Man kann sich natürlich auch weiter als Opfer der Rahmenbedingungen inszenieren oder man übernimmt einfach mal Verantwortung für die Ausgestaltung seiner Arbeitszeit und sorgt dafür, dass diese die vorgegebene Arbeitszeit auf Dauer nicht überschreitet. Instrumente hierfür gibt es genug. Dazu gehören neben einer eigenen Zeiterfassung, effizienter Unterrichts- und Klausurgestaltung und zielführenden Gesprächen mit der Schulleitung zu Zusatzaufgaben als Ultima Ratio auch die Überlastungsanzeige und entsprechende Konsequenzen. Der erste Weg führt mit hoher Sicherheit zum Erleben von Frustration, der zweite eher zum Erleben von Selbstbestimmtheit.
Und wenn sich eine Lehrkraft darüber beschwert, dass die Wochenenden ständig mit Klausuren blockiert sind und kein soziales Leben mehr möglich sei, gleichzeitig aber in der Woche oft bereits am frühen Nachmittag Feierabend macht und dann nicht noch einmal an den Schreibtisch geht, dann ist das durchaus ein Verteilungsproblem der Arbeitszeit, welches selbst gelöst werden kann.
Sag mal, auf welcher Seite stehst du eigentlich?
Mein Post soll u.a. ein Beitrag dafür sein, die offensichtlichen Missstände und Ungerechtigkeiten des Lehrerberufs anzuprangern und für vernünftige Arbeitsbedingungen mit modernen Formen von Work-Life-Balance einzustehen.
Anstatt dass wir uns alle gegen diese Arbeitsbedingungen zusammenschließen und für uns als Lehrer einstehen, weil die Rahmenbedingungen objektiv nicht stimmen (das gilt aber nicht nur für Korrekturbelastung, sondern für etliche andere Baustellen), wird Kritik an individuellem Zeitmanagement, etc. geübt.
Wie sollen die Länder Entlastungen für unseren Beruf verabschieden, wenn wir nichtmal geschlossen hinter unseren Forderungen stehen und sich die Lehrer gegenseitig in den Rücken fallen?
Sorry, ich kann solch ein Verhalten einfach nicht verstehen...