Ich nutze KI gerne zum Verfassen von Texten anhand von mir vorgegebenen Informationen wie z.B. bei Berichten für die Schulwebsite. Ich habe auch schon eine Art Fallberatung mit ChatGPT gemacht, die mir tatsächlich geholfen hat (ohne Klarnamen selbstverständlich). Elterngespräche habe ich schon vorbereitet, indem ich die KI in die Rolle des Elternteils gesteckt, Formulierungen ausprobiert und mir ein Feedback geben lassen habe. Midjourney nutze ich gerne für Illustrationen auch im Kontext Schule. Seitdem ChatGPT die Quellen angibt, nutze ich es auch zu Recherchezwecken, wobei es in der Hinsicht eher Google ersetzt und die Informationen und Quellen natürlich mindestens genau so geprüft werden müssen wie bei Google-Ergebnissen und generell Informationen im Internet.
Ich mache mir keine Sorgen, dass die KI uns ersetzt und habe deswegen auch keine schlaflosen Nächte. Dafür finde ich, lebt der Beruf viel zu sehr von der Beziehungsarbeit mit den Schüler*innen, als dass die KI dies ersetzen könnte. Jetzt bin ich auch so privilegiert, dass ich als Beamter sowieso nicht entlassen werden kann, aber am Ende finde ich es auch in Ordnung, dass Berufe wegfallen, die durch Fortschritt ersetzt werden können. Das ist der Lauf der Zeit; wichtig ist aber natürlich, die Transformation arbeitnehmer*innenfreundlich zu gestalten und die Menschen in neue sinnvolle Berufe zu bringen. Ich glaube also schon, dass KI die Gesellschaft sehr verändern wird.
KI ist auch Thema in meinem Unterricht. Von code.org gibt es das Modul AI for oceans, in dem die Kinder eine KI trainieren, Müll aus dem Ozean zu fischen. Dabei lernen sie, wie eine KI trainiert wird, den Unterschied zur Programmierung und den bias, der sich durch menschliche Trainingsdaten ergibt. Kann ich sehr empfehlen. Darüber hinaus haben wir letztens Midjourney benutzt, um die Bücher der Kinder zu illustrieren.
Ich würde sagen, ich finde es nur professionell, wenn man sich mit KI und den Einsatzmöglichkeiten im eigenen Beruf reflektiert beschäftigt und diese reflektiert einsetzt. Gerade im Lehrer*innenberuf sollten wir gewissermaßen am Zahn der Zeit bleiben, sonst entfernen wir uns von der Lebenswelt der Schüler*innen und der Gesellschaft, auf die wir die Schüler*innen vorbereiten sollen.
P.S.
Elternbriefe sind in den allermeisten Fällen hoffentlich Sachinformationen und keine Liebesbriefe. Comic Sans ist eine beliebte Schriftart bei Legasthenie-Betroffenen. Wir schreiben die meisten Elterninformationen jedoch per Schul-App und ich achte oft auf mindestens Einfache Sprache, manchmal Leichte Sprache, was die KI bis jetzt noch nicht so gut umsetzen kann. An und für sich halten wir die Informationen aber auch kurz und es geht schneller, sie selbst zu formulieren, statt die KI damit zu beauftragen.