Beiträge von plattyplus

    "Müssen nachweisen"... :rotwerd:
    Warum kommt nicht wie früher der Amtsarzt in die Schulen und dann wird reihenweise durchgeimpft, ob es den Eltern paßt oder nicht? :)
    Ich habe diese Schulimpfungen gegen Polio und was weiß ich nicht noch alles in Grundschultagen als Schüler jedenfalls noch mitgemacht.

    Ich entsorge die eben gerade wegen der Notenlisten gar nicht.

    Im letzten Jahr kam ein Kollege und wollte rückwirkend die Noten eines Schülers von vor 4 Jahren haben. Der Schüler hat uns mitten im Schuljahr verlassen ohne sich abzumelden. Er fehlte einfach immer häufiger und ist irgendwann gar nicht mehr aufgetaucht. 3 Jahre später stand er dann im Sekretariat und wollte ein Zeugnis haben. Da ist erst aufgefallen, daß wir ihm nie ein Zeugnis ausgestellt hatten.

    Ein guter Weg die Noteninflation, zumindest in NRW, zu mäßigen, wäre eine Herabstufung (gerne auch Abschaffung) der Somi, die sowieso nur zum Noten schönen verwendet wird und Schwätzer bevorzugt.

    Also bei uns an der Berufsschule läuft das genau umgekehrt. Ich ermahne die Schüler einmal das Handy wegzupacken. Erfolgt dies nicht, lasse ich den Schüler weiter daddeln und schreibe als Sonstige-Mitarbeits-Note für die Stunde eine 6 auf, eben weil er sich gar nicht beteiligt hat.

    Gibt bei uns aber auch Schüler, die es zu einer 6 auf dem Zeugnis im Fach Religion bringen.

    Ich denke das Problem sind da eher die Kollegen, die Angst vor einer etwaigen Nachprüfung am Ende der Sommerferien haben, weil das für sie ja zusätzliche Arbeit bedeutet und deswegen bessere Noten geben. Einer meiner Schüler kam ja auch damit an, daß er wegen meiner 5 in die Nachprüfung müsse, um doch noch versetzt zu werden, und er die Nachprüfung bei mir machen würde, weswegen ich dann ja eine Woche eher aus den Sommerferien zurückkehren müsse...
    Ich habe ihm dann nur noch viel Erfolg beim Pauken für die Nachprüfung gewünscht.

    Moin,

    heute mußte ich in der Presse mit Freude vernehmen, daß so langsam wohl auch einer der Lehrerverbände kapiert hat, daß es mit dem "wir nehmen alle mit" nicht weitergehen kann. Konkret hieß es "Rettet das Abitur", denn wenn eh alle irgendwie das Abitur bekommen, ist das auch nichts mehr wert und die Universitäten sind dann gezwungen in wirklich allen Studiengängen Aufnahmeprüfungen durchzuführen. Was von dem Verband wohl auch niemand will.

    --> https://www.hasepost.de/lehrerverband-…-reform-141560/
    --> https://www.nw.de/nachrichten/th…tur-retten.html

    Wie denkt Ihr darüber?

    Mir geht jedenfalls die Noteninflation bei allen Abschlüssen, die dazu geführt hat, daß heute der Hauptschulabschluß wirklich gar nichts mehr wert ist und manche Ausbildungsberufe als Zugangsvoraussetzung das Abitur haben, gewaltig auf den Keks.

    Treffer versenkt?! Du oder der Oberaff? Seminarleiter zu düpieren kommt normalerweise gar nicht gut...

    Sagen wir mal so:
    Es ist wichtig zu wissen wo der Feind steht. Zumindest ist das wichtig für mich. Als ich das einmal für mich klar hatte, ging es mir psychologisch wesentlich besser. Klar kommt das gar nicht gut, aber es klärt die Fronten. Jedenfalls habe ich danach im Rest des Referendariats nicht mehr jeden Sonntagabend beim Gedanken an die Fahrt zur Schule (Wochenendpendler) ins Waschbecken gekotzt.

    Danach hieß es dann eher: Neuer Tag neuer Kampf!
    Und ja, Churchill kann da durchaus ein Vorbild sein: https://pbs.twimg.com/media/DQdSvHXV4AA2vU4.jpg

    Ansonsten muß ich aber zugeben, daß ich an einer Schule gelandet bin, an der der entsprechende Seminarleiter wegen Gefährdung des Schulfriedens Hausverbot hat. 80% aller Kollegen gehen nämlich schon steil, wenn sie seinen Namen hören. Unsere Referendarin mußte extra deswegen ihr Hauptseminar wechseln. Schließlich kommt der Hauptseminarleiter ja auch zu Unterrichtsbesuchen, was bei einem Hausverbot schlecht möglich wäre.

    Ich muß @fossi74 zustimmen. Es gibt keine Ausbildung, bei dem es mehr nach Nasenfaktor geht als beim Referendariat. Mein Mitstreiter hat es damals so formuliert, daß das Ziel des Refs. keine Ausbildung sondern eine Härteprobe ist. Es geht darum den Refi zu brechen, um ihn für das System klein zu machen.

    Was bei mir damals richtig komisch war: Habe ich das gemacht, was die Ausbilder von mir wollten, gingen die Stunden regelmäßig den Bach runter, was die Bewertung anging. Die Stunden, bei denen der Plan sehr früh im Verlauf aus irgendeinem Grund obsolet wurde und Improvisieren angesagt war, wurden wesentlich besser bewertet als alles, was vorher geplant war.
    Einer meiner Fachseminarleiter hat es mal so auf den Punkt gebracht: "Ich verlange von ihnen einen Plan, der an meiner Art zu unterrichten ausgerichtet ist. Diese Art paßt aber überhaupt nicht zu ihrem Charakter / Auftreten / ... Das kann so nichts werden. Schreiben sie mal einen Plan, wie sie es machen würden und vergessen sie die Vorgaben. Ich gucke mir das dann mal an."

    Danach wurden die Lehrproben wesentlich besser. :)

    Was mir im Rückblick wirklich geholfen hat war ein Ausbildungslehrer, der mir aus Prinzip immer erst 3 Minuten vor Stundenbeginn das Thema der Stunde gesagt hat. Klar ist das dann richtig hart, weil man wirklich nichts planen kann und fachlich alles, was irgendwie kommen könnte, vorher schon auf der Kette haben muß. Aber da lernt man dann wirklich schwimmen und ein sicheres Auftreten.

    Zusammengefaßt: Laß es auf dich zukommen und - ganz wichtig - mach DEIN Ding. Laß Dich also nicht verbiegen, weil dann eh dein komplettes Auftreten gekünstelt wirkt und damit hast Du dann richtig verloren.

    Allein die Lehre zu den Kreidefarben an der Tafel hat für mich Bände gesprochen. Damals hat uns unser Hauptseminarleiter erklärt warum man nicht mit grüner Kreide schreiben dürfe und was man mit der roten Kreide machen darf, weil rot psychologisch für "falsch" steht und so. Am Ende kam dann folgender Dialog:

    • Plattyplus: Das Rot auf der normalen Tafel kann ich ja noch lesen, aber das Rot auf der Milchglastafel (bei der man hinten Linien oder Kästchen einklemmen kann) kann ich nicht sehen.
    • Hauptseminarleiter: Ich habe dazu folgende Fortbildungen gemacht... und auch an der Universität eine Arbeit verfaßt. Das machen wir so, damit auch Schüler mit rot/grün Schwäche das lesen können.
    • Plattyplus: Ich bin Betroffener und kann es nicht sehen. Ihre Fortbildungen helfen mir da nicht weiter.

    Treffer versenkt! :pirat:

    Es ist zwar löblich, dass du den statistisch-mathematischen Irrsinn dieser Notenskala erkennst und für die Endnote eine "gerechtere" Lösung anstrebst - zeigt jedoch den Irrsinn auf schönste Art.

    Der Irrsinn geht noch viel besser, wenn ich an den IHK-Schlüssel denke:

    • Ein Schüler schreibt eine 2 mit 81 und eine 4 mit 50 Punkten. Jede Arbeit hat 100 Punkte. Er hat gesamt 131 Punkte gesammelt. Was würdest Du jemandem geben, der eine 2 und eine 4 geschrieben hat? Vermutlich eine 3?
    • Ein anderer Schüler schreibt zweimal die Note 4, jedesmal mit 66 Punkten. Was würdest Du einem Schüler geben, der zwei 4er geschrieben hat? Wahrcheinlich eine 4? Aber in Summe hat er doch 132 und damit sogar noch einen Punkt mehr gesammelt als der erste Schüler.

    Und genau aus diesem Grund ist bei uns in NRW ja das reine Aufsummieren der Noten verboten. Ich summiere zuerst die Punkte auf und danach bilde ich dann wie gesetzlich gefordert pädagogisch eine Note. Eben damit genau der Fall wie oben beschrieben mit der 3 und 4 vermieden wird.

    Entschuldigung, aber ich verstehe nicht, was ein linearer und was ein logarithmischer Notenschlüssel sind.

    Bei uns in NRW steht für manche Bildungsgänge in den Richtlinien "linearer Notenschlüssel, der bei den Noten 1 und 6 abweichen darf". Konkret heißt das, daß der Abstand zwischen den Noten gleich groß sein muß mit Ausnahme der Noten 1 und 6.

    Ein Beispiel dafür:

    • Sehr gut (1): 100-90% --> Spanne 10%
    • Gut (2): 89-75% --> Spanne 14%
    • Befriedigend (3): 74-60% --> Spanne 14%
    • Ausreichend (4): 59-45% --> Spanne 14%
    • Mangelhaft (5): 44-30% --> Spanne 14%
    • Ungenügend (6): 29-0% --> Spanne 29%

    Der Abstand zwischen den Noten beträgt in dem Beispiel immer 15%.

    Logarthimisch ist z.B. der IHK-Schlüssel, weil die Abstände zwischen den Noten nach oben hin immer kleiner werden:

    • sehr gut (1): 100-92% --> Spanne 8%
    • gut (2): 91-81% --> Spanne 10%
    • befriedigend (3): 80-67% --> Spanne 13%
    • ausreichend (4): 66-50% --> Spanne 16%
    • mangelhaft (5): 49-30% --> Spanne 19%
    • ungenügend (6): 29-0% --> Spanne 29%

    Genau aus diesem Grund verwende ich einen streng linearen Notenschlüssel.

    Und ich verwende eben aus diesem Grund den logarithmischen Notenschlüssel der IHK. Insb. wenn ich Klassenarbeiten baue, bei dem es heißt: "Von den 7 Aufgaben sind 5 zu lösen" und die Schüler können sich aussuchen welche 5 Aufgaben sie lösen wollen, ist der sehr hilfreich, weil ich da einfach allen 5 Aufgaben jeweils 20 Punkte gebe und so am Ende bei 100 Punkten lande. Taschenrechner brauche ich da auch keinen, denn 100 Punkte = 100% und das IHK-Schema habe ich im Kopf, so häufig wie ich es anwende.

    • Sehr gut (1): 100-92%
    • Gut (2): 91-81%
    • Befriedigend (3): 80-67%
    • Ausreichend (4): 66-50%
    • Mangelhaft (5): 49-30%
    • Ungenügend (6): 29-0%

    Um dem von Dir geforderten Leistungsprinzip gerecht zu werden, addiere ich am Ende des Schuljahrs dann auch nicht die Noten zusammen sondern die Punkte. Schreibt jemand also eine Sechs mit 0 Punkten und eine Vier mit 50 Punkten, hat er im Schnitt 25 Punkte erzielt und ist damit immer noch bei einer Sechs rein schriftlich. Die sonstige Mitarbeit kommt dann noch. Da ist dann die eine Notenstufe, die von Dir als zu kleiner Abstand bezeichnet wurde, schon extrem maßgebend.

    Ja, das hast du natürlich absolut recht. Nicht zu reagieren, das Problem auszusitzen oder gar zu negieren ist keine Lösung, sondern Resignation und - als Schule- eine pädagogische Bankrotterklärung.

    So langsam ist es eine staatliche Bankrotterklärung, wenn man lesen muß, daß einer der 14jährigen schon zweimal wegen sexueller Übergriffe aufgefallen ist. Hätte man ihn gleich die richtige Behandlung angedeien lassen, wäre dieser dritte Vorfall jetzt nicht passiert. :autsch:
    --> https://www.tz.de/welt/muelheim-…r-12772119.html

    Und ja, Sicherungsverwahrung ist dann durchaus eine Lösung, auch wenn nicht pädagogisch wertvoll.

    Ich wundere mich immer, dass das bei solchen Diskussionen jedes mal noch einer explizit erwähnen muss. Ist das nicht logisch?

    Ich erwähne das immer, weil die Diskussion um Bewertungsschlüssel bei uns an der Schule sehr hart und langatmig geführt wird. Dabei ist es egal welchen Bewertungsschlüssel man nimmt, es kommt am Ende doch immer so ziemlich das Gleiche bei raus.

    @Alterra:
    Meine Herangehensweise war bisher überall den IHK-Schlüssel einzusetzen, dafür aber bei den einfachen Aufgaben schon sehr viele Punkte zu vergeben, so daß die Schüler schnell in das 50%+ Fahrwasser kommen. Werde mich aber demnächst wohl auch umstellen müssen.

    @Krabappel:

    Das habe ich selber im Rahmen einer Abordnung sogar einmal selber ganz deutlich zu spüren bekommen. Thema war "Tabellenkalkulation mit MS Excel", die Schüler haben die Klassenarbeit am Computer geschrieben und da Excel natürlich sofort eine Fehlermeldung raushaut, wenn man auch nur an einer Stelle ein Punkt und ein Komma verwechselt hat, haben die Schüler in der Klausur und danach die totale Panik geschoben.

    Als ich eine Woche später wieder an der Schule war, haben mich gleich Klassenlehrer und Schulleiter im Lehrerzimmer empfangen noch bevor ich die Klassenarbeit zurückgegeben hatte. Die hatten wohl Angst, daß die ganze Klasse durchgefallen wäre. Meine Antwort auf die Frage, wie die Klausur denn ausgefallen wäre, war nur: "Eine 1, eine 6 und der Rest ist so dazwischen." Bei dem "so" habe ich dann noch mit meinen Fingern die Gaußsche Normalverteilung in die Luft gemalt. Hättest mal sehen sollen, wie die danach erstaunt und erleichtert geguckt haben. ;)

    Ich habe halt den Schülern in der Klausur gesagt, daß sie auch die falschen Formeln stehenlassen sollen. Wenn man bei Excel ein Leerzeichen vors Gleichheitszeichen setzt, erkennt es die Software ja als Text. Für das falsche Komma hier und den falschen Punkt dort gab es dann Abzüge, aber natürlich auch noch Teilpunkte. Hätte ich jede Formel wirklich auf "komplett richtig" oder "komplett falsch" bewertet, wäre die beste Note wohl eine 5 gewesen.

    Der Bewertungsschlüssel ist absolut nichtssagend, solange nicht auch die Bepunktung der einzelnen Aufgaben festgelegt wird.

    Bsp.: Ich erstelle eine Klassenarbeit mit drei Aufgaben. Die erste Aufgabe ist leicht und die Schüler benötigen 10 Minuten. Die Zweite ist schon etwas schwerer und die Schüler benötigen 20 Minuten. Die dritte Aufgabe ist sehr schwer und für einen Großteil der Schüler nicht lösbar. Ich plane sie mit einer Bearbeitungszeit von 30 Minuten ein.

    • Vergebe ich jetzt für jede Aufgabe 20 Punkte, schafft der durchschnittliche Schüler die ersten beiden Aufgaben und und sammelt so 40 Punkte bzw. 66,7%. Nutze ich jetzt den strengen IHK-Schlüssel, bekommt der durchschnittliche Schüler eine 3-.
    • Vergebe ich für die erste Aufgabe 10 Punkte, für die zweite 20 und für die dritte 30 Punkte, weil das der Bearbeitungszeit in Minuten entspricht, sammelt der durchschnittliche Schüler 30 Punkte bzw. 50%. Selbst mit dem sehr "freundlichen" Bewertungsschlüssel, den @Nicolas beschreibt, gibt das dann eine 4 und eben keine 3 mehr.

    Daher ist für mich die Diskussion um etwaige Bewertungsschlüssel eine reine Nebelkerze. Durch die Bepunktung der einzelnen Aufgaben hebelt das jeder von uns gewollt oder ungewollt wieder aus.

    Zur Zeit empfohlene Taktik ist Tür abschließen, verrammeln und in sichere Ecken kauern. Da braucht man eigentlich nicht viel für üben.

    Nur mal so als Gedanken an Dinge, die man doch üben sollte:

    • Woran erkenne ich einen Amoklauf bevor der Alarm ausgelöst wurde? Wie hört sich ein Schuß im Schulgebäude an?
    • Funktioniert die Alarmkette? Haben Handys im Gebäude überhaupt empfang?
    • Welche Wände sind halbwegs schußsicher und welche bestehen nur aus Gipskarton?
    • Welche Ecke ist am sichersten im Hinblick auf Schußwinkel von der Tür? Also was, wenn da jemand durch die geschlossene Tür schießt?
    • Gebäude in U-Form: Was mache ich mit den Fenstern zum Innenhof?
    • Wie reagiere ich, wenn ein Schüler durchdreht, versucht zu flüchten und dabei versucht von innen die Tür aufzumachen?
    • Hilfeleistung bei Schuß- und Stichwunden? Wie viele Stunden kann ich jemanden notfallmäßig ohne Sanikasten im Raum versorgen? Bleibt die Tür zu, auch wenn der Verletzte dabei draufgeht?

Werbung