicht geben, außer du bremst die Intelligenten und sozial Stärkeren (unabhängig voneinander) aus. Das heißt Matthäus-Effekt und den findest du weltweit. Wer hat, dem wird gegeben. :)

    Es könnte allenfalls in die Richtung gehen, wie man es bestmöglich ausgleichen kann und da wird es brutal:

    Du müsstest Kinder aus sozial schwachen Schichten in die Kitas zwingen und zwar möglichst früh, optimalerweise vielleicht schon mit drei Jahren. Kinder aus sozial stärkeren Schichten werden zuhause besser gefördert, da wäre Kita gar nicht notwendig und du könntest sie zuhause lassen (aber eben aus geschlechts- und wirtschaftspolitischen Gründen trotzdem gewünscht). Zusätzlich deutlichere Aufwertung und Stärkung der Grundschulen (Ausbildung, Bezahlung, Stellenschlüssel) mit Fokus auf den Schulen im Brennpunkt bei gleichzeitiger wissenschaftlicher Evaluation aller Maßnahmen (Was nichts bringt wird nicht weiter verfolgt). Und damit ist es dann auch schon gelaufen, weil Bildungspolitik in Deutschland vor allem ideologisch geprägt ist. Keine Partei hat ein Interesse daran ihre Schulpolitik wissenschaftlich evaluieren zu lassen, die Konservativen wollen das Gymnasium in seiner althergebrachten Form schützen, die Linken wollen Gemeinschaftsschulen möglichst von Klasse 1 bis zum Ende. Es geht nicht um Ergebnisse, sondern um ideologische Utopien.

    shells: Das ist kein statistisches Problem, sondern ein theoretisches (was virologisches und epidemiologisches Wissen erfordert). Wenn ich mit Verzögerungszeiten von 5-14 Tagen rechnen kann (das ist jetzt mal die Spanne die ich rausgelesen habe) bei Maßnahmen die in sehr schneller Taktung erfolgen, dann muss diese Wahl theoretisch gut fundiert sein, der Statistik ist das scheißegal, kommen halt andere Ergebnisse bei rum. Wenn die tatsächliche Verzögerung 14 Tage beträgt, ich aber mit 7 rechne, finde ich die signifikanten Ergebnisse halt bei den falschen Variablen. Die Differenzierung zwischen zeitgleich erfolgten Maßnahmen ist dann auch statistisch...gewagt.

    Und was statistische Kompetenz angeht gibt es eine ganz subjektive Einschätzung aus meiner Sicht:

    Geisteswissenschaftler < Erziehungswissenschaftler < Wirtschaftswissenschaftler < Mediziner < hier ist ein großes Loch < Mathematiker (pur) < Naturwissenschaftler < Psychologe < Mathematiker (Statistiker)

    Bei uns gibt es eine Liste was wir als Beschädigungen ansehen (und wir werden mit dem Alter der Bücher kulanter: Wenn der Buchrücken nach einem Jahr durch ist, schreibe ich auch eine Rechnung, wenn er nach vier Jahren wackelt, dann wackelt er halt) und die Schüler können sich in den ersten zwei Wochen des Schuljahres von ihrem Klassen- oder Fachlehrer bescheinigen lassen, falls bereits (kleinere) Beschädigungen vorhanden sind, bei größeren wird getauscht und weggeschmissen (allerdings ohne Rechnung für den Vorbesitzer). In der Schulbuchausleihe prüfen wir immer am Ende des Schuljahres zusammen mit ein paar Schülern und dem Auftrag "was du nicht mehr ausgeliehen haben willst, zeigst du mir", dabei findet man fast alles.

    Und wir haben als Mitarbeitervertretung beim Justiziar des Philologenverbandes in NRW nachgefragt und uns dessen juristische Einschätzung geben lassen, weil wir uns die Frage auch gestellt haben, warum der Dienstherr so einen Wisch haben möchte, aber die Antwort war dann doch eigentlich beruhigend auch wenn ich ebenfalls niemandem raten würde das zu unterschreiben, aber einfach aus formallogischen Gesichtspunkten:

    "Die Arbeit in der Schule ist für Sie offensichtlich zu gefährlich, Sie dürfen bei vollem Gehalt von zuhause arbeiten. Wenn Ihnen die Gefahr egal ist, dürfen Sie mir das gerne schriftlich bestätigen und dann auch in der Schule arbeiten." --> motiviert mich irgendwie nicht...

    Nein, das stimmt nicht. Menschen mit Vorerkrankungen dürfen gar nicht mit SuS Kontakt haben und auch nicht freiwillig unterrichten.

    Ü-60 OHNE Vorerkrankungen hingegen können freiwillig kommen.

    Genau so. Und das hat keinen Einfluss auf PKV/Beihilfe oder andere Versicherungen. Der einzige relevante Fall der tatsächlich problematisch würde, ist eine Dienstunfähigkeit aufgrund von Corona, weil der Dienstherr das nicht als arbeitsbedingte Erkrankung anerkennen wird und es dann DU mit Abschlägen heißt.

    Das kann man sich aber auch so denken. Du kannst auch fallschirmspringender Raucher sein, das hat sicher keinen Einfluss auf deine Versicherungsverhältnisse (außer du hättest was anderes behauptet).

    Wir stellen den Eltern alle Bücher im Zeitwert in Rechnung die vor Ablauf von 5 Jahren verschwinden oder beschädigt werden, die Einnahmen reichen bei Einführung für die Softwarelizenz und danach gehen auch weniger Bücher kaputt oder verschwinden. :P

    Valerianus

    Wenn bei euch der Distanzunterricht so schlecht gelaufen ist, dass es nicht bewertet werden kann - es tut mir leid für eure Schüler.

    Es gibt nämlich auch Schulen, bei denen sogar mehr gemacht wurde als im normalen Unterrichtsbetrieb der Fall wäre. Diese Schüler verdienen Anerkennung, wie bereits das MSB festgemacht hat. Verstoss bitte nicht die Festlegung des MSB.

    Er darf nur positiv bewertet in die Note einfließen und nicht in Klausuren einfließen ohne Wiederholung im Präsenzunterricht. Das ist die Rechtsgrundlage und garantiert keine Möglichkeit für Chancengleichheit zu sorgen. Und wenn du dich im Distanzunterricht besonders angestrengt hast, dann erzähl das deinen Fachlehrern und nicht irgendwelchen fremden Lehrern in einem Forum. :P

    Erzählt was von Chancengleichheit, will aber gegen das Rückwirkungsverbot verstoßen. Mal im Ernst: Informiere dich bitte über die juristischen Grundlagen deines Berufs, bevor du mit solchen Knallern um dich wirfst. Wie gesagt: Gerade hier handelt die Verwaltung extrem klug, wenn sie das ganze ins Ermessen stellt, weil wir eben eine Schule sind und keine Bauaufsicht...

    Ich frag mich wirklich, wie jemand Lehrer sein und an objektive Notengebung glauben kann. Es gibt ein paar Dinge bei denen ich mir landesweit klarere Regelungen gewünscht hätte, aber das hier an die einzelnen Schulen zu delegieren ist mehr als sinnvoll, damit man der individuellen Situation vor Ort Rechnung tragen kann.

    Und wie willst du das einheitlich festlegen, wenn manche Schulen in einzelnen Fächern vor der Schließung schon zwei Klausuren geschrieben haben und andere haben noch gar keine (Heinsberg)? Und mit Objektivität zu kommen ist völlig lächerlich, du kannst doch nicht einmal die Leistungen von zwei parallelen Grundkursen vergleichen je nach Kollege, dann mach das mal mit verschiedenen Schulen in völlig unterschiedlichen Einzugsgebieten und evtl. noch anderen Schulformen (Gy/Ge)...

    Kann echt nicht wahr sein! Es wird immer noch keine Perspektive für Präsenzunterricht an FS KM und GB geboten.

    Sollen diese Schüler jetzt gar nicht mehr in die Schule gehen?

    In Anbetracht der Tatsache, dass dort doch ein erhöhter Anteil der Schüler zur Risikogruppe gehört und dass die Abstandsregeln bei der dort häufig notwendigen pflegerischen Tätigkeit nicht eingehalten werden kann, kann ich das schon irgendwie nachvollziehen. Wenn du da ein tolles Konzept hast, sind die dir im Ministerium bestimmt dankbar. Unsere Kollegen beim Träger im Bereich GB sind schon mit der Notbetreuung hart an der Grenze dessen was eigentlich zumutbar und sinnvoll ist, da geht es nur darum die Eltern von ihren Kindern zu entlasten, um mehr nicht...

    PeterKa: Es gibt ein Schreiben vom Ministerium an die Bezirksregierung mit folgendem Inhalt:

    "Die Geltungsdauer der in der 15. Schulmail und der ergänzenden Hinweise vom 20. April 2020 definierten Regelungen zum Unterrichtseinsatz für Lehrkräfte wird bis zum 24. Mai 2020 (einschließlich) verlängert."

    Wisch dir den Schaum vom Mund Firelilly, das gilt auch für alle anderen Berufsgruppen außer im medizinischen Bereich:


    "Erkrankungen in Folge einer Infektion mit COVID-19 sind keine Arbeitsunfälle. Ein Arbeitsunfall liegt nicht vor, wenn sich eine Gefahr verwirklicht, von der ein Versicherter zur selben Zeit und mit gleicher Schwere auch außerhalb seiner versicherten Tätigkeit betroffen gewesen wäre. Da derzeit die Ansteckungsgefahr allgegenwärtig ist, sind alle Menschen in Nordrhein-Westfalen dem Risiko im Wesentlichen gleich ausgesetzt, so dass ein spezifisches berufliches Risiko nicht mehr besteht." (Unfallkasse NRW)

    "COVID-19-Erkrankungen können die Voraussetzungen der Berufskrankheit 3101 erfüllen. Davon umfasst sind „Infektionskrankheiten, wenn der Versicherte im Gesundheitsdienst, in der Wohlfahrtspflege oder in einem Laboratorium tätig oder durch eine andere Tätigkeit der Infektionsgefahr in ähnlichem Maße besonders ausgesetzt war." (Unfallkasse NRW)

    Das ist Unsinn. Wir haben uns vom Philologenverband beraten lassen. Die einzige rechtliche Unsicherheit (die auch definitiv besteht) ist, dass eine Corona-Erkrankung im Dienst mit anschließender Dienstunfähigkeit nicht als dienstbezogen gewertet und zu entsprechenden Abschlägen führen wird. PKV und Beihilfe leisten ganz normal (die bezahlen ja auch Rauchern ihre Lungenkrebstherapie). Rein menschlich verstehe ich niemanden der so etwas macht. Ich mache meinen Job um davon zu leben, wenn mir mein Chef sagt: Du musst nicht in der Schule arbeiten, das könnte für dich gefährlich sein, aber wenn du es freiwillig machst isses wohl ok, dann bin ich sowas von zuhause und arbeite von dort aus...

    Mit der neuen Forenversion kann man ja direkt im Thema durchsuchen: Panikmache (in diesem Thread)

    Ich hab mir jetzt nur die erste Seite angeguckt, aber da wird Panikmache nur von einer Seite benutzt und zwar als angeblicher Vorwurf gegen ihre Position (ich hab irgendwann am Anfang des Threads mal von Panikmache geschrieben, als hier von Triage in Deutschland und italienischen Zuständen erzählt wurde...ist nicht eingetreten...war also...hoffentlich ok...)

    Ich schließe mich ansonsten den Ausführungen von Plattenspieler vollumfänglich an: Es gibt gute Gründe weiterhin vorsichtig zu sein und wenn jemand diese argumentativ darlegt, dann kann ich mich damit auch auseinandersetzen. Einfach nur den Horror an die Wand zu malen und sachliche Argumente liegen lassen ist aber keine Diskussion, das ist einfach Mist (im Unterricht genauso wie hier und unabhängig von der gewählten Position).

    Argumentieren/Kommunizieren wird doch allein dadurch gestärkt, dass wirklich jede Lösung schriftlich fixiert werden muss, dazu kann man tagesaktuell in fast jeder Jahrgangsstufe irgendwas zum Thema Corona einsetzen (was ist exponentielles Wachstum? Wie wird R0 berechnet? Was ist ein S-I-R Modell und wie funktionieren darin Ableitungen? Warum wird in der Realität häufig numerisch und nicht algebraisch gearbeitet? Dabei kannst du im Grunde immer problemlösend arbeiten oder Werkzeuge (Excel, Simulationsprogramme etc.) einsetzen. Prozessbezogen arbeiten ist gerade echt einfach. :)

    Das eigentlich witzige ist doch auch, dass die Anzahl der notwendigen Mitarbeiter im Case-Tracking von 100 bis 1000 linear steigt, d.h. man bräuchte einfach 10x so viele Leute die telefonieren. Bei 1000 Fällen am Tag dürfte damit jedes Gesundheitsamt am Tag...0-5 (?) Fälle bearbeiten müssen, das sollte wohl machbar sein, dafür brauchst du nun echt keinen Experten (vor allem müsste der "Experte" vom Fachgebiet dann doch eher aus dem Bereich Gesundheitsverwaltung kommen, als jemand mit diesem Forschungsgebiet: "Seine Forschung zielt neben der Entwicklung von neuen Methoden in der Theoretischen Zellbiologie auf grundsätzliche Fragen zur Funktionsweise des adaptiven Immunsystems sowie zur Wechselwirkung des Nerven- und des Immunsystems. Dazu möchte er mathematische Methoden als Standardwerkzeug in der biologischen und immunologischen Erforschung von Krankheiten und Therapien etablieren." (Quelle)).

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