Beiträge von plattyplus

    Es geht doch nicht um LUXUSimmobilien. Es geht um ganz normale Wonungen, für die diverse derzeitige Eigentümer Preise kassieren wollen, die schlicht unangemessen sind.

    Doch, es geht um Luxus. Wenn jemand unbedingt in München wohnen will, dann ist das Luxus.

    und Oligopole von "Wohnungsgesellschaften" müssen dazu ggf zerschlagen werden (per Gesetz).

    Und wie willst du das machen? Enteignen wird nichts. Zum Einen kommst Du mit den Enteignungen wohl kaum durch und wenn doch, sind die psychologischen Folgen für Investoren in Deutshcland (egal in welchen Bereichen) fatal. Zum Anderen mußt du als Staat bei einer Enteignung die jetzigen Eigentümer zum Marktwert der Wohnungen entschädigen. So, woher soll jetzt das ganze Geld kommen, um die ganzen Wohnungen zum heutigen Marktwert bei der Enteignung auszubezahlen?

    Zieh lieber ein Wohnbau-Programm auf und laß den jetzigen Immobiliengesellschaften ihre Wohnungen. Sollen sie die doch ruhig leerstehen lassen. Dann wird Berlin in manchen Stadtteilen halt so menschenleer wie Mecklenburg Vorpommern. Na und?

    Das Geld, das du in den Rückkauf der Luxus-Immobilien stecken müßtest, ist besser in einem Infrasttrukturprogramm und einem Wohnbauprogramm aufgehoben. Wie gesagt, hier in der Gegend wurden in den 1950ern ganze Städte auf der grünen Wiese aus dem Boden gestampft mit Bahnanschluß und allem.

    Der Bahnanschluß ist eh gleich das nächste Thema. Als Teil der Landbevölkerung finde ich es total unfair, daß die Stadtbevölkerung mit so Dingen wie ÖPNV und Mietpreisbremse gepimpert wird, während bei uns hier die Bahnhöfe geschlossen werden.

    Also kannt du dir denken, was dann passiert.

    Klar kann ich mir denken was passiert: Alle wollen zur Miete in den besten Wohnlagen der Großstädte wohnen, dafür aber nur ein Taschengeld zahlen. Das funktioniert einfach nicht. Enteignungen bringen da auch nichts. Spätestens nach der ersten Enteignungsrunde werden alle Vermieter einen Teufel tun und weitere Mietwohnungen hochziehen.

    Ich bleube dabei: Wenn du den ganzen Luxus der Flexibilität und des "ich will nicht neben dem Gespcks wohnen" haben willst, mußt du dafür zahlen. Kannst du das nicht, ist das aber nicht das Problem des Vermieters. Dann ist das dein persönliches Problem und auch nichts, um das sich der Staat kümmern sollte.

    Und wenn die Kinder die Hütte eh nicht haben wollen, sollten wir doch ernsthaft mal darüber nachdenken nach amerikanischem Vorbild zu bauen. Tornados haben wir hier keine und wenn die Bude 50 Jahre hält, reicht das auch. Bei dem Tod der Bewohner wird dann regelmäßig abgerissen. Grundstück lassen sich relativ gut verkaufen.

    Man kann selbst in Wien sehr günstig und familienfreundlich zur Miete wohnen.

    Warum müssen denn alle in Wien wohnen? Ich sehe die hohen Mieten in den Ballungszentren als Luxusproblem. Wenn ich den Luxus haben will, daß die U-Bahn 24/7 direkt vor der Tür abfährt, ich kein Auto brauche, ich schnelles Internet habe, ... muß ich eben in Form von hohen Mieten dafür zahlen. Kann ich das nicht, kann ich eben nicht in diesen Luxus-Wohnlagen wohnen. Das ist der ganz normale Verdrängungswettbewerb.

    In Deutschland stehen 2 Mio. Wohnungen leer, wir haben keinen Wohn-Notstand. Wir haben "nur" den falschen Anspruch, daß jeder sich auch in allen Wohnlagen Mietwohnungen leisten können soll.

    Wie schon einmal an anderer Stelle gesagt: Zwischen der Düsseldorfer Kö und Duisburg sind es nur ca. 15-20 Minuten mit dem Zug. In Duisburg will nur niemand wohnen, weil das Umfeld halt alles andere als schön ist.

    Und wer will schon eine Wohnung kaufen??

    Warum denn nicht?

    Und vor allem: Warum sollen alle Menschen in die Großstädte ziehen, die jetzt schon Probleme mit Feinstaub und Stickoxiden haben? Ich denke mal, daß man die Infrastruktur auf dem Lande attraktiver machen muß, auf das die Leute auch wieder aus den Städten wegziehen. Städte funktionieren ab einer gewissen Größe einfach nicht mehr. Das haben schon damals die Römer erkannt und ab einer bestimmten Größe einfach eine neue Stadt gegründet.

    In meiner Nachbarschaft wurden auch Kleinstädte auf der grünen Wiese aus dem Boden gestampft und die funktionieren ganz ohne Verkehrs-Chaos wie in Köln, Münster und Co.

    Ähnliches bei der Industrie: Wenn sie schon die Stromtrassen von Norddeutschland in den Süden nicht hinbekommen, warum dann nicht versuchen die energieintensive Industrie an die Nord- und Ostseeküste zu verlagern?

    Warum fühlt sich der junge Mann aus der strukturschwachen Region von der AfD besser repräsentiert?

    Ich würde mal denken, weil er sich von der Politik generell verarscht fühlt? Erst hat er in den 1990ern die CDU gewählt und die haben keinen Aufschwung gebracht. Dann hat er in den 2000ern die SPD gewählt und die haben auch nichts gebracht. Später hat er in den 2010ern die PDS/Linke gewählt, die ebenfalls nichts gebracht haben, und jetzt wählt er halt die AFD, weil er die Hoffnung hat, daß die was bringen könnten, wissend, daß die anderen Parteien es eh nicht können.

    Wie oben schon gesagt: Bei vielen Wählern ist die Stimmabgabe eine Stimme für die Partei des geringsten Mißtrauens.

    Es kann nicht angehen, irgendwelche großen Gesellschaften fast zu Monopolisten, zumindest Oligopolisten aufsteigen zu lassen, die für "Bruchbuden" unbezahlbare Mieten verlangen...

    Dafür trägt aber die Politik die Hauptverantwortung! Wer hat denn in den 1990ern die ganzen Wohnungen ziegtausendfach an private Investoren verkauft? Das war doch die öffentliche Hand. Und warum hat sie das getan? Weil sie über Jahrzehnte über ihre Verhältnisse gelebt und nie Rücklagen für die Renovierung der Wohnungen gebildet hat. Stattdessen wurde das Geld immer für Wahlgeschenke rausgehauen genauso wie die Rücklagen für die Bematenpensionen, die nie gebildet wurden. In den 1990ern ließen sich die Politiker noch für diesen Schachzug feiern, von wegen "die Last der überfälligen Renovierung los und gleichzeitig noch den Haushalt saniert". Manche haben den Haushalt auch nicht saniert sondern einfach noch mehr Wahlversprechen gemacht. Und genau diese Politiker sind es, die jetzt das Maul am weitesten aufreißen.
    --> https://www.tagesspiegel.de/berlin/experte…n/24025252.html

    Und trotzdem wählten sie in Berlin den Wowereit immer wieder. Und jetzt, wo das Kind in den Brunnen gefallen ist, sind die bösen bösen Investoren schuld?
    Also den privaten Investoren vorzuwerfen, daß sie die Wohnungen gekauft haben und jetzt Profit daraus ziehen, ist mehr als nur heuchlerisch.

    Und was den Hochhausbrand in London angeht: Schonmal dran gedacht, daß nicht alle Menschen in Hochhäusern wohnen und bei den normalen EFH eine normale Aluleiter reicht? Das Problem mit den Hochhäusern ist doch, daß die Feuerwehr mit ihren Leitern nicht mehr an die oberen Stockwerke kommt.

    Ich bleibe dabei: Wir brauchen keine Mietpreisbremse und sonstige Gängelungen, wir brauchen ein Wohnbau-Programm wie in den 1950ern. Und ja, ich bleibe bei meinem Gedanken an Eigentum. Schließlich geht es den meisten Europäern schlechter als uns und alle haben sie eine höhere Eigenheimquote als wir. Die anderen Länder bekommen das hin, wir nicht. "Murks in Germany" halt.
    --> https://de.statista.com/statistik/date…oten-in-europa/

    Und ja, bevor ich eine kommunistische SPD wähle, die eh alles und jeden enteignen will (siehe Kevin Kühnert), weil die DDR ja so schön war... also damit hätten sie sich noch mehr disqualifiziert als die Alternative. Entschuldigung, aber ich habe schon zwei Enteignungen hinter mir. Einmal wegen einer Eisenbahnlinie und einmal wegen eines Fluß-Deichs. Nach Enteignung können nur die schreien, die nichts haben, was man enteignen könnte.

    Gerade die SPD ist es ja, die sich eh nicht an ihre Aussagen gebunden fühlt. Erst Bauland an den höchstbietenden versteigern um den Haushalt zu sanieren und dann maulen, daß bei entsprechend hohen Grundstückspreisen und den Auflagen kein sozialer Wohnungsbau mehr möglich ist, weil die Baukosten so nie wieder rein kommen. Bei den Voraussetzungen geht halt nur Luxus-Bau, weil der Luxus die Bude auch nicht mehr viel teurer macht.
    --> https://www.zeit.de/2018/03/immobi…-mieten-anstieg


    Gradlinigkeit in der Politik gibt es nicht mehr. Hier in NRW sehen wir es ja beim Thema Braunkohletagebau und Hambacher Forst. Wer war es denn, der das genehmigt hat, als er in der Landesregierung war? Das waren die Grünen und die SPD. Und heute nölen die Grünen darüber, daß RWE die Rechte auch wirklich nutzen will? Das sind doch alles nur machtgeile Politiker ohne Rückgrat, egal welche Partei man da vor sich hat.
    --> https://www.welt.de/regionales/nrw…er-Gruenen.html

    Der Spiegel hatte in seiner Kolumne vielleicht doch Recht: https://www.spiegel.de/wissenschaft/m…-a-1269173.html
    "Der deutsche Politikbetrieb und seine Beobachter haben sich an diese kleineren und größeren Lügen, Verzerrungen, Weglassungen, Mauscheleien, an die Lobbyistensprache so sehr gewöhnt, dass all das kaum noch wahrgenommen wird. Der Satz "Naja, welcher Politiker sagt vor der Wahl schon die Wahrheit?" gilt hierzulande nicht als zynisch, sondern als Ausweis von politischer Abgeklärtheit. Das ist fatal."

    hey, da sind wir ja mal einer Meinung, plattyplus...

    Ich denke, das einzige, was im Moment wirklich "Wähler" irgendwem "zurück"bringt, wären angemessen bezahlte Jobs / Mindestlöhne, die den Namen auch verdient haben, und vor allem bezahlbarer Wohnraum, vor allem auch für Singles.
    Wer das liefert - und nicht nur verspricht - kann Wähler gewinnen.

    Nur sehe ich gerade beim Wohmraum die Lösung an ganz anderer Stelle als Du. So bin ich gegen die Mietpreisbremse, weil sie schon heute dazu führt, daß immer weniger Wohnungen gebaut werden, obwohl die Baugenehmigungen dafür bereits vorliegen. Die Baukosten steigen immer weiter an und die Mieten werden gesetzlich gedeckelt. Da macht es für Investoren immer weniger Sinn noch zu bauen, zumal sie die Baukosten nie wieder durch die Mieten reinbekommen.

    Ich wünsche mir da eher ein Siedlungsbau-Programm wie in den 1950ern zurück. Dabei denke ich an sehr wenige Einfamilien-Haus Typen, deren Baupläne öffentlich sind und von jedem nachgebaut werden dürfen. Wenn ich hier durch die Ortschaft gehe, sehe ich noch sehr viele Häuser, die praktisch gleich aussehen. Aber dafür waren sie günstig zu bauen.
    --> https://www.landeskunde-baden-wuerttemberg.de/fileadmin/_pro…_a619f101a7.jpg

    Dazu dann günstige Grundstücke und vor allem ein reduzierter Anspruch an die Bauten. In Deutschland bauen wir aufgrund der ganzen gesetzlichen Vorgaben an Wärmeisolation sowie Brand- und Lärmschutz einfach viel zu teuer. Wozu braucht man z.B. eine Trittschalldämmung in den Decken, wenn in dem Haus eh nur eine Wohnung ist? Klar ist Brandschutz und Co. wünschenswert, aber wenn die Bauten dadurch so teuer werden, daß sich niemand mehr das Wohnen leisten kann, ist damit auch nichts gewonnen.

    Sehr interessant dazu: https://www.youtube.com/watch?v=cg_bz6Uw7Ew

    Mein Ansinnen ist es die Leute in Eigentumswohnungen und -häuser zu bekommen und eben raus aus der Miete. Darin unterscheiden wir uns.

    das große interesse an politik, das man überall sieht. sicherlich teils auch undemokratische haltungen, die sich da zeigen, aber insgesamt bemerkt man doch vor allem eine repolitisierung

    Ich sehe darin eher den Protest gegen das komplette politische System und eben keine Politisierung.

    Zitat von Wladimir Iljitsch Lenin

    Eine revolutionäre Situation gibt es dann, wenn die oben nicht mehr können und die unten nicht mehr wollen.

    Weit weg sehe ich uns davon nicht mehr.

    Deswegen meidet man den Osten

    Ja wie? Du meinst, wir sollten wieder einen Schutzwall aufbauen, diesmal aber von der anderen Seite? :ohh:

    Was mir viel mehr Sorgen macht als die Frage welche Partei gerade oben und welche unten ist, ist die Zunahme der allgemeinen Politikverdrossenheit. Die größte Partei bei jeder Wahl ist die Partei der Nichtwähler und selbst die, die wählen gehen, machen da ihr Kreuzchen sehr häufig nicht bei der Partei, die sie gut finden. Sie wählen die Partei, die sie am wenigsten schlecht finden.

    Woher diese Politikverdrossenheit kommt? Nun, ich denke die kommt daher, daß wir in Deutschland keine Großprojekte mit Vorzeigecharakter mehr gebacken bekommen, weil alles an Partikularinteressen und dem Klein Klein der Lokalpolitik und vor Gericht zerrieben wird.

    • Energiewende und Stromtrassen von Nord nach Süd?
    • Flächendeckendes Transrapid-Netz? Die Chinesen haben uns gezeigt wie der fährt.
    • Gothard-Basistunnel und die Anbindung auf deutscher Seite?
    • Elektrifizierung des Straßenverkehrs?

    Das ist doch alles "Murks in Germany", gespickt mit den Machtinteressen einzelner Politiker und nicht getragen von einem "Wir machen das jetzt, auch wenn Einzelne dagegen sind!" Stattdessen kloppt man sich um Steinbeißer, Bechsteinfledermäuse, Kaltluftströme und jeden Scheiß. Das dauert alles viel zu lange.

    Einsicht beim Bürger davon: Die Politik ist generell handlungsunfähig! Da brauchen wir uns auch gar nicht mehr drum zu kümmern wen wir da wählen, weil sie eh nichts ändern können. Nicht einmal einen Flughafen in Berlin bekommen sie geschissen.

    Nachtrag: Wenn ich zu unseren südlichen Nachbarn nach Österreich rüber blicke, hoffe ich, daß Kurz im September bei den Neuwahlen die absolute Mehrheit einfährt. Der Typ klebt wenigstens nicht an seinem Stuhl und macht Nägel mit Köpfen, indem er den FPÖ-Innenminister vor die Tür gesetzt hat, weil er befangen ist. Das die SPÖ jetzt mit ihrem Mißtrauensvotum durchgekommen ist, diskreditiert in meinen Augen nur diue SPÖ selber. Man denke da an die Dolchstoßlegende. Aber dem Kurz traue ich halt eine Gradlinigkeit zu, die unserer Politik in Deutschland komplett fehlt.

    Und... nur Akademiker können "leben", plattyplus?
    Komisch... mein Vater hat "8 Jahre Volksschule", dann Kaufmann gelernt, war selbstständig... meine Erzeugerin hatte zwar nen Beruf gelernt (sogar mit Diplom), war aber zumindest finanziell nicht nötig, weiter zu arbeiten. Oma hat im (eigenen, nicht "finanzierten") Haus eine Etage drüber gewohnt, noch ne Etage drüber war ne Wohnung vermietet, beide Eltern hatten Autos mit "Stern", wir hatten wöchentlich ne Putzhilfe, es ging jedes Jahr mit dem Flieger in den Urlaub, manchmal sogar mehr als einmal... ich hatte ordentliches Taschengeld, der Klavierlehrer hat das auch nicht umsonst gemacht, wir hatten sogar eine ganze Weile ein Ferienhaus...
    ...war vielleicht kein "goldener Löffel", aber immerhin n silberner, würd ich sagen. Soviel zu "nur Akademiker".

    Bei dem, was Du da beschreibst, hattest du den goldenen Löffel gefressen.

    Meine Eltern haben es zum Vermessungs-Ing. und Vermessungstechnikerin gebracht. Beide waren Angestellte im öffentlichen Dienst. Trotzdem war so ein Leben, wie du es mit nur einem Gehalt beschreibst, nicht drin. In der Generation meiner Großeltern war es auch nicht anders. Väterlicherseits war Opa Lokführer (damals noch verbeamtet) und Oma Hebamme; mütterlicherseits Dipl.-Kaufmann in der Möbelindustrie und Näherin. Trotzdem war so ein Lebenswandel, wie Du ihn beschreibst, nie drin.

    Im Kreis der weiteren Verwandten (Tante, Onkel) das gleiche Bild. Sie Lehrerin an einer Grundschule, er Studiendirektor (a15) am Gym., eine Putzhilfe gab es trotzdem nicht und beide haben volle Stellen gehabt. Oder: Er Dipl. Sozialarbeiter im Jugendamt, sie Selbstständige... auch beide in vollzeit, die Hütte war trotzdem bis zur Pension nicht abbezahlt.

    Nachtrag: Das von Dir beschriebene Hausfrauenmodell habe ich nie kennengelernt. Selbst in der Zeit des Nationalsozialismus, in der das wohl mal so hochgejubelt wurde, wollten sie dann doch den Beruf der Hebamme nicht in männliche Hände geben. In einem Vergleich zwischen BRD und DDR habe ich einen prägenden Satz gehört: "In der BRD waren es Hausfrauen, in der DDR waren sie einfach arbeitslos."

    Klar finde ich die Ganztagsschule auch nicht toll, aber sie ist nun einmal leider Realität und das die Löhne soweit steigen, daß ein Gehalt für eine 4-5 köpfige Familie reicht, denn so hohe Kinderzahlen bräuchten wir, um das System am Laufen zu halten, davon kann man nur träumen. Aber Realität wird sowas für die in Abhängigkeit arbeitende Bevölkerung nicht. Das geht nur, wenn jemand Selbstständig ist und dann andere Leute (= die Mitabreiter) für sich arbeiten lassen kann.

    aber sonst geht's doch um das, was die Kinder machen und nicht, wer es anbietet. Ich verstehe gerade eure Sorge nicht

    Und was ist mit den Dingen, die einzelne Kinder machen wollen, die aber von der Schule nicht angeboten werden? Selbst wenn wir bei den Sportarten bleiben, gibt es da ja noch sehr viele, die nicht im Schulsport angeboten werden bzw. gar nicht angeboten werden können. Habt ihr z.B. eine Kletterwand? Wie sieht es mit Windsurfen aus? Oder eben bei uns vom Verein aus ist Segelfliegen angesagt. So, welcher Sportlehrer bringt den Knirpsen das jetzt auch nur ansatzweise bei?
    Oder außerhalb des Sports: Modellflugzeuge mit Fernsteuerung bauen und fliegen? Wer kann das? Wie soll das auf dem Schulgelände laufen? ;)

    sondern um vernünftig bezahlte Jobs für ALLEINverdiener, dann kann der Partner sich um Erziehung kümmern.

    Wie soll das denn funktionieren? Ich kenne kein Land auf der Erde, in dem ein Einkommen ausreicht um eine ganze Familie gut durchzubringen. Ok, bei Selbstständigen mag das vielleicht funktionieren, wenn genug Leute für sie arbeiten. Aber bei abhängig Beschäftigten ging das früher finanziell nicht auf und heute geht es auch finanziell nicht auf. In den späten 1960ern mag das mal kurzzeitig funktioniert haben, aber auch nur, weil dank Generationenvertrag und Co. nicht ausreichend Rücklagen gebildet wurden, was die Rente angeht.

    Gibt schließlich auch soziale Kontakte außerhalb des Mikrokosmos "Schule", oder nicht?

    Die gibt es bei der gebundenen Ganztagsschule eben nicht mehr. Wo willst Du die sozialen Kontakte denn aufbauen? Im Sportverein etwa oder in der Musikschule? Vergiß es. Da kommst Du nie hin, weil Du als Schülerin die Schule für die Trainings- bzw. Proben-Termine nie verlassen darfst.

    Rate mal, warum wir zusammen mit praktisch allen Sportvereinen gegen die Ganztagsschulen sturmlaufen? :stumm:

    Die einzige Ganztagsschule, die meiner Meinung nach Sinn macht wäre eine, wo der Unterricht am Vormittag läuft und nachmittags eine Betreuung wie zuvor im Kindergarten möglich ist. Dies muß aber auch ganz klar so kommuniziert werden, denn sonst sehen die Eltern die Schule nur noch als Dienstleister und wenn die Kinder nicht funktionieren, ist der Dienstleister dran Schuld.

    Ich würde mir auch mal wünschen, daß ganz klar kommuniziert wird, daß für die Erziehung heutzutage die ganze Großfamilie, also inkl. der Großeltern, ran muß. Quer durch die Republik umziehen geht dann aber nicht mehr. Wobei ich aber auch anmerken muß, daß in der Generation meiner Eltern und sogar in der Generation meiner Großeltern alle Frauen voll berufstätig waren und das sogar ohne Elternzeit. Nach ein paar Wochen Mutterschutz ging es also voll weiter. Da war aber immer auch allen klar, daß für die Erziehung/Betreuung die ganze Großfamilie ran muß. Das Hausfrauenmodell habe ich nie kennengelernt. Auch wenn ich damit im Westen der Republik wohl die große Ausnahme bin?

    Sind in einer deutschen Ganztagsschule, die Kinder einschliesslich Mittagessen in der Schule?

    Ja, in D sind die Kinder inkl. Mittagessen an der Schule. Hintergrund der Ganztagsschulen ist aus meiner Sicht aber nicht das humanistische Bildungsideal sondern sie soll eine verläßliche Terminplanung garantieren, wenn beide Elternteile vollzeit arbeiten und dank der auseinanderfallenden Großfamilien die Kinder nicht mehr von den Großeltern betreut werden können, weil die zieg km weit weg wohnen.
    Ein anderer Aspekt der Ganztagsschule ist, daß man die Kinder möglichst lange am Tag aus z.T. problematischen Familienverhältnissen raus halten will.

    Hilft doch aber dabei gar nicht, dass das Überstunden sind, weiß die Schulleitung und ordnet die trotzdem an, darf sie. Was hätte ich davon bei der Arbeitszeitmessung, dass ich das noch mal schwarz auf weiß habe?

    Na, wenn Du dann einmal 1400 Überstunden auf dem Zettel hast, kannst ein Jahr eher in Pension gehen mit vollen Bezügen für das eine Jahr.

    Ich habe meine SL ja auch schon gefragt, ob ich nicht Überstunden ansammeln und dann in einem Sabat-Jahr bei voller Bezahlung abfeiern könne. :teufel:
    Bisher gibt es ja nur diese Teilzeit-Regelung fürs Sabat-Jahr, wo man vollzeit arbeitet, aber nur teilzeit bezahlt wird. Aber vollzeit + Überstunden arbeiten und vollzeit bezahlt werden, gibt es nicht.

    Oft funktionieren Dinge nur, weil alle zusammenhalten und nicht, weil jeder Dienst nach Vorschrift macht und geht. Das mögen andere als Naivität ansehen und das mag ihnen auch das Halbverdaute hochtreiben. Spätestens, wenn ihr eure Kleinen zu uns schickt, soll alles perfekt sein.

    Da die Schulleitung aber den Zusammenhalt im wahrsten Sine des Wortes aufgekündigt hat, ist die Fragestellerin an nichts mehr gebunden. Zusammenhalt gibt es da keinen mehr, denn würde es den geben, wäre der Vertrag nicht gekündigt sondern in eine Festanstellung umgewandelt worden.

    Und nein, wenn meine Kinder in die Grundschule kommen, muß nicht alles perfekt sein. Es sollte nur bitte ganz gradlinig kommuniziert werden. Entsprechend würde ich mir wünschen, daß die "noch Klassenlehrerin" einen Elternbrief verfaßt, in dem sie mitteilt, daß sie zum 31. Mai aufhört, weil ihr befristeter Arbeitsvertrag nicht verlängert wurde und sich jetzt Kollegin Y um die Klasse kümmert. Vielleicht noch mit etwas Prosa drumherum, aber der Kern würde mir reichen.

    Und ja, selbstverständlich würde ich als Papa revoltieren. Allerdings nicht in der Schule sondern per Lokalpresse bei Schulamt, Stadtverwaltung und Bürgermeister.

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