Den Preis eurer unsolidarischen Entscheidung zahle jetzt unter anderem ich, neben vielen anderen Menschen, die gerade keine umfassende medizinische Versorgung mehr erhalten, deren Operationen als nicht direkt lebensnotwendig verschoben wurden, die vielleicht auch einfach nur ein paar Wochen länger auf einen Vorsorgetermin warten müssen, bei dem dann frühzeitig eine Krebserkrankung hätte entdeckt werden können.
Ja, und das ist ein Punkt, der gerade wirklich wackelt und beängstigend ist. Ich habe es schon vor ein paar Wochen mal geschrieben, aber aktuell ist die Lage wirklich noch schlimmer geworden bei uns, was die medizinische Versorgung angeht. Bei meinem eigentlichen Hausarzt komme ich überhaupt nicht mehr durch, die letzten Male musste ich x Allgemeinmedizinerpraxen abtelefonieren, bis ich einen Termin bekommen habe. Auffallend häufig sind hier mittlerweile Aufzüge außer Betrieb, evtl muss das so gemacht werden wg. Infektionsgefahr etc. Wer gebrechlicher ist, muss sich für den Arztbesuch o.ä. nach oben irgendwie zu Fuß aufmachen. Und dann auch mal 30min im zugigen Treppenhaus stehen. Auch andere Sachen brechen ein. Mein Onkel benötigt einen Pflegedienst, wegen Personalmangels grenzt die Suche an eine aktuell fast aussichtslose Situation, da sein Pflegegrad noch gering ist und von den mobilen Diensten Prioritäten bei höheren Graden gesetzt werden.
Für viele öffentliche Gänge benötigt man mittlerweile Onlineterminbuchungen (z.B. neuer Perso, Zulassungsstelle). Museen, Zoos etc. arbeiten ebenfalls damit und manche sogar ausschließlich, spontane Entscheidungen sind kaum noch möglich. Und ich bin eigentlich ein sehr spontaner Mensch. Das ist nicht tragisch, aber es nervt halt doch gewaltig.