Beiträge von plattyplus

    In NRW, Grundschule und Gymnasium. Ich vermute, früher machte man sich da keine Gedanken? Unsere erste Klassenlehrerin zog uns anno 1983 sogar noch an den Ohrläppchen, wenn wir störten - heute undenkbar.

    Als ich noch zur Grundschule ging, gabs sowas auch noch. Hände auf den Tisch, Handfläche nach unten und dann von oben mit dem Plastik-Zeigestock auf den Handrücken... anno 1986/87.

    Und heute erzählen einem die Schüler, was man alles nicht darf, also genau das andere Extrem der gleichen Medallie. Funktioniert doch beides nicht.

    Gibt es denn keine eigenen Maßnahmen für psychisch Kranke bei euch? Wer wirklich bis zum Schulabschluss in der FS Erziehungshile hängen geblieben ist, ist doch sowieso nicht ausbildungsreif, oder?

    Wir haben zwei Sozialarbeiter, wo ich einzelne Personen hinschicken kann. Aber auch die sind schon am verzweifeln. Ansonsten gibt es nichts. Ob die Schüler ausbildungsreif sind oder nicht, interessiert nicht. In NRW gibt es Schulpflicht bis zum 16. Lebensjahr und Teilzeitschulpflicht bis zum 18. Jahr. Also landen die bei uns alle in der ausbildungsvorbereitung und sitzen da ihre Teilzeitschulpflicht ab. Sonderpädagogen? Fehlanzeige.

    Derweil wird der Unterricht in der Ausbildungsvorbereitung bei usn auf möglichst viele Kollegen verteilt, damit die sich nicht total aufreiben und dann mit Burn Out den Dienst quittieren.

    @Mashkin:

    Ja, man kommt nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen aus der privaten zurück in die gesetzliche Krankenversicherung und ja, das finde ich auch richtig so. Bei der GKV zahlst die Beiträge gemäß deines Einkommens (ca. 15%). Bei der PKV zahlst die Beiträge gemäß deines Krankheitsrisikos. Viele Versicherungsnehmer kommen jetzt auf die Idee: In jungen Jahren, wenn das Risiko gering ist, zahle ich die günstigen Raten in der PKV, wenn ich dann alt werde, das Risiko und entsprechend die Beiträge in der PKV steigen, wechsele ich zurück in die GKV.
    Idee dahinter: Gewinne (=geringe Beiträge in jungen Jahren) privatisieren und Verluste (=hohe Beiträge im Alter) sozialisieren. :daumenrunter:

    Also: Man muß sich schon entscheiden, entweder PKV und dann immer PKV oder immer GKV und dann auch immer GKV.

    Grundsätzlich ist die PKV für Beamte nur deswegen günstiger als die GKV; weil Beamte nicht 100% versichern müssen sondern bei uns in NRW im aktiven Dienst nur 50% bzw. als Pensionär gar nur 30%, weil den Rest die Beihilfe übernimmt. In der GKV gibt es diese Teil-Versicherungsmodelle nicht. Da muß man immer 100% versichern, weswegen die GKV für Beamte im Vergleich sehr teuer ist.

    Fazit daraus für das System:

    • Würde es die ganzen Beamten in der PKV nicht geben, wäre die PKV schon lange pleite.
    • So langsam sieht der Staat die Ungleichbehandlung auch ein und so zahlt z.B. das Land Hamburg den Beamten in der GKV den Arbeiutgeberanteil anstelle der Beihilfe, so daß diese auch nur noch 50% der Kosten tragen müssen. Sollte es zu diesem System auch in meinem Bundesland oder in deinem Bundesland kommen, wird die PKV auch für Beamte komplett uninteressant.

    Blöd nur, wenn man dann bei diesem Umschwung nicht mehr aus der PKV raus kommt. :pirat:

    @Karl-Dieter:
    Und wo ist da die Grenze? Bevor der Schüler bei uns flog, hat er seine Mitschüler mit den Nachnamen diverser Nazi-Größen angeredet, obwohl die eigentlich ganz andere Nachnamen hatten.
    Also wenn dich jemand mit: "Ach guck mal, da kommt der Karl-Dieter ..." anreden würde und dann wahlweise folgende Nachnamen:

    • Hitler
    • Göbbels
    • Göring
    • Himmler
    • ...

    Moin,

    ich zahle als Beamter, Besoldungsgruppe a13 jeden Monat ca. 710,- € für die Kranken- und Pflegekasse. Soweit stimmt das schon. Da du aber mit e13 wohl angestellt bist, mußt Du grob die Hälfte davon zahlen. Die andere Hälfte zahlt der Arbeitgeber. Solltest Du verbeamtet sein bzw. werden, darfst den kompletten Beitrag alleine zahlen.

    Also soweit stimmt das schon.

    PS: Hoffentlich bekommen wir in NRW bald das Hamburger Modell. Wer als Beamter in der Gesetzlichen ist, der bekommt anstelle der Beihilfe (die ihm ja eh nichts bringt) die Hälfte der Krankenkassenbeiträge vom Arbeitgeber bezahlt. wie die Angestellten auch.

    bei ES-Schulen dreht sich häufig wirklich fast ALLES um die SuS und ihre Bedürfnisse

    Und genau da sehe ich das Problem. Die "normalen" Schüler haben auch ein Anrecht darauf, daß ich für sie da bin. Je mehr Zeit ich in die ES-Schüler stecke, dest oweniger bleibt für die anderen übrig, wo wir eh schon wegen Lehrermangel die Stundenpläne zusammengestrichen haben. Den Lehrermangel haben wir aber nicht, weil es nicht g enug Bewerber geben würde, sondern weil bei uns 19,5 Schüler auf jede Lehrerstelle kommen. Wenn man dann einige sehr kleine Klassen hat, weil man die Landesfachklassen (in ganz NRW gibt es nur eine Klasse) anbieten muß, sind die übrigen Klassen eben übervoll und mit bis aufs Grundgerüst ausgedünnten Stundenplänen.

    Oder anders: Gerade in der letzten Woche hatte ich es, daß ich mich während meiner Unterrichtszeit für 60 Minuten mit einem Schüler in einen Nebenraum zurückziehen mußte. Ich habe die ganze Klasse aber nur 90 Minuten alle 2 Wochen. Damit ist der Unterricht für die übrige Klasse praktisch ausgefallen, weil ein einzelner Schüler meine komplette Aufmerksamkeit einforderte. Meiner Meinung nach ist sowas dem Rest der Klasse gegenüber nicht vertretbar, zumal es bei ES-Schülern mit einer "Sonderveranstaltung" nicht getan ist.

    @Trantor:

    Das würde ich nicht mehr unterschreiben. Wir hatten bei uns einen Schüler X, der bei uns die FOR nachgemacht hat, weil er die Hauptschule nach Klasse 7 verlassen hat (war einfach irgendwann 16 Jahre alt). Der hat es mit enormen Fleiß bis zur Fachhochschulreife gebracht. Da sind wir also wirklich angefangen mit: "Man schreibt seinen Namen oben auf die Klausur und unten die Seitenzahlen. Er war zwar immer langsam ohne Ende, aber durch schieres Auswendiglernen hat er es in den Klausuren auf lauter 4er gebracht. Ich hatte ihn auch im Unterricht. Der hat wirklich nach asiatischem Vorbild gepaukt.

    Seitdem heißt es bei uns im Kollegium immer: "Denk an X. Das kann bei uns jeder schaffen, es bedarf nur des Willens dazu."

    Dadurch kommen die Leute mal, dann wieder nicht. An manchen Tagen waren bei mir und bei Kollegen nur 30% der Leute anwesend. Aber wenn die dann „krank“ auf das Entschuldigungsformular schreiben, ist das ok... Aber für mich und für die Leute, die jeden Tag da sind und diszipliniert sind, ist das supernervig.

    Wenn man es jetzt drauf anlegt, könnte man folgende Dinge tun:

    • Die Leute, die unentschuldigt fehlen, bekommen für die sonstige Mitarbeit eine 6.
    • Klausuren werden nur noch ohne Vorankündigung geschrieben. Wer dann nachträglich nur so ein wachsweiches Entschuldigungsformular mit "krank" mitbringt, darf nicht nachschreiben und bekommt für die Klausur ebenfalls eine 6.

    Am Ende des Schuljahrs regelt sich das dann über die Noten und die Versetzung bzw. Nicht-Versetzung dann von ganz alleine. Brauchst allerdings noch 2 Kollegen, die mitziehen. Dann gibt es auf den Zeugnissen gesammelte 5er.

    Und ja, bei uns schreibt die erste Mahnung auch der Klassenlehrer und da steht dann auch gleich drin die Androhung: "Wer mehr als 20 Stunden7Monat unentschuldigt fehlt, kann nach §53 Schul-Gesetz rausgeworfen werden." Außerdem setzt bei uns der Klassenlehrer die Attestpflicht fest. Wenn es dem also zu bunt wird, braucht der diese wachsweichen Entschuldigungen gar nicht mehr zu akzeptieren. Die zweite Mahnung kommt dann vom Schulleiter. Hilft auch die nicht, gibt es ein persönliches Gespräch beim Chef und wenn auch das nicht fruchtet, ist Abflug angesagt.

    Naja, in der beruflichen Schule nicht, wir machen Inklusion ja schon seit Kerschensteiners Zeiten, nur eben immer nur mit Bordmitteln.

    Ja,
    die Übergänge sind bei uns ja fließend. Wobei die Inklusion von körperlich Behinderten das kleinste Problem ist. Das haben wir schon immer hinbekommen, auch ohne Sonderpädagogen.

    Das größte Problem sehe ich bei der Diagnose "Emotionaler und sozialer Förderbedarf".

    An der kaufmännischen Schule, an die ich abgeordnet wurde, gibt es sowas. Die haben Sonderpädagogen, die aus Förderschulen für 4 Tage dorthin abgeordnet wurden. Entsprechend sind die Kollegen aber auch sauer, weil sie an dem einen Tag, den sie noch in ihrer Stammschule verbringen, eigentlich gar nichts mehr mit- oder geregelt bekommen. Aber das ist ein anderes Thema.

    Bei uns am technischen BK haben wir keine Sonderpädagogen. Bei den Inklusions-Schülern, bei denen das in den letzten Jahren zur Debatte stand, war immer das Problem "praktische Ausbildung in den Werkstätten" im Raum. In der Metall- und Holzverarbeitung haben die Drehbänke und Tischkreissägen genug Kraft, um Schülern ganze Gliedmaße zu amputieren. Sollten wir da also Inklusionsschüler bekommen, brauchen wir auch sicher eine 1:1 Betreuung durch entsprechende Sonderpädagogen und vor allem müssen diese Sonderpädagogen dann auch geschult im Umgang mit den Maschinen sein, um die Gefahren selber überhaupt erkennen zu können. Mit "ich setz mich daneben und geh mit dem Schüler raus, wenn er ausrastet", ist es da nicht getan. Da mußt den Leuten wirklich wie in der Fahrschule auf die Finger gucken und notfalls in Sekundenbruchteilen auch körperlich eingreifen.

    Ich selber hatte mal einen Schüler mit entsprechendem Förderbedarf im Elektrolabor und habe nach 2 (oder 3?) Wochen abgelehnt ihn weiter zu beschulen. Problem war die entsprechende Sonderpädagogin bzw. die zwei. Allein schon, daß ich von ihr verlangt habe an der "eletrotechnische Unterweisung", die zu Beginn des Schuljahrs alle Schüler über sich ergehen lassen müssen, vor dem Unterricht selber teilzunehmen, war wohl schon ziemlich steil von mir. Als sie dann noch meinte, daß man die Schüler doch eigenständig entdeckend unterrichten solle, war bei mir Schluß. Bei 230V auf den Laborleitungen gibt es bei mir kein eigenständiges Entdecken durch Versuch und Irrtum! In der folgenden Woche kam die nächste Sonderpädagogin und das Spiel begann von vorne. Da habe ich dann die Notbremse gezogen.

    Sollte es bei uns wirklich zur Inklusion kommen, wird die mit großer Wahrscheinlichkeit in einem Bildungsgang stattfinden, der sehr werkstattlastig ist und da bräuchten wir eher einen Handwerksmeister mit sonderpädagogischer Fortbildung als andersrum, weil der auch sofort potentielle Gefahren erkennt.

    Dieser Neid auf Lehrer ist schon seltsam faszinierend. Es kann doch jeder diesen Job machen, der möchte? Los geht's- werden seltsamerweise überall welche gesucht.

    Ich rechne bei sowas meinen Azubis immer vor, wie viel sie in ihrem ganzen Leben wohl verdienen werden und wie viel ich als Lehrer verdiene. Gerechnet über die komplette Lebensarbeitszeit sind sie Unterschiede im Nettolohn zwischen mir und ihnen als Facharbeiter gar nicht so groß. Klar verdiene ich im Monat mehr, aber ich fange auch erst mit ca. 30 Jahren an zu verdienen, wo sie bereits mit 20 Jahren einsteigen. Diese 10 Jahre muß man auch erst einmal wieder aufholen.

    Wenn einer auf der Arbeit 8 Stunden fehlen würde, der andere aber nur 1,5. Was meinst du, ist dann eher sinnvoll???

    Wenn einer auf der Arbeit 8 Stunden fehlt und die Akten dann bis zum nächsten Tag liegen bleiben, ist das eine Sache. Aber wenn 30 Leute 2 Stunden auf mich warten, fallen so gesehen gleich 60 Stunden aus (30 Schüler zu je 2 Stunden) und eben nicht nur 2 Stunden. So sehe ich die Gegenüberstellung. Was ist jetzt eher sinnvoll?

    Und komme mir jetzt keiner mit sinnvollem Vertretungsunterricht. Entweder ich plane den selber, gebe dem Kollegen die fertigen Materialien in die Hand und hoffe das Beste oder der Unterricht kann gleich ganz ausfallen. Wirklich fachgerechten Vertretungsunterricht in Spontanvertretungen habe ich noch nie gesehen. Aber wenn ich dann extra für den Kollegen alles aufbereiten muß, kann ich den Unterricht auch gleich selber halten und bin eben nicht krank.

    man könne aus dem Lehramt (u.U. mit finanziellen Abstrichen) in die Verwaltung im öffentlichen Dienst wechseln

    Also den entgegengesetzten Weg kenne ich. Als ich Reffi war, hatte ich einen Kollegen, der erst Verwaltungsfachwirt war und später an die Schule gegangen ist (kaufmännisches Berufskolleg), um Verwaltungsfachwirte auszubilden. Fragt mich bitte nicht, wie er sich zwischendrin dafür qualifiziert hat.

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