Der Schweizer Professor könnte natürlich keine Rechte verschenken, die er selbst nicht hat. Es finden sich z.B. Zeitungsartikel. In Deutschland dürfen nur 12% eines Zeitungsartikels im Unterricht verwendet werden. Vielleicht ist das in der Schweiz bzw. bei Schweizer Zeitungen ja anders. Prüfen muss man die Urheberrechtslage aber natürlich selbst.
Beiträge von Ratatouille
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Eine verbindliche und juristisch nicht anfechtbare Checkliste des jeweiligen Kultusministeriums, was alles bei einer Klassenfahrt zu prüfen ist.
Eine Checkliste wäre nützlich, kann man sich aber auch selber machen, indem man die Vorgaben genau liest.
Aaaaber: Abschließend kann eine Liste niemals sein. Wenn nämlich trotzdem ein Kind zu Schaden kommt, wird geschaut, wer verantwortlich ist. Und was er/sie hätte tun können, um das zu verhindern oder unwahrscheinlicher zu machen. Wenn die Garantenstellung betont wird, geht es nicht mehr um Vorschriften oder gesunden Menschenverstand (grobe Fahrlässigkeit vermeiden), sondern halt um ALLES. Das wäre bissl viel für eine Liste. Also entweder Gottvertrauen oder zuhause bleiben.
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Je nach Schule, Schulform und Region wenige bis gar keine. Als die Boomer hätten eingestellt werden sollen, war weitgehend Einstellungsstopp, da die Stellen schon mit 68ern besetzt waren auf Jahrzehnte. Später sind noch ein paar Boomer reingerutscht. Die 68er sind jetzt schon im Ruhestand.
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Heute sind doch eher Problemlösungskompetenzen wichtig.
Antimon beschreibt es ja. Dahin muss man erst einmal kommen. Natürlich kann und sollte man unterwegs auch das Problemlösen schrittweise einüben. Ohne sich in das Fachgebiet ausreichend gründlich und geduldig einzuarbeiten kommt aber niemand weit.
Auch der Lehrplan, dem ich folgen muss, ist völlig überfrachtet und überhaupt nicht an die heutige Technologie und Arbeitsweise angepasst. Da ist Zeug drin, was für den Beruf unnötig ist und anderes fehlt dafür.
Das ist in der beruflichen Bildung sicherlich ein nerviges Problem.
Wer sich aber an einer allgemeinbildenden Schule zum Erwerb der allgemeinen Hochschulreife entschieden hat, tut mir nicht leid, wenn er/sie sich in Geschichte oder Musik angeblich langweilt, Biochemie als Zumutung empfindet, da er/sie Chemie ja schließlich abgewählt hat, oder zusammenhängende Texte zu schreiben oder zu lesen in KI-Zeiten überflüssig findet. Man kann ja auch eine passende Schulform besuchen. Oder man langweilt sich halt in manchen Fächern. So what? Dass Lehrer bemüht sind, die Gegenwart und die Lebenswelt der Schüler zum Ausgangspunkt zu machen und immer wieder Verbindungen aufzuzeigen bedeutet ja nicht, dass es um nichts anderes gehen darf. Die Lehrpläne sind m. E. bei genauerem Hinsehen eigentlich nicht wirklich zu voll oder zu unmodern, wenn man die Freiräume nutzt. (Bei den Vorgaben fürs Zentralabitur mag das hier und da anders aussehen.)
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Die Ergebnisse sind mit einem Minimum an Aufwand inzwischen sehr viel besser als die, die ein mäßig guter Schüler zustande bringen würde, insbesondere wenn man KI-Tools geschickt kombiniert. Dazu braucht man nichtmal gute Prompts, Ein- und Zweiwortsätze können reichen. Es geht also sehr schnell und unauffällig.
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Gegen die Dienstherrin. Die wird gegenüber den Lehrerinnen von der Schulleiterinnen vertreten, welche darauf zu achten hat, nur zu genehmigen, was auch bezahlt werden kann.
Ja, sicher.
Es klang ja in der Presse schon an, dass die Schulleitungen es mit der Budgetfreiheit jetzt aber bitte schön nicht übertreiben sollen, dass man genau kontrollieren werde, was sie tun. Größere Summen für Reisekosten werden natürlich moniert werden. Dann gibts halt, leider, leider, doch eine Unterdeckung, selbst wenn die SL vorher korrekt gerechnet haben sollte. Dann hat man als Lehrkraft die Wahl: Geld verlieren oder Zeit und Nerven (oder auch Zeit, Geld und Neven). Ich hoffe, viele wehren sich.
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Dann fährt man eben nicht! Was ist daran diskutabel?
Richtig. Oder man geht eben mit keinem Cent in Vorleistung.
Es waren die Schulleiter, die erwirkt haben, dass die Budgets geöffnet werden und damit die Lage verunklart haben, weil sie wollten, dass die Fahrten in jedem Fall stattfinden. Auch wenn dann immer noch nicht genug Geld da ist. Ich bin mir sicher, dass viele Kollegen nicht die kompletten Reisekosten erstattet bekommen werden.
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Wenn eine Fahrt genehmigt ist und ich sie entsprechend durchführe, habe ich ohne wenn und aber Anspruch auf die Kostenerstattung.
Nur gegen wen? Wenn das zu knappe Budget in Berlin nicht reicht, zuckt der Dienstherr jetzt mit den Schultern. Selbst schuld.
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Weitergedacht könnte man Mobiliar, Schulpersonal und Lehrmittel dann wiederum von den aus dem Topf für Klassenfahrten eingesparten Geldern finanzieren
Nanana. Personal gibbets eh nich. Den Rest besorgen doch die engagierten Lehrer, denen die Kinder nicht egal sind. Problem gelöst.
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Für den Haushaltsstreit über Klassenfahrten an Berliner Schulen gibt es jetzt eine Lösung. CDU und SPD im Abgeordnetenhaus einigten sich am Donnerstagabend darauf, den Schulen mehr Spielraum zu geben, um Reisekosten für Lehrkräfte zu finanzieren. [...] In Zukunft sollen Schulen die Möglichkeit haben, Reisekosten aus anderen Finanztöpfen aufzufüllen, wenn das ursprüngliche Budget nicht ausreicht. Zum Beispiel könnten die Mittel für Schulpersonal, Möbel oder Lehr- und Lernmittel angezapft werden. "Die Schulen sind jetzt handlungsfähiger und können ihre Klassenfahrten weiter finanzieren, wenn sie diese Priorität setzen wollen", betonte Lasic.
https://www.rbb24.de/panorama/beitr…lt-loesung.html
„Wir transformieren das System“, erläuterte die Abgeordnete. Sie sei „sehr glücklich über die gefundene Lösung“. Wie berichtet, sollte das Budget für die Reisekosten der Lehrkräfte auf 1,5 Millionen Euro gedeckelt werden, obwohl mindestens zwei Millionen Euro benötigt würden. [...] Wie berichtet, standen vielerorts fast alle Klassenreisen auf der Kippe, darunter auch Schneesportfahrten, die als Kurse zum Abitur angerechnet werden sollten.
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Es gibt ja noch mehr unausgegorene Ideen in Berlin, z.B. haben Schulleiter angeregt, dass die Reisekosten der Lehrer aus dem Budget für Schulmöbel bezahlt werden. Wenn das Land bei bewilligten Fahrten die Kosten übernehmen muss, sind Fahrten, bei denen das Land die Kosten nicht übernimmt, nicht bewilligt. Wenn nicht der Dienstherr zahlt, sondern sonstwer, ist es keine Dienstreise. Wer sich darauf einlässt, quasi privat auf Klassenreise zu fahren, dem ist nicht zu helfen.
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Frau Günther-Wünsch hat eine Idee: "Allerdings könnten die Schulen Reisekosten über Schulfördervereine bezahlen, sagte die CDU-Politikerin."
https://www.morgenpost.de/berlin/article…ssenreisen.html

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Wenn auf einer Gesamtlehrerkonferenz (Beispiel, real) im TOP Fahrtkosten Kursfahrten eine Kollegin sich meldet und sagt, dass sie mitbekommen hat, dass einige sich nicht an der "Absprache" (guter Witz) gehalten haben, auf die Kostenpauschale zu verzichten, und sie es unsolidarisch finde, dann ist es sozialer Druck.
Wenn man dazu nimmt, dass besagter Antrag mehrmals mit der Bitte, zu verzichten, ins Fach der Kolleg*innen zurück kam, dann wochenlang nicht weitergeleitet wurde UND ein "wichtiges Gespräch" mit der SL stattfinden sollte, dann ist es nicht nur illegal und unverschämt, sondern kann nur geschehen, weil fast das komplette Kollegium mitmacht und also den Druck erhöht (denn in Einzelgesprächen sagen das auch fast Alle: Ich will keinen Stress, ich will nicht der/diejenige sein, der/die ausschert...)Man muss sich klar machen, dass dieser soziale Druck massiv ausgenutzt und in Berlin grade gezielt aufgebaut wird, wo mitten im laufenden Schuljahr plötzlich Gelder getrichen werden, so dass bereits organisierte Fahrten storniert werden sollen, viele andere gar nicht stattfinden können, und zwar an den einen Schulen mehr an den anderen weniger, je nachdem, wie weit die Organisation schon fortgeschritten war. Tja, schwierige Situation das. Aber nicht nur kein Problem, sondern geradezu nützlich, da sich die Lehrer so erst recht gezwungen fühlen werden, die Fahrten doch noch zu ermöglichen, indem sie die Fahrtkosten privat tragen.
Bevor überhaupt klar ist, welches Budget den Schule noch eingeräumt wird, das wird "Anfang Dezember" mitgeteilt, wird seit Wochen medialer Druck auf die Lehrer aufgebaut. Man darf schon davon ausgehen, dass das Fahrtkostenbudget gekürzt wurde, weil man annimmt, dass die Lehrer wie immer mitspielen werden, und falls nicht, sind sie schon als Buhmann aufgebaut und werden die Wut abkriegen.
Natürlich spielt es eine Rolle, dass Lehrer immer wieder mit privaten Mitteln einspringen. Ganz vermeiden lässt sich das wohl nicht, aber es ist tatsächlich unsolidarisch und politisch dumm, nicht genau über die Grenzen nachzudenken.
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Das haben zwei Schulleiter*innen unabhängig voneinander gesagt.
Vielleicht haben sie das in der Schule gemeinsam erdachte und erarbeitete Materiel gemeint. Oder das, was du dir in deiner Arbeitszeit zuhause überlegt hast oder in deiner Freizeit, ohne dir eine Nebentätigkeit genehmigen zu lassen. Das gehört deinem Arbeitgeber. Falls du eigenes Material aufgewendet hast, darfst du das Gebastelte zwar mitnehmen, aber an einen Schulbuchverlag oder auf Eduki darfst du deine Ideen ohne Weiteres nicht verkaufen. Was du für den Klassenraum gekauft und selbst bezahlt hast, darfst du natürlich mitnehmen, wobei ich mich wundere, dass ihr das überhaupt in größerem Umfang tun dürft, ohne dass es Gemecker z.B. wegen des Brandschutzes gibt. Aber klar, alle sind zufrieden und freuen sich, dasss die Lehrer/-innen selbst bezahlen.
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Warum wird die Reisekostenerstattung in Berlin eigentlich penetrant "Zuschuss" genannt?
Zum Bsp. am 10.10.: "Berliner Senat stoppt Zuschüsse für Klassenfahrten" [...] "Für Klassenfahrten werden bisher die Reisekosten von Lehrerinnen und Lehrern mit öffentlichen Mitteln finanziert. Viele Lehrkräfte seien allerdings ohne einen solchen Zuschuss zu Klassenfahrten bereit, sagt der SPD-Abgeordnete Marcel Hopp. In dem Fall steht der Klassenfahrt laut Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch nichts entgegen. Berlin muss nach Angaben der schwarz-roten Koalition im kommenden Jahr drei Milliarden Euro einsparen." https://is.gd/r9BKu2
Vielleicht um die Kosten der Dienstfahrten für die Lehrer zu verniedlichen? Oder weil man sie in Zukunft nicht mehr voll erstatten möchte? Immerhin hält man ja offensichtlich nicht allzu viel von Recht und Gesetz. Lieber mal nicht in Vorleistung gehen... (Sowieso nicht.)
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Klassenfahrten für Berliner Schüler werden wieder bezuschusst. Aber: "Lehrkräfte werden in dem Schreiben darauf hingewiesen, dass sie auf die Erstattung ihrer Reisekosten verzichten und somit das Reisekostenbudget der Schule entlasten können."
https://www.rbb24.de/panorama/beitr…samtbudget.html
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Suave: Ja, tatsächlich, bei uns (Gym) bereits mehrfach.
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In jedem anderen akademischen Beruf ist ein Vorbereitungsdienst selbstverständlich?
In RLP auch für Lehrkräfte nicht. Auch kein erstes Staatsexamen. Auch keine Immatrikulation als Lehramtstudent/-in. Auch nicht die Absicht, sich fürs Lehramt einzuschreiben. Oder sich überhaupt für irgendwas einzuschreiben. Ob Abi unbedingt sein muss, würde ich jetzt nicht beschwören. Aber dafür ist man dann gaaanz breit einsetzbar, diverse Altersstufen, alle möglichen Fächer. Macht auch nix, wenn man letztes Jahr noch selbst Schüler/-in an der Einsatzschule war und die Schüler/-innen als fast gleichaltrige Kinder von Nachbarn und Bekannten kennt. Kein Problem, wenn man hier und da im LZ brisante Infos aufschnappt, über andere Jugendliche, ihre Eltern oder ihre Lehrer. Es gibt ja die Schweigepflicht, die gilt auch für 18-Jährige.
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Versuche, die Probleme zu analysieren - hast du Wenigleser? Migranten? Oft hilft C1-Material für DAZ (Verben mit Akkusativ, Dativ, Genitiv, Verb-Nomen-Verbindungen, Präpositionen und Fall etc.). Du kannst etwas Motivierendes aus dem Netz fischen (Learning-Apps...), um Sprachbewusstsein zu schaffen und Listen anbieten, die sie bei den Schreibaufgaben im Unterricht nutzen können.
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Vielleicht liegt es daran: In allen Artikeln stand sinngemäß, dass der Vater/ Mitschüler behauptet hätten, dass die Lehrer nicht nach den Kindern schauten. Kein Artikel sagte, dass dem nachweislich so war. Zumindest soweit ich die Berichterstattung gelesen habe. Wenn nun die Verurteilung über das doch dem gesunden Menschenverstand nach offensichtliche vielleicht gar nicht möglich war (weil nicht nachweisbar), dann hat man vielleicht juristisch den Umweg genommen über Kausalketten.
Die Gerichte haben zweimal geprüft, ob unterlassene Hilfeleistung vorliegt. Das war bei Berücksichtigung der Gesamtlage nicht der Fall, weshalb beide Male kein Verfahren eröffnet wurde. Es wundert mich, woher der eine oder andere Mitforist das besser wissen will.
Da ein echtes Unterlassungsdelikt (unterlassene Hilfeleistung) also nicht vorlag, blieb nur der Weg über das sog. unechte Unterlassungsdelikt, bei dem ein ansich nicht strafbares kleines Versäumnis dann zu einer Verurteilung führen kann, wenn jemand eine besondere Verantwortung trägt (Garant ist) und wenn dieses Versäumnis mit dem eingetretenen Schaden kausal in Verbindung gebracht werden kann.
Das Versäumnis bestand darin, dass die Lehrerinnen die Krankheiten mündlich statt schriftlich abgefragt haben, was auch vom dritten Gericht nicht als schweres Versäumnis gewertet worden ist, das sei durchaus ein möglicher Weg, aber es war halt nicht der sicherste, so steht es in einer ersten Stellungnahme. Es kommt eben nicht auf das Versäumnis an, sondern auf die Folgen.
Dass die nur mündliche Abfrage zum Tod von Emily geführt hat, ist keineswegs nachweislich der Fall. Das ist auch gar nicht nötig. Es würde genügen, wenn es möglicherweise der Fall war. Aber auch das wurde vom zweiten Gericht zunächst verneint, das festgestellt hat, dass die Lehrerinnen den Ernst der Lage als medizinische Laien auch dann nicht hätten erkennen müssen, wenn sie von Emilys Diabetes gewusst hätten. Auch hier frage ich mich, auf welcher Grundlage Leute meinen, das besser beurteilen zu können als das Gericht.
Die Lehrerinnen wurden schließlich verurteilt, weil sie, stark unter Druck gesetzt, sich ungeschickt geäußert haben. Sie wollten deutlich machen, dass sie sich sehr wohl um ihre Schüler kümmern und haben beteuert, dass sie anders reagiert hätten, wenn sie von Emilys Diabetes gewusst hätten, wozu sie der Richter gezielt provoziert hat. Ob sie wirklich anders gehandelt hätten, ist fraglich, immerhin hat das zweite Gericht das anders gesehen, auf der Grundlage einer Akte von 1000 Seiten. Es habe eine Verkettung von unglücklichen Umständen vorgelegen.
Sorgfältig und verantwortungsvoll arbeite ich sowieso. Und ich gehe davon aus, dass das auch für die beiden nun verurteilten Kolleginnen gilt. Daher lerne ich aus dem Urteil etwas anderes. Dass vielleicht jemandem, der aus der SL-Perspektive auf die Sache schaut, der Frack brennt, wenn KuK nicht unter allen Umständen und möglicherweise auch gar nicht mehr fahren wollen, tja nun ...
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