Platty, was sind denn Werkstattlehrer? Bei uns gibt es Fachlehrer, die Sport, Kunst und Werken unterrichten (in GS, HS, Gemeinschaftsschulen). Meines Wissens haben sie aber nicht studiert und steigen glaube ich mit A9 ein. Auch irgendwie nicht richtig...
Moin,
da nicht alle Schüler nach Klasse 10 eine Lehrstelle finden, gibt es in NRW die Ausbildungsvorbereitung und Assistenten-Ausbildung. Dabei handelt es sich um das vollschulische 1. Lehrjahr im jeweiligen Berufsfeld bzw. gar um eine komplette vollschulische Berufsausbildung. Entsprechend müssen die Schüler bei uns am technischen Berufskolleg neben der Theorie auch in der Praxis an den Maschinen unterrichtet werden.
Für diesen Praxisunterricht in der Elekro-, KFZ-, Metall- oder Holzwerkstatt bzw. im Hoch-, Tief- und Straßenbau sind die Werkstattlehrer zuständig. Sie haben ein Deputat von 30 Unterrichtsstunden/Woche. In diesem Praxisunterricht darf ein Werkstattlehrer maximal 16 Schüler unterrichten und selbst das ist schon mehr als grenzwertig, wenn man Inklusions-Schüler hat, weil die Maschinen wie z.B. eine Drehmaschine oder eine Tischkreissäge wirklich keine Spielzeuge sind. Wenn da Schüler Blödsinn machen, kann ganz schnell eine Hand ab sein. Mit meinem Theorie-Unterricht bin ich oft sehr nah an der Grenze zur Praxis und da habe ich auch schon Inklusions-Schüler abgelehnt, weil ich bei ihrem geistigen Zustand den Umgang mit Strom (230V) nicht verantworten wollte. Ein Inklusionshelfer hilft da auch nicht, weil der die Gefahren gar nicht erkennt. Körperliche Behinderungen sind kein Problem, aber Blödeleien enden da sehr schnell sehr übel.
Voraussetzung für den Job als Werkstattlehrer sind entweder der Meisterbrief oder der staatlich geprüfte Techniker + AdA-Schein (Ausbildung der Ausbilder, ist im Meisterbrief bereits enthalten) sowie insg. mindestens 10 Jahre Berufserfahrung im Betrieb. Es sind also betriebliche Azubi-Ausbilder mit Erfahrung. Hinzu kommt der Erziehungswissenschaftliche Schnellkurs, den auch die Quereinsteiger durchlaufen.