Beiträge von plattyplus

    sondern um vernünftig bezahlte Jobs für ALLEINverdiener, dann kann der Partner sich um Erziehung kümmern.

    Wie soll das denn funktionieren? Ich kenne kein Land auf der Erde, in dem ein Einkommen ausreicht um eine ganze Familie gut durchzubringen. Ok, bei Selbstständigen mag das vielleicht funktionieren, wenn genug Leute für sie arbeiten. Aber bei abhängig Beschäftigten ging das früher finanziell nicht auf und heute geht es auch finanziell nicht auf. In den späten 1960ern mag das mal kurzzeitig funktioniert haben, aber auch nur, weil dank Generationenvertrag und Co. nicht ausreichend Rücklagen gebildet wurden, was die Rente angeht.

    Gibt schließlich auch soziale Kontakte außerhalb des Mikrokosmos "Schule", oder nicht?

    Die gibt es bei der gebundenen Ganztagsschule eben nicht mehr. Wo willst Du die sozialen Kontakte denn aufbauen? Im Sportverein etwa oder in der Musikschule? Vergiß es. Da kommst Du nie hin, weil Du als Schülerin die Schule für die Trainings- bzw. Proben-Termine nie verlassen darfst.

    Rate mal, warum wir zusammen mit praktisch allen Sportvereinen gegen die Ganztagsschulen sturmlaufen? :stumm:

    Die einzige Ganztagsschule, die meiner Meinung nach Sinn macht wäre eine, wo der Unterricht am Vormittag läuft und nachmittags eine Betreuung wie zuvor im Kindergarten möglich ist. Dies muß aber auch ganz klar so kommuniziert werden, denn sonst sehen die Eltern die Schule nur noch als Dienstleister und wenn die Kinder nicht funktionieren, ist der Dienstleister dran Schuld.

    Ich würde mir auch mal wünschen, daß ganz klar kommuniziert wird, daß für die Erziehung heutzutage die ganze Großfamilie, also inkl. der Großeltern, ran muß. Quer durch die Republik umziehen geht dann aber nicht mehr. Wobei ich aber auch anmerken muß, daß in der Generation meiner Eltern und sogar in der Generation meiner Großeltern alle Frauen voll berufstätig waren und das sogar ohne Elternzeit. Nach ein paar Wochen Mutterschutz ging es also voll weiter. Da war aber immer auch allen klar, daß für die Erziehung/Betreuung die ganze Großfamilie ran muß. Das Hausfrauenmodell habe ich nie kennengelernt. Auch wenn ich damit im Westen der Republik wohl die große Ausnahme bin?

    Sind in einer deutschen Ganztagsschule, die Kinder einschliesslich Mittagessen in der Schule?

    Ja, in D sind die Kinder inkl. Mittagessen an der Schule. Hintergrund der Ganztagsschulen ist aus meiner Sicht aber nicht das humanistische Bildungsideal sondern sie soll eine verläßliche Terminplanung garantieren, wenn beide Elternteile vollzeit arbeiten und dank der auseinanderfallenden Großfamilien die Kinder nicht mehr von den Großeltern betreut werden können, weil die zieg km weit weg wohnen.
    Ein anderer Aspekt der Ganztagsschule ist, daß man die Kinder möglichst lange am Tag aus z.T. problematischen Familienverhältnissen raus halten will.

    Hilft doch aber dabei gar nicht, dass das Überstunden sind, weiß die Schulleitung und ordnet die trotzdem an, darf sie. Was hätte ich davon bei der Arbeitszeitmessung, dass ich das noch mal schwarz auf weiß habe?

    Na, wenn Du dann einmal 1400 Überstunden auf dem Zettel hast, kannst ein Jahr eher in Pension gehen mit vollen Bezügen für das eine Jahr.

    Ich habe meine SL ja auch schon gefragt, ob ich nicht Überstunden ansammeln und dann in einem Sabat-Jahr bei voller Bezahlung abfeiern könne. :teufel:
    Bisher gibt es ja nur diese Teilzeit-Regelung fürs Sabat-Jahr, wo man vollzeit arbeitet, aber nur teilzeit bezahlt wird. Aber vollzeit + Überstunden arbeiten und vollzeit bezahlt werden, gibt es nicht.

    Oft funktionieren Dinge nur, weil alle zusammenhalten und nicht, weil jeder Dienst nach Vorschrift macht und geht. Das mögen andere als Naivität ansehen und das mag ihnen auch das Halbverdaute hochtreiben. Spätestens, wenn ihr eure Kleinen zu uns schickt, soll alles perfekt sein.

    Da die Schulleitung aber den Zusammenhalt im wahrsten Sine des Wortes aufgekündigt hat, ist die Fragestellerin an nichts mehr gebunden. Zusammenhalt gibt es da keinen mehr, denn würde es den geben, wäre der Vertrag nicht gekündigt sondern in eine Festanstellung umgewandelt worden.

    Und nein, wenn meine Kinder in die Grundschule kommen, muß nicht alles perfekt sein. Es sollte nur bitte ganz gradlinig kommuniziert werden. Entsprechend würde ich mir wünschen, daß die "noch Klassenlehrerin" einen Elternbrief verfaßt, in dem sie mitteilt, daß sie zum 31. Mai aufhört, weil ihr befristeter Arbeitsvertrag nicht verlängert wurde und sich jetzt Kollegin Y um die Klasse kümmert. Vielleicht noch mit etwas Prosa drumherum, aber der Kern würde mir reichen.

    Und ja, selbstverständlich würde ich als Papa revoltieren. Allerdings nicht in der Schule sondern per Lokalpresse bei Schulamt, Stadtverwaltung und Bürgermeister.

    Aber wer bitte soll die Zeugnisse schreiben?

    Das laß Problem das Arbeitgebers sein. er muß das Problem lösen und wenn der Druck auf Arbeitgeberseite groß genug ist, dann stellt er die Kollegen demnächst fest ein und kündigt ihnen eben nicht 2 Monate vor Schuljahresende.


    Da gehört es zur Kollegialität, gemeinsam eine Lösung zu finden, ja, unter Berücksichtigung von Grenzen und Arbeitsschutz.
    Unprofessionell ist da allein die Haltung des Dienstherren, der die immense Belastung nicht sehen will.

    Du sprichst von Kollialität und wir sprechen von Loyalität. Und ja, wenn der Dienstherr mir die Loyalität aufkündigt, weil er mir im wahrsten Sinne des Wortes kündigt, erlischt neben der Loyalität auch die Kollegialität. In der freien Wirtschaft würde man in einer solchen Situation zu einem Konkurrenz-Unternehmen wechseln, sein Interna-Wissen mitnehmen und dem ersten Arbeitgeber aber mal so richtig Konkurrenz machen. Auf das er auch bemerkt, was er von so einer Kündigung hat. Ich habe ja bei meiner Verschwiegenheitserklärung nur unterschrieben, daß ich Firmeninterna nicht weitergebe. Ich habe aber nicht unterschrieben, daß ich das Wissen selber nutze und entsprechend handele.

    Wie sieht es eigentlich aus mit einem Elternbrief durch die noch Klassenleitung, in dem steht, daß man sich leider verabschieden muß, weil zum 31.5. gekündigt wurde? Ich meine so eine ganz sachliche Wasserstandsmitteilung, warum die Kinder jetzt eine neue Klassenlehrerin bekommen.

    Könnte sein, daß die dann zur Presse rennen und der SChulverwaltung politisch den Marsch blasen. :teufel:

    Warum aber jemand, der nicht mehr im Dienst ist, das tun sollte, erschließt sicher nicht.

    Vor allem: Was ist, wenn jemand zu dem Termin im Juli schon wieder ganz woanders eine Stelle hat? Soll er die dann sausen lassen, um irgendwelche Zeugnisse zu schreiben? Nee, wenn sie Zeugnisse haben sollen, sollen sie dich unbefristet einstellen, fertig.

    Erinnert mich gerade an den Beginn meines Referendariats. Als ich da das erste Mal mit der Einsatzschule Kontakt aufgenommen habe, wollten die mich gleich noch vor den Weihnachtsferien sehen, obwohl das Referendariat erst am 1. Februar anfing. Die kamen auch überhaupt nicht damit klar, daß ich ablehnen mußte, weil ich bis zum 31.12. noch bei einem anderen Brötchengeber unter Vertrag stand. :teufel:

    @Kiggie:
    Gerade zu Beginn, also im ersten Jahr, ist man an jeder Schule aber Lückenfüller, weil erst einmal alle NN in ihre Einsatzpläne geschrieben haben. Und wenn ich da an so eine AV-Klasse denke, dabei handelt es sich um Schüler, die im Extremfall die Hauptschule ohne Abschluß verlassen haben, weil sie die 5. Klasse dreimal und die 6. Klasse viermal wiederholt haben und inzw. einfach 16 Jahre alt sind, dann ist das schon ein ganz anderes Kaliber als eine Klasse an einem Gymnasium.

    Ziel der AV-Klassen ist es den "Hauptschulabschluß nach Klasse 9" nachzuholen.
    --> https://www.berufsbildung.nrw.de/cms/bildungsga…schreibung.html

    Selbst wenn der Schulträger für die Ausstattung Geld in die Hand nimmt, fehlt es einfach an Räumlichkeiten. Und vermutlich ist das nicht nur bei uns an der Schule so, sondern bei allen anderen auch. Man kann nicht beliebig viele Leute in einen Raum quetschen, es gibt Anforderungen an die Ausstattung etc.

    Dann muß der Schulträger noch etwas mehr Geld in die Hand nehmen und neben das Lehrerzimmer ein Verwaltungsgebäude bauen. Stell dir vor, für Geld kann man auch umbauten Raum kaufen.

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