Beiträge von tibo

    Die biologische Wertigkeit von Eiweißen ist mir ein Begriff, ich muss mich damit aber (noch?) nicht großartig beschäftigen, da ich wie gesagt jedes Jahr bescheinigt bekomme, dass ich alles zu mir nehme, was ich brauche. Die einzige recht einfach umzusetzende Konsequenz aus diesem Umstand ist, dass man möglichst viele verschiedene Proteinquellen nutzen muss. Falls du da mehr zu wissen willst, kannst du dich ja gerne an die ADA, deine*n nächste*n kundige*n Doktor*in oder Ernährungswissenschaftlier*in wenden. Die kennen sich damit aus und können das sicher gut erklären.

    Den Eisenmangel hatte ich wie gesagt als Kind und er wurde durch Tabletten gelöst. Jetzt brauche ich weder Tabletten noch Infusionen, wie du suggerieren willst.

    Wenn ich meine zugegeben schlechten Mathekenntnisse bemühe, meine ich, mir gemerkt zu haben, dass es bei Beweisen in der Mathematik hieß: "Ein Beispiel reicht nicht, um eine Aussage zu beweisen, aber ein Gegenbeispiel reicht, um eine Aussage zu widerlegen." Insofern reicht der Verweis auf einzelne Sportler, um die Aussage zu widerlegen, dass man als Sportler generell nicht vegan leben könne. Auch wenn das dann natürlich nicht für alle Menschen gelten muss. Da aber die ADA ein ziemlich kompetenter und seriöser Verein ist, kann man denke ich deren Annahme von einer generellen Sporttauglichkeit der veganen Ernährung übernehmen.

    Der Marktanteil von Biofleisch liegt bei unter zwei Prozent. Ein Vergleich "normales Soja" vs Biofleisch oder Fleisch aus Weidehaltung ist damit etwas unfair. Bei den anderen 98 Prozent wird das Fleisch vorher mit ziemlich unökologischem, billigem Soja gemästet. Vegane Sojaprodukte sind dahingegen oft bio und kommen nicht aus Brasilien. Man muss kein Wissenschaftler sein, um zu erkennen, dass man da mit dem Umweg über das Tier einen Verlust hat (Veredelungsverlust).

    99,9 Prozent der Hunde- und Katzenhalter "missionieren" ihre Tiere auch mit dem vom Menschen vorgesetzten Futter. Selten bekomme ich mit, dass ein Tier da eine große Wahl hätte. Das ist aber ebenso wie die Frage nach den Rechten für Tieren ein Nebenkriegsschauplatz, mit dem du anfängst, um eventuell von deinen nicht mehr haltbaren ursprünglichen Aussagen abzulenken?
    Dazu zählt natürlich auch deine Aussage zum Kobe-Fleisch. Ich weiß nicht, ob ich darauf antworten soll, weil das einfach nicht der Fokus ist. Von ökologischen Aspekten, kam man auf gesundheitliche Aspekte. Jetzt geht es auf einmal um moralische Aspekte. Das geht sehr am Thema der Diskussion vorbei.

    Alles nur ungefähr:

    150 g Müsli = 15 g
    200 g Erdnüsse = 50 g
    1 Becher Alpro Kirsch = 15 g
    200 g Veggie-Nuggets = 30 g
    200 g Couscous = 25 g
    + Bohnen bei denen ich die Packung gerade nicht griffbereit habe

    Das ist das, was ich so a einem beispielhaften Tag esse, was nennenswert zu meinem Proteinbedarf beiträgt und bei dem ich gerade schnell nachsehen konnte.

    Morgens statt Müsli ist auch Brot mit zum Beispiel Hummus sehr lecker, statt Erdnüssen gibt es immer abwechselnd mal Pistazien und Cashewkerne oder eine Nussmischung, naja und abends gibt es natürlich viele Möglichkeiten anstelle dieser typischen Ersatzprodukte wie den Veggie-Nuggets.

    Abzüglich der Verwertbarkeitsrate im Körper natürlich, aber ich vermute bei 150 g Proteinbedarf hat dein Mann auch einen höheren Gesamtumsatz am Tag als ich.

    @Miss Jones, ich habe die ganze Zeit davon geschrieben, dass ich B12 supplementiere. Ich habe nie und würde nie bestreiten, dass man es supplementieren muss, da man es ohne tierische Produkte nicht zu sich nehmen kann. Wieso hast du es nötig, solch eine falsche Behauptung, ich würde das bestreiten, aufzustellen?

    Vitamin D sollten so gut wie alle Menschen in Deutschland in den dunklen Jahreszeiten supplementieren. Ich habe das bis jetzt nicht gemacht, denke aber darüber nach, da es auch die Calciumaufnahme verbessert.
    Ich habe aber wie gesagt seit fünf Jahren jedes Jahr einen Bluttest machen lassen und jedes Jahr bescheinigt mir mein Arzt, der sicherlich ein wenig mehr Ahnung vom menschlichen Organismus hat als du, dass ich alle nötigen Nährstoffe ausreichend zu mir nehme und das eine vegane Ernährung gesund und ausgewogen sein kann. Bei mir reicht also Vitamin B12 als Supplement.
    Das nimmst du übrigens auch nicht "natürlich" zu dir. Tierfutter wird wie gesagt ebenso mit einigen Vitaminen, darunter Vitamin B12, angereichert, da es sonst nicht ausreichen würde. Je nach Alter haben in Deutschland zwischen 23 und 32 Prozent der Frauen einen Vitamin B12-Mangel und müssten auch supplementieren. Ich nehme die Tablette halt direkt und nicht über den Umweg Kuh.
    Einmal mehr sind deine zwischen persönlichen Vorwürfe raren Argumente also widerlegbar.


    Danke, vielen Dank an meinen Vorredner, dass er mir bestätigt, dass ich nicht der Einzige bin, der den Diskussionsstil von Miss Jones als unsachlich wahrnimmt.

    Seit wann ist denn bitte eine Argumentation und Nennung von Fakten eine Missionierung? Nie habe ich jemanden hier dazu aufgefordert vegan zu leben! Diesen Vorwurf verbitte ich mir.

    Was die Ökobilanz angeht, habe ich meine Quelle offengelegt. Bei dieser wurden die Werte für eine vegane Ernährung genommen und nicht für eine vegetarische wie bei deinen Quellen. Da das aber sowieso nur ein kleiner Einwurf war, der von mir selber auch als Polemik bezeichnet wurde, muss man darüber ja nicht lange diskutieren. Denn: Alle Quellen haben gemeinsam, dass sie bestätigen, dass es für die Umwelt wesentlich besser ist, sich vegan zu ernähren.

    Nein, dass die ADA vegane Ernährung nur "erlaube" stimmt doch gar nicht. Bzw. versuchst du wie Valerianus die Aussage abzuschwächen. Vegane Ernährung ist nicht nur erlaubt, sondern für alle Altersklassen und für Sportler geeignet und kann dazu noch Gesundheitsvorteile bieten.
    20% der Deutschen supplementieren, noch mehr müssten supplementieren und durch das Tierfutter wird sowieso indirekt supplementiert. Ich habe auch direkt am Anfang gesagt, dass ich B12 supplementiere. Das ist nichts, was gegen eine vegane Ernährung spricht.
    Wie gesagt bekomme ich jedes Jahr von meinem Arzt bestätigt, dass meine Blutwerte gut sind und mir nichts fehlt. Es ist also (für mich) gut möglich, auch ohne viel Aufwand.

    Ich hatte eine ziemliche Fleischeslust als Kind. Stellte sich als Eisenmangel heraus. Dabei wurde ich ich vollkommen omnivor ernährt. Es kommt also wie immer auf die Umsetzung an. Weder ist vegane Ernährung zwingend gesünder, noch ist sie zwingend ungesünder.

    Insofern habe ich auch nie behauptet, es gäbe bei diesem Thema nur schwarz oder weiß.

    Dazu lieferst du einige Strohmannargumente, für die ich nie eine Vorlage geliefert habe (Stichwort Mensch als Pflanzenfresser) auf die ich deshalb jetzt nicht eingehe und mich einfach Mal nicht angesprochen fühle.


    Das tut mir Leid, dass der Threads jetzt etwas gesprengt wurde. Das war nicht meine Absicht. Vielleicht ist es tatsächlich gut, das auszulagern. Ich gehe aber auch nur auf Sachen ein, die geschrieben werden und habe nicht das zwingende Bedürfnis, darüber auf meine Initiative hin zu diskutieren. Wie ich schon schrieb, habe ich mich nur verteidigt, als man mir einen "Sockenschuss" oder Kindeswohlgefährdung vorgeworfen hat. Ansonsten hätte ich mich dazu gar nicht geäußert. Deshalb ärgert es mich ehrlich gesagt auch, dass mir das als missionieren ausgelegt wird. Da scheint wohl eher der Konstruktivismus eine Rolle zu spielen ("Jeder konstruiert sich seine Welt").

    ...dir ist aber klar, was für adipösen Monstern die amerikanische Gesellschaft entgegenwirken muss?

    Ich handhabe das ganz einfach...
    wenn jemand bei irgendwas gemeinsamem an "Kochen" mitmachen möchte, und dann meint, er oder sie esse nur vegan, frage ich "schön, und was isst du dann, wenn wir gekocht haben?"
    also bei mir nehmen Veganer sehr schnell ab... aka "Nulldiät".
    Soll nicht allzu gesund sein, habe ich mir sagen lassen...

    ;)

    Zum ersten Satz: Dass vegane Ernährung da helfen kann, kann ich mir auch gut vorstellen. Wobei man auch vegan sehr ungesund leben und ebenso adipös werden kann. Der Verweis ist aber auch nicht sehr zielführend, denn darum geht es in dem Positionspapier ja gar nicht. Es geht darum, dass vegane Ernährung für alle geeignet ist. Der Einwand "Kinder" oder "Sportler" wird damit, wie ich finde, ziemlich stichhaltig als nicht haltbar gekennzeichnet und insgesamt werden meine Aussagen unterstrichen.
    Während du nun wiederholt, um nun auf den zweiten Teil zu kommen, keine wirklich guten Argumente bringen konntest und stattdessen deine unqualifizierte Aversion zur Schau trägst. Ich bin geneigt zu sagen: Bitte nicht so missionarisch, du musst deine Lebensweise doch nicht allen aufzwingen. Da kannst du deine Energie doch besser nutzen, statt sie so zu verschwenden. :D

    @tibo: Blöd nur, dass die DGE und der BVJK strikt gegen vegane Ernährung von Kleinkindern sind und dass die amerikanischen Pendants (ADA, AAP) zwar sagen, dass vegane Ernährung im ersten Lebensjahr möglich ist, solange die Kinder bis zum Ende des 1. Lebensjahres Muttermilch erhalten und B12, Zink, Eisen, Calcium und Vitamin D kontrolliert und supplementiert werden. Ich halte es da mit Dr. House: "Starving babies is bad - and illegal in many cultures." :P

    Ja, weil die DGE halt ziemlich schwerfällig ist und nicht gerade als wissenschaftlich aktuell gilt.

    Der Wortlaut der ADA ist übrigens:

    Zitat von ADA

    It is the position of the American Dietetic Association that appropriately planned vegetarian diets, including total vegetarian or vegan diets, are healthful, nutritionally adequate, and may provide health benefits in the prevention and treatment of certain diseases. Well-planned vegetarian diets are appropriate for individuals during all stages of the life cycle, including pregnancy, lactation, infancy, childhood, and adolescence, and for athletes.


    Das hört sich ganz anders an, als du es darstellen willst. Das ist eine uneingeschränkte Aussage. Für alle Kinder. Für jedes Alter. Vegane Ernährung richtig geplant ist gesund und kann Krankheiten vorbeugen. Australiens und Kanadas Ernährungsgesellschaften sehen das genau so.

    Ja, interessant. Es zeigt sich aber auch: Vier Stunden Langstreckenflug machen den ökologischen Vorteil der veganen Ernährung komplett zunichte.

    Gruß !

    Ja klar, das stimmt. Da Miss Jones von "Langstreckenflügen im Leben" sprach, möchte ich noch einmal betonen, dass dies natürlich für ein Jahr gilt, nicht für ein Leben. Mit einem Vierstundenflug ist mein ökologischer Fußabdruck trotz meiner veganen Lebensweise für das Jahr dann nur noch durchschnittlich. Ich könnte also 20 Stunden (fünf Jahre vegane Lebensweise) um die Welt fliegen und wäre wieder auf dem Niveau von Miss Jones, um es auch mal etwas polemisch zu formulieren :victory:

    Ich habe auch den Rechner wiedergefunden, den ich damals für den ökologischen Fußabdruck nutzen sollte. Er stammt vom österreichischen Bundesministerium Nachhaltigkeit und Tourismus und ist unter mein-fussabdruck.at zu erreichen. Nur um mal zu beweisen, dass das kein "Quatsch" ist, was ich dazu schrieb. Eine vegane Ernährungsweise macht demnach genau so viel aus, wie der Durchschnittsverbrauch des gesamten Bereichs der Mobilität (Fahren und Reisen). Anders gesagt: Es ist für die Umwelt genau so positiv, sich vegan zu ernähren, wie nur noch zu Fuß / mit dem Fahrrad von A nach B und in den Urlaub zu kommen.

    Sorry, das ist schlicht Quatsch.Es gibt genug Gründe (bspw. Unverträglichkeiten/Allergien), diverse Substitute gar nicht nutzen zu können.
    Außerdem sollte Essen schmecken. ich habe einige Austauschprodukte mal ausprobiert... es gibt welche, die schmecken, aber auch genug, die das definitiv nicht tun.
    Und wenn etwas nicht schmeckt, verschlechtert das vor allem was - das Wohlbefinden und damit die Laune, und das ist erwiesenermaßen nicht gesund.
    Und wer darauf mit solchen generalisierten Behauptungen wie deinem letzten Satz kommt, kann meinen ökologischen Fußabdruck gerne in den Hintern bekommen.

    Oder - etwas netter ausgedrückt - wenn es für dich okay ist, machs, aber erwarte nicht von anderen, das zwingend gut zu finden. Und vor allem nerv sie nicht damit...


    Oh sorry, dass ich dich damit nerve und dich zu irgendetwas zwingen will. Ach ne, will ich ja gar nicht, sondern es ist genau umgekehrt, dass ich als Veganer - ohne irgendeinen Anlass gegeben zu haben - als Mensch mit "Sockenschuss" bezeichnet wurde oder mir Kindeswohlgefährdung vorgeworfen wird. Sorry, dass ich mich da sachlich und argumentativ wehre.

    Die Angabe mit dem ökologischen Fußabdruck beruht ganz einfach aus einem - ich glaube es war eine österreichische Seite eines Gesundheitsministeriums - Rechner des eigenen ökologischen Fußabdrucks, den ich vor geraumer Zeit in der Uni machen sollte. Dort hat die Angabe, dass ich vegan lebe, den ökologischen Fußabdruck eben massiv verkleinert, was auch Logik und wissenschaftlichen Annahmen entspricht. Klar, kann man noch genug machen, um den ökologischen Fußabdruck auch "in vegan" stark zu erhöhen, aber da muss man dann schon oft und weit mit dem Auto fahren oder noch besser per Flugzeug reisen.

    Bezüglich des Geschmacks: Es gibt so viele kulturelle Küchen mit so vielen veganen leckeren Möglichkeiten, ich persönlich hatte da jetzt noch keine Probleme. Aber das ist wie der Name sagt natürlich Geschmackssache.

    Ich kann mir die Freude vorstellen, wenn man sich jeden Tag überlegen muss ob man auf die empfohlenen Mengen Calcium und Eisen (das aus tierischer Nahrung deutlich besser resorbiert werden kann) kommt und nicht nur seine Ernährung, sondern auch seine Bewegungsweise anpassen muss um auf die benötigten Mengen Vitamin D zu kommen (obwohl das eigentlich allen in Deutschland lebenden Menschen zu empfehlen wäre). Genauso gibt es natürlich pflanzliche Proteine, diese sind für den Körper aber eben nicht einmal ansatzweise so einfach nutzbar wie das bei tierischen Proteinen der Fall ist.
    Klar, wer auf so was steht, darf es gerne machen. Aber die Chance sich vegan oder vegetarisch einer Mangelernährung auszusetzen sind doch einfach gegenüber einer omnivoren Ernährung halt doch massiv erhöht. Und wenn ich dann so Genies sehe, die ihre Kinder vegan ernähren möchten, gibt es eigentlich nur noch den Anruf beim Jugendamt...das ist vorsätzliche Kindeswohlgefährdung...

    Ich überlege mir in keinster Weise jeden Tag, ob ich auf meine Nährstoffe komme. Ich nehme meine Vitamin-B12-Tabletten und gehe einmal im Jahr zum Arzt und lasse mir ein großes Blutbild inklusive Holo-TC-Wert anfertigen. Noch nie fehlte mir etwas, mein B12-Haushalt ist im Gegensatz zum Durchschnitt der Bevölkerung ausgezeichnet. Ganz davon abgesehen, dass ich auch meine Bewegungsweise natürlich nicht anpassen muss.

    Die größte Ernährungsgesellschaft der Welt, das amerikanische Pendant zur DGE, sieht bei einer ausgewogenen veganen Ernährung für keine Gesellschaftsgruppe Probleme und nennt dabei auch explizit Schwangere und Kinder. Polemik wie angebliche Kindeswohlgefährdung, wie sie schon unser ehemaliger Landwirtschaftsminister Schmidt in der Bild-Zeitung verbreitete, kannst du dir also sparen. Das finde ich sogar eine ziemlich anmaßende Frechheit!

    Auch bezüglich des Sports und der Proteine mache ich mir keine Sorgen, wenn der zwichenzeitlich stärkste Mann Deutschlands (Patrik Baboumian) sowie einige Ultramarathonläufer*innen sich vegan ernähren.

    Auf den Punkt gebracht: Vegane Ernährung richtig umgesetzt muss weder übermäßig aufwendig noch leistungsmindernd sein und dies gilt auch für Risikogruppen wie Schwangere oder Kinder.

    Und um auf den Ausgangspunkt des Threads zurück zu kommen: Eine vegane Lebensweise wirkt sich stark positiv auf den eigenen ökologischen Fußabdruck aus.

    (btw - "Veganer" haben mMn einen Sockenschuss. Der Mensch ist Allesfresser, das siehst du am Gebiss. Selbst vegetarische Ernährung ist an sich nicht unsere "angestammte", und dann auch noch vegan?)


    Cool, hattest du als Frau dein erstes Kind mit ca. 14? Darauf ist dein Körper immerhin ausgelegt.
    Unser ganzes gesellschaftliches System ist nicht mehr das "angestammte", wir leben in einer zivilisierten und künstlichen (im Gegensatz zur natürlichen) Welt. Wie das Beispiel oben und noch viele mehr zeigen, ist das nicht prinzipiell etwas schlechtes. Dieses Natürlichkeitsargument ist deshalb einfach kein gutes Argument.

    Ich kann eine Gegenperspektive zu der Vorstellung bieten, dass man zum faulen und nichtsnützigen Dauerstudenten wird, wenn man nur "den Hintern gepudert bekommt". Erstmal ist letzteres natürlich Ansichtssache, so würde ich meine Kindheit und Jugend nicht bezeichnen. Aber vor allem finanziell war und bin ich durch meine Eltern absolut privilegiert. Ich habe das Geburtstags- und Weihnachtsgeld immer auf einem Sparbuch gespart und so jetzt natürlich eine gewisse Summe als Sicherheit zusammen. Den Führerschein habe ich davon bezahlt, das Geld dann am Ende aber doch mehr als komplett von meinen Großeltern zurück bekommen. Meine Miete und meinen Lebensunterhalt zahlen meine Eltern über das komplette Studium hinweg. Ich arbeite zwar nebenbei, aber kann auch das Geld einfach sparen und das mache ich auch. Ich werfe das Geld also nicht aus dem Fenster heraus, ich schaffe mein Studium in Regelstudienzeit (trotz Fachwechsel) und arbeite quasi freiwillig (in dem Sinne, dass ich nicht auf Einnahmen angewiesen wäre). Achja, meinen Führerschein konnte ich im Rahmen des begleiteten Fahrens machen und habe auch noch keinen Unfall gehabt (Studien zum Erfolg des bF17 gibt es übrigens auch, wenn man kurz googelt). Ich weiß also, wie dankbar ich meinen Eltern sein darf und wie privilegiert ich bin und sehe darin naturgemäß riesige Vorteile, weil ich mein Leben auf dieser Sicherheit durch die Unterstützung meines Elternhauses aufbauen konnte und kann.

    P.S.
    Ich denke, dass ich kein Arschloch bin :D
    Und bin zufrieden, glücklich und ausgeglichen.

    Irgendwie verbreitest du ziemlich viel Quatsch in diesem Thread, Miss Jones. In 'unserem Land' ist von höchster Stelle, dem Bundesverwaltungsgericht, eindeutig festgelegt, dass es das gute Recht der Schülerinnen ist, einen Burkini zu tragen. Ansonsten ist es ebenso deren Recht, nicht am Schwimmunterricht teilzunehmen. Es macht in dem Sinne auch einen himmelweiten Unterschied, ob Kleidung aus reiner persönlicher Präferenz getragen werden (Stichwort Jeans beim Sport) oder eben aus religiösen Gründen (ein Kopftuch muss anders behandelt werden als eine Mütze). In 'unserem Land' wird die Religionsfreiheit also sehr geschätzt, es ist sogar ein wichtiger 'westlicher Wert', und zum Glück werden pragmatische Lösungen gefunden. Oder um es mit deinen Worten zu sagen: Nix Miss Jones entscheidet, Gericht entscheidet.
    Des Weiteren: Bundesverwaltungsgericht überstimmt Badeordnung.

    Muslimische Schülerinnen können regelmäßig keine Befreiung vom koedukativen Schwimmunterricht verlangen, wenn ihnen die Möglichkeit offensteht, hierbei einen sogenannten Burkini zu tragen.

    Gegenüber den Seminarleiter*innen soll man also kritisch und nicht opportunistisch sein?
    Gegenüber den Mentor*innen und Schulleiter*innen soll man allerdings nicht widersprechen, denn die haben mit ihrer Erfahrung sowieso Recht?
    Interessant!

    Keine Ahnung, ob es notwendig ist (weil ich nicht weiß, ob mit "Affenzirkus" und ablehnenden Tendenzen diese kritisiert werden), aber ich möchte ganz klar in die Bresche springen für kooperative Lernformen.
    Diese erfüllen ziemlich gut die Auffassung eines modernen und konstruktivistischen Unterrichts, würde ich behaupten. Kooperative Lernformen mit deren genuinen Prinzipien u.a. der individuellen Verantwortung und positiven Abhängigkeit sind das beste Gegenmittel gegen die berechtigte Kritik an Gruppenarbeiten und Partnerarbeiten, die dann doch eine verkappte Einzelarbeit sind und nur von einer Person / wenigen Personen in der Gruppe getragen werden. Das Beste ist - auch im Kontext der Diskussion -, dass die Überlegenheit kooperativer Lernformen bereits in der Hattie-Studie empirisch nachgewiesen ist z.B. gegenüber individuellem Lernen (demgegenüber haben kooperative Lernformen nach Hattie eine Effektstärke von 0.59).

    Nö, nicht unbedingt. Ich entscheide darüber, wer nachschreibt. Wenn ein Schüler meint, ihm sei etwas anderes wichtiger und die bisher festgestellten Leistungen reichen ihm, dann wir uns doch schnell einig. Ich nehme auch gelegentlich mündliche Prüfungen statt Nachschreibeklausuren ab. Wenig Aufwand, aber hohe Trennschärfe.

    Ich denke nicht, dass du darüber entscheidest, wer nachschreibt. Zumindest nicht in dem Sinne, dass du jemandem einen Prüfungsversuch nehmen kannst, weil dieser bei einer schulischen Veranstaltung teilnimmt (und eben nicht irgendeiner Freizeitaktivität). Es ist ein entschuldigtes Fehlen, da es von der Schulleitung bewilligt wurde. Da würdest du mit mir sowohl als Kollege als auch als Elternteil Probleme bekommen, da ich das nicht hinnehmen würde.
    Klar, jetzt kannst du natürlich argumentieren, dass du nicht nachschreiben lassen musst und stattdessen eben die mündliche Prüfung durchführst. Da kann ich dann nicht mehr viel machen, außer meinen Unmut äußern.

    Hier mal die Regelung in NRW:

    "In Nordrhein-Westfalen dürfen Lehrerinnen und Lehrer gemäß § 57 Abs. 4 des Schulgesetzes in der 2006 geänderten Fassung in der Schule keine politischen, religiösen oder weltanschaulichen Bekundungen abgeben, die geeignet sind, die Neutralität des Landes gegenüber Schülern und Eltern zu gefährden oder den Schulfrieden zu stören. Die Darstellung christlicher und abendländischer Bildungs- und Kulturwerte oder Traditionen widerspricht diesem Verhaltensgebot nach dem Wortlaut des Gesetzes ausdrücklich nicht. Gegen das mit dieser Regelung gerechtfertigte schulbehördliche Verbot, im Unterricht aus religiösen Gründen ein Kopftuch oder vergleichbare Kopfbedeckungen zu tragen, gingen zwei muslimische Schulbedienstete erfolglos bei den Arbeitsgerichten vor."

    Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Kopftuchurteil

    Mein Fazit daraus: Lehrerin mit Kopftuch unterrichtet an einer staatlichen Schule = geht nicht!


    Und die Reaktion des Bundesverfassungsgerichts war eben:

    Zitat

    Mit heute veröffentlichtem Beschluss hat der Erste Senat des Bundesverfassungsgerichts entschieden, dass ein pauschales Verbot religiöser Bekundungen in öffentlichen Schulen durch das äußere Erscheinungsbild von Pädagoginnen und Pädagogen mit deren Glaubens- und Bekenntnisfreiheit (Art. 4 Abs. 1 und 2 GG) nicht vereinbar ist. § 57 Abs. 4 Satz 1 und Satz 2 des nordrhein-westfälischen Schulgesetzes sind daher verfassungskonform dahingehend einzuschränken, dass von einer äußeren religiösen Bekundung nicht nur eine abstrakte, sondern eine hinreichend konkrete Gefahr der Beeinträchtigung des Schulfriedens oder der staatlichen Neutralität ausgehen muss, um ein Verbot zu rechtfertigen. § 57 Abs. 4 Satz 3 des Schulgesetzes, der als Privilegierung zugunsten christlich-abendländischer Bildungs- und Kulturwerte oder Traditionen konzipiert ist, verstößt gegen das Verbot der Benachteiligung aus religiösen Gründen (Art. 3 Abs. 3 Satz 1 und Art. 33 Abs. 3 GG) und ist daher nichtig. Die Entscheidungen der Arbeitsgerichte in den Ausgangsverfahren genügen den verfassungsrechtlichen Anforderungen nicht; der Senat hat sie aufgehoben und die Verfahren an die Landesarbeitsgerichte zurückverwiesen. Die Entscheidung ist mit 6:2 Stimmen ergangen; Richter Schluckebier und Richterin Hermanns haben ein Sondervotum abgegeben. Vizepräsident Kirchhof hat an dem Verfahren nicht mitgewirkt (vgl. Pressemitteilung Nr. 22/14 vom 13. März 2014). Richterin Hermanns ist durch Los als Vertreterin bestimmt worden. Den Vorsitz hat Richter Gaier als dienstältester Richter geführt.

    Ganz einfach:Jedes Mal, wenn man eine Entscheidung trifft und eine Alternative wählt, bedeutet das im Umkehrschluß auch, daß man alle anderen Alternativen abwählt. Am Anfang des Lebens hat man noch alle Möglichkeiten und mit zunehmendem Alter und Anzahl der Entscheidungen, werden die Alternativen immer weniger.

    Will sagen:
    Warum ist es unser Problem, was wir als Gesellschaft mit den Mädchen machen? Wenn sie sich für das Kopftuch entscheiden und das auch durchziehen, können sie halt nicht Lehrerinnen werden. Diese Alternative gibt es dann nicht mehr. Fertig!

    Leider gibt es anscheinend niemanden, der das schon gleich in der Schule oder spätestens zu Beginn des Studiums so deutlich kommuniziert.

    Das ist schlichtweg falsch. Du kannst mit Kopftuch Lehrerin werden. Willst du den Mädels jetzt falsche Tatsachen erzählen, damit du dein persönliches Ziel, keine Lehrerinnen mit Kopftuch an der Schule, erreichst?


    Wenn ich eine Banklehre mache, weiß ich auch, dass ich bestimmte Kleidung im Job nicht anziehen darf. So ist das halt. Plattyplus gut gesagt.

    Übrigens habe ich eine zeitlang mit jungen Mädchen zu tun gehabt, die in die rechte Szene gerutscht sind. Die waren ebenfalls intelligent, waren dabei ihr Abi sehr gut zu machen. Und die konnten mir ebenfalls sehr selbstbewusst klar machen, warum sie das rechte Gedankengut genau richtig finden.

    Was ich sagen will. Auch wenn die Eltern kein Kopftuch tragen, kann der Druck auch von woanders herkommen. Peers, vielleicht ein Junge auf den man steht und von dem man weiß, dass er das Kopftuch erwartet. Revolte gegen die liberalen Eltern etc..

    Und gerade wenn man sehr fanatisch an etwas glaubt, wirkt man auch selbstsicher.

    Ein Kopftuch darf ich aber auch als Bankkauffrau tragen. Ein Kopftuch ist anders als andere Kleidung durch das Grundgesetz in besonderer Weise geschützt. Siehe Religionsfreiheit.

    Auch schön, wie du dir deine Welt so konstruierst, dass es immer dein Weltbild bestätigt:
    Nicht-selbstbewusste Kopftuchträgerin → wohl eindeutig unterdrückt
    selbstbewusste und selbstsichere Kopftuchträgerin → Fanatikerin
    In jedem Fall gilt dann: Kopftuchträgerin = nicht mündig

    Statt Frauen also Selbstbestimmung, das vielleicht wichtigste Ziel des Feminismus, zu ermöglichen, wird die Frau mit Kopftuch immer als Opfer und unmündig gesehen. Hier ein weiteres Video, bei dem sich meine Position sehr gut widerspiegelt:

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