Das ganze ist aber eine Frage des Geldes. Was kostet es das Land, wenn man formative Selbstevaluation für alle Schüler einführt? Fast nix (von Kopierkosten abgesehen) und es bringt eine Menge. Was kostet es das Land die Klassenstärke um 20% zu reduzieren? Verdammt viel Geld (Personalkosten sind fast immer der größte Posten und die Klassen brauchen auch irgendwo Räumlichkeiten) und es bringt fast gar nix (selbst nach der im Eingangsposting verlinkten Studie). Mal ganz davon abgesehen, dass wir dafür aktuell auch gar nicht die Kollegen haben. ![]()
Beiträge von Valerianus
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Lernt man im Germanistikstudium eigentlich Argumentationstheorie?
Du kannst ja gerne argumentieren, dass kleinere Klassen zu höherer Lehrergesundheit, mehr Arbeitszufriedenheit und weniger Arbeitsbelastung beim Lehrer führen. Es geht aber in dem Thread um den Lernerfolg der durch kleinere Klassen besser were, d.h. entweder argumentierst du hart am Thema vorbei (dann sehe auch ich keinen sinnvollen Zusammenhang) oder...der Zusammenhang ist augenscheinlich vorhanden. Und dass letzte Mal, als es mich interessiert hat, war das wichtigste Ziel der Schule, dass die Schüler etwas lernen, nicht dass die Lehrer zufrieden, gesund und unbelastet sind.
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Der gesunde Menschenverstand hat dazu geführt, dass deutsche Kinderärzte viele Jahre lang empfohlen haben, dass Babys auf dem Bauch schlafen, weil es doch direkt einsichtig sei,wie hilfreich dass wäre, falls die Babys sich nachts erbrechen. Der gesunde Menschenverstand hat allein in Deutschland hochrechnungsweise 20.000 Babys allein durch diese Empfehlung umgebracht, bis dann irgendwer empirisch nachgeschaut hat, welche Schlafposition für Babys die sicherste sei. Fuck common sense...
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Hauptpersonalrat fragen und schauen für wie witzig die das halten.

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Da du mit deinen Fächern offensichtlich nie mit Statistik in Berührung gekommen bist, ignoriere ich den Unterton mal, und nein: Das ist definitiv nicht das Problem von empirisch basierter Bildungsforschung (Pädagogik, Lernpsychologie und Fachdidaktiken). Es gibt gute, saubere Experimentaldesign (Doppelverblindung wäre natürlich schöner, aber dafür bräuchte man vermutlich Hilfe von Google oder Microsoft), es gibt gute Leute die Empirie und Theorie verbinden können (das eine ohne das andere ist nämlich ziemlich sinnbefreit) und es gibt auch Studien die massive Effekte zeigen, z.B. (zusammenfassend, da nicht experimental, sondern Meta) die von Mikael so gescholtene Hattie Studie, die übrigens keinesfalls nur Effekte auf Basis der Lehrperson findet und die uns Lehrern gerade in Bezug auf die in Studienseminaren so geliebten Gruppenarbeitsformen einen riesigen Dienst erwiesen hat (außer man liebt Gruppenarbeit...).
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Ich halte das DIW als Herausgeber dieser Studie für x-fach "signifikanter" als diese hunderten obskuren "Fachzeitschriften", derer sich noch obskurere Universitäts-"Forscher" bedienen, in denen diese "veröffentlichen" dürfen, nachdem sie Geld auf den Tisch gelegt haben. Und das alle nur, um überhaupt ein paar "Veröffentlichungen" zu haben, damit die Universitäts-"Karriere" nicht zum völligen Rohrkrepierer mutiert...
Oder man "veröffentlicht" gleich im "Eigenverlag" und verschenkt ein paar Dutzend Exemplare an Freunde und Bekannte, damit es überhaupt so aussieht, als ob es jemand gelesen habe...Gruß !
Wir reden hier nicht von Veröffentlichungen im Eigenverlag oder in unbekannten Kleinverlagen, die irgendein Doktorand bezahlt, damit jemand seine völlig irrelevante Dissertation zur Kenntnis nimmt, sondern von vernünftigen Zeitschriften wie Nature, Science oder Journal of Educational Psychology. Die Standards halt, wenn man einen Job in der empirischen Bildungsforschung bekommen will und nicht nur in der Geschichte der Pädagogik.

@Schmidt: Dass DIW Studien standardmäßig nur direkt beim DIW veröffentlicht werden macht die Sache nicht besser, sondern wirft auf die Studien ein genauso gutes Licht wie auf Studien der Konrad-Adenauer oder Hand-Böckler-Stiftung (Liste beliebig ideologisch erweiterbar). Jetzt mal methodisch: Der erste riesige Nachteil dieser Studie ist schon das Design (Korrelationsstudie mit bereits erhobenen Daten). Dann geht es statistisch weiter. Dass was du "genau die Kontrollvariablen die du erwartest" nennst, sind höchstwahrscheinlich genau die Kontrollvariablen mit denen ein signifikantes Ergebnis raus gekommen ist. Ich hab lang genug die Statistik für Studien gemacht um zumindest grobe Ansätze für so was zu erkennen...wenn ich ohne Kontrollvariablen keinen Effekt habe, dann ist es immer (!) theoretisch überbaut erklärungsbedürftig, warum er mit Kontrollvariablen auf einmal da ist. Umgekehrt (Effekt ohne da und mit weg ist meistens sogar besser). Denn mal im Ernst: Warum sollte der Einfluss der Klassengröße auf den Lernerfolg vom Alter oder von der Muttersprache abhängen (die relevante Frage wäre da eher ob da eine Mediation oder Moderation vorliegt)? Da kommt dann das Problem des fehlenden theoretischen Überbaus voll zum Tragen: Das können die beiden Autoren überhaupt nicht beantworten, denn der eine ist Wirtschaftswissenschaftler, der andere vermuteter Sozialwissenschaftler ("Migrationsexperte"). Und noch einmal, denn das ist das allerwichtigste: Die beiden kommen in Mathe bei 38.415 Schülern nicht über ein insignifikant bis p < .05 hinweg und in Deutsch schwankt es von insignifikant bis da könnte tatsächlich was winziges sein. Das Beispiel mit dem Sack Reis war nicht übertrieben. Das ist eine Effektstärke die jenseits von large-scale überhaupt nicht mehr messbar ist, das ist für den Schulalltag völlig irrelevant.
Und wenn wir beim anekdotischen "so ist das bei mir aber doch auch" sind: Die beste Klasse, die ich bisher unterrichtet habe, hatte zu ihren Hochzeiten 33 Schüler, die schlimmste hatte 17. Lag das an den Schülerzahlen...ich bin mir ziemlich sicher, dass das nicht der Fall gewesen ist, aber wir sind ja bei Anekdoten.

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Weil es zu wenig Lehrer gibt, sollen die bestehenden Lehrer Überstunden machen, diese aber nicht ausbezahlt bekommen, sondern abfeiern können (weil es dann auf einmal zu viele Lehrer gibt?).
Manchmal frage ich mich, wie manche Politiker auf ihre Vorschläge kommen...
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In welcher wissenschaftlich relevanten Zeitschrift ist diese qualitativ hochwertige Studie denn publiziert worden, damit man sich deren Methodik und statistische Auswertung mal genauer angucken könnte? Wenn ein Akademiker als wissenschaftliche Quelle news4teacher angibt, ist allein das ja schon ein Offenbarungseid was dessen wissenschaftlichen Sachverstand angeht. Wenn ich mir dann den verlinkten "diw Wochenbericht" (kein echtes Journal für die Veröffentlichung gefunden?) anschaue, weiß ich auch warum: "Kleiner Klassen können zu besseren Leistungen von SchülerInnen führen" als Titel? Das allein deutet schon darauf hin, dass da was faul ist. Schaut man sich dann die Statistiken an, wird auch recht schnell klar warum: Es werden zwar keine standardisierten Effektstärken angegeben, aber bei der Anzahl der Schüler und den erbärmlichen Signifikanzwerten ist eindeutig warum: Der Effekt ist wahrscheinlich nicht viel größer, als wenn man in China einen Sack Reis umschubst und dann damit nachweisen will, dass deswegen in Bayern die Schüler besser sind als in Berlin...

P.S.: Die Kontrollvariablen, die zu diesem Ergebnis führen (dass es welche gibt, steht im Bericht) sind zwar angegeben, wirken aber irgendwie etwas random (also ohne Begründung, warum man genau das alles kontrollieren müsste und ohne die Kontrolle kein Effekt da ist). Das hätte mein Betreuer damals "Zahlen schubsen" genannt, der Fachbegriff ist glaube ich "fishing expedition"...o.O
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Zitat
Artikel 83 DSGVO Absatz 7
Unbeschadet der Abhilfebefugnisse der Aufsichtsbehörden gemäß Artikel 58 Absatz 2 kann jeder Mitgliedstaat Vorschriften dafür festlegen, ob und in welchem Umfang gegen Behörden und öffentliche Stellen, die in dem betreffenden Mitgliedstaat niedergelassen sind, Geldbußen verhängt werden können.Zitat§43 BDSG (neu) Absatz 3
Gegen Behörden und sonstige öffentliche Stellen im Sinne des § 2 Absatz 1 werden keine Geldbußen verhängt. -
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Der Bund hat keine Kostendämpfungspauschale...
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Die ehemaligen Bundesbeamten bei der Telekom lassen sich sicher nicht nach Berliner Standards abspeisen, sondern nach denen für Bundesbeamte.

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Mein Mutterschutz begann beim 1. Kind eine Woche nach Sommerferienbeginn. Meine Elternzeit endete eineinhalb Woche vor Ferienende (maximale Bezugsdauer des EG). Ein Antrag auf 11 Monate, wurde mir vorher auf Nachfrage mündlich mitgeteilt, würde nicht genehmigt werden.
Bin in NRW.
Das ist ein anderer Fall, als der den ich geschildert habe. Bei 12 Monaten hast du einen Sachgrund (maximale Bezugsdauer), was soll dein Sachgrund für 11 Monate sein außer: Ich will für die Sommerferien gerne voll bezahlt werden (den ich persönlich gut nachvollziehen kann, das Land sieht darin aber eben einen Rechtsmissbrauch)? Die Rechtsmissbräuchlichkeit der Aussparung der Sommerferien wurde auch bereits durch einige Verwaltungsgerichte bestätigt (so viel zu, dass kann nicht durch Erlass geregelt werden...doch, bei Beamten kann das), ein letztinstanzliches Urteil müsste man da abwarten.
Und nein, man muss auch in der Schwangerschaft nicht jede Ersatztätigkeit annehmen. Die Tätigkeit muss "amtsangemessen" sein. Wer sich da fürs Akten schieben einteilen lässt, kann das ja gerne zu seiner seelischen Beruhigung tun, das muss man aber nicht.
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Ja, weil der Anfang sachgrundbezogen ist (Geburt) und das Ende auch (maximale Bezugsdauer Elterngeld).
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Der Mutterschutz ist definitiv sachgrundgebunden, da er immer durch den Geburtstermin bestimmt ist.
Wenn du deine Elternzeit als Vater direkt an die Geburt anschließt (und dein Kind durch glückliche Fügung am ersten Schultag nach den Sommerferien geboren wird), kommst du ja genauso in den Genuss, wenn du die Elternzeit direkt an die Geburt anschließt (und dann geht der Antrag auch durch).
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Du hast aber (auf die 5-Tage-Woche hochgerechnet) ungefähr 60 Tage "Urlaub" im Jahr (klar, auch als Ausgleich für geleistete Überstunden und teilweise muss da auch gearbeitet werden). Wenn du jetzt zwischen Sommer- und Herbstferien Elternzeit nimmst, kannst du mir aber nicht erzählen, dass du in den Ferien so viel zu tun hättest, als wenn du dazwischen voll arbeitest. Es geht dabei gar nicht darum, wie ich das sehe, aber der Dienstherr sagt einfach: Mit 2 Monaten Elternzeit kommst du auf fast 4 Monate Freizeit, was für andere Landesangestellte/Beamte eben einfach nicht möglich ist (auch wenn du deinen ganzen Jahresurlaub um die Elternzeit legst).
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Die Regelung soll eine rechtsmissbräuchliche Elternzeit ausschließen (z.B. genau zwischen Sommer- und Herbstferien). Für NRW gilt als nicht rechtsmissbräuchlich:
2 Monate Elternzeit direkt im Anschluss an die Geburt (offensichtlicher Sachgrund)
2 Monate Elternzeit zum Ende der maximalen Bezugsdauer des Elterngelds (ansonsten finanzieller Nachteil --> Sachgrund)
Frau/Mann geht wieder arbeiten (Betreuungslücke --> Sachgrund)
Frau/Mann sind beide Lehrer und wechseln "irgendwann" (für das Land entsteht in dem Fall kein Nachteil) --> hier weiß ich das aber nur für den Fall, dass beide an derselben Schule beschäftigt sind -
Ich hab den Fragebogen jetzt einmal komplett gemacht und muss mich glaube ich nicht der Kritik von schulischer Seite her anschließen, aber:
Bitte sag mir, dass dein betreuender Professor oder WiMi zwar irgendwie Ahnung von MIgration hat, aber von Statistik bisher nicht so viel gehört hat.
Du hast als unabhängige Variablen mit ein bisschen Fantasie 2x Notendurchschnitt (ordinalskaliert), namensbasierten Migrationshintergrund (dichotom) sowie eine Einschätzung zum Sozialverhalten (wie auch immer du die skalieren willst, aber bestimmt nicht metrisch) und als abhängige Variable die Entscheidung "geeignet fürs Gymnasium" (dichotom). Was willst du damit rechnen, damit das für eine Masterarbeit reicht? Das sind maximal drei statistische Analysen mit SPSS. Mal ganz abgesehen von den inhaltlichen Problemen, sehe ich hier ein massives Problem mit der Skalierung deiner Variablen, weil deine Hauptaussage ja anscheinend von dichotom nach dichotom gehen soll. Wie willst du das rechnen? Logistische Regression, Probitmodelle, CTA? Bei allen dreien hätte ich ziemliche Bauchschmerzen, weil die Bedingungen eigentlich nicht erfüllt sind...
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Wer bei den auf einem Sportfest üblichen "Langstrecken" umkippt, ist unabhängig von der Temperatur definitiv völlig außer Form. Dasselbe Problem hat aber inzwischen ja sogar die Bundeswehr seit sie - abgeschaffter Wehrpflicht sei Dank - jeden nimmt, der bei der Tauglichkeitsprüfung nicht im Rollstuhl aufläuft...
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Norddeutsche Weicheier...wir sind früher wenn es hitzefrei gab, quasi direkt vom Mittagessen zuhause auf den Bolzplatz durchgestartet und da ist keiner umgefallen.

Und etwas weniger dramatisch: Unser Sportfest findet immer in der Woche vor den Sommerferien statt, das städtische Sportfest (für die Gewinner der Schulausscheidung) dann in der zweiten Woche nach den Sommerferien. Da achtet man drauf, dass die Schüler genug trinken (und ist jedes Mal, nennen wir es erstaunt, wie viele Eltern meinen, dass ihre Kinder für vier Stunden Sport nichts zu trinken brauchen) und dann kippt da auch keiner um. Die häusliche Mangelware Sonnencreme führt da zu mehr schmerzhaften Erinnerungen bei den Kindern als das mangelnde Wasser (das besorge ich zur Not aus dem Kran)...
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