Zum Glück sind die Zeiten vorbei und in fast allen (oder sogar allen?) Bundesländern ist es verpflichtend, zumindest Grundkurse in Mathematik und Mathedidaktik zu belegen. Keiner der auch nur ein bisschen Ahnung hat, möchte das in der Grundschule und weiterführenden Schule jemand fachfremd Mathematik unterrichtet. Das ist in 99 % der Fälle nur Mist!
Da kann ich nur aus meiner Position als Sek-2-Lehrer zustimmen. Ich frage gerne meine Lernenden nach ihrem früheren Mathematikunterricht und einige sagen mir, dass Sie fachfremd unterrichtet worden sind - das merke ich oft daran, dass grosse Lücken in den Grundlagen bestehen. Die Lernenden merken übrigens auch, ob ihr Unterricht sinnvoll war oder nicht... sie haben auch schon in jungem Alter ein sehr feines Gespür, ob die Lehrperson Ahnung vom Fach hat oder nicht.
O-Ton einer Lernenden:„Wir haben in Mathe immer Projekte gemacht, der Lehrer hat uns Unterlagen für 4 Wochen abgegeben und danach sass er die restliche Zeit hinter seinem Pult. Wenn wir was gefragt haben, dann hat er gesagt, das alles in den Unterlagen steht. Ob wir das Thema verstanden haben, hat keine Rolle gespielt, am Ende bekam jeder eine 5.“
Zweiter O-Ton: „Wir haben viel konstruiert und wenig Algebra gemacht. Algebra hat der Lehrer nicht gecheckt, das haben sogar wir gemerkt.“