Beiträge von plattyplus

    Nee, ich habe große Kinder im Umfeld, die bei schlechten Noten meinen Kollegen damit drohen: "Wir wissen wo dein Kind zur Schule geht." ... und die Drohungen auch noch mit Nennung der Schule, der Klasse und des Namens untermauern. :daumenrunter:

    Oder wahlweise solche, die am Auto meiner Abteilungsleiterin die Radbolzen lockern, auf das sie ein Rad auf der Autobahn verliert.

    bei großen kindern an der berufsschule (geistig waren das kinder in den metallerklassen und in den joa-gruppen, d.h. berufsschulpflichtig ohne lehrstelle) bin ich einfach mit der restgruppe und dem kollegen (meistdoppelbesetzung bei joa) öfters einfach in den nächsten freien raum gegangen. wir haben die nervensäge alleine gelassen, er wollte ja nicht mitkommen und aufhören massiv andere anzugehen wollte er auch nicht, mei, dann gehen halt wir.

    Das habe ich auch schon durch. Nur sind die bei mir dann mitgekommen und wollten dort weitermachen. Am Ende habe ich mich demonstrativ in den Türrahmen gestellt. Wenn er rein will, muß er mich schon angreifen und dann darf ich mich wehren.

    Und ja, in den Extremfällen wäre ich auch dafür sie aus dem kompletten sozialen Umfeld herauszuholen. Wie gesagt, soweit weg von der Wehrpflicht sind wir dann nicht mehr.

    Aber eines ist bei mir ganz klar: Ich habe nicht nur für das Wohl des einen Kaspers/Schlägers zu sorgen sondern in erster Linie für das Wohl der übrigen Schüler und deren körperliche Unversehrtheit hat bei mir ganz klar Vorrang!

    Das man frühkindlich da mit der "wesentlich kleineren Keule" Erfolge erzielt als bei meinen jungen Erwachsenen ist auch klar. Wo bei einem kleinen Kind Mama oder Papa nur einmal ganz böse gucken muß, müssen wir die "große Keule" rausholen. Schließlich haben die Schüler 16 oder gar 18 Jahre lang gelernt, daß sie mit ihrem Verhalten durchkommen. Diese fest eingeübten Verhaltensweisen zu ändern, dazu bedarf es dann schon der "ganz großen Keule" im Schulrecht.

    @keckks:

    Du vermischt da jetzt aber schlechte schulische Leistungen und das Sozialverhalten. So lange jemand in Mathe, Deutsch oder sonstwo es einfach nicht hinbekommt, ist das eine Sache. Das hat mit Durchgreifen nichts zutun und da braucht es auch den Rohrstock nicht.

    Aber beim Sozialverhalten bin ich absolut dafür hart durchzugreifen. Das hat mit den schulischen Leistungen nichts zutun. Und ja, da sehe ich mich in der Garantenstellung für den sozialisierten Teil der Klasse und nicht als Garant für den einen Durchgeknallten.

    Darf ich an das hier erinnern: RE: Kotz

    Und ja, solche Typen will ich auch ganz handfest aus dem Unterricht rausbefördern dürfen. Wahlweise wäre dafür auch ein Sicherheitsdienst vor Ort hilfreich. Ich habe diese Diskussion "Sie können mich doch gar nicht rauswerfen. Was machen sie, wenn ich einfach nach der Aufforderung zu gehen hier sitzenbleibe?" einfach sowas von satt. Nicht umsonst wünschen sich die meisten Kollegen bei uns die Wiedereinführung der Wehrpflicht (und dann wirklich für alle), auf das dort dann die Sozialisiation nachgeholt wird.

    @yestoerty:
    Dafür hat der Ref. in Bayern den Vorteil, daß er von der Schule auch mal wieder weg kommt. Ich wäre jedenfalls im Ref. an meiner Einsatzschule eher heute als morgen abgehauen. Ging überhaupt nicht.

    In meiner Schulzeit wurden nicht umsonst ebenfalls alle Lehrer im 2-Jahres-Turnus ausgetauscht. Kam man mit einem Lehrer nicht klar, hatte man wenigstens die Aussicht darauf ihn auch mal wieder loszuwerden.

    Ok, meine Schüler sind durchweg älter und das einzige, was sie an einer Fahrt interessiert ist die Frage, ob es in der Unterkunft kostenloses WLAN gibt.
    Bei der letzten Fahrt war es sogar so extrem, daß sie lieber auf der Bude gehockt haben beim Zocken statt in Kleingruppen loszuziehen. Und damit meine ich nicht, daß einzelne auf der Bude gehockt haben. Es waren alle auf ihren Buden oder maximal noch auf dem Weg zum nahegelegenen Supermarkt.

    Der Vorteil in Niedersachsen ist, dass Fahrten mit Übernachtung weder für Schüler noch für Lehrkräfte verpflichtend sind. Wenn ein Schüler nicht zahlt, zeigt er damit einfach, dass er nicht mitfahren will. Er nimmt dann am Unterricht einer Parallelklasse bzw. eines höheren oder tieferen Jahrgangs teil.

    Das ist ja mein Problem. Ich muß mit allen fahren oder eben gar nicht. Und bei der Alternative "gar nicht" steigt mir die Abteilungsleitung bzw. die ganze Schulkonferenz aufs Dach. :(

    Schulkonto gibt es bei uns auch keins und eine Schul-Kreditkarte schon gleich gar nicht. :daumenrunter:

    Ist dann richtig blöd, wenn man Tickets beim ÖPNV in entsprechender Stückzahl und mit entsprechender Dauer (Wochenkarten) nur noch Online kaufen und bei den entsprechenden Summen nur noch per Kreditkarte bezahlen kann.

    Bei der letzten Klassenfahrt habe ich letztlich alles mit Bargeld gemacht. Steht mir ja nicht auf die Stirn geschrieben, daß ich mit 10.000 € bar in der Tasche rumlaufe. :teufel:

    Und man wird als bayrischer Lehrer gerne mal durch die Pampa geschickt, kommt in NRW auch eher nicht vor.

    Kannst du mein Gelächter dazu hören? So laut wie ich dabei lachen muß, müßte man es durchs Internet hören können, obwohl es eigentlich zum Weinen ist.
    Bei uns wirst Du auch, zumindest im Berufsschulbereich quer durchs ganze Bundesland verschickt. In NRW hat das Kultusministerium den Berufsschulbereich sehr fein zergliedert. Es gibt also nicht wie z.B. in Niedersachen ca. 30 berufsbildende Fächer sondern ca. 200. Entsprechend ist der Arbeitsmarkt für jede einzelne Fakulta sehr klein und die einzelnen Stellen verteilen sich übers ganze Bundesland.

    Oder bei mir: Als ich angefangen habe, gab es im ganzen Bundesland im ganzen Jahr 14 Stellen, auf die ich mich bewerben konnte. Da war die Stelle in 120km Entfernung fast noch die mit der geringsten Anfahrt zur Schule.

    Aber wenn wir schon bei den Lebenshaltungskosten sind und ihr die absoluten Hoichpreisregionen wie Stuttgart, München, Wiesbaden oder Frankfurt a. M. aufruft, vergleicht da mal mit Düsseldorf.

    Wenn dann von jemandem nach 2 Wochen noch das Geld fehl, habe ich noch 2 Wochen Zeit, säumigen Schülern in den Allerwertesten zu treten. Wer dann noch nicht gezahlt hat, fährt auch nicht mit.

    2 Wochen Zahlungsziel? Vergiß es. Bis bei uns das Geld zusammen ist, dauert es mindestens 3 Monate. So lange ist kein Angebot gültig.

    Die eleganteste Version wäre, wenn die Schüler direkt an den Reiseveranstalter zahlen und nicht an die Schule. Die Frage stellt sich dann aber: Was ist mit den Personen, die nicht mitfahren wollen und das durch mutwilliges Nichtbezahlen untermauern?

    Darf ich die wirklich zuhause lassen, auch wenn es an die 50% der ganzen Klasse sind?

    @Volker_D:

    Bei uns am Berufskolleg haben wir in dem Alter ein ganz anderes "Problem". Viele Kollegen sind damals mit einer Kurzausbildung als Werkstattlehrer bei uns eingestellt worden. Die bekommen nur a9 oder a10, sind aber schon mit 22 angefangen. Nach 40 Dienstjahren in Vollzeit sind sie dann bei 71,75% Pensionsanspruch angekommen. Für die stellt sich dann die Frage im Alter von 60, ob sie dann für die letzten Jahre auf Teilzeit gehen, weil sie ihren Pensionsanspruch ja eh nicht mehr erhöhen können.

    Wenn ihr jetzt fragt: 22 + 40 = 62, warum sagt Platty "ab 60", denkt daran, daß die Wehrdienstzeit und ein Anteil der Ausbildung auch auf die Dienstjahre angerechnet werden.

    Bei mir sollte sich das im Alter von 67 gerade so ausgehen mit den 40 Dienstjahren.

    • Verbeamtung als Lehrer mit 33, also 34 Dienstjahre bis zur Pension.
    • Ein Jahr (genau 12 Monate) Wehrdienst
    • 2 Jahre Referendariat
    • 3 Jahre werden wohl aus der Studiendauer angerechnet

    ==> 34 + 1 + 2 + 3 = 40 Dienstjahre

    Erstmal existiert schon seit den 50er Jahren eine Kürzung von 8% der Bruttobezüge um die Pensionen mitzufinanzieren.

    Das kann man so nicht sagen. 1955 wurden die Beamtengehälter um 7% gekürzt und 1957 noch einmal um weitere 7%. Hinzu kommt bei jeder Gehaltserhöhung ein Abschlag von 0,2% zum Aufbau einer Versorgungsrücklage.
    --> https://www.myheimat.de/bobingen/polit…n-d1279941.html
    Wie gesagt, hat die Politik allerdings versäumt das Geld wirklich zurückzulagen.

    Die andere Frage, die sich zudem bei einer etwaigen Kürzung der Beamtenpension stellt: Wer will den Job denn dann noch machen? Die öffentliche Hand kämpft doch zur Zeit damit, daß sie keine bzw. nicht ausreichend Bewerber findet, weil in der Privatwirtschaft einfach besser bezahlt wird. Wenn jetzt auch noch die Aussicht auf eine Pension wegfällt, werden die öffentlichen Arbeitgeber für etwaige Bewerber noch unattraktiver.

    Nämlich die schon heute zu 100% aus Steuern finanzierten und völlig überzogenen Pensionen.

    Du weißt aber schon, daß die Beamten dafür zwei Gehaltskürzungen von jeweils 7% hatten und auch bei den Lohnerhöhungen immer eine Kürzung von 0,2% hinnehmen müssen, um damit Rücklagen in der Pensionskasse zu bilden? Was kann der Beamte dafür, daß die Politik dieses Geld zwar eingefordert, aber nie davon die Rücklagen gebildet sondern das Geld für Wahlversprechen ausgegeben hat?

    Kann mir nicht vorstellen, dass das stimmt. Dann könnte man ja die ganze Zeit Teilzeit arbeiten, in den letzten 3 Jahren aufstocken und würde dann die volle Pension beziehen.

    Ja, das mit den 71% war die Kurzform, hier in Langform:

    • Für jedes Jahr, das man als Beamter im Vollzeit-Dienst ist, bekommt man 1,79375%.
    • Arbeitet man nur Teilzeit, also z.B. 50%, bekommt man auch nur die Hälfte der Anwartschaft, also 1,79%/2 = 0,895%.
    • Nach 40 Dienstjahren in Vollzeit kommt man so zur maximalen Pensions-Anwartschaft von 71,75%.
    • Arbeitet man in 50% Teilzeit, müßte man 80 Jahre arbeiten, um die volle Anwartschaft von 71,75% zu bekommen. Das so lange niemand von uns arbeitet, dürfte klar sein. Wenn Du also 40 Jahre 50% Teilzeit gearbeitet hast, bekommst nur 35,875%.

    Alle diese Prozent-Werte beziehen sich aber auf das durchschnittliche Vollzeit-Gehalt der letzten 3 Dienstjahre.

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