Beiträge von Valerianus

    Das Hauptproblem dürfte sein, wie man Lehrerleistung erfasst. In der verarbeitenden Industrie, im Handwerk, im Vertrieb oder auch im Investmentbanking ist es relativ einfach die Leistung zu messen und mit dem Durchschnitt zu vergleichen. Wie will man das bei Lehrern machen? Wenn man es nicht valide erfassen kann, ist das ganze Konzept doch Mist, weil am Ende 90% unzufrieden sind und die anderen 10% auch nicht so genau wissen ob sie das wiederholen können...

    Eure städtischen Gymnasien müssen furchtbare Arbeit leisten, wenn in BW 43% der Schüler aufs Gymnasium gehen nach Klasse 4 und ihr mehr Abiturienten produziert als die.

    Wir brauchen auch ganz bestimmt keine neue Schulformdebatte, man muss Schulen einfach mal in Ruhe arbeiten lassen und dein Argument ist auch völlig daneben. In den bildungspolitisch am schlimmsten versagenden Ländern werden die Kinder nämlich auch bis zum Ende von Klasse 8-12 (je nach Land) gemeinsam unterrichtet, was aber nun genauso wenig Folge der Struktur ist wie der Erfolg der asiatischen Länder damit was zu tun hat. Es liegt einfach daran, dass die Gliederung des Schulsystems ein sehr deutschsprachiger Sonderweg ist, der aber erst einmal weder gut noch schlecht ist.

    Das war nicht als Angriff gemeint, es wundert mich nur ehrlich...seit der BA/MA Umstellung ist an meiner alten Universität nichts an den Inhalten geschraubt worden und Duisburg-Essen ist jetzt echt nicht dafür bekannt elitäre Anforderungen an die Studenten zu stellen (das einzig elitäre, was aber wohl eher wirtschaftlichen Überlegungen geschuldet ist, ist dass Lehramt und Fachwissenschaft dieselben Veranstaltungen besuchen).

    Ist das Skript von einer PH? An meiner alten Uni wird inzwischen am Anfang ein verpflichtendes mathematisches Propädeutikum mit 6 SWS absolviert (zusätzlich gibt es davor immer noch den Brückenkurs), aber Analysis und Lineare Algebra wird immer noch zusammen mit den Fachwissenschaftlern unterrichtet und da gibt es überhaupt keine Abstriche im Lehrstoff (ich hab mir gerade mal die Skripte angesehen, eins ist mein alter Prof, das ist zwar ein wenig aufgehübscht worden, aber inhaltlich hat sich da nichts getan). Hier mal die Übungen aus dem Brückenkurs (also das was eigentlich von der Schule erwartet wird): Klick mich!

    @MrsPace: Du unterrichtest also Stoff der 7. Klasse (ich vermute mal, dass BW das nicht so viel später macht als NRW), der selbst in der Hauptschule unterrichtet wird, die Schüler können es nicht und du fragst dich ernsthaft wie die das Wirtschaftsgymnasium schaffen sollen? Die Antwort ist relativ einfach: Hoffentlich gar nicht mit der Einstellung (denn der gesamte Stoff der Sek I hat nur sehr wenig mit Verständnis zu tun, das kann man alles stumpf auswendig lernen wenn man es möchte (ich hab ein paar Kandidaten die sich damit regelmäßig Richtung 2 pushen)).

    @alte Abituraufgaben: Ich hab ein paar Sammlungen zu Abituraufgaben aus den 50er Jahren und DDR Schulbücher mit Vorbereitungen auf die Abiturprüfungen an der EOS. Das sollte jeder rechnen können der ein Mathestudium hinter sich hat, bei manchen Aufgaben bräuchte ich sicher etwas Vorbereitungszeit (komplexe Zahlen hab ich seit dem Studium nicht mehr gebraucht in NRW), aber schwer ist anders. Ist halt ein bisschen mathematischer als die heutigen Abituraufgaben. :)

    Das ist meiner Meinung nach ein Hauptproblem der ganzen Hechelei hinter dem "Anwendungsbezug". Viele Schüler verstecken sich hinter auswendig gelernten Algorithmen, machen einen winzigen Fehler und denken dann nicht im geringsten darüber nach, ob das in dem Kontext den sie da haben, überhaupt Sinn machen kann. Mein Lieblingsbeispiel ist immer noch die Schülerin die mir mit voller Überzeugung erzählt hat, dass bei geöffneten Schleusentoren 2l/h aus einem Stausee abfließen. Auch der Hinweis auf die Größe ihrer Wasserflasche auf dem Tisch hat sie nur mäßig beeindruckt, immerhin habe der Taschenrechner das so ausgerechnet. :)

    Dann doch lieber reine Mathematik und ich muss nur den einen Vorzeichenfehler finden, anstatt mich noch über die "geniale Anwendung" zu freuen...xD

    @Krabappel: Schule ist hier sehr lebensnah und anwendungsbezogen, blöderweise interessiert sich in Klasse 8 aber kein Schüler für Finanzmathematik und ähnliche Anwendungsbezüge, die jedem erwachsenen Menschen massiv dabei behilflich wären zu verstehen was seine Bank oder Versicherung ihm da gerade andrehen möchte (ja, das ist alles nur Formeln aufstellen, umstellen, einsetzen). Zutiefst unprofessionelle Antwort einer Kollegin ohne jede Kenntnis mathematischer Inhalte, die auch heute noch glaubt mit ihrem Riestervertrag Gewinn machen zu können. :P
    Das hat auch überhaupt gar nichts mit einem Verfall der Jugend zu tun, sondern mit einem Verfall der Lehrpläne auf Betreiben erwachsener Fachpolitiker, die das den Schülern nicht mehr "zumuten" möchten.
    @DePaelzerBu: Am Gymnasium ist das in NRW Thema in Klasse 8, an der Hauptschule sollte es (bis Klasse 10) zumindest für lineare Gleichungen (quadratische nur im E-Kurs) behandelt werden.

    Ich sehe jetzt nicht ganz den Unterschied dazwischen ob die Schulen die PCs jetzt kaufen oder von einer lokalen Firma alle zwei Jahre die ausrangierten PCs übernehmen (die immer noch in besserem Zustand sind als alles was die IT Abteilung anschleppt). Dasselbe gilt auch für Sportgeräte die durch Heckler und Koch gespendet werden, solange da nicht fett "sponsored by G36" draufsteht...

    Irgendwie nicht so und die Argumente auf der Seite sind auch an den Haaren herbeigezogen. Das Hauptargument ist fehlende parlamentarische Kontrolle, blöd nur dass der Calliope durch das Bundeswirtschaftsministerium auf Beschluss des Bundestags gefördert wurde. Auch das Argument des fehlenden Lehrplanbezugs kann ich nicht ganz nachvollziehen. Wenn ein Unternehmen einer Schule eine Slackline für den Pausenhof spendet und diese auch installiert, dann steht davon auch nix im Lehrplan, ist trotzdem nett. Prinzipiell wäre es natürlich besser, wenn der Staat seine Schulen vollumfänglich ausstatten könnte und dafür auch die nötigen Steuern von großen Unternehmen wie Google eintriebe. Für diese Planungs- und Regelungslücke allerdings die Unternehmen verantwortlich machen zu wollen...halte ich für sehr gewagt...das ist doch eher massives Politikversagen...

    "Tichys Einblick" und "Die Achse des Guten" lese ich grundsätzlich nicht, denn ich möchte diese Plattformen in keiner Weise unterstützen. Gründe dafür siehe Google.

    Die taz ist linker, als die beiden Seiten rechts sind (auch wenn mein persönliches konservatives Spektrum durch die FAZ abgedeckt wird). Sind halt konservative Internetseiten und Google fördert da auch nichts wirklich negatives zutage, außer man schränkt die Suche auf Artikel von taz und indymedia ein...xD

    Wenn jemand vorher schon so lange ins Rentensystem eingezahlt hat, dass er Ansprüche auf eine Rente hätte (mindestens 5 Jahre), wird es relativ schwer gleichzeitig die 40 Jahre für die Pension vollzumachen... :P

    Das können wir jetzt auf eine pädagogisch-psychologische Diskussion zurückführen...ist die Ursache für eine Störung der relevante Teil (Psychoanalyse) oder ist allein relevant wie wir die Störung beheben können (Verhaltenstherapie)? Ich finde, dass es nicht zielführend ist die Ursachen für Ungleichheit zu ergründen, solange wir nicht in der Lage sind diese Ungleichheit wirkungsvoll zu bekämpfen und dass in diese Bekämpfung viel mehr investiert werden müsste (weniger Geld, mehr politischer Wille). Das Hauptproblem dürfte aktuell sein, dass heute viele Politiker glauben durch geringere Steuern ein besseres Gemeinwesen auf die Beine stellen zu können (Zahlen hier oder hier), was meiner Meinung nach ein selten blöder Fehlschluss ist. Ich bin auch kein Fan von hohen Steuern, aber irgendwer muss unseren Staat bezahlen und da sollten vornehmlich die Besserverdiener (zu denen wir als Lehrer übrigens auch gehören, ein Single mit A13 dürfte zu den oberen 10% in der Einkommensverteilung gehören) und vor allem die Vermögenden (hier aber mMn einmalig und gestreckt um Bürokratie zu vermeiden) herangezogen werden...

    Wie weiter vorne schon gesagt, es gab eine solche ungleiche Verteilung von Gütern bereits wiederholt und es gibt diverse Lösungsmöglichkeiten für eine Umverteilung (die Jahrtausende lang praktikabelste Möglichkeit wäre Krieg, weil das glaube ich keiner mehr möchte, sollten wir ernsthaft über so etwas wie Lastenausgleich nachdenken)

    Wie gesagt, das in dem Bild sichtbare Wachstum erklärt sich zu großen Teilen daraus, dass auf beiden Achsen dieselbe Variable (in unterschiedlicher Form) dargestellt wird. Davon unbeeindruckt: Wie müsste die Verteilung denn aussehen, damit sie fair wäre? Eine Gleichverteilung wäre sehr fair, aber völlig ohne Leistungsanreiz...eine lineare Verteilung? Oder sollte hoher Einsatz eventuell nicht sogar quadratisch oder exponentiell belohnt werden? Wäre die Verteilung unfair, wenn jede dieser Personen ihr Vermögen selbst erarbeitet hätte (Leistungsprinzip), wäre sie fair, wenn sie linear wäre, aber alles ererbt?

    Die ungleiche Verteilung von Vermögen ist jeder Gesellschaftsform inhärent, die Verteilungen für antike, mittelalterliche oder frühneuzeitliche Gesellschaften sahen sicher nicht "fairer" aus, von den Verteilungen in modernen Diktaturen oder den einstmals oder immer noch bestehenden Volksrepubliken ganz zu schweigen.

    Plattitüde Nr. 269b. Herleiten heißt verstehen. Und selbstverständlich gibt es auch an Haupt- und Realschulen Kinder, die verstehen, was sie da machen. Im Idealfall strebt man das im Unterricht zumindest an, egal welcher Abschluss das Ziel ist.

    Sorry, aber das stimmt (für Mathematik) einfach nicht:
    1.) Wenn das so wäre hätte ich (und Voldemort schreibt ja ähnliches) nicht auch im Mathe LK Schüler die Probleme mit formal anständigen Beweisen haben (die haben übrigens sehr, sehr viele Studenten an der Uni immer noch), die Schüler können aber trotzdem die Sätze anwenden und damit Aufgaben lösen.
    2.) Das Ganze dann an Haupt- und Realschulen zu verlangen, wenn's am Gymnasium im LK nur für eine (recht gute) Teilgruppe der Schüler verständlich ist, scheint mir dann einfach unnötige Überforderung der Schüler...ich hab in Grundkursen vielleicht 2-5 Leute die da noch mitkommen und ich behaupte mal ganz vermessen: An der Realschule hast du vielleicht 2, an der Hauptschule - falls überhaupt - einen der da irgendwas versteht. Dafür den Rest der Klasse mit einem "HÄ?" sitzen zu lassen und die Zeit nicht für Übung und Anwendung zu nutzen scheint mir Verschwendung wertvoller Zeit zu sein. Es gibt ein paar Ausnahmen bei sehr anschaulichen geometrischen Beweisen und viele algebraische Beweise (pq-Formel, etc.) kann man auch machen, aber bei denen gilt: zügig und nur eine Handvoll oder ausführlich und vielleicht die Hälfte der Klasse...und für das zweite hab ich echt nicht genug Stunden.
    3.) Mein alter Prof in Analysis hat irgendwann mal (es ging um die Notwendigkeit der Zusammenarbeit in Übungsgruppen) gesagt: "Ob sie etwas verstanden haben sehen sie nicht daran, dass sie die Beweisführung der Sätze nachvollziehen oder dass sie die Aufgaben auf den Übungszetteln rechnen können. Aber wenn sie sich mit jemandem zusammen hinsetzen, der die Übungsaufgaben wirklich verstehen will und ihm es so erklären können, dass er sie lösen kann, dann haben sie es wirklich verstanden."

    Die Statistik hat meiner Meinung nach mindestens drei Probleme:
    1.) Beide Angaben sind prozentual, d.h. es könnten sowohl an 10 Personen verteilt werden, als auch nur 10€ zu verteilen sein.
    2.) Die Staffelung in Dezile macht einen glauben, dass die oberen 10% unverhältnismäßig viel hätten, teilt man die Grafik genauer auf dürfte das Ganze Ding eher quadratisch oder meinetwegen auch leicht exponentiell aussehen.
    3.) Das Hauptproblem was die Statistik allerdings schön furchtbar aussehen lässt, ist: Auf beiden Achsen wird Vermögen dargestellt, dass da eine massive Abhängigkeit besteht ist auch vorher klar...

    Dass es Ungleichheiten in der Vermögensverteilung geben muss dürfte nach den gescheiterten kommunistischen Experimenten des 20. Jahrhunderts glaube ich einigermaßen klar sein, worüber wir in Deutschland diskutieren können und müssen ist, ob sie so massiv sein müssen wie bei uns. Man könnte auch darüber nachdenken einmalig besonders hohe Vermögen deutlich, aber zeitlich z.B. über 20 Jahre gestreckt zu besteuern (vgl. Lastenausgleich nach dem 2. Weltkrieg), dann kann auch niemand rumjammern, dass dadurch sein Unternehmen in den Ruin getrieben würde - wenn irgendwer bei einer Substanzbesteuerung von 20% über 20 Jahre in den Ruin geht, war er (oder es bei Unternehmen) auch vorher nicht wirklich wirtschaftlich solide aufgestellt.

    Ich kann in keinem deiner letzten drei Postings auch nur ein Argument finden, was sich irgendwie mit dem Thread beschäftigt oder irgendeines meiner Argumente auch nur ansatzweise thematisiert und in dem Posting davor hast du im Wesentlichen auch nur Thamiel angemault, weil er deinen Logikfehler auch schon angesprochen hat, aber in einem Punkt hast du sicher Recht: (Edit: Marc Twain entfernt)

    Ich frage mich gerade bei dir ob du es nicht begreifen willst oder nicht begreifen kannst und tendiere massiv zur zweiten Option. Deine Antwort ist nur sprachlich so unglaublich unpräzise und schlecht formuliert und dazu noch in sich widersprüchlich. Entweder gibt es "keine Situation in der man Schüler anfasst" oder "So lange für niemanden Gefahr für Leib und Leben besteht gibt es keinen Körpereinsatz". Die beiden Aussagen schließen sich aus und wie man den Widerspruch übersehen kann, insbesondere nachdem man - im Grunde irgendwas - studiert hat, ist mir völlig schleierhaft. Mal abgesehen davon widerspreche ich dir hier im Thread ja keinesfalls alleine, sondern befinde mich da in ganz guter Gesellschaft. Man darf Schüler im Rahmen normaler gesellschaftlicher Gepflogenheiten anfassen (man darf dabei keine Grenzen überschreiten), man dürfte sogar direkte Gewalt gegen Schüler anwenden (das wäre dann allerdings dein "Gefahr für Leib und Leben" Ansatz, der ergibt sich aus dem Nothilferecht und der Pflicht zur Hilfeleistung), vielleicht ist dir die Unterscheidung nicht ganz klar?

    Hab mir schon sowas gedacht, dass du dich jetzt darüber rauswindest trotz einer allumfassenden Aussage, oben steht man macht es nie, deine Vorstellung von nie scheint aber massiv eingeschränkt zu sein, da du allen Leuten mit Gegenbeispielen sagst: So war das doch gar nicht gemeint. Aber da du ja nur auf den einen Beitrag geantwortet hast, lies dir doch mein Posting darunter netterweise auch durch: Wenn sich zwei Schüler prügeln und nicht auf Zuruf reagieren dann werden die getrennt...meine Jedifähigkeiten sind in den letzten Jahren leider arg eingerostet, deswegen muss ich die dann dafür blöderweise anfassen, netterweise ist das sogar strafrechtlich sauber, weil es unter Nothilfe fällt (es wäre aber auch strafrechtlich sauber, wenn du dich daneben stellst, jemanden zur Schulleitung schickst und fünf Minuten hoffst, dass einer von den beiden auf "Nein xyz, nicht dem zyx ins Gesicht schlagen, das verstößt doch gegen unsere Verhaltensregeln und du weißt, dass uns das alle traurig macht" reagiert... 8|

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