Beiträge von plattyplus

    Ich würde mich gerne an die Frage dran hängen:
    Kann man mit einer Sprachprüfung in der Herkunftssprache nur Englisch ersetzen oder kann man damit auch im Abitur die zweite Fremdsprache abdecken?

    Ich habe eine Schülerin, die Türkisch statt Französisch als 2. Fremdsprache anerkannt bekommen möchte. Ein Dolmetscher hat ihr schon das Sprachniveau c2 bestätigt.
    Erübrigt sich dann der Unterricht und reicht eine entsprechend sehr umfangreiche Prüfung?

    Bei unserem Schulministerium habe ich nur das hier gefunden:
    --> https://www.schulministerium.nrw.de/docs/bp/Schuel…fung/index.html

    Das Formblatt, das es dafür bei uns geben soll, kennt aber niemand. :stumm:

    Ganz unabhängig davon bin ich eine große Befürworterin eines echten Erstsprachunterrichts der es Mehrsprachlern erlaubt ausgehend von einer sauberen Basis Zweitsprache (oft ist das Deutsch) oder Fremdsprachen zu erlernen. Auch die Anerkennung von Prüfungen in der Erstsprache im schulischen Kontext wie in anderen Ländern üblich und dafür weniger Fremdsprachen an der Schule bei mehr Unterrichtstunden in der Landessprache würde vermutlich vielen Kindern mit Migrationshintergrund helfen. Andererseits sind gerade diese Kinder häufig ganz ausgezeichnete Mehrsprachler und erleben insbesondere im Fremdsprachenunterricht endlich einmal Erfolgserlebnisse.

    Also ich bin dagegen. Bei meinen Schülern erlebe ich es nämlich beinahe täglich, daß dieses Sprachengewirr am Ende dazuführt, daß sie keine Sprache wirklich "richtig" können, so daß sie gar nicht mehr in der Lage sind in irgendeiner Sprache ihre Probleme zu artikulieren.

    Also in Deutsch kann ich mich nicht mit ihnen in der notwendigen Tiefe unterhalten und wenn ich dann einen Russisch-, Polnisch- oder Türkischübersetzer hole, reicht ihr Wissen in den Sprachen auch nicht aus, um dem Dolmetscher zu folgen.

    Dein Bundesland interessiert nicht. Sie gehen einfach davon aus, daß ihr aus dem Bundesland abreist, in dem die Kinder zur Schule gehen.

    Obwohl ich in NRW wohne und arbeite fliege ich deswegen z.B. auch häufig ab Hannover. Ist nicht zu weit von mir weg und liegt in Niedersachsen. Wenn die dort gerade keine Ferien haben, kann man ein wenig sparen. Mit Start der Schulferien werden Flugtickets halt üblicherweise gleich mal mindestens 50% teurer von einen Tag auf den nächsten. :(

    Wie gesagt, hätte ich jetzt in den Weihnachtsferien einen Tag eher starten und einen Tag später heimkehren können, hätte mir das 1.200 € beim Flugticket erspart. Da wäre, wäre ich mit Kindern unterwegs, schon bei einem einzigen Ticket die Ersparnis höher gewesen als die Maximalstrafe. ;)

    Nachtrag: Warum gehen deine Kinder nicht in Hamburg zur Schule? Dann hättest du das Problem nicht. Zumal NDS, SH und HH nie gleichzeitig Schulferien haben. Soweit ich weiß haben nur NDS und Bremen gleichzeitig Ferien.

    Die Eltenr werden mit eingerechnet, weil unser Bundesland da eine Gewinnabschöpfung machen will.

    Quasi: Ihr seid insg. 4 Personen und konntet durch den früheren Ferienstart vier günstigere Tickets kaufen. Diese Ersparnis soll durch das Bußgeld mehr als ausgeglichen werden, so daß es sich eben nicht lohnt früher zu fliegen. Blöd nur, daß die Ersparnis in manchen Fällen weitaus mehr als 80 €/Ticket beträgt.

    --> https://www.bezreg-muenster.de/de/im_fokus/sc…erer/index.html

    Habt ihr eine Ahnung wie hoch das Bußgeld ist. Das würde mich mal interessieren.

    In NRW sind es 80 € pro Tag, Kind und Elternteil, aber gedeckelt maximal 1.000,- € insgesamt. Wenn ihr also mit zwei Eltern und zwei Kindern einen Tag eher abfliegt, sind das 4x 80€ = 320€. Wie gesagt, bei den Flugtickets kann man weitaus mehr Geld einsparen als einen das Bußgeld kostet. Es rechnet sich also die Buße einfach einzukalkulieren. Wenn man dann noch von einem Flughafen abfliegt, der in einem Bundesland liegt, das gerade Schulferien hat, kontrolliert auch niemand bei der Ausreise.

    Ist zwar nicht toll, aber so ist es nun einmal.

    Midnatsol:

    Reden wir doch einfach mal Klartext: Dadurch, daß die Kinder 1-2 Tage vor den Ferien in den Urlaub fliegen, können die Eltern massiv Geld sparen. Diese Einsparungen sind so massiv, daß sie das mögliche Bußgeld mehr als aufwiegen.

    Ich habe es bei meinem Urlaub über Weihnachten ja selber erlebt. Hätte ich einen Tag eher weg und einen Tag später zurück können, hätte ich an dem einen Flugticket 1.200,- € gespart.

    hat einer aber eine Tankstelle ausgeraubt...

    Und hat sich jemand in der Fliegerei über deutschland verirrt und ist in einen gesperrten Luftraum eingeflogen (Da oben gibt es ja bekanntlich keine Schilder), ist das eine Straftat, die gleich mal ein Gerichtsverfahren nach sich zieht.

    Ist es im Straßenverkehr auch eine Straftat, wenn jemand verbotenerweise in eine Anliegerstraße fährt? ;)

    Du brauchst entweder gute Disziplin oder einen großen Rucksack/Rollkoffer für das Werbematerial.

    Mit dem Handy abfotografieren und ab damit in die nächste Mülltonne. :)
    Ich weiß, ist nicht öko, erspart aber Schweißausbrüche. :zungeraus:

    Aber kann jemand, der einmal gegen irgenein (beliebiges) Gesetz verstoßen hat kein guter Lehrer werden - wissend, dass "Lehrer sein" auch "Vorbild sein" bedeutet (bedeuten sollte)?

    Die Frage ist halt: Wo fängst Du mit den Gesetzesverstößen an? Ganz scharf gesehen ist ja sogar Falschparken ein Gesetzesverstoß. Nur wenn wir alle Lehrer, die jemals in ihrem Leben ein Knöllchen bekommen haben, aus dem Schuldienst entfernen, bleibt niemand mehr übrig.

    Oder sagt ihr: "Ordnungswidrigkeiten zählen nicht"?
    Sollte das so sein, stellt sich die Frage nach der Strafhöhe. In der Fliegerei gibt es Bußgelder für Ordnungwidrigkeiten bis rauf zu 150.000,- €. Da bin ich fällig, wenn ich einen Passagier mitnehme ohne dazu berechtigt zu sein, also ohne in den letzten 90 Tagen vorher mindestens dreimal mit dem Flugzeug gestartet zu sein. Damit will der Gesetzgeber vermeiden, daß der Pilot nicht im Training ist.
    Also als Autofahrer: Ihr dürft in eurem Auto nur jemanden mitnehmen, wenn ihr in den letzten 3 Monaten mindestens 500km gefahren seid mit genau dem Fahrzeug und das im Fahrtenbuch notiert habt.

    Aber: Müßte ich für andere Dinge eine Strafe von 150.000 € zahlen, dürften das bei unseren Einkommen ca. 1.000 Tagessätze sein und damit wäre ich aber sowas von vorbestraft, was natürlich auch im Führungszeugnis vermerkt wird.

    ... Zumal jemand der Mathe nicht kann als Naturwissenschaft zu 99% Bio wählt und sicherlich auch nicht Informatik.

    Auch wieder wahr. Als ich Referendar war, wurde am dortigen Berufskolleg die Physik komplett abgeschafft und durch Bio ersetzt mit der Begründung, daß ansonsten zu viele Schüler durchfallen. Mit einer 5 in Mathe und der nächsten in Physik wird es mit der Versetzung halt schwer. Bei Bio könne man durch Labern immerhin eine 4 schaffen. Das würde sich positiv auf die Quote der Absolventen auswirken, die ans Ministerium zu melden ist ...

    Der Physiklehrer hat irgendwann einfach mal angemerkt, daß er nicht weiter didaktisch reduzieren kann. Die physikalischen Formeln sind nun einmal gegeben und wenn dort eine Potenz oder eine Wurzel auftaucht und die Schüler das nicht berechnen können, dann kann man die Formel nicht abändern, auf das sie dann vom Schwierigkeitsgrad an das unterirdische Niveau der Schüler angepaßt ist. Dann ist die Formel nämlich fachlich falsch.

    "Unterirdisch" deswegen, weil ich von Schülern spreche, denen wir die Fachhochschulreife attestieren sollen.

    Bzw. sollte normalerweise schulintern von der Fachkonferenz ein Stoffplan erstellt werden, der dann verbindlich ist.

    Das Blöde dabei: Bei uns in NRW kommen die Rahmenlehrpläne rückwirkend raus. Der Rahmenlehrplan für dieses Schuljahr erschien z.B. erst knapp 4 Wochen nach Unterrichtsbeginn und war dann natürlich schon für dieses Schuljahr verbindlich. Entsprechend gibt es noch keinen schulintern abgesegneten Stoffplan.

    In Deutschland gibt es ein paar Sonderformen der Beschulung, wie die Zirkusschulen (Inselschulen?) die oft nur eine ausgebildete Lehrkraft haben, die alle Fächer übernehmen muss. Sek.II-Unterricht findet da teilweise dann nur noch als Heimunterricht mit Material, PC-Prüfungen, Skype-Sprechstunde mit Lehrkräften statt in den Zirkusschulen, da dieser eher selten benötigt wird bislang. Das geht zumindest in Richtung Heimunterricht.

    Was die Inseln angeht, gibt es dort zumeist eine Gesamtschule bis zum Ende der Sek 1. In der Sek 2 müssen die Schüler dann für den Unterricht aufs Festland. Wenn sie bei Verwandten irgendwo in der Republik unterkommen, ist es gut. Ansonsten bleibt eine Berufsschule mit Internatsbetrieb, so daß sie nur noch am Wochenende nach Hause kommen.

    Wenn da dann allerdings die Tide gerade unpassend liegt, kann es schon passieren, daß sie erst am Samstag-Nachmittag wieder auf die Insel kommen und am Sonntag Morgen wieder los müssen.

    Ich hatte jedenfalls selber mal eine Schülerin von der Insel Helgoland, die auch nur bei uns an der Schule war, weil die Großeltern in der Nähe wohnten. Die hat mir das mal dargelegt, wie der Laden so läuft. Sie konnte halt in einer Woche erst Dienstag zur Schule kommen, weil am Sonntag wegen Seenebel die Inselflieger nicht starten konnten, um sie ans Festland rüberzufliegen. Da war sie dann erst am Montagabend wieder am Schulort.

    Moin,

    ich sitze hier gerade vor dem Rahmenlehrplan, in dem nur noch Handlungssituationen enthalten sind und stelle mir gerade die Frage nach den Inhalten, die ich basierend auf diesem Lehrplan in die Dididaktische Jahresplanung aufnehmen soll. Wobei das Problem weniger die Inhalte selber sind sondern viel mehr die fachliche Tiefe.

    Bsp.: Gravitation (Physik)
    Sollen die Schüler lernen, daß aufgrund der Gravitation der Apfel vom Baum fällt oder müssen sie die Kräfte auch berechnen können, um so die Planetenbahnen im Sonnensystem zu bestimmen?

    Das ist zwar alles die gleiche Thematik, aber die fachliche Tiefe ist natürlich eine ganz andere. Gibt es dazu irgendwelche Handreichungen?

    Ich bin halt in der Sek 2 eher Freund von "wir lassen den Budenzauber weg und machen dafür mehr fachliche Tiefe", meine Kollegen sehen das genau umgekehrt.

    Aber in Mathe ist das ja gar kein Problem?! Das soll eine allgemeine Hochschulreife werden - nicht ein Sichdurchmogeln auf Teufelkommraus.

    Mathematik ist nur eine Hilfswissenschaft.
    Wenn nicht rudimentäre Kenntnisse beim Schüler vorhanden sind, würde er bei mir in den Nebenfächern, die sich der Hilfswissenschaft "Mathematik" bedienen auch keinen Fuß auf den Boden bekommen.

    Oder ist das heute üblich, daß man in den anderen Fächern (Informatik und so) nur mit Labern schon 50% der Punkte holt, um so eine 4 zu bekommen?
    In Informatik, Physik, BWL, ... hätte er bei mir jedenfalls ohne Mathematik ebenfalls keine Chance.

    Gleiches gilt für Englisch in der informatik. Ohne Englischkenntnisse wird es in Informatik auch mehr als schwer. Sämtliche Veröffentlichungen und Handbücher werden von den Herstellern mitunter ausschließlich in Englisch herausgegeben.

    Moin Franz,

    wenn er wirklich bei Jahrgangsstufe 7 ansetzt, weil 8-12 fehlen, wie Du sagst, würde ich nicht mit Stochastik anfangen sondern ganz grundsätzlich mit der Arbeit mit mathematischen Formeln. Sonst bringt Stochastik nämlich überhaupt nichts.

    Muß es in Mathe die Grundkurs- oder die Leistungskurs Klausur sein? Sollte die Grundkurs-Klausur reichen, würde ich mit Kurvendiskussionen einfacher Funktionen anfangen, also mit der Faktor- und Summenregel. Dann kommt Geometrie.

    Die Frage ist aber: Wie viel Zeit hat der Schüler in den 3 Monaten effektiv? Er wird bestimmt nicht 8 Stunden täglich Mathe machen sondern muß sich ja auch auf die anderen Prüfungen vorbereiten.

    Das klingt für mich gar nicht "normal". Ist das echt üblich an BBSn?

    Das Chaos ist üblich.

    Hängt meiner Meinung aber auch damit zusammen, daß wir eine Anweisung haben keine Überstunden mehr anzusammeln. Im technischen Bereich dauert aber eine Lehre nunmal 3,5 Jahre, so daß im 2. Halbjahr weniger Klassen da sind als im ersten Halbjahr. Ein normaldenkender Mensch würde sagen: Da macht man im ersten Halbjahr so viele Überstunden, die man im zweiten Halbjahr wieder abbummelt, daß es am Ende des Jahres paßt. Blöd nur, daß das Kultusministerium die Anordnung herausgegeben hat, daß keine Überstunden gemacht werden sollen.
    --> Rate mal, warum sich zur nächsten Woche mein Stundenplan kräftig ändert. Da ist denen nämlich plötzlich und ganz unerwartet aufgefallen, daß ich ansonsten im 2. Halbjahr eine massive Unterdeckung habe, weil - oh Wunder - die Prüfungsklassen aus dem Dualen System weg sind.

    Wie ich an diversen anderen Stellen schon sagte: Ich habe immer das Gefühl, daß die Schulverwaltung bei ihren Erlassen und Verordnungen nur den Schulunterricht der Klassen 1 bis 10 vor Augen hat. Auf den Betrieb an einem Berufskolleg ist Vieles praktisch nicht anwendbar.

    Natürlich hat immer der das Problem, der gemobbt wird. Das Gerede von wegen "die anderen sind doof" kommt doch echt nur von Leuten, die das Problem selber nie hatten.

    Die ganze Diskussion hier erinnert mich gerade an einen Zeitungsartikel von vor wenigen Tagen.
    --> https://www.augsburger-allgemeine.de/bayern/Grundsc…id53327101.html
    Da geht es darum, daß auch an Schulen Toiletten für das dritte Geschlecht eingeführt werden sollen. Wie immer jetzt dieses dritte Geschlecht auch definiert ist.

    Da hoffe ich doch mal, daß sie in der Grundschule einfach 15 einzelne Toilettenräume mit Waschbecken einbauen und dann auf das Geschlechts-Schild komplett verzichten, wie ich es an manchen Autobahnraststätten schon gesehen habe. Sollten sie da nämlich im deutschen Spar-Wahn auf die Idee kommen einfach drei Sammel-Toiletten (mit diesen Trennwänden aus Spanplatte, die 2m hoch sind und unter denen man unten drunterdurch gucken kann) einzubauen, hätten wir doch gleich wieder das nächste Mobbing-Problem.

    Was meint ihr, was mit den Kindern passiert, die diese dritte Toilette benutzen? :uebel:

    Tja, da plant dann die Politik mal wieder komplett an der Lebensrealität vorbei und wundert sich, daß das gemeine Volk nichts mehr versteht und sich nur noch abwendet.

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