Beiträge von plattyplus

    Letztes Schuljahr hat sich eine Mutter über mich beschwert, dass ich ihre Tochter ungerecht behandeln würde.

    Sowas kenne ich. :(
    Vor 3 Jahren hat sich ein Vater bei der SL über mich beschwert, ich hätte seine Tochter total verängstigt. Das er mir nicht gleich Mißhandlung vorgeworfen hat, war alles.

    Was war passiert: Ich hatte eine Klassenarbeit zurückgegeben und in dem Zug auch die Noten für sonstige Leistung verkündet.

    Bei mir läuft die Klausurrückgabe immer so ab, daß ich zuerst die Arbeiten zurückgebe, anschließend kurz skizziere, was denn die richtige Lösung gewesen wäre und wo häufig Fehler gemacht wurden. Ggf. kommen da auch Lösungsalternativen, sollte es mehrere gegeben haben. Anschließend bekommen die Schüler von mir die Aufgabe ihre Klausur zu berichtigen.

    Während dieser Korrektur rufe ich die Schüler alphabetisch zu mir nach vorne. Sollte es noch Rückfragen zur Klausur geben, ich habe mich bei den Punkten verzählt oder so, sollen sie die Klausur mitbringen. Habe ich die Schüler einzeln vorne, erkläre ich ihnen auch die Quartalsnote für die sonstige Leistung und was man tun sollte, um diese zu verbessern.

    Der Vater hat sich beschwert, ich hätte seinem Kind (ok, das Mädel war keine 1,50m groß, aber schon 17 Jahre alt) Angst gemacht. Außerdem würde das ja gar nicht gehen, daß man einzeln mit den Schülern redet. Für den war die 17jährige wohl immer noch ein Kleinkind, das nichts alleine hinbekommt.

    Gottseidank habe ich die Besprechung vorne leise gemacht und nicht auf dem Flur. Ich hatte also genug Zeugen. Wer weiß, was der Alte sich sonst noch ausgedacht hätte. :angst:

    Klar, es gibt die Informationspflicht. Die Mutter hat den Stundenplan auch bekommen. Sie fordert aber ein, dass sie unmittelbar auch über z.B. Ausfälle (z.B. 7.Std.) informiert ist, um hieraus eine Qualität der Schule abzuleiten.

    Da würde ich eben gerade mit der Unterrichtsqualität argumentieren.

    Bei mir sähe das so aus: "Da der Hr. Plattyplus insg. 450 Schülerinnen und Schüler zu unterrichten hat, ist er nicht in der Lage für einzelne Eltern diese Sonderarbeit zu leisten, ohne das daraus massive negative Folgen auf den Unterricht resultieren würden. Konkret habe ich bei einer 41-Stunden Woche für jeden Schüler 5,5 Minuten. Da ist dann aber der komplette Unterricht, die Vor- und Nachbereitung (Korrekturen) schon drin. Wenn ich jetzt alleine schon 10 Minuten für ihre Tochter aufwenden muß (fünf Telefonate zu je 2 Minuten), um ihr die aktuellen Vertretungspläne anzudienen, überschreite ich die zur Verfügung stehende Zeit schon bei weitem und schade damit den anderen Schülern. Im Sinne der Gleichbehandlung aller Schülerinteressen ist ein entsprechendes Vorgehen also nicht möglich."

    Einzelzimmer? Seid ihr in einem Krankenhaus oder in einem Hotel? *kopfschüttel*

    Ich würde mir das Geld für Einzelzimmer und Co. sparen und dafür nach einer Krankenhausbehandlung Urlaub machen. Wenn es mir wirklich schlecht geht und ich ins Krankenhaus muß, dann ist mir so ziemlich alles egal. Da kann dann auch nachts der Rettungshubschrauber 5m über mir auf dem Dach landen und der Geruch verbrannten Kerosins durchs offene Fenster in die Bude ziehen.

    Spätestens wenn du Kinder hast, die in eine Spezialklinik gehen müssen, dann willst du den Chefarzt. Diese sind nämlich häufig sehr bekannt und sehr versiert in ihrem Fachgebiet.

    Ganz ehrlich:
    Wenn ich im Krankenhaus auf dem OP-Tisch liege, will ich den Chirurgen haben, der die OP täglich macht und eben gerade nicht den Chefarzt, der nicht im Training ist, weil er gerade meine OP eben praktisch nie macht.

    Außerdem gibt es durchaus auch Chefärzte, die aufgrund ihres Alters z.T. schon an körperliche Grenzen kommen, also scharfes Auge, ruhige Hand, ...
    In dem Krankenhaus, in dem ich Zivi war, wäre jedenfalls der Chefarzt der Letzte gewesen, den ich am Tisch hätte sehen wollen.

    Zum Experiment:
    - 4,5V-Batterie + Taschenlampenglühlämpchen, falls sowas noch aufzutreiben ist
    - Batterie + Widerstandsdraht

    Batterie + Lichterkettenglühlämppchen + Widerstandsdrähte unterschiedlichen Durchmessers.

    Je dünner der Draht, desto heißer wird er. ... und die Kröhnung ist der Draht im Lämpchen, der wird so heiß, daß er sogar richtig hell glüht, ist ja auch sehr sehr dünn.

    Ja, genau sowas finde ich sinnvoll. Aber scheinbar muss man ja heutzutage in der Grundschule schon so tun, als würde man naturwissenschaftliche Theorie vermitteln.

    Ja, kann man ja auch, aber auf einer ganz anderen Basis bitte, viel weiter unten. Wenn man da z.B. den einfachen Stromkreis mit Batterie, Schalter und Glühbirne hat, könnte man noch untersuchen welche Materialien den Strom leiten und welche nicht. Wenn man da jetzt noch als Material "Salzwasser" nimmt und feststellt, daß der Strom fließt, kann man auch dazu kommen, daß Strom und Wasser so gar nicht zueinander passen. Also Haarföhn in die Badewanne, oder mit der Wasserpistole in die Steckdose... kommt nicht gut.

    Muss man dazu überhaupt irgendein Modell entwickeln oder kann man es nicht, wie @plattyplus vorgeschlagen hat, beim phänomenologischen Beobachten belassen?

    Also als in meiner Kindheit "Strom" in der Grundschule angesagt war, ging es da eher um die Handhabung von Strom. Also:

    • Wie Stecke ich einen Stecker in einer Steckdose?
    • Welche Stecker darf ich da überhaupt reinstecken? Kopfhörer-Stecker des Walkman besser nicht. Andere Sachen steckt man da auch nicht rein.
    • Die kleinen Finger haben in/an den Löchern einer Steckdose nichts zusuchen.
    • Wenn man einen Stecker wieder raus bekommen will, muß man am Stecker ziehen und nicht am Kabel.
    • Eine kaputte Glühbirne lasse ich von den Eltern wechseln, weil wenn die Glühbirne ausgeschraubt ist, kann man innen in die Fassung greifen und dann "aua".
    • ...

    Dazu gabs dann noch den Versuch des Lehrers: Er hatte einen Steckdose (natürlich war sie nicht angeschlossen) auf einem Brett montiert, das Brett senkrecht zwischen den Tischen in der erste Reihe eingeklemmt und auf einige Meter Abstand kräftig am Kabel gezogen, um den Stecker aus der Dose zu bekommen. Ergebnis war, daß es das Kabel am Stecker aus der Zugentlastung gerissen hatte und man blanke Drähte sehen konnte.

    Und bei den blanken Drähten wissen wir ja: Bereits die paar Volt ausm Modelleisenbahn-Trafo sind schon sehr unangenehm. Bei 230V wäre das dann richtig übel. Also nicht machen!

    Wäre es nicht evtl. sinnvoller die Kinder schon ein erstes Experiment machen zu lassen?

    Oder du machst das Experiment vor (natürlich nur mit Kleinspannung und nicht mit 230V) und sie können dann an verschiedenen Stellen am Kabel, an der Glühbirne etc. anfassen, um selber festzustellen, ob es warm wird oder nicht?

    Achtung: Wähle die Glühbirne nicht zu kräftig (also 12V 50W Halogen wäre falsch), sonst wird sie so heiß, daß man sich die Finger verbrennen kann.

    Als ich damals in der Grundschule war und es um den Strom ging, kam natürlich das von wegen "keine Nägel in die Steckdose stecken". Außerdem hatte die Lehrerin dann noch einen Trafo einer Modelleisenbahn dabei. Einmal die Kontakte anfassen und den Trafo langsam aufdrehen... es kribbelte, erst wenig und dann immer stärker. Das waren dann 16 Volt.

    Motto: Bei 230V wird das Kribbeln mehr als nur unerträglich.

    Ja, das ist möglich, sofern das verliehene Amt gleich bleibt, die Lehrkraft also z.B. StR bleibt, auch wenn an der Grundschule unterrichtet wird.

    Soweit kein Problem, ist ja Beamtenrecht. Und wenn sie entscheiden würden, daß Plattyplus ab morgen Flüchtlinge registrieren muß als Landesbeamter, dann muß er das tun. Darum gibt es ja auch im Beamtenrecht den Passus "Unfähigkeit ist kein Dienstvergehen". Ich muß "nur" mein best Möglichstes tun, um die neue Stelle auszufüllen. Wenn das nicht reicht, ist es das Problem des Dienstherren. Also würden sie mich in eine Grundschule versetzen, wo ich von Primar-Pädagogik gar keine Ahnung habe, ich mache überwiegend Abendschule mit "Schülern" im Alter von 25+, und die Ergebnisse entsprechend schlecht ausfallen, dann ist das eben so.

    Was ich mich aber bei solchen Umsetzungen bzw. Versetzungen immer frage: Sollten sie einen StR. mit Besoldungsgruppe a13 an eine Grundschule schicken, kann er ja nie mehr OStR. werden. Seine Laufbahnmöglichkeiten sind dann also schon beschränkt. Also wie kommt so ein Zwangsversetzter noch zu einem Beförderungsamt?

    Das sind so genannte Fachlehrer, die relativ mies bezahlt werden (ich glaube A9). Außerdem sind die Fächer sehr begrenzt (Kunst, Musik, Sport, Hauswirtschaft und Technik).

    Die Fachlehrer, bei uns langläufig "Werkstattlehrer" genannt, haben wir auch. Mit Glück kommen die irgendwann auf Besoldungsgruppe a10. Voraussetzung für die Einstellung als Fachlehrer ist bei uns entweder ein Meisterbrief oder die bestandene Techniker-Schule plus 5 Jahre Berufserfahrung im erlernten (handwerklichen) Beruf. Diese Lehrer stellen bei uns am Berufskolleg den praktischen Werkstattbetrieb der Vollzeit-Schüler sicher und dürfen maximal 16 Schüler an den Maschinen unterrichten. Die Klassen müssen für den praktischen Unterricht also regelmäßig geteilt werden, was die Arbeit des Stundenplaners noch einmal zusätzlich erschwert.

    und damit den maximalen Lernerfolg erzielst

    Dann definier erst einmal bitte, was dieser "maximale Lernerfolg" denn genau ist. Man könnte darauf ja auch platt antworten, daß man Frontalunterricht macht, auf das man möglichst schnell möglichst viel Stoff durchbekommt. Der maximale Lernerfolg ergibt sich dann aus der Masse des vermittelten Stoffs.

    Ich weiß, ich bin jetzt mal ganz ketzerisch. :teufel:

    Wie gesagt, ich hätte gerne eine ganz genaue Checkliste, welche Kriterien abgeprüft werden und wie genau diese zu erfüllen sind, um die Note 1, 2, ... 5 oder 6 zu rechtfertigen.

    Quasi wie bei einem Zerspaner-Azubi, der in der praktischen Prüfung ein ganz spezielles Werkstück fertigen soll. Betragen alle Maßabweichungen weniger als 0,01mm, ist es die Note 1, betragen sie maximal 0,05mm ist es die Note 2, usw. usw. ...

    Mit diesen schwammigen Aussagen a la: "Er hat kein Standing vor der Klasse" kann ich nichts anfangen, wenn es ans Bewerten geht.

    Naja oder viel mehr vom Seminar.

    Ich würde mal denken, daß das auch von den Schulen im Umkreis des Seminars abhängt. Bei uns ist z.B. allgemeine Ansicht, daß man unliebsame Kollegen in Richtung "Seminar" entsorgt. Die werden dann dorthin weggelobt, hauptsache man muß sie nicht mehr auf Schüler loslassen.

    Ein ganz bestimmter Seminarleiter hat es sogar schon geschafft bei uns an der Schule Hausverbot zu bekommen von wegen "Gefährdung des Schulfriedens". Allein bei Nennung seines Namens gehen 2/3 aller Kollegen sofort steil.
    Wäre mal interessant, wenn ein Refi dem doch mal wieder zugeteilt werden würde. Dann muß er ja kommen, um den zu beurteilen, darf aber das Gelände nicht betreten. :teufel:

    Ich glaube, hier irrst du gewaltig. Wir reden nie mit dem Seminar, sondern sagen den Reffis, wie die Grundlagen funktionieren. In der Prüfung und den Nachbesprechungen sitzen wir nicht mal dabei.

    Das ehrt Euch. Ich habe es ganz anders erlebt. Da kamen die Seminarausbilder von der Nachbarschule, die am anderen Ende des Schulhofs lag. Die Kollegen waren entsprechend auch privat mit den Kollegen bei mir an der Ausbildungsschule engstens verbandelt, was Hobbys etc. angeht und haben auch ganz offen angesagt, daß sie sich selbstverständlich am Wochenende vor der Theke oder im Fitnesstudio über mich unterhalten hätten.

    Wobei ich aber auch zugeben muß, daß mich das Seminar bzw. der Fachseminarleiter bei den Unterrichtsbesuchen echt rausgeboxt hat. Meine damalige Schulleiterin wollte mich nicht zum BdU zulassen. Begründung: Plattyplus hat es fachlich nicht drauf. Bei der Nachbesprechung der Stunde war die Antwort des Fachleiters zur Schulleiterin nur: "Fr. ..., sie sind ja vom Fach. Das muß so gemacht werden, wie der Plattyplus es gemacht hat. Und wenn sie es anders machen, dann haben sie es in den letzten 35 Jahren fachlich falsch gemacht!"

    Da konnte die Schulleiterin nicht mehr anders, als mich zum BdU zuzulassen. :)
    Die Nichtzulassung zum BdU ist ja die einzige Klippe, über die eine Schulleitung einen Refi in NRW stürzen kann, denn ohne BdU wird man gar nicht erst zur UPP zugelassen.

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