Beiträge von Yummi

    Ich habe meine Azubis nach der schriftlichen Abschlussprüfung nicht mehr. Warum auch? Macht ja keinen Sinn.

    Und Verkäufer, die ihre Prüfung machen und sich dann doch für den Einzelhandelskaufmann entscheiden, rutschen meines Wissens in die entsprechende Klasse.

    Heißt es für dir Schüler also nur Zeit absitzen?

    Es gibt Gegenden, da ist ein EFH für Familien unerschwinglich. Und einen kredit für über 500.000 € werde ich sicher nicht aufnehmen.

    Das mit der ETV ist häufig ein vorgebrachtes Argument. IdR. sind die meisten Leute in Ordnung. Und die meisten Entscheidungen werden nach Mehrheit entschieden. Hat man einen Idioten drin, ist das meist egal.

    Wieso habt ihr das Modell gewechselt? Erfüllte das vorhandene Modell nicht die Anforderungen? Letztlich muss man Handwerker durchaus auch einmal rechtliche Schritte ankündigen. Bei uns lief das dann einwandfrei.

    Der Punkt ist doch einfach: Das Ganze ist politisch gewollt. Wer Augen hat, der sehe: In den ersten PISA Studien war es doch schon so:
    Hauptschule - kleine Lücke - Gesamtschule - kleine Lücke - Realschule - große Lücke - Gymnasium

    Kleine Lücke bedeutet etwa einen Abstand von einem bis zwei Schuljahren, große Lücke in etwa drei Schuljahre. Jetzt könnte man mit der höheren Varianz innerhalb des Gesamtschulsystems argumentieren, aber die besten Gesamtschüler erreichen mit Müh und Not die besten Realschüler. Ich verrate jetzt mal wie Binnendifferenzierung in Finnland oder Singapur laufen (die beiden sind ja immer ganz vorne dabei): Gar nicht. In beiden Schulsystem wird zwar massiv im Klassenverband differenziert, aber indem die besseren und schwächeren Schüler in einem Fach dort aus dem Verband herausgelöst werden und gesonderten Unterricht durch andere Lehrkräfte erhalten. Na gut, das "gar nicht" war für Finnland übertrieben, nur ist nicht die Binnendifferenzierung Schuld am finnischen Erfolg gewesen, sondern genauso wie in Singapur, Südkorea, Estland oder Macau für allem: Frontalunterricht und Disziplin.

    Wie kannst du es wagen, rosa Bildungsträumen mit Fakten zu begegnen ? :victory: Wir sind doch im postfaktischen Zeitalter! :aufgepasst:

    Ich selbst bin oftmals überfordert mit der Heterogenität mancher Klassen und kann der Kritik diesbezüglich zustimmen. Auch möchte ich keine binnendifferenzierte Arbeitsblatt-Betreuung für Vereinzelte betreiben, sondern eine Klassengemeinschaft unterrichten.

    ABER:
    Wie kann es sein, dass die Schüler, die laut Meinung der Kollegen an dieser Schulart völlig falsch sind (z.B. die genannten "'Hauptschüler'" an der Realschule), trotzdem dort die Versetzung schaffen?

    Wenn die Kollegen sich einig wären, könnte man die Schüler, die an einer anderen Schule besser aufgehoben wären, doch auch dorthin schicken. Oder nicht?
    Ich selbst habe schon öfters Schüler erlebt, bei denen einige Kollegen mehr als ein Auge zugedrückt haben müssen bei den Noten. Ich glaube, dass viele die Illusion haben, damit den Schülern etwas gutes zu tun, selbst eine gute Tat zu tun, wenn sie noch den Vierer geben. Ich glaube das nicht. Von den vielen Aspekten, die das ganze hat gehört, dass diese Schüler tagtäglich nur Mißerfolge und Frust erleben. Das ist eine sehr grausame Seite dieser vermeintlichen "Chancengleichheit".

    Bei uns landen Schüler mit MSA, die weder Prozentrechnen können noch in der Lage sind, einfache Gesetzesauszüge zu erläutern oder gar einen vernünftigen deutschen Satz zu schreiben. Aber unbedingt im kaufmännischen Bereich arbeiten wollen. Aber bloß nicht Einzelhandel.

    Ihnen fehlt jegliche "sprachliche Kompetenz". Wie oft denkst du, fragen wir uns wie die den MSA erlangt haben.

    Noch hat die Inklusion auch noch nicht die Berufsschulen erreicht und deine Schüler haben alle einen Realschulabschluss.

    Nein. Zweijährige Witschaftsschule ist für den Erwerb des MSA zuständig. Also haben die Schüler den Hauptschulabschluss.
    Auch gibt es das BVJ, welches zum Erwerb des Hauptschulabschluss führt.

    Naja, Inklusion trifft das allgemeine Schulsystem voll. Inwieweit Kollegen in gewerblichen Bereich betroffen sind, kann ich nicht sagen.
    Aber solange wir zentral im Profilfach mit Gesetzestexten arbeiten, wird dies nach meiner Meinung uns weniger treffen. Es sei denn, irgendwann kommt ein Pädagogikprofessor oder jemand im KuMi auf die Idee, dass die Gesetzestexte in leichter Sprache oder gänzlich herausgenommen werden sollten, da diese die soziale Selektion fördern :zahnluecke: .

    Nein. Ich habe einen Lehplan, der mir vorgibt, was erreicht werden muss. Ich habe ein Lehrbuch, welches didaktisch aufbereitet sein soll und als Lehrbuch zugelassen ist. Und ich habe Prüfungen, die abprüfen, ob die erwarteten Lernziele erreicht wurden.

    Habe ich Schüler in Klassen, nicht den erwarteten Parametern entsprechen, kann ich daran nichts ändern. Noch gibts halt kein BGB oder HGB in leichter Sprache :victory:

    Deshalb rege ich mich schon gar nicht mehr auf, insbesondere über die GEW und Konsorten. Da ist mir meine Gesundheit wichtiger. 8) Nicht aufreiben, machen lassen und sehen wie das teilweise schon an die Wand gefahren wird.(siehe BaWü-Ergebnis im Ländervergleich).

    Uns beruflichen Schulen, mit einer Bandbreite an Profilen (WG, TG, BTG, AG...) wird bei einem angehenden Schülerrückgang durch die Implementierung von Oberstufen an Gemeinschaftsschulen, massiv das Wasser abgegraben. Wenn es ums Sparen geht, hauptsache nicht bei der Umsetzung der eigenen Ideologie. Mit effizientem Mitteleinsatz haben es die meisten von denen Damen und Herren links des politischen Spektrums auch nicht; wie denn auch, wenn man von Wirtschaft kaum etwas versteht.
    Ich bin froh, dass unsere ggw. Kultusministerin recht streng mit der Einführung der Oberstufen ist. Nur wenige dieser Schulen, können die Vorgabe wohl umsetzen.

    Was das generelle Niveau betrifft, kann ich als Vater kann ich nur den Kopf schütteln und übernehme bei meinen Kindern selber den Unterricht. Zuviel Fokus auf Dinge, die für Kinder unsinnig sind (Projekte, Projekte, Präsentation, Soziale Kompetenzen,..), zu wenig auf relevante Dinge (Fach-) Wissen, Anspruch, Disziplin. Lieber um 13 Uhr heim, Hausaufgaben erledigen und raus mit Freunden zum kicken.

    Als Lehrer kann ich nur dafür sorgen, dass in meinem Unterricht das Niveau dem entspricht, welches ich persönlich für notwendig erachte, gewahrt bleibt.

    Ich habe nicht von Abi-Klassen gesprochen.

    Dass aber die Industriekaufleute mit Abitur bei dir sind, überrascht mich. Das Erste was ich zu meiner Ausbildungszeit gemacht habe, war mich von D und GK zu befreien.

    Da man mit dem Abitur den höchsten deutschen Schulabschluss hat, war es für mich unnötig diese Unterrichtsfächer zu besuchen. Zumal D und GK keinen Mehrwert bringen, wenn man diese Fächer als Grundkurs hatte.

    Aber wir haben Kollegen, die haben eben diese Fächerkombi und sind hauptsächlich im TZ-Bereich eingeteilt. Und somit haben die viele Klassen und jedes Jahr eine Unmenge an Prüfungskorrekturen.

    Ah, zunächst einmal danke für die vielen Antworten. Das hilft mir sehr bei meiner Studienwahl, auch wenn die Meinungen und Ratschläge hier sehr divergieren.

    Na, der Stellenmarkt ist wahrscheinlich eher klein. Allerdings habe ich auch noch keinen arbeitslosen Lehrer getroffen - nun gut, will vielleicht auch nicht jeder gleich zugeben.

    Kann man denn also von Gymnasium auf Berufsschule einfach so wechseln? Entschuldigung wenn ich so viele Fragen habe, aber man sollte sich ja nicht blindlings in ein Studium stürzen.

    Das trifft schon auf mich zu, ohne in Eigenlob verfallen zu wollen. Ich war in unserer Schulbibliothek immer ziemlich der einzige, der historische Werke oder Literaturklassiker ausgeliehen hat. Du hast Recht, es werden ja so viele Mathe- wie Deutschlehrer gebraucht. Studieren denn einfach mehr Leute Deutsch als Mathe? Zumindest habe ich von einer Lehramtsstudentin gehört, dass einige nur Deutsch wählen, weil sie von diesem Studienfach den geringsten Widerstand erwarten.

    Ja, du kannst auf eine Berufsschule wechseln. Aber mit D/G in einer berufsbildenden Schule wirst du nicht viel Spaß haben.

    Einerseits ist das Niveau in Vollzeitschulen tw. unterirdisch (wenn man das Gymnasium gewöhnt ist) und insbesondere wenn du im Berufsschulwesen unterwegs bist, wirst du fluchen. Das sind ein-bzw. zweistündige Fächer. Viel Spass dann damit dein Deputat zu füllen und jährlich Prüfungsklassen zu haben.

    Diese Kombination ist suboptimal um es freundlich auszudrücken. Deutsch und eine weitere Fremdsprache ist korrekturtechnisch Wahnsinn. Allein die Vorstellung mehr als einen Tag für einen Klassensatz Korrekturen zu benötigen :staun: . Und einige Kollegen in Deutsch brauchen die kompletten Ferien um ihre Klassenarbeiten zu korrigieren.
    Und bei beiden Fächerkombinationen hast du in der freien Wirtschaft auch kaum Nutzen. Das Gehalt eines Lehrers rangiert für diese und ähnliche Fächerkombinationen vermutlich ganz weit oben.
    Andere Fächerkombinationen dagegen kannst du am Markt dagegen mit höheren Gehältern verwerten. Dieser Erkenntnis solltest du in deiner Entscheidungsfindung eine hohe Priorität beimessen.

    Wegen des Studiums. Mathe entledigt sich schon selbst von Schnarchzapfen.

    Weil sie vielleicht Klassenlehrerin ist? Dein Verständnis von Klassenlehrerverantwortung hätte ich gerne einmal erläutert.

    @Topic
    Passiert. Klassenkonferenz einberufen, kurz Sachverhalt erläutern, abstimmen und Zeugnis ändern. Geht bei uns 30 Sekunden die Konferenz.

    Ihr tut mir echt leid. Aber wenn ich diesen Thread und den anderen wegen der Teilzeitanträge lese, kann ich nur hoffen, dass wenn ihr krank seid auch wirklich daheim bleibt und die Landesregierung mal so richtig ins Rudern kommt.

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